Schlechte Tage

Ich habe hier schon einmal geschrieben, dass und warum ich nicht der Meinung bin, dass wir nur dann zum Pferd gehen sollten, wenn wir perfekt ausgeglichen, gut gelaunt, geerdet und fit sind.

Trotzdem ist meine Stimmung und Verfassung natürlich nicht bedeutungslos für die Arbeit mit den Pferden. Dieser Tagen denke ich mehr darüber nach, was ich wann mit meinen Ponys mache, denn es sind verwirrende Tage für mich. Einerseits ist das Wetter toll und Duncan macht mich wahnsinnig glücklich mit allem was er ist und tut. Andererseits finden außerhalb der Grenzen unseres Paradieses in dem wir hier leben furchtbare Dinge statt, die sich nicht nur jetzt schon direkt auf unser Leben auswirken – nicht nur an der Tankstelle – sondern die ich auch durchaus sehr bedrohlich finde, bedrohlicher als alles was in meinem bisherigen Leben so war. Und obwohl diesmal – im Gegensatz zu Corona – keiner meiner Kunden und Schüler bisher ein Gespräch dazu angefangen hat, schwebt das Thema über unser aller Köpfe. Mir scheint fast, wir Pferdeleute hätten eine unausgesprochene Übereinkunft getroffen, dass wir die Zeit beim Pferd genießen und alles andere ausklammern. Und das finde ich sehr gut so. Denn einerseits hilft es niemandem, wenn wir uns die Zeit mit dem Pferd verderben, andererseits wird diese Zeit auch für unser Pferd verdorben sein, wenn unser Kopf sich mit schrecklichen Szenarien beschäftigt die jenseits unserer Einflussmöglichkeiten liegen.

Und wieder – wie nach Finlays Tod und wie so lange nach Duncans Einzug – übe ich Ambiguitätstoleranz. Aushalten, dass Dinge sich gleichzeitig gut und schlecht anfühlen können. Aushalten, dass eine wahnsinnige Distanz liegt zwischen dem, was ich hier zu hause mit den Ponys erlebe und dem, was ich im Radio höre. Aushalten, dass das im Moment so ist und dass ich es nicht ändern kann. Mir erlauben, glücklich und zufrieden zu sein obwohl ich zur gleichen Zeit aufgewühlt und verängstigt bin. Meine eigenen Sorgen ernst nehmen obwohl ich weiß wie lächerlich sie sind gegen die Sorgen anderer. Schwierig.

Und an solchen schwierigen Tagen schaue ich besonders genau hin, was geht. Welche Dinge kann ich mit den Ponys tun, welche lasse ich lieber? Bei Merlin und Diego weiß ich das. Ich weiß, was mir persönlich gut tut (in meinem Fall sind es Aufgaben die von mir eine hohe Konzentration erfordern, aber nichts neues anfangen. Ich verfeinere bekannte Übungen und mache alles sehr langsam und sorgfältig). Und ich weiß, dass Merlin und Diego in ihrer erfahrenen, gelassenen Art, bereit sind, mit mir das zu tun was ich ihnen vorschlage.

Bei Duncan sieht das anders aus. Derzeit suchen wir keine Herausforderungen mit fremden Pferden. Denn auch wenn ich in der Übungssituation voll konzentriert wäre: einen Rückschlag würde ich nicht aushalten. Ich könnte im Moment nicht verkraften, wenn es schief geht. Und deswegen riskiere ich nicht, dass es schief geht. Ich wähle Aufgaben, die (ziemlich) sicher klappen. Gleichzeitig sorge ich dafür, dass ich nach der Arbeit mit Duncan entweder Zeit für ein anderes Pony habe oder Zeit für mich (mag es auch bei der Stallarbeit sein) so dass ich nicht nach einer vielleicht verpatzten Session los fahren muss und meine miese Gefühlslage mitnehme zu anderen Pferden. Normalerweise bin ich da nicht so zimperlich, aber jetzt zur Zeit schaffe ich mir so einen Puffer. Denn bei allem, was mein Pony im Moment großartig machte, bleibt es doch dabei, dass er erst 3,5 Jahre alt ist. Er ist noch nicht so stabil und verlässlich wie die Großen, das möchte ich an Tagen wie diesen nicht vergessen. Es gibt allerdings inzwischen schon viel mehr Dinge, die wir machen können, von denen ich weiß, dass sie gut gehen. Und so sehe ich auch, wie weit wir schon gekommen sind. Und ich hoffe auf bessere Tage.

Übrigens ist meine Lieblings-Organisation Equiwent auch für die Ukraine tätig. Sie helfen dort nicht nur Tieren sondern auch Menschen und sind froh über jeden Euro.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 218

Neulich waren wir allein spazieren. Also ich meine: ohne Begleitpferd. Mein Mädchen mag noch nicht mit mir alleine raus, weil sie nicht sicher ist, was passiert wenn wir fremden Pferden begegnen. Deswegen musste der Mann mit. Aber das macht nix, der will sich eh mehr bewegen. Wir wollten schön die „Hausrunde“ gehen aber was soll ich sagen? Der Sturm war fleißig! Wir hatten die gute Hälfte der Strecke hinter uns und hatten uns schon an einer Stelle wagemutig durchs Gestrüpp geschlagen, als uns ein quer liegender Baum den Weg komplett versperrt hat. Da half dann nur noch umdrehen.

