Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 323

Na sowas, da war mein Mädchen wohl etwas zu überschwänglich! Hat sie doch gestern Nummer 333 geschrieben obwohl es erst Nummer 323 gewesen wäre! Das liegt einfach daran, dass wir sooooooo viel Spaß hatten bei unseren Hallenspielen. Ist ja auch verständlich, wo ich doch so ein feiner Spielpartner bin! Ich weiß ja jetzt auch, wie ich mit meinem Mädchen schön spielen kann. Früher, als ich noch viel kleiner war, hab ich ja mal versucht, mit ihr so zu spielen wie mit meinen Kumpels, mit Ansteigen und so. Aber jetzt weiß ich: das ist nix für mein zart besaitetes Mädchen. Nein nein, da muss eine andere Taktik her und das findet sie total gut.

Jetzt kommt also Nummer 323, damit ein bisschen Ordnung herrscht. Ob sie dann in ein paar Tagen vergessen hat, dass es 333 schon gibt und noch eine Nummer 333 macht? Lassen wir uns überraschen. Kommt ja nicht drauf an, oder? Hauptsache ihr habt was zu lesen und zu gucken.

Mal in der Halle rum spielen ist schön und gut, aber ich soll ja auch Muskeln bekommen und meine Balance verbessern und so. Deswegen wollen wir jetzt auch öfter das Reiten auf dem Platz üben. Und das kann ich jetzt auch schon viel besser! Anfangs war das mit dem Lenken ja doch ganz schön kompliziert, aber jetzt hab ich das verstanden, wann ich meinen Schulter, meinen Hintern, meinen Kopf oder das ganze Pony wohin bewegen soll. Nur: verstehen allein reicht nicht, stelle ich fest, denn manchmal möchte mein Körper der Schwerkraft folgend eine andere Richtung einschlagen als meine Gedanken! Das kenne ich noch von früher: als ich noch winzig klein war (und Diego und Gatsby irgendwie viel größer) ist mir das beim Spielen auch öfter mal passiert. Plötzlich war ich irgendwo, wo ich gar nicht hin wollte, manchmal auch auf dem Boden! Inzwischen hab ich das im Griff. Und deswegen bin ich optimistisch, dass ich das auch mit meinem Mädchen auf meinem Rücken noch in den Griff kriege. Mein Mädchen ist da auch überzeugt von und sagt, sie gibt mir genug Zeit zum üben, ich soll es nur weiter probieren. Ok! So lange die Keksrate stimmt!

Hier ein kleiner Ausschnitt von unseren spektakulären Seitwärts-Künsten.

Seitwärts in Dur und Moll. Manchmal schwanken wir noch ganz schön, aber es wird besser!

Gestern haben wir sogar das Reiten in unserer kleinen Halle geübt. Mein Mädchen war ganz fröhlich, dass ich so klein bin, weil die Decke so niedrig ist und überhaupt ist nicht so irre viel Platz. Siehst du, mein Mädchen, für ein handlich-quadratisches Pony wie mich ist Platz in der kleinsten Hütte! Da kann der Regen draußen waagerecht fliegen, das ist uns egal. Manchmal, wenn ich dann so seitwärts gehe, bricht mein Mädchen plötzlich in Begeisterungsstürme aus. Dann meint sie, ich hätte sie hoch gehoben und das wäre toll! Also ich finde das ja ganz schön anstrengend. Aber ich gebe zu: das mit dem Gleichgewicht ist dann leichter. Also, für die 2 Sekunden die ich das schaffe. Mein Mädchen sagt, wenn wir fleißig üben, kann ich sie die ganze Zeit so tragen. Oh, das könnte aber noch etwas dauern, glaube ich! Aber sie meint, das ist gar kein Problem, wir haben ja viiiiiiiiiieel Zeit. Und dass sie ja selbst auch noch so viel zu üben und zu verbessern hat. Ja, das hatte ich schon von Merlin gehört, dass es gut ist, wenn mein Mädchen Unterricht nimmt und übt, weil es dann für uns Ponys immer etwas einfacher wird. Sie soll sich ruhig auch anstrengen! Wenn ich sie jetzt schon trage und sie gar nicht mehr selbst läuft.

Macht es wie wir, liebe Menschen: macht das beste aus dem Wetter und freut euch über den dringend benötigten Regen!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 333

333. Tagebucheintrag! Das muss doch gefeiert werden, oder? Deswegen gibt es hier mal für euch ein laaaaaanges Video. Es ist stürmisch und mein Mädchen hat einen Spielplatz in der Halle aufgebaut. Und Musik angemacht, aber davon hört man gar nicht so viel, wegen dem Wind.

Was hatten wir für einen Spaß zusammen! Aber seht selbst.

Haltet den Schwerpunkt tief, liebe Menschen, fliegt nicht davon! (Viel essen hilft. Haben viele von euch ja schon vorsorglich getan, hab ich gehört….)

