Ausnahmesituation

Heute war der Sattler bei uns. Deswegen bin ich auch so spät mit schreiben, denn alles fing damit an dass der Termin plötzlich 3 Stunden früher stattfand als geplant. War mir sehr recht, so war es noch ein bisschen hell. Unser klettbarer Hidalgo mit Lederbaum – den ich schon für Finlay sehr günstig gebraucht erstanden hatte – ist ja nicht für die Ewigkeit geplant. Und mir war schon klar, dass er suboptimal sitzt. Nun denn, ich hatte die Hoffnung, dass man ihn für kleines Geld nochmal so hinbekommt, dass es geht. Hinbekommen, dass es noch ein Weilchen geht ja, aber das Geld war dann doch weniger klein als gedacht und so werde ich mich von dem Sattel verabschieden… aber das soll ja jetzt nicht Eure Sorge sein.

Der Termin war das, was ich als „Ausnahmesituation“ für mein Pony sehe. Und ich habe wieder mal gemerkt: auch das will geübt werden. Da kommt ein fremder Mann, dann sind noch Arnulf und ich da und eine Freundin zum gucken. Dann wird gesattelt – nicht einfach so, sondern drauf gelegt, geschoben, wieder runter genommen, verändert, wieder drauf gelegt, Hände hier und da und dort unter den Sattel geschoben. Dann wird gegurtet und es geht auf den Reitplatz. Duncan ist hibbelig, ich bin hibbelig. An der Aufsteigehilfe klappt gar nichts. Wenn Duncan hibbelig ist, will er essen. Wenn ich hibbelig bin, will ich dass Dinge JETZT klappen. Oje. Schließlich bin ich oben und schon geht es weiter mit den Ausnahmen, denn nach 2 Runden Schritt soll ich antraben. Duncan macht mit. Dann anhalten, runter, wieder nach vorn in die Scheune, das Sattelspiel wiederholt sich. Wieder auf den Reitplatz, wieder reiten. Wieder in die Scheune. Das ganze vier Mal. Duncan zwischendurch sichtlich verärgert und verwirrt. Aber er macht ganz gut mit. Und er zeigt, wie ihm der Sattel besser gefällt, wird dann ruhiger. Ich bin froh, dass er diese Erfahrung macht: trotz all dem Chaos wird es für ihn besser. Er macht seinen Job. Und ich bin zufrieden mit ihm. Ich weiß aber auch: er kann das (noch?) nicht so gut. Vielleicht wird er so etwas nie gut können, weil er so sehr auf Menschen reagiert, weil er so ungern so viel angefasst wird und weil ihm all das Gefummel schnell zu viel wird. Aber ein bisschen geübt haben wir es heute und ich hoffe, er hat gelernt, dass es solche Situationen zwar gibt, aber man sie gut überleben kann.

Morgen geht es weiter, dann probieren wir den nächsten Sattel. Und ich hoffe, er hat noch einmal den Nerv, das auszuhalten. Diesmal nur Arnulf und ich, immerhin. Vielleicht kann er verstehen, dass wir das tun, damit er es bequem hat. Ich sage es ihm jedenfalls und hoffe, dass die Botschaft ankommt. Gleichzeitig weiß ich jetzt wieder, was Pferde aushalten müssen in unserer Welt. Ganz ohne dass jemand etwas blödes macht, kann es einfach sehr stressig sein mit uns Menschen. Und ich werde meinem Pony das nicht immer ersparen können. So lange er nur weiß, dass das die Ausnahme ist und dass wir dann wieder zu unserem ruhigen, berechenbaren Alltag zurück kehren.

Für ein vierjähriges Pony hat er alles toll gemacht: er hat niemanden gekniffen oder geschubst, er ist Schritt und Trab gegangen, wenn ich ihn darum gebeten habe, hat sich dabei notdürftig um all die Zuschauer herum lenken lassen und er hat seine Meinung zu den verschiedenen Polsterungen deutlich, aber freundlich geäußert. Er hat dafür Kekse kassiert ohne Ende aber heute konnte ich deutlich wahrnehmen, dass die Kekse es nicht wett machen konnten, dass so viel an ihm herum gefummelt wurde und ich so unentspannt war. Immerhin, etwas versüßen konnte ich ihm das alles vielleicht.