Bin ich hier bei Dornröschen oder was?
Da ist kein durchkommen.
Hätte man übrigens vorher schon sehen können, dann hätten wir uns die Dornröschen- Nummer gespart!

Mein Mädchen war ganz entzückt von mir, weil ich alles absolut souverän und großartig gemacht habe. Dabei waren wir ewig nicht ohne Begleitpferd los. Aber ich bin ja jetzt schon ein großer Ritter und hab kein Problem damit, allein los zu ziehen. Zwischendurch haben wir Sachen geübt. Zum Beispiel rückwärts den Berg hoch gehen. Holla, das ist anstrengend! Oder gemeinsam den Berg runter traben und ich darf nicht beschleunigen. Auch nicht so ganz leicht! Da kommt man immer so in Fahrt! Und als wir an den Nachbarpferden vorbei gegangen sind, haben wir wieder „Ruuuuuuuuhe“ geübt. Das sagt mein Mädchen jetzt immer wenn ich den Kopf runter nehmen soll. Weil wenn man den Kopf unten hat, kann man sich nicht aufregen und angeben. Deswegen soll ich das machen wenn fremde Pferde da sind. Das ist manchmal richtig schwer, sage ich Euch! Nix für Anfänger!

Eigentlich kann ich das!
Manchmal ist es voll kompliziert!

Aber mein Mädchen war begeistert von meiner Performance. Sie sagt, wir gehen nicht so oft allein los, offensichtlich müssen wir das ja nicht so doll üben. Und da es ihr nicht so viel Spaß macht, können wir uns das dann auch sparen. Später, wenn ich ganz erwachsen und furchtbar vernünftig bin (so in 100 Jahren), ziehen wir wohl auch mal allein los, sagt sie. Aber bis dahin nur ab und zu zu Übungszwecken. Mir ist es einerlei nur eins steht fest: echt Abenteuer finden jenseits der Grundstücksgrenze statt! Das hat sie aber kapiert. Und jetzt wo der Frühling kommt, hat sie auch versprochen dass wir wieder öfter mit Diego oder meinem Spaziergehkumpel zusammen los ziehen. Und wer weiß, vielleicht findet sich auch noch der eine oder andere zusätzliche Spaziergehkumpel.

Heute ist jedenfalls wieder eine schöne Tour geplant, Sonne tanken!

Euer sonniger Sir Duncan Dhu of Nakel

Filterblase

Viele Dinge im Pferdetraining finde ich schwer zu erklären. Techniken sind leicht zu zeigen und daher nur selten das Problem. Aber zu erklären, was ich in meinem Kopf tue, ist etwas anderes. Und das was in meinem Kopf passiert, kommt ungefiltert bei meinem Pferd an. Pferde haben eine so feine Wahrnehmung unserer Körpersprache, sie nehmen unsere Stimmung wahr, sie wissen, wie es uns geht und sie ziehen ihre Schlüsse daraus. Sie „sehen“ die Bilder in unserem Kopf, sie wissen ob wir etwas wahrnehmen oder nicht, ob wir etwas wichtig finden oder nicht, ob uns etwas Angst einflößt oder nicht. Es gibt keinen Raum, sie anzulügen und zu täuschen. Das macht sie zu so wunderbaren Lehrmeistern.

Als ich zum ersten Mal mit zwei Ponys gleichzeitig Freiarbeit gemacht habe – vor einigen Jahren mit Merlin und Finlay – fühlte mein Gehirn sich nachher an wie gespalten. Aber es hat sich gelohnt, das zu üben. Denn ich durfte erfahren, wie fein die Pferde uns lesen. Ein Pony sollte stehen, das andere sich mit mir bewegen. Beide muss ich im Blick haben, beide zum richtigen Zeitpunkt belohnen. Trotzdem schließe ich das Pony das warten und stillstehen soll ein Stück weit aus. Es soll nicht auf meine Körpersprache reagieren, bis es wieder gemeint ist. Ich sehe es, aber es nimmt nicht teil. Und das zu üben, hat mich ein gutes Stück weiter gebracht im Umgang mit Pferden.