Euer stürmisch spielender Sir Duncan Dhu of Nakel

Energieüberschuss

Unsere Ponys leben im Offenstall: sie können jederzeit frei entscheiden, ob sie rein oder raus gehen. Und nicht nur das: sie können auch wandern, immerhin 500 Meter um die Koppel herum. Das ist nicht viel, aber mehr Anreiz zur Bewegung als im Durchschnittsstall mit viereckigem Paddock. Und sie wandern – um die Nachbarn zu besuchen, nach Zweigen im Knick zu haschen oder aus mir unbekannten Gründen (um ihre kleine Welt zu sehen oder so). Duncan fordert regelmäßig einen der anderen zum Spielen auf und mit Gatsby spielt er jetzt im Winter oft so intensiv, dass beide nassgeschwitzt sind. Und dennoch: er hat Energieüberschuss. Und wenn ich dann mein Highlandpony so ansehe, denke ich an die hochblütigeren Modelle, die Araber, die Spanier, die Vollblüter. Wie viel Bewegung steckt da drin und darf nie raus? Ich denke an einen Tierarzt, der mal gesagt hat, er beobachtet Cushing-Erkrankungen besonders bei Pferden die „nichts auszustehen“ haben. Wie viel Stress sammelt sich in Pferden über Jahre an, weil sie sich nicht genug bewegen (können)? Duncan, der hier alle Möglichkeiten hat, bewegt sich von allein nicht so viel, dass er nachher wirklich entspannt wäre. Ich denke an Elsas halb scherzhaften Tipp: kauf dir ein jüngeres Pferd dazu, das will dann NOCH MEHR spielen, dann wird Duncan erwachsen. Weil er dann mal mehr Bewegung bekommt als er möchte. Aber mein Stall ist voll und ich kann Duncan die Bewegung anders verschaffen: per Ausritt. Wie gut, dass er mich jetzt tragen kann! Und wie gut für seinen Körper, der sich jetzt, wo er sich noch entwickelt, anpassen kann an die Belastung, der er später stand halten soll (wer jetzt kurz eine Krise kriegt, weil ich mein noch nicht ausgewachsenes Pferd reite und anfange zu trainieren, kann sich mal diesen Podcast anhören). Schritt für Schritt kann ich steigern und ich beobachte, wie es mehr wird. Als wir am Sonntag so schön getrabt sind, über Stock und Stein und durch den Matsch war ich sehr beeindruckt, wie gut Duncan das jetzt schon kann. Hätte ich den Boden nicht gesehen, hätte ich wohl nicht gemerkt, wie uneben das alles war. Aber auch andere Zeichen für erhöhte Belastbarkeit sehe ich: er gähnt nicht mehr so oft. Am Sonntag hat er gar nicht gegähnt, bei 9,5km Strecke. Er ist auch nicht müde hinter mir her gebummelt. Er war fit und munter genug, ganz am Ende noch einen Galopp zu zünden. Er war danach nicht so irre durstig wie sonst und er brauchte auch kein ausgiebiges Nickerchen. Zeit, die Streckenlänge zu erhöhen.

Normalerweise hatte Duncan Montags dann frei, das habe ich jetzt geändert. Wir haben Montag Handarbeit gemacht, Dienstag reiten auf dem Platz geübt und er hatte erst am Mittwoch frei. Früher reichte ein Tag austoben für 4 Tage Ruhe, jetzt ist es eher umgekehrt…

Wenn Duncan dann genug Energie los geworden ist, dann geht es auch mit den Kumpels wieder besser. Das Spiel wird harmonischer, er nervt die anderen nicht so extrem. Er nervt dann auch mich nicht so viel, obwohl ich sagen muss, dass er mit mir lange nicht mehr so pubertär und nervig ist wie die letzten Jahre. Er lässt es nur noch an den Ponys aus und ich habe einen Verdacht, warum das so ist: er weiß, dass er mit mir Energie loswerden kann. Wie gut, dass dieser Plan so schön aufgegangen ist. Jetzt muss ich mich nur noch anpassen an seine wachsende Leistungsfähigkeit.

Ich hatte immer eher gemütliche Pferde. Mein Merlin bringt zwar gern mal Höchstleistung, um sich dann entsprechend feiern zu lassen, aber lang währt das nie. Eine halben Stunde konzentriert auf dem Platz bei entsprechender Keksrate – das ist völlig ok. Und er wollte immer gern so 4 Tage in der Woche was machen, nie 3 Tage hintereinander. Ihm ist es nicht wichtig, beim Arbeiten Energie zu verbrauchen, er möchte Aufmerksamkeit. Er möchte hören, dass er das beste Pony der Welt ist, möchte bewundert werden. Und mein Finlay, der wollte die Welt sehen. Dass man dafür etwas Energie investieren muss, hat er in Kauf genommen, aber wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte Bummelschritt wohl auch total ausgereicht. Hauptsache gucken und was erleben, aber nicht schnell.

So bin ich jetzt in einer ungewohnten Position, denn mein Duncan möchte eigentlich alles gleichzeitig: Energie loswerden, also vor allem Meter machen, etwas sehen und erleben und bitte die entsprechende Menge an Keksen dazu kassieren. Wobei wir im Gelände inzwischen weitgehend keksfreie Zone sind, weil es nicht mehr so viele Stellen gibt an denen ein Lob gefragt wird. Er kann ja die normalen Dinge und er läuft gern einfach weiter. Nur beim Aufsteigen, wenn was gruselig ist oder wenn wir irgendwo warten müssen, dann gibt es mal einen Keks. Auch auf dem Platz wird der Keksbedarf von allein weniger. Er findet mehr und mehr Spaß daran, sich mit mir zu bewegen, sich ein bisschen zu präsentieren. Und er merkt: für einen Keks muss es schon RICHTIG gut gewesen sein. Auch hier haben wir halt nicht mehr so viel ganz neues. Und selbst wenn: er hält es jetzt aus, etwas länger zu knobeln. Seine Frustrationstoleranz ist gestiegen, er hat mehr Lösungsvorschläge, mehr Handlungsoptionen.

