Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 218

Neulich waren wir allein spazieren. Also ich meine: ohne Begleitpferd. Mein Mädchen mag noch nicht mit mir alleine raus, weil sie nicht sicher ist, was passiert wenn wir fremden Pferden begegnen. Deswegen musste der Mann mit. Aber das macht nix, der will sich eh mehr bewegen. Wir wollten schön die „Hausrunde“ gehen aber was soll ich sagen? Der Sturm war fleißig! Wir hatten die gute Hälfte der Strecke hinter uns und hatten uns schon an einer Stelle wagemutig durchs Gestrüpp geschlagen, als uns ein quer liegender Baum den Weg komplett versperrt hat. Da half dann nur noch umdrehen.

Bin ich hier bei Dornröschen oder was?
Da ist kein durchkommen.
Hätte man übrigens vorher schon sehen können, dann hätten wir uns die Dornröschen- Nummer gespart!

Mein Mädchen war ganz entzückt von mir, weil ich alles absolut souverän und großartig gemacht habe. Dabei waren wir ewig nicht ohne Begleitpferd los. Aber ich bin ja jetzt schon ein großer Ritter und hab kein Problem damit, allein los zu ziehen. Zwischendurch haben wir Sachen geübt. Zum Beispiel rückwärts den Berg hoch gehen. Holla, das ist anstrengend! Oder gemeinsam den Berg runter traben und ich darf nicht beschleunigen. Auch nicht so ganz leicht! Da kommt man immer so in Fahrt! Und als wir an den Nachbarpferden vorbei gegangen sind, haben wir wieder „Ruuuuuuuuhe“ geübt. Das sagt mein Mädchen jetzt immer wenn ich den Kopf runter nehmen soll. Weil wenn man den Kopf unten hat, kann man sich nicht aufregen und angeben. Deswegen soll ich das machen wenn fremde Pferde da sind. Das ist manchmal richtig schwer, sage ich Euch! Nix für Anfänger!

Eigentlich kann ich das!
Manchmal ist es voll kompliziert!

Aber mein Mädchen war begeistert von meiner Performance. Sie sagt, wir gehen nicht so oft allein los, offensichtlich müssen wir das ja nicht so doll üben. Und da es ihr nicht so viel Spaß macht, können wir uns das dann auch sparen. Später, wenn ich ganz erwachsen und furchtbar vernünftig bin (so in 100 Jahren), ziehen wir wohl auch mal allein los, sagt sie. Aber bis dahin nur ab und zu zu Übungszwecken. Mir ist es einerlei nur eins steht fest: echt Abenteuer finden jenseits der Grundstücksgrenze statt! Das hat sie aber kapiert. Und jetzt wo der Frühling kommt, hat sie auch versprochen dass wir wieder öfter mit Diego oder meinem Spaziergehkumpel zusammen los ziehen. Und wer weiß, vielleicht findet sich auch noch der eine oder andere zusätzliche Spaziergehkumpel.

Heute ist jedenfalls wieder eine schöne Tour geplant, Sonne tanken!

Euer sonniger Sir Duncan Dhu of Nakel

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1 Kommentar

  1. Rückwärts den Berg rauf ist eine komplexe Sache. Wie bei den Menschen und ihren Autos rückwärts einparken. Übungssache. Trotzdem kanns der eine besser, der andere nicht.

    Sind eigentlich deine Vorderbeine inzwischen ein Stück nachgewachsen? Die Hinterbeine hatten da ja schon vorgelegt.

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