Wenn ich heute mit Duncan in die Halle fahre und dort mit einer Bekannten und ihrem Pferd übe, dass wir fremde Pferde ignorieren, brauche ich genau diese Art von Filterblase um uns herum. Das andere Pferd ist da, natürlich wissen Duncan und ich das beide. Und wir wissen auch beide, wann das andere Pferd sich ungewöhnlich bewegt, wann wir wie nah ran gehen können, ob vielleicht etwas unvorhergesehenes passiert. Aber es hat nichts mit uns zu tun, wir üben Ignorieren. Und das klappt, ich kann Duncan mit in meine Filterblase ziehen und er ist wundervoll konzentriert bei mir. Bis zu diesem Moment, in dem „Tür frei“ erschallt. Ich erstarre, meine Blase platzt, Duncans Kopf schnellt in die Höhe. Da kommt eine mir unbekannte Person mit Pferd und ich bin hilflos. Verdammt.

Wir bringen die Situation irgendwie unelegant hinter uns. Zu hause überlege ich, welche besseren Strategien es gibt. Ich denke an die Schüler an den großen Ställen, die ständig damit zu kämpfen haben, dass ihnen jemand rein redet, blöde Sprüche aller Art und Sorte an den Kopf haut oder „gute Tipps“ hat. Ich persönlich wäre massiv gestresst davon und ich bin nicht die einzige. „Ich kann mich dann nicht konzentrieren“ sagen viele und ich kann das total verstehen.

Als ich nach der Hallenbegegnung nach hause komme, bin ich geistig total platt. Es hat mich wahnsinnig angestrengt, 20 Minuten meine Blase aufrecht zu erhalten. Das erfordert Übung und Wiederholung, genau wie Muskeltraining. Mein kleiner Hengst, der stetige geistige Anwesenheit erfordert, hilft mir beim üben. Merlin und Diego mit ihrer Erfahrung und Gelassenheit fordern das nicht ein. Sie können damit leben, wenn ich unkonzentriert und fahrig bin. Aber natürlich sollen sie nicht damit leben müssen – zumindest nicht allzu oft. Und so nehme ich mir vor, die Konzentration zu üben, auch wenn ich zu hause mit meinen Ponys bin. Mich noch mehr zu fokussieren. Und mir ein paar schlaue Strategien und Sätze zurecht zu legen für die nächste unvorhersehbare Situation. Sätze, die fertig formuliert sind und freundlich aber eindeutig klar machen, was ich möchte. Wenn das nächste Mal jemand „Tür frei“ ruft, könnte ich antworten „Moment bitte“ dann für Abstand sorgen und wenn die Person mit Pferd drin ist sagen „Entschuldigung, ich habe einen jungen Hengst an der Hand, der fremde Pferde wahnsinnig aufregend findet. Es wäre toll, wenn du kurz auf die andere Seite der Halle gehen könntest, dann gehen wir raus. Oder wenn du mir beim Üben helfen magst, könntest du 5 Minuten Schritt auf dem anderen Zirkel gehen. Nach spätestens 5 Minuten gehe ich dann raus.“ Diese Sätze auswendig zu lernen, damit ich sie dann sagen kann während ich mich auf Duncan konzentriere, klingt vielleicht für den einen oder anderen komisch. Aber aus der Erfahrung, mit mehreren Ponys frei zu arbeiten habe ich gelernt, dass meine Filterblase besser hält, wenn ich mich gewappnet fühle für möglichst viele Situationen. Und dann kommt die positiv-Spirale ins Spiel: je ruhiger ich bin, desto mehr Ruhe kann ich auf Duncan übertragen, je mehr Ruhe ich auf Duncan übertrage, desto mehr verinnerlicht er, dass man eben immer ruhig und entspannt bleibt und je mehr er das verinnerlicht, desto entspannter werden wir beide insgesamt. Bis wir irgendwann entspannt genug sind um uns auch in Situationen zurecht zu finden, die wir noch nie geübt haben.

Duncan hat auch schon viel gelernt. Vor einem Jahr war es noch so: wir gehen an einer Weide mit fremden Pferden vorbei. Duncans Kopf geht hoch, er hat nur noch Augen für die anderen Pferde und wenn ich ihn nicht SOFORT daran erinnere, dass ich da bin, ihn bitte, die Schulter von mir weg und die Nase zu mir hin zu wenden, bin ich abgeschrieben. Dann hänge ich nur noch am Strick und muss mich mit mehr oder weniger Gewalt durchsetzen um zu verhindern, dass Duncan zu den anderen Pferden geht oder wenigstens erhobenen Hauptes und Schweifes im Angebertrab posiert. Heute geht das schon viel besser. Wenn die Pferde auf der anderen Seite des Zauns entspannt sind, kann ich Duncan ruhig hinschauen lassen. In vielen Fällen schafft er es, nur kurz zu schauen, dann wieder nach mir zu gucken und dann wieder kurz nach den anderen Pferden. Ohne dass ich etwas dazu sagen muss. Auch meinen „Aufmerksamkeitscheck“ (unangekündigt stehen bleiben und schauen ob Duncan auch stehen bleibt) besteht er jetzt immer öfter. Er kann sogar in vielen Fällen auf mein Kommando im Stehen den Kopf senken und sich dadurch einen Keks verdienen. Auch er hat sein Gehirn anscheinend trainiert und kann mich jetzt noch wahrnehmen obwohl er nach den anderen Pferden schaut. Und wenn er es mal nicht schafft, reicht fast immer ein kleines Zupfen am Strick um ihn zu erinnern, dass ich auch noch da bin. Das macht mir Mut für die Sommersaison, wenn an einigen unserer Spaziergehwege wieder sehr viel mehr Pferde stehen werden – und nicht nur stehen, denn einige sind gerne mal sehr neugierig oder auch geneigt, etwas action zu machen. Da wird es dann wieder Zeit, das Konzentrationslevel zu erhöhen und die Filterblase zu verstärken. Übung macht den Meister und die Meisterin.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 217