Wenn aber der Energieüberschuss zu groß ist, dann wird es manchmal knifflig für ihn. Mit den anderen Ponys, besonders mit Diego, gerät er dann mal in Streit. Sie fangen an, zu spielen und dann – wenn Duncan allzu penetrant Popo-kneifen will – findet Diego es zu doll und tritt aus. Erst ein bisschen, wie sie es eben im Spiel so tun, aber wenn Duncan dann nicht nachlässt und Diego wieder und wieder von hinten kneifen will, dann kann es schon mal knallen. Nicht schlimm, aber immerhin so, dass Duncan nachher eine kleine Stelle ohne Fell hat. Mit Argusaugen beobachten wir das, denn es ist Bedingung für Duncans Hengst-sein, dass niemand verletzt wird. Bisher sieht alles harmloser aus, als ich es von manchen spielenden Wallachen kenne, aber ich sehe mich in der Pflicht, meinen Teil beizutragen zur Entspannung der Lage und das heißt: den kleinen Tunichtgut zusätzlich beschäftigen und wirklich ein bisschen auslasten. Ja, das trainiert ihn natürlich wiederum, so dass er noch mehr leisten kann, das ist schon klar. Andererseits SOLL er ja auch leisten. Ich will ja Strecke machen mit ihm, ich will viel tun. Ich muss mich nur noch etwas einstellen auf diese neue Situation und sehen, in welcher Form das am besten geht. Und ich vermute, dass es ein Pensum geben wird, bei dem er zufrieden ist. Denn letztendlich ist er ja doch kein Araber, der für irrsinnige Distanzen und Geschwindigkeiten gezüchtet wurde, sondern Schotte.

So wie vor 3,5 Jahren als Duncan hier einzog und so vieles unklar war, übe ich mich jetzt wieder darin, darauf zu vertrauen dass wir den Weg schon finden werden. Vielleicht nicht gleich und vielleicht führt dieser Weg nicht einfach geradeaus, aber wir werden das schon hinkriegen.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 322

Mein Mädchen will ja immer, dass ich es bequem habe bei der Arbeit. Deswegen sorgt sie dafür, dass ich gute, passende Klamotten hab. Das ging schon früh los, da hat sie mein Halfter umnähen lassen, damit es mich nicht kneift. Später habe ich dann meine grüne Universalklamotte für alle Gelegenheiten bekommen. Noch später fiel meinem Mädchen auf, dass der Gurt vom Reitpad blöde sitzt, auch da musste mal wieder meine persönliche Haus- und Hofschneiderin ran. Dann stellte sich heraus, dass Gurte bei mir grundsätzlich gar nicht so gut sitzen: wenn die vordere Strupfe straff ist, hängt die hintere durch und umgekehrt. Das ist ja nun nicht Sinn der Sache! Also was tut mein besorgtes Mädchen? Richtig: sie aktiviert die Haus- und Hofschneiderin. Und die hat wieder mal gezaubert. Dann kam sie höchstpersönlich zur Anprobe vorbei. Hatte ihre groooooße Schneiderschere mit und hat alles passend gemacht.

Mit der großen Schere ist sie angerückt!

Dann ging es in die Erprobungsphase. Die hat sich diesmal etwas hingezogen, aber vor Weihnachten stand dann endlich fest, welche kleinen Verbesserungen noch vonnöten sind und jetzt ist er fertig, mein toller Sattelgurt! Der ist so schlau genäht, der gleicht den Druck zwischen der vorderen und der hinteren Strupfe schön aus, so dass es jetzt immer passt. Außerdem ist er super gepolstert und ein bisschen elastisch, so dass ich auf jeden Fall genug Bewegungsspielraum habe. Voll bequem ist der, ich sage es euch!

Der Gurt sitzt!

Außerdem hat sie gleich noch mehr für mich genäht, weil sie doch gerade so in Schwung war! Mein Mädchen hatte nämlich Sorge, dass es mich stört, wenn das Bosal mit dem schmalen Riemen so direkt hinterm Ohr sitzt. Also wollte sie gern so ähnliche Polster wie sie an meiner Universalzäumung dran sind. Das hat auch den Vorteil, dass zwischen den beiden Polstern genug Platz für mein Wallehaar ist. Und auch diese schnieken Dinger sind jetzt fertig und sitzen einfach fantastisch! Zu unserer beider Überraschung ist sogar das Anziehen des Bosals einfacher geworden damit. So habe ich es jetzt auf jeden Fall ganz gemütlich beim Arbeiten und so soll das ja auch sein – besonders wo mein Arbeitspensum ja jetzt beträchtlich steigt.

Jetzt drückt nix mehr.
Zwischen den Polstern ist Platz für mein Wallehaar

Jetzt fehlt wohl nur noch der passende Sattel zu unserem Glück – und vielleicht probieren wir auch nochmal das eine oder andere Gebiss, sagt mein Mädchen, weil ich das immer noch nicht so gern ins Maul nehme und das macht sie stutzig. Schauen wir mal!

Euer bequem gekleideter Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 321

Man, das war nötig!

Mein Mädchen war ja mal wieder in Urlaub – ohne mich! Und ich hab hier Langeweile geschoben. Naja, nicht ganz, ich hab natürlich mit den anderen gespielt und mit den Nachbarn geschnackt, aber so ganz ohne Ausflug ist das einfach nix für mich! Als mein Mädchen dann wieder da war, haben wir erst mal wieder Handarbeit gemacht. Alles schön und gut, aber du weißt ja, mein Mädchen, die echten Abenteuer finden jenseits der Grundstücksgrenze statt! Zum Glück ist heute Sonntag und also ging es endlich mal wieder los!

Hier könnt ihr sehen, wo wir lang geritten sind und wie schnell wir waren: das grüne ist Schritt, das orangene ist Trab.

Schaut mal ganz genau hin!

Ich war gut drauf und hab ordentlich los gelegt. Beim ersten Trab hat mein Mädchen ein bisschen gemeckert, weil ich so los geflitzt bin – mit Sattel wäre das ja kein Problem gewesen aber so sagt sie, ich hätte die „Wurfmaschine“ angeschmissen und das wäre gar nicht schön. Ich wollte aber doch so gern in Diegos Po beißen! Der lief so provokativ vor mir her! (Der Mann hat dafür ein neues Wort erfunden: „popokativ“).

Naja, nach einer Weile ist die schlimmste Energie ja weg und dann kann ich mich besser benehmen. Im Wald war mein Mädchen ganz stolz auf mich, ich kann nämlich jetzt auch auf Matsch und unebenem Boden ganz fantastisch gleichmäßig traben ohne zu stolpern oder aus dem Takt zu kommen. Als wir aus dem Wald raus waren und wieder auf dem Weg nach hause ist etwas überraschendes passiert: wir sind nochmal abgebogen! Moment mal, wollt ihr etwa die ganze Waldrunde nochmal…..?? Nein, wir sind nur ein paar Meter in den Weg rein und haben dort eine ausgiebige Graspause gemacht. Schööööööön!

Lecker Graspause

Dann sind wir umgedreht und haben uns auf den Heimweg gemacht. Im Dorf mussten wir nochmal anhalten, denn auf dem Hinweg hatte ich da eine Hinterlassenschaft platziert, die wollten die Menschen noch einsammeln. Ab damit in die Tüte und wer musste es wieder schleppen? Naja, nur durchs Dorf bis zur Aufsteigebank, dort hat mein Mädchen die Tüte am Feldrand entleert.

Der Mann sammelt meine Hinterlassenschaften ein

Aber vorher musste sie noch dieses Foto machen. Früher stand hier eine Ruine, das sah irgendwie immer ein bisschen romantisch aus. Jetzt haben sie da diese Dinger hingebaut! Mein Mädchen schwört, das ganze würde unter dem Motto „unser Dorf soll hässlicher werden“ laufen. Naja, im Grunde kann es uns egal sein. Nur schade um die Romantik.

Unser Dorf soll hässlicher werden!

Als wir dann auf dem Heimweg waren, ist etwas ganz tolles passiert. Diego ist vor uns flink den Berg hoch getrabt und wir waren recht weit hinten. Mein Mädchen sagt zu mir „wenn du willst: die Tür ist auf“. Und ich wusste was sie meint: ich darf galoppieren! Ja, das will ich! Kurz im Trab beschleunigt, nochmal nachgefragt und dann ging es los! Erst langsam, dann etwas schneller – war meinem Mädchen zu schnell. Also hat sie „laaaaaaangsam“ gesagt und bisschen gebremst und ich hab langsamer gemacht. Dann waren wir auch schon oben am Berg, ich hab artig durchpariert und mir einen Keks geben lassen. Jetzt schaut euch nochmal das Bild oben an: Grün = Schritt, orange = Trab und wenn ihr genau hin schaut seht ihr ein kleines bisschen rot – das ist Galopp! Juhuuuuu!

Auf dem Heimweg haben wir dann noch ein bisschen Seitwärts geübt – kann ich. Und so sind wir glücklich und zufrieden zu hause angekommen. Schön war das!

Ich hoffe, euer Sonntag war genauso schön!

Euer galoppierender Sir Duncan Dhu of Nakel

Jahresplan

Da ist es also, das neue Jahr. Ich wünsche Euch, meinen treuen Lesern, ein gutes neues Jahr! Für viele von uns startet das neue Jahr mit Gedanken dazu, was es wohl bringen wird und was wir uns wünschen, welche Ziele wir uns setzen.

Ich bin normalerweise nicht der Typ für Trainingspläne. Aber sich am Anfang des Jahres – oder an irgendeinem anderen Tag – mal hinsetzen und überlegen, wo die Reise hingeht, das ist schon eine gute Sache. Selbstversorger wissen: man muss das noch nicht mal im Sitzen machen. Stall ausmisten, Weide abäppeln oder ähnliches eigenen sich perfekt um sich solche Gedanken zu machen.

Letztes Jahr war es leicht für mich, denn 2022 war das „Anreitjahr“ für Duncan. Das war das klare Ziel und wir haben es erreicht. Ich möchte sagen: spielerisch leicht. Dieses Jahr wird es schwieriger mit der Formulierung. Ein Sattel muss her, ich möchte mehr traben (hier haben wir ihn wieder, den „Nebel in Tüten„, was heißt „mehr“ denn genau?), ich möchte auch mal allein mit Duncan raus. Vielleicht soll Duncan vor die Kutsche, das liegt aber weniger in meiner Hand als am Zeitplan meiner Freundin. Ich kann natürlich vorbereitende Übungen machen bzw auffrischen und das schadet ja nicht, also schreibe ich das auf meinen Zettel mit drauf. Ansonsten steht da „Erfahrungen sammeln“. Und Freedom Based Training, was in meinem Fall bedeutet: Zeit mit Duncan verbringen in der er bestimmt, was wir gemeinsam tun und ich lerne, ihn zu lesen. Muskelaufbau, also noch viel mehr Handarbeit, bevor ich auf dem Platz noch mehr reite. Im Gelände den Galopp mit dazu nehmen. Längere Ausflüge machen, dabei auch die mentale Kondition üben – Duncans, aber auch meine.