Das schöne Frühlingswetter macht uns ein bisschen müde. Frühjahrsmüde halt. Deswegen haben wir heute erst mal ein ausgiebiges Nickerchen gemacht. Aber wenn ich fertig bin mit schlafen, dann wird es auch für Diego Zeit aufzustehen! Finde ich jedenfalls. Mein Mädchen kichert immer wenn ich das mache, der Mann findet es sehr unverschämt. Mir egal! Wenn ich ausgeschlafen bin, weil ich was erleben da muss Diego wach sein!

Schönes Schläfchen

Genießt die Sonne, liebe Menschen!

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 216

Mein Mädchen und der Mann sind schon wieder ganz nachdenklich und ein bisschen traurig. So ähnlich wie damals vor zwei Jahren, als ich angefangen habe, mein Tagebuch zu veröffentlichen. Wir Ponys wissen ja, was unser Job dabei ist: wir halten die Moral hoch. Wir sorgen dafür, dass Ihr auch mal an was anderes denkt als an Eure Ängste und Nöte. Zeigen Euch die schönen Seiten des Lebens und lenken Euch für eine Zeit lang ab von den Gemeinheiten, die die Welt manchmal bereit hält.

Also sind wir gestern fein spazieren gegangen, im wundervollsten Sonnenschein bei Vogelgezwitscher. Ach das war toll! Nur zu kurz für meinen Geschmack. Ich hätte wirklich den ganzen Tag so weiter laufen können. Wir haben auch einen schönen neuen Weg gefunden, auf dem ungefähr 100 Pfützen waren, die ich alle verkostet habe (Ich bin schließlich Pfützen-Feinabschmecker, Ihr erinnert Euch?).

Schöner neuer Weg!

Mein Mädchen hat derweil darüber nachgedacht, wie gut wir es haben. Und mir erzählt, dass sie sooooooooo froh ist, weil ich in so einer feinen Pony-Familie aufwachse. Wir sind nämlich immer nett zueinander. Klar, wir streiten uns auch mal. Meistens um den besten Heuhaufen. Dann legen wir die Ohren an und drohen uns. Manchmal reißen wir auch das Maul auf und zeigen unsere gefährlichen Zähne oder wir drehen uns um und treten aus. Aber wir zielen daneben, oder wir berühren uns nur leicht. Und so kommt es dass wir uns nie gegenseitig verletzen. Das macht man nämlich nicht. Und wenn es mal mit mir durchgeht und ich ein bisschen zu doll bin mit Merlin oder Caruso, dann kommt Gatsby oder Diego und sagt mir Bescheid dass das nicht ok ist, auch wenn Merlin und Caruso sich nicht so doll wehren können. Und deswegen, sagt mein Mädchen, bin ich so ein grundanständiger Kerl geworden, wegen meiner guten Erziehung. Bin schließlich Ritter und kein Räuber!

Als sie über all das genug nachgedacht hatte, konnte sie dann auch den Spaziergang genießen. Ich hab zwischendurch mal das Tempo erhöht, damit sie sich konzentrieren muss. Hatte ich schon mal erzählt, wie schnell Diego Schritt gehen kann? Wenn mein Mädchen Vollgas gibt, ist er noch am schlendern. Mein Mädchen hat geschimpft „mit euch kann man nicht gemütlich spazieren gehen – und damit meine ich euch alle drei!“ Da haben wir alle gelacht. Ach Mädchen, nicht mehr lange und ich trage dich. Dann gehe ich genauso schnell Schritt wie Diego. Und warte nur bis wir das Traben anfangen! Dann machen wir endlich mal Meile, da freue ich mich drauf. Dieses Jahr soll es endlich losgehen! Ich werde Euch – Achtung lustiges Wortspiel! – natürlich auf dem laufenden halten.

Bestes Sonntags-Wetter

Bleibt friedlich und lasst Euch nicht unterkriegen!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Üben

„Ich konnte Finlay nun also von beiden Seiten im Schritt führen,
anhalten und rückwärts schicken. Der nächste logische Schritt war
der Trab. Aber noch bevor ich an dem Punkt war, das mit ihm üben
zu wollen, kam ein Tag an dem wir ihm die Hufe geraspelt hatten
und ich gerne sein Gangbild überprüfen wollten weil ich nicht
sicher war ob er lahmte.