Im Herbst möchten meine Freundin und ich einen „Gedenkritt“ machen, eine Strecke reiten, die wir mit unseren besten Ponys 1.0 damals zur Vorbereitung auf unseren Distanzritt geritten sind von ihrem damaligen Stall zu uns nach hause. Das sind bummelige 23km. Ich muss die Strecke nicht komplett reiten können, ich gehe gern noch viel zu Fuß zwischendurch, aber der Kopf muss mitmachen. Die Autobahnbrücke darf dafür auch kein Problem mehr sein. Und die Kondition bei uns beiden muss stimmen. Immerhin eine Verdopplung unseres bisher längsten Ausflugs (damals noch zu Fuß).

So ist also der Plan. Und ich werde das meine dazu beitragen, dass er gelingt. Duncan wird das sicherlich auch tun, die Frage ist nur, ob uns etwas dazwischen kommt. Das lässt sich nicht immer verhindern, wie wir alle wissen.

Seit Finlays Tod ist Pläne machen schwer für mich. Vielleicht wird es Zeit, das wieder zu üben. Optimistischer in die Zukunft zu schauen. Denn bisher hat Duncan mir allen Grund zum Optimismus gegeben, sowohl was seine Gesundheit angeht, als auch bezüglich seines Verhaltens. Einfach mal so tun, als könnte man sich sicher sein, dass man selbst es im Griff hat. Weil es ja nix nützt, mit hundert Unbekannten zu rechnen, die ich eh nicht beeinflussen kann.

Duncan ist das ja wahrscheinlich alles egal. So lange die Keksrate stimmt und wir genug Ausflüge machen, versteht sich. Er braucht keinen Plan, der ist nur für mich in meiner Eigenschaft als Mensch. Ich persönlich brauche es nicht genauer als ich es hier formliert habe. Ich brauche keine Abhaklisten, Wochenziele oder Tagespläne. Aber das heißt nicht, dass es falsch ist, so etwas zu machen, so lange diese Pläne mit einplanen, dass das Pferd unplanbar ist. Vielleicht stellt sich ja heraus, dass Duncan nicht gern vor der Kutsche laufen möchte. Dann lassen wir das eben (ok ich halte das für sehr unwahrscheinlich, aber möglich ist es ja doch). Vielleicht stellt sich heraus, dass Duncan nicht allein mit mir ausreiten gehen möchte. Vielleicht stellt sich heraus, dass er nicht weiter als 20km unterwegs sein möchte. Wissen kann ich das jetzt noch nicht, ich stelle nur Vermutungen an. Vielleicht hat er nochmal so extreme Wachstumsschübe, dass wir mehr Pausen machen müssen. Vielleicht zieht er sich beim Spielen eine Verletzung zu, die uns Zwangspause verordnet. Vielleicht hat er aber auch plötzlich so viel Energie, dass ich gar nicht mehr hinterher komme mit dem Beschäftigen und mir noch andere Sachen überlegen muss. Vielleicht kommen im Frühling die Hormone und wir haben mit Pubertät zu tun und arbeiten plötzlich wieder an der Basis der Ausbildung.

Davon abgesehen hat natürlich auch das Wetter großen Einfluss darauf, was wir wann machen. Lange Ausritte mit viel Trab sind bei über 30° nicht angesagt. Kutsche fahren ist für Anfänger nur bei Windstille und angenehmen Temperaturen ohne viele Insekten sicher genug.

Aber planen kann ich ja mal. Und träumen. Und mich dann hochmotiviert in die Umsetzung stürzen – denn ohne die nützt der beste Plan nix. Und deswegen geh ich jetzt mit Duncan Handarbeit machen.

Habt ein gutes Jahr 2023, empfehlt meinen Blog gerne weiter und bleibt Duncan und mir gewogen!

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 320

Liebe Menschen, ich wünsche Euch ein gutes neues Jahr! Ich bin ganz entspannt rein gestartet mit einem Mitternachtsschläfchen. Die anderen Ponys haben gut auf mich aufgepasst, so dass ich das ganze Spektakel einfach verschnarchen konnte. Jetzt sind die anderen übermüdet und ich bin wach – juhuu!

2022 war vielleicht ein tolles Jahr! Was wir nicht alles erlebt haben, mein Mädchen und ich! Am Anfang ging es los mit Sturm und einem Humpelfuß aber dann hat mein Mädchen sich endlich mal durch gerungen, aufzusteigen und wir haben angefangen mit ausreiten! Erst nur ganz kleine Strecken im Schritt, dann auch im Trab und neulich sogar ein winziges bisschen im Galopp!

Und immer hab ich alles richtig gemacht. Ok, einmal hab ich mich vor einem Bären erschreckt (der sich dann als Rind entpuppt hat) und einmal vor einem Ungeheuer auf dem Reitplatz, aber ich hab immer dafür gesorgt, dass ich mein Mädchen nicht verliere. Bin doch ein echter Gentleman!

Erst hab ich sie mit dem Reitpad getragen, das hat meine Schneiderin extra für mich umgebaut, dann hab ich den alten Sattel von meinem großen Bruder bekommen, aber jetzt hat der Sattler gesagt das geht so nicht wirklich gut und also habe ich keinen Sattel mehr. Damit steht ein ganz großes Thema für dieses Jahr schon fest, denn wir wollen doch jetzt ganz viel ausreiten und traben und bitte bitte auch galoppieren, mein Mädchen! Und da ist das mit Sattel schon echt bequemer für uns beide (obwohl ich als Schotte ja ganz bequeme Gänge habe, wie ein Sofa, sagt mein Mädchen.)