1 Jahr alt (auf der Hengstkoppel)

Dazu will ich ihn am Halfter und Strick im Trab über die Koppel
führen. Da er es im Schritt in Dur und Moll kennt, habe ich keine
Bedenken, dass es auch im Trab klappen wird. Allerdings wird die
Trabaktion doch deutlich stressiger und aufgeregter als ich es
gedacht hatte. Ich versuche, Finn mit dem Stick von hinten
anzutreiben, erst geht er nicht, dann schießt er an mir vorbei,
rennt in den Strick, dreht sich um, glaubt, ich würde ihn
wegschicken und hat sehr viele Fragezeichen im Gesicht.
Ich hake es ab als „müssen wir noch üben“. Gelahmt hatte er nicht,
also keine Eile. Die Lösung kam Monate später von selbst zu mir…“

(Aus meinem immer noch unveröffentlichten Buch)

Damals, als mein Finlay noch lebte und ich das Buch gerade fertig schrieb, gab ich einigen Menschen Ausschnitte davon zu lesen. Eine Schülerin, die das Kapitel gelesen hatte, aus dem der obige Auszug stammt, gab mir eine erstaunliche Rückmeldung: „müssen wir noch üben“ war für sie ein Schlüsselsatz. Weil er so undramatisch ist. Kein „oh das hat nicht geklappt“ oder „das müsste er doch können“ oder „warum funktioniert das nicht“. Nur ein lapidares: „müssen wir noch üben“.

Eben jener Satz begegnete mir neulich wieder, im Podcast von Gut Hartenstein, beim Thema Verladetraining. Obwohl Anna zunächst erzählt, dass sie mit ihren eigenen Pferden das Verladen kaum übt, erklärt sie später einige Situationen die sie mit Berittpferden erlebt hat. Und an einer Stelle sagt sie, genau so lapidar wie es in meinem Buch steht, „muss noch geübt werden“. Kein Drama, nix schlimmes.

Warum wird so oft ein Drama daraus gemacht? Ich glaube, es hat etwas mit der eigenen Erwartung zu tun. Profis wie Anna wissen, wie und was zu üben ist und dass das funktionieren wird. Dass man vorher nicht unbedingt sagen kann, wie lange das dauert, aber dass früher oder später das Problem gelöst sein wird. Das macht zuversichtlich. Und da das Pferd auf diese Zuversicht reagiert, ist das Problem damit auch schon halb gelöst.

Und weil ich weiß, dass das so ist, gestehe ich nicht nur meinem Pferd zu, dass es Dinge üben muss, sondern auch mir selbst. Wenn ich im Freedom Based Training mal wieder zu langsam oder falsch reagiert habe und im Nachhinein bemerke, was ich eigentlich hätte tun wollen, dann tröste ich mich damit, dass ich so etwas eben noch üben muss, bis ich es richtig gut kann. Ich weiß, dass die Tatsache, dass ich verstanden habe, wann was zu tun ist, nicht bedeutet, dass mein Unterbewusstsein mir schon helfen kann, schneller zu reagieren. Ich weiß, dass es Wiederholungen braucht, bis es schneller geht. Und dass ich bis dahin damit leben muss, dass ich aus Sicht meines Ponys vieles falsch mache. Zum Glück bin ich in anderen Bereichen geübt genug um vieles richtig zu machen. Wäre ich das nicht, wäre ein junger Hengst sicher das falsche Modell für mich. Deswegen bin ich so dankbar, dass ich 20 Jahre von Merlin lernen durfte (und es noch tue), der aufgrund seines entspannten Naturells sehr viel mehr Fehler verzeiht als der energetische, manchmal sehr impulsive Ritter meines Herzens.

Vielleicht üben wir ja auch beide: ich übe, besser zu werden im Freedom Based Training, er übt, mit meinen Fehlern und Schwächen besser klar zu kommen. Vielleicht wird auch er eines Tages nur noch mit den Augen rollen, wenn ich es wieder mal verbockt habe, und genau wie Merlin oder Diego sagen „ach, Mädchen, ich weiß ja dass Du es gut meinst. Auch wenn Du Mist machst.“.

Üben hilft. Allerdings natürlich auch nur dann, wenn man das richtige übt. Deswegen zählt für mich zum üben auch die Erfolgskontrolle – durch mich selbst und durch jemanden der von außen drauf schaut. Jeder Reiter hat wohl schon einmal erlebt, wie falsch sich der richtige Sitz anfühlen kann. „Üben“ kann dann bedeuten, etwas, was sich falsch anfühlt so lange zu wiederholen bis der Körper es als richtig empfindet. Leider geht das eben auch in die andere Richtung und ruckzuck haben wir Blödsinn eingeübt. Deswegen kann üben immer nur ein Baustein sein, aber es ist ein wichtiger Baustein. Bei manchen Sachen reicht Verstehen, aber gerade wenn es etwas komplizierter wird, braucht es eben auch Übung. Und üben bedeutet nicht stumpfes Wiederholen. Üben kann in verschiedenen Versionen stattfinden und etwas sehr kreatives sein. Je mehr wir uns einfallen lassen, desto besser wird das geübte nachher klappen.

Duncan ist jetzt in einem Alter, in dem wir wirklich ans Üben kommen. Bisher ging es ja immer nur ums Verstehen. Jetzt wird es mal komplizierter – so ein Seitengang ist halt nix was man mal so eben versteht und dann perfekt kann. Da darf wiederholt und daran gefeilt werden. Und er ist bereit, das zu tun – im Gegensatz zu letztem Jahr, wo er Wiederholung voll blöde fand. Anscheinend ist die geistige Reife dafür jetzt da.

In der Reiterwelt scheint üben manchmal verpönt zu sein. Immer mal wieder meinen Menschen, wenn sie nur richtig sitzen und reiten oder die richtige Körpersprache haben, muss das alles von allein klappen. Aber wenn man den Profis genau zuhört, wird man lernen, dass die alle üben. Nicht nur mit ihren Pferden, sondern auch ständig für sich selbst. Eigentlich besteht fast alles, was wir mit den Pferden tun, aus üben. Und wenn wir es so betrachten, gibt es gar keinen Grund, sich zu ärgern, wenn etwas nicht klappt. Wir wissen dann nur, was wir mehr üben müssen – oder vielleicht anders. So wie bei Finlay damals, der mich lehrte, dass weniger mehr ist. Denn als wir dann das Antraben nur über ein inneres Bild probierten, klappte es auf Anhieb. Es war also in diesem Fall nicht ER der etwas üben musste, sondern ICH – nämlich meine inneren Bilder klar zu haben. Und daran übe ich bis heute.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 215

Unfassbar: es war heute trocken! Kein Regen! Naja bis nachmittags, da musste es dann doch noch ein bisschen nieseln. Wahrscheinlich aus Prinzip. Aber bis dahin war sogar ganz viel Sonnenschein! Und es stürmt auch nicht mehr. Mein Mädchen meint, der Wind wäre noch so kalt an ihrem Kopf. Sie hat ja nun mal keine vernünftige Mähne, die ihr das Genick wärmt und sie hat auch gar keine Haare in und an den Ohren – ach, Ihr Menschen seid und bleibt eben einfach eine Fehlkonstruktion. Bemitleidenswert. Na, also hat sie ihre aller peinlichste Mütze aufgesetzt, aber ich liebe sie trotzdem. Sie ist dann mit Merlin auf den Reitplatz gegangen und wir anderen haben ihr beim Reiten zugeschaut. Und als sie fertig war, hab ich ihr gesagt, dass ich jetzt auch was mit ihr machen möchte! Sie hat sich gefreut dass ich so viel Lust hab und hat gesagt, sie kommt gleich wieder. Ok Mädchen, ich warte hier! Sie ist dann auch alsbald wieder gekommen und hatte die grünen Leinen mit. Juhuuuu! Da stand ich gleich parat. Ich weiß ja: was grün ist, ist für mich. Also Gras auch, aber halt auch Equipment. Und schon ging es los mit Doppelkeks – ich meine Doppellonge. Mein Mädchen wieder voll begeistert von meinen Fähigkeiten, weil ich so fein fleißig und aufmerksam bin. Und dann haben wir wieder galoppieren geübt! Ihr meint, das muss ich nicht üben? Naja, ich gestehe, es ist halt schon ein Unterschied. Wenn ich draußen im Paddock galoppiere, dann mache ich das ja so wie ich meine. Also dann wenn ich gerade Lust habe und meistens ganz, ganz schnell und flach. In den Kurven dann mit Schräglage. Aber so möchte mein Mädchen das nicht – zumindest nicht wenn wir zwei zusammen was machen. Zum Zuschauen findet sie es schon ganz amüsant auch wenn sie immer aufhört zu atmen wenn ich der Kurve näher komme. Also ich glaube, es würde so im Kreis nicht wirklich funktionieren. Jedenfalls finde ich es nicht so einfach, den richtigen Zeitpunkt, dann den richtigen Galopp (es gibt ja zwei davon, ein rechter und ein linker!) und dann noch die richtige Linie zu finden. Aber so langsam hab ich den Bogen echt raus! Mein Mädchen „galoppiert“ dann ja immer ein bisschen mit, um mich anzuspornen. Sehr elegant sieht das ja nicht aus, aber ich finde es lustig, also galoppiere ich fleißig. Mein Mädchen hat mich wieder doll gefeiert. Und mir Kekse gegeben. Doppelkekse quasi. Läuft bei mir!

Hopp, Galopp! Juhuuu das macht Spaß!