Mit dem Kutsche fahren sind wir letztes Jahr nicht wirklich weiter gekommen, aber vielleicht wird es ja dieses Jahr was, sehen wir mal. Da haben wir keine große Eile.

Unser größtes Abenteuer war natürlich der Kurs bei Elsa, wo wir beide sooooo viel gelernt haben, aber der auch sehr sehr anstrengend war für uns alle.

Jetzt starten wir frohgemut ins neue Jahr mit neuen Plänen:

Für mich steht weiterhin wachsen auf dem Plan, in die Breite und am Vorderende auch noch etwas in die Höhe. Und erwachsen werden, meint mein Mädchen, wobei ich ja finde ich bin schon ganz großartig erwachsen. Sie meint, etwas Lebenserfahrung, noch mehr innere Ruhe und Beständigkeit wären toll. Weil ich sie so gern hab, werde ich mal sehen was ich da für sie machen kann.

Mein Mädchen möchte dieses Jahr auf die ganz großen Abenteuer (wie Urlaub oder Kursbesuch) verzichten und dafür übers Jahr verteilt lieber ein paar Tagesausflüge in fremde Gefilde unternehmen. Sie glaubt, dass wir da mehr Genuss von haben, weil wir nicht fremd übernachten müssen. Mir ist alles recht, Hauptsache ich komm raus!

Sie hat mir auch Hoffnung gemacht, dass wir nicht nur mit Diego oder meinem erprobten Ausreitkumpel losziehen, sondern auch mal mit dem schönen Spanier, der uns schon gelegentlich besucht hat – dann hätte ich noch einen Ausreitkumpel! Voraussetzung ist allerdings, dass ich mich benehmen kann, wenn der dabei ist und da hat mein Mädchen derzeit noch Zweifel. Pah! Ich kann das, wetten?

Vielleicht versuchen wir auch mal einen klitzekleinen Ausritt alleine, mein Mädchen und ich. Ich hoffe, ich kann sie überzeugen! Das wäre doch toll, so ganz romantisch nur sie und ich…

Also ihr seht, wir haben viel vor! Was habt ihr so vor für 2023? Ich wünsche euch jedenfalls, dass all eure Unternehmungen gelingen, liebe Menschen! Ich werde euch selbstverständlich weiterhin von meinen Abenteuern erzählen – und von meinem Alltag. Damit ihr allzeit gut unterhalten seid.

Euer Sir Duncan dhu of Nakel

Rückblick

Diesen Donnerstag ist es leicht, das passende Thema zu finden. Zu dieser Jahreszeit kann es ja eigentlich nur um Weihnachten oder um den Jahresrückblick gehen.

Sicher wird Duncan noch aus seiner Sicht schreiben, wie das Jahr so war, aber heute bin ich dran. Und ich kann sagen: das war ein verdammt gutes Jahr. Für mich natürlich vor allem, weil Duncan mich jetzt trägt. Und das habe ich ganz besonders gemerkt als wir zu unserem Weihnachts-Wald-Ausflug unterwegs waren. Ich erinnere mich noch allzu gut, wie es war, mit Duncan spazieren zu gehen, wenn er Energieüberschuss hatte. Ich war ihm immer zu langsam, die Touren waren immer zu kurz. Er wollte nicht Schritt gehen, schon gar nicht in meinem Tempo. Ich musste mir immer etwas überlegen. Aber ich habe von Anfang an versucht, ihm zu zeigen, dass er eben doch MIT mir zusammen Energie los werden kann, wenn auch nicht auf einen Schlag durch wilden Galopp sondern durch konstantes Gehen. Und jetzt konnte ich die Früchte dieser Bemühungen ernten. Denn Duncans Energieüberschuss ist  beträchtlich, als wir im Wald ankommen. Er konnte schon beim Anziehen der Hufschuhe nicht gut still stehen, aber es zeigt sich jetzt, was er gelernt hat. Er reißt sich zusammen, damit ich aufsteigen kann, als ich sitze und er seinen üblichen Keks kassiert hat, ist es aber vorbei mit der Geduld: er will los. Und mein kleiner, vierjähriger Hengst bietet mir flotten Schritt an mit der deutlichen Anfrage, ob wir nicht traben können, aber es ist eben nur eine Anfrage. Und als ich den Trab erlaube, wird es auch kein wildes Gerenne, sondern ein schönes, gleichmäßiges Traben. Ganz taktmäßig geht es durch den Wald und ich kann einfach genießen. Ich habe keine Diskussion, ich muss nicht bremsen, ich muss eigentlich gar nichts tun außer sitzen und nicht stören. Als wir an der Kreuzung kurz aufs Handy schauen, welchen Weg wir nehmen wollten, geht auch das völlig problemlos – Schritt, anhalten, warten, wieder los gehen. Dann in Ruhe wieder antraben. Anstatt zu explodieren, hat Duncan ein Ventil gefunden, durch dass die überschüssige Energie nach und nach kontrolliert entweichen kann. Und wir sind beide glücklich. Ich weiß jetzt auch: ich kann ihm da entgegen kommen. Ich muss nicht auf Biegen und Brechen auf die letzte kleine Artigkeit bestehen und damit einen Streit vom Zaun brechen der uns nirgendwo hin führt. Er kennt den Rahmen und ich weiß: wenn er sich immer an den Grenzen dieses Rahmens bewegt ist das seine Botschaft an mich, wie schwer ihm das eigentlich fällt und dass das das Beste ist, was er mir geben kann. Und das Beste was er mir geben kann ist mir nicht nur „gut genug“ sondern immer noch fantastisch. Korinthenkackerei kann ich mir und ihm also durchaus ersparen.