Jetzt heißt es Daumen drücken dass das Wetter gut bleibt, dann können wir am Sonntag endlich wieder mit der Wackelkiste los fahren um ein Abenteuer zu erleben. Bis dahin werde ich mir aber noch die eine oder andere Beschäftigung bei meinem Mädchen bestellen. Mir ist nämlich langweilig vom vielen herumstehen und das Wetter ertragen!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 214

Schon wieder Sturm! Na wenigstens hatten wir bis heute mittag Ruhe und so konnten wir Ponys uns etwas die Beine vertreten. Diego und ich haben ausgiebig gespielt, das war toll!

Schnell ein bisschen Energie los werden!

Aber dann ging es auch schon wieder los. Wind, viel Wind und soooooo viel Regen! Also ich bin ja Schotte, aber irgendwann ist mal genug Wetter! Wir sind dann alle in die Halle gegangen. Dort sitzen wir es jetzt aus. Mein Mädchen hat uns sogar dort eingesperrt. Wir machen „lange Heunacht“ und die Menschen machen „lange Filmnacht“ hat sie gesagt. Sie kommen dann immer mal vorbei und schauen nach uns. Ist nicht nötig, in der Halle ist es wunderbar ruhig, da können wir ganz entspannt abwarten bis der Spuk vorbei ist. Aber Ihr kennt ja mein Mädchen, sie will ganz sicher gehen!

Igitt!
Das Wetter hatte aber auch schöne Momente im Angebot!
Heute Nacht bleiben wir ausnahmsweise in der Halle eingesperrt. Macht nix, draußen verpassen wir nichts.

Also liebe Menschen, Ihr wisst ja wie es geht: Flügel einklappen, Schwerpunkt tief und abwarten bis es vorbei ist.

Kommt gut durch diese wilde Nacht!

Euer stürmischer Sir Duncan Dhu of Nakel

Maßstäbe

Ich habe mir einen kleinen Spaß gegönnt. Na gut, ich wollte auch wirklich Informationen und Antworten, aber es war schon auch ein kleiner Spaß. Hab mal auf Facebook in einer Gruppe von Distanzreitern nachgefragt, wie die ihre jungen Pferde anreiten und wann sie sie zum ersten Mal starten lassen. Und dann hab ich mal wieder gestaunt über Maßstäbe.

Damals, als ich zum ersten Mal die Idee hatte, dass Finlay und ich vielleicht Lust hätten, auf Distanzritt zu gehen – im Januar 2018 – da waren 6km „die große Runde“. Und wenn wir mal ein bisschen getrabt sind, kamen wir uns schon ganz sportlich vor. Als uns dann klar wurde, dass wir im September 28km in unter 4 Stunden schaffen müssen, stieg in mir leichte Panik hoch. Denn Finlay hatte einen wahnsinnig langsamen Schritt und sein Trab war jetzt auch nicht wirklich schnell. Und nachdem ich mit der App ungefähr herausgefunden hatte, wie schnell er in welcher Gangart ist, wurde mir klar: da müssen wir nicht nur eine Schippe drauf legen.

Schließlich haben wir es ja geschafft und sind unsere 28km in 3 Stunden und 12 Minuten geritten. Ach was war ich stolz auf mein Pony (und mich)!

Aber „echte“ Distanzreiter bezeichnen so was lächelnd als „Wanderritt“, wenn sie etwas netter sind, sagen sie „Trainingsritt“ dazu. Für echte Distanzreiter ist alles unter 80km eigentlich nur Aufwärmprogramm. Zum eingewöhnen für Anfänger wie mich. Oder halt auch mal um ein junges Pferd zu trainieren wobei sich da nun bei den Antworten auf Facebook gleich mal herausstellte: auch das eher nicht. Denn den Profis ist es zu wuselig wenn all die Anfänger da herum rennen. Die gehen lieber gleich eine 80km- Strecke wo das Starterfeld kleiner und alle viel routinierter sind. Wo gleichmäßiger geritten wird und man nicht ständig überholt wird oder überholen muss. Ach ja….

80km an einem Tag zu reiten ist für mich ja eher so ein Lebensziel. Vielleicht schaffe ich das ja mal mit Sir Duncan duracell dhu. Aber sicherlich nicht so bald – wenn überhaupt. Mir ging es ja tatsächlich um den ersten kleinen Ritt, 25km oder vielleicht 30km. Für mich etwas, worauf ich schon hin trainiere. Der Distanzreiter schmunzelt schon wieder. In deren Augen kann ein „normal gerittenes Pferd“ so eine Strecke völlig ohne vorheriges Training in der Zeit absolvieren. Fragt sich halt, was ein „normal gerittenes Pferd“ ist.

Für manche meiner Schüler ist eine Reitstunde in der wir nicht galoppiert sind, irgendwie verschwendet. Für andere ist der Galopp das große Ziel auf das sie ein Jahr lang hinarbeiten. Für manche ist es schrecklich und furchteinflößend, wenn das Pferd mal etwas angespannt ist, andere haben auch dann noch keine Sorgen, wenn ich längst das Weite gesucht hätte. Wenn mein Pony auf dem Anhänger mal ein paar Sekunden ramentert, ist das für mich ein Alarmsignal – andere finden es total normal dass es die ganze Fahrt über poltert und scheppert im Anhänger.