Am Ende sind wir beide sehr, sehr zufrieden. Er mit dem Ausflug und ich zudem noch mit dem Ergebnis meiner Ausbildungsarbeit. Wir hatten so viel Spaß zusammen!

Wenn ich also zurück blicke auf dieses Jahr, sehe ich all die Dinge, die wir dieses Jahr erreicht haben, aber natürlich haben wir sie in den Jahren davor vorbereitet. Dass ich dieses Jahr angefangen habe, Duncan zu reiten und dass das so wunderbar funktioniert hat, hat damit zu tun, dass ich mich bereits im vorigen Jahr bei ihm abgestützt habe, das Einparken geübt habe, mit dem Bauch über ihm lag und meinen Fuß auf seinem Rücken hatte. Dass ich das machen konnte, liegt wiederum daran, dass ich im Jahr davor geübt habe, dass er Nähe nicht nur aushält, sondern als angenehm empfinden kann, dass ich aber auch geübt habe, zu sehen, was wann geht und wann es ihm zu viel wird. Viele Fehler habe ich da gemacht, weil ich nicht wusste, wie Duncan kommuniziert und weil mir nicht klar war, wie viel Individualdistanz er hat – ganz im Gegensatz zu Finlay.

Als ich neulich in einer Vollmondnacht noch spät bei den Ponys war und ihnen beim  Heu fressen zugesehen habe, hatte ich den Wunsch, auf Duncans Rücken zu hüpfen und einfach dort zu sitzen. Wäre es Finlay gewesen, hätte ich das tun können und er hätte es gut gefunden. Ob ich es bei Duncan hätte tun können, wage ich zu bezweifeln, gut gefunden hätte er es ganz sicher nicht. Und so ist es für mich auch ein Jahr gewesen in dem ich noch besser verstanden habe, was Duncan leicht fällt, was er eben so mitbringt und an welchen Stellen ich entweder akzeptiere dass er so ist oder viel, viel  Arbeit (in diesem Fall in Freedom Based Training) investiere um nach und nach sein Gefühl dafür zu verändern. Ich habe mich gewissermaßen für beides entschieden: ich werde weiterhin im Freedom Based Training schauen, ob ich ihm noch mehr Freude an Nähe vermitteln kann, aber ich mache uns beiden da keinen Druck. Wenn er niemals möchte, dass ich im Paddock einfach so nah bei ihm bin, werde ich das akzeptieren und nicht persönlich nehmen, denn jetzt nach über 3 gemeinsamen Jahren, weiß ich, wie viel er für mich tut, wie viel Einsatz er bringt und wie viele von den Dingen die ich mit ihm gemeinsam tun möchte, ihm sowieso leicht fallen – wenn nun also etwas, was ich gerne hätte, nie passieren wird, ist das gar nicht schlimm.

Natürlich habe ich viele Pläne und Wünsche fürs nächste Jahr. Aber es ist keine „Problemlösung“ darunter. Weil es keine Probleme gibt. Ganz ehrlich: selbst die Begegnung mit fremden Pferden ist – realistisch betrachtet – kein Problem. Wenn ich Duncans Verhalten objektiv beobachte, weiß ich, dass das für einen Hengst in seinem Alter ganz sicher unproblematisch ist. Dass ich so ein Angsthase bin, ist ja nicht seine Schuld.

Und so ziehe ich aus diesem Jahr vor allem diese eine Bilanz: mein Pony hat alles richtig gemacht. Er hat bewiesen, wie verlässlich er schon ist und sich viel, viel Vertrauen meinerseits erworben. Was für ein feiner Kerl! Danke, mein wunderbarer Duncan.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 319

Man, hatte ich einen Energieüberschuss! Nun war ja ein Ausflug in den Wald versprochen und das ging auch los! Als die Wackelkiste da stand und ich sollte die Hufschuhe ankriegen, hab ich es nicht geschafft, stehen zu bleiben. Mein Mädchen war genervt und hat mich dann einfach angebunden um die Diskussion zu beenden. Dann ging es auch.

Im Wald wollte ich gleich los legen. Endlich mal Strecke machen! Mein Mädchen hat dann gesagt, wir können ruhig traben. Ich hab zwar keinen Sattel mehr (auf den neuen zum probieren warten wir noch) aber ein gut gepolstertes Pad und einen sehr bequemen Schotten-Trab, da kann ich mit meinem Mädchen auch ohne Sattel schön traben. Diego ist hinten geblieben und immer mal Schritt gegangen, so dass wir weit vorne waren – hat sich manchmal angefühlt als wären wir ganz allein unterwegs! Ich bin wie ein Uhrwerk einfach weiter getrabt. Bis direkt neben mir plötzlich ein Vogel soooo laut geschrieen hat! Da bin ich vor Schreck kurz in den Wald gehüpft! Hab aber gleich angehalten. Dann sind wir weiter getrabt. Als wir 3km hinter uns hatten, ging es mir besser und ich konnte mich entspannen. Etwas Schritt, eine Graspause, dann noch mehr Trab. Nach einer Weile wurde mein Rücken müde und mein Mädchen ist ein Stück neben mir her gegangen. Weil ich bisschen gähnen musste, meinte sie, ich sei wohl schon schön müde. Von wegen! Habe mir nur ein kurzes Päuschen gegönnt. Alsbald war ich wieder wach und hab angefangen, mein Mädchen zu kneifen. Da fand sie, es sei Zeit, nochmal aufzusteigen und wir haben von oben etwas seitwärts gehen geübt. Kurz vor der Wackelkiste ist der Mann abgestiegen, mein Mädchen meinte aber, das wäre jetzt unsere Gelegenheit um nochmal allein traben zu üben und so sind wir bis fast zur Wackelkiste nochmal 400m getrabt.