Ständig vergleichen wir Dinge die wir sehen, erleben oder tun. Wir legen unser eigenes inneres Maßband an und lesen etwas darauf ab. Das halten wir dann für wahr. Es tut uns gut, wenn wir gelegentlich jemand anders bitten, mal mit seinem Maßband nachzumessen und uns zu sagen, was er oder sie da sieht. Da können erstaunliche Dinge raus kommen. Wir müssen das Maß des anderen nicht glauben, gut finden oder akzeptieren. Aber es uns mal anschauen, das wäre schon gut. Denn ab und zu muss unser inneres Maßband neu geeicht werden. Und da es keinen Eichmeter gibt für diesen Zweck, müssen wir das selbst tun – mit einem Blick über unseren Tellerrand.

Bin ich trotzdem „Distanzreiter“ auch wenn ich „nur“ einen kleinen Einführungsritt reite, dafür ewig trainiere und es als große Leistung empfinde? In den Augen mancher vielleicht nicht. In meinen eigenen Augen schon. Und so schreibe ich an dieser Stelle zwei Kennzeichnungen an mein Maßband: „großartig aus meiner Sicht“ steht auf der einen Seite und „viel Luft nach oben“ steht auf der anderen Seite. Das ist ok. Und irgendwann werde ich vielleicht etwas anderes an diese Stelle schreiben, wer weiß. Dann steht da vielleicht „erledigt“ oder „leicht“.

Jetzt dauert es erst mal noch mindestens 1,5 Jahre bis es überhaupt so weit ist – aber wir brauchen schließlich auch Ziele, der Ritter und ich. Und dieses eine ist schon lange markiert, auch wenn mein Zielpunkt für andere vielleicht eher der Startpunkt ist.

Mit Finlay hatte ich 2018 dieses wunderbaren Trainingsjahr, in dem wir von Ausritt zu Ausritt längere Strecken geschafft haben und in dem sich Maßstäbe verschoben haben in der Zeit von Januar bis September. Das – nicht nur der eigentliche Distanzritt – macht für mich den Spaß am Distanzreiten aus. Zuschauen, wie man besser wird. Grenzen ausloten, überlegen, wie man noch besser werden kann. Beim Distanzreiten ist das so wunderbar objektiv messbar: Strecke und Zeit sind unbestechliche Richter. Aber auch für alle anderen Projekte die wir so haben, suche ich immer nach Kriterien, woran ich Verbesserung erkennen kann. Und auch die markiere ich auf meinem inneren Maßstab. Und den krabbeln wir dann kontinuierlich nach oben, Sir Duncan und ich. Und weil wir immer besser werden, kann es mir egal sein, wo wir uns auf dem Maßstab anderer Leute befinden – auch wenn ich aus Neugierde mal kurz nachgeschaut habe.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 213

Liebe Menschen, da kommt schon wieder ein Sturm auf uns zu! Oder wie wir hier in Norddeutschland sagen „büschen Wind“. Wir Ponys regeln das, indem wir unseren Schwerpunkt schön tief halten (das macht man, indem man viel Heu futtert). So werden wir nicht weg geweht. Ihr Menschen verkriecht Euch ja dann lieber in Euren Ställen – ich meine Häusern. Ich verstehe das, selbst wir Ponys stehen dann doch auch lieber drin, wenn wir die Wahl haben. (Und zum Glück haben wir hier ja immer die Wahl). Wenn Ihr dann gemütlich auf Eurem Sofa sitzt, könnt Ihr ja was schönes lesen. Wisst Ihr was vor zwei Jahren war? Da war auch Sturm! Und ich war noch winzig klein und noch gar nicht so lange hier. Da habe ich auch noch kein Tagebuch geschrieben, sondern mein Mädchen hat geschrieben. Aber Ihr könnt das ja nochmal lesen. Es ist immer noch wahr: ich bin hier dafür zuständig, dass Diego spielt. Und er kann das inzwischen richtig gut! Und ich bin auch für die Leichtigkeit es Seins zuständig bei meinem Mädchen. Gestern zum Beispiel hatte sie Februar-Blues. Keine Lust auf nix. Aber wir waren ja zum Spazieren gehen mit dem Spaziergehkumpel verabredet! Und so eine Verabredung lässt man nicht einfach ausfallen weil man keine Lust hat. Also sind wir los gefahren. Und ich habe einfach so ein, zwei kleine, besondere Momente eingebaut damit mein Mädchen merkt, dass sie den besten Schotten der Welt hat. Hat sie auch gemerkt. Und war nachher ganz doll gut gelaunt. Kann ich!

So also haltet Euch gut fest, klappt die Flügel ein, Schwerpunkt tief und ab aufs Sofa (wenn Ihr könnt).

Euer stürmischer Sir Duncan Dhu of Nakel