Nur weil ich mal gähne, heißt das nicht, dass ich wirklich müde bin! Nur kurz verschnaufen

Ach, das war toll! Müde war ich nicht, aber schön entspannt. Und nass. Weil ich nicht nur geschwitzt hatte, sondern zwischendurch auch Wind und Regen von der Seite kamen. Mein Mädchen sagt, es war gut, dass sie ihre neue Mütze auf hatte, sonst wären ihr die Ohren abgefroren! Ich fand gut, dass sie die neue, große Kekstasche mit hatte. Aber am besten war doch, wie viel Spaß wir hatten!

Es ist jetzt übrigens genau ein Jahr her, dass mein Mädchen zum ersten Mal auf meinem Rücken gesessen hat! Und mein Mädchen sagt, ich hab immer alles richtig gemacht, wenn sie auf mir gesessen hat und darauf ist sie ganz stolz! Und deswegen vertraut sie mir jetzt schon ganz doll. Und darauf bin ich stolz!

Das war einer unserer schönsten Ausritte bisher, finden wir beide. Tolle Weihnachten waren das und ich hoffe, ihr hattet es genauso toll wie wir!

Euer ausgetobter Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 318

Immer noch fröhliche Weihnachten, liebe Menschen!

Unser geplanter Ausritt ist auf morgen verschoben. Aber deswegen habe ich trotzdem keine Langeweile! Jetzt mal von vorn:

Gestern Abend haben der Mann und mein Mädchen Bescherung gemacht. Gegenseitig schenken sie sich ja nix, aber von einigen von euch gab es Geschenke! Darunter – tadaaaa! – eine Kekstasche! Das ist das braune Dings was ihr auf dem Foto seht. Und eine Mütze für mein Mädchen (sie hat ja kein Fell an den Ohren, deswegen braucht sie immer eine Mütze!). Die ist natürlich orange, wie es sich für mein Mädchen gehört.

So tolle Geschenke! Danke, liebe Menschen!

Das mit der Kekstasche ist der Hammer, oder? Wo ich euch doch erst gestern berichtet hatte, wie viele Kekse ich von euch zu Weihnachten bekommen habe! Und diese Tasche ist schön groß, da passt richtig was rein. Hat mein Mädchen dann heute gleich getestet. Ich hatte nämlich dezent Energieüberschuss und wollte mit Diego spielen. Aber der wollte nicht. Dann hat Gatsby sich überreden lassen und wir haben getobt bis wir beide ordentlich geschwitzt hatten. Mein Mädchen meinte, wenn ich nicht noch etwas Beschäftigung von ihr bekomme, werden die anderen sich wohl bei ihr beschweren. Also hat sie sich die Kekstasche angeschnallt und wir haben Dopplellonge gemacht. Eigentlich wollte mein Mädchen eine ausgiebige Session mit mir machen, damit ich etwas Energie los werde. Aber das Ding ist halt: ich mache immer alles richtig! Und diesmal nicht nur den Rechtsgalopp sondern auch den Linksgalopp auf Anhieb! Und weil mein Mädchen findet, wenn ich mich so doll bemühe und so klasse mitmache, werden Übungen nicht wiederholt, waren wir nach 13 min schon wieder fertig. Die Kekstasche war um einiges leichter und ich um das selbe Gewicht schwerer und wir waren alle sehr zufrieden. Wir haben dann noch meine osteopathischen Dehnübungen gemacht und dann gab es Heu.

Und zum Heu dazu gab es nochmal Geschenke! Mein Mädchen hatte ein paar Apfelschnitze in Heu in Kartons versteckt und wir Ponys durften die da raus suchen. Das war lustig!

Da sind doch irgendwo Apfelschnitze, ich riech sie doch!

Nachher kamen mein Mädchen und der Mann nochmal. Sie wollten mit Merlin und Diego auf den Reitplatz. Und da dachte ich: warte mal, die 13 min vorhin, die waren eigentlich echt zu kurz! Hab gefragt ob ich auch nochmal darf. Und ich durfte! Mein Mädchen hat mich und Merlin einfach zusammen mit auf den Reitplatz genommen. Ohne Halfter und alles! Und da haben wir das geübt was wir vor einer halben Ewigkeit mal im Roundpen geübt haben: einer von uns wartet, der andere macht was, dann wird gewechselt. Nebenbei ist da noch Diego mit dem Mann gewesen, die haben für sich geübt – das hat mich aber auch manchmal ganz schön irritiert! Ich musste echt aufpassen, wann ich denn nun gemeint bin mit bewegen und wann ich warten soll. Wenn der Mann Diego über den ganzen Reitplatz ruft, kann man sich nämlich auch mal angesprochen fühlen! Aber ich hatte das schnell raus, bin ja nicht blöd.

Gut, dass mein Mädchen jetzt die grooooße Kekstasche hat! Bei zwei Ponys gehen nämlich doppelt so viele Kekse weg wie bei einem! Und so war das Vergnügen auch viel zu schnell wieder vorbei. Mein Mädchen war wieder mal wahnsinnig stolz auf uns. Also das war mal ein toller Festtag! Und jetzt freue mich darauf, dass wir morgen schön in den Wald fahren.

Euer beschenkter Sir Duncan Dhu of Nakel