Und jetzt drückt uns die Daumen dass wir einen Sattel finden, der uns beiden gefällt ….

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 312

Gestern abend habe ich meine Schuhe raus gestellt. Naja, so ganz sauber geputzt waren sie ehrlich gesagt nicht, nur grob abgespült, aber ich hab einfach mal auf das Beste gehofft. Und es hat geklappt! Der Nikolaus war da! Jetzt zeigt sich mal der Vorteil davon, 4 Füße zu haben.

Vier volle Schuhe!

Da staunt ihr, was? Sooooo viel Naschkram für mich! Aber natürlich werde ich ganz brüderlich mit meinen Kumpels teilen. Mein Mädchen sagt, Gatsby und Diego würden eigentlich den Löwenanteil verdienen, weil die so viel Arbeit mit mir haben. Arbeit? Hör mal, Mädchen, wir spielen doch nur! Aber mein Mädchen sagt, ich würde ja immer so viel mehr spielen wollen als die beiden und das wäre doch ganz schön anstrengend für sie. Papperlapapp! Ich bin hier doch der personal trainer für alle!

Naja, ich denke, mein Mädchen wird den Naschkram gerecht verteilen und niemand kommt zu kurz.

Heute hat sie mich nach langer Zeit mal wieder an die Longe genommen, damit ich mal bisschen laufen kann. Und sie war ganz angetan, weil ich alles noch drauf hatte: langsamer, schneller, anhalten, rückwärts, Schritt, Trab, Halt und Rechtsgalopp. Nur den Linksgalopp finde ich immer noch schwer. Wenn ich mal drin bin, gehts, aber erst mal reinkommen ist nicht so einfach. Mein Mädchen sagt aber, dass das ganz normal ist und ich mich nicht ärgern soll darüber. Nach 20 min in denen ich alles richtig gemacht hatte, waren wir auch schon wieder fertig. Sie ist dann noch Diego geritten und währenddessen haben Gatsby und ich dann gleich noch eine Runde gespielt. Wo ich doch schon so schön warmgelaufen war!

Ich hoffe, der Nikolaus hat eure Schuhe auch so schön befüllt, liebe Menschen!

Euer beschenkter Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 311

Na, wie habt ihr den 2. Advent verbracht? Bei uns lief es so:

Am Vorabend hab ich mir das Abendessen mal wieder ans Bett bringen lassen. Das hatte ich so lange nicht, musste mal wieder sein. Mein Mädchen sagt, das ist ein Zeichen dafür dass ich wachse. Und darüber freut sie sich natürlich!

Abendessen ans Bett. Danke, mein Mädchen!

Sonntag morgen hab ich mir auch nochmal Zeit genommen für ein Nickerchen, gemeinsam mit Merlin. Nach dem Nickerchen war ich dann gut ausgeruht und ordentlich auf Zack! Habe erst mal eine Runde gespielt. Kurz mit Merlin, dann mit Diego. Leider war ich wohl etwas zu gut auf Zack, zumindest in Diegos Augen, denn der hat mich abgemahnt, ich wäre zu doll und pubertär und so. Wurde ganz ernst und ich musste mich entschuldigen. Mit Diego soll man sich besser nicht anlegen, weiß ich ja. Es war halt einfach mit mir durchgegangen! Naja. Mein Mädchen hatte ein bisschen Schnappatmung als sie das gesehen hat – sie hat ja immer Angst, dass ich Diego mal so lange provoziere, bis er mir weh tut. So ein Quatsch! Würde er doch nie.

Sonntag morgen, da kann ich einfach nochmal ein Nickerchen machen. Habt ihr euch auch nochmal umgedreht?

Jedenfalls meinte sie, dass es wohl dringend nötig ist, dass ich etwas überschüssige Energie los werde. Also: Ausreiten! Bevor wir los konnten, war aber Hufschuhe anziehen angesagt. Und da hat mein Mädchen fest gestellt, dass meine Hinterhufe jetzt endgültig zu groß geworden sind für die Schuhe. Die waren so eng (obwohl meine Hufe frisch geraspelt sind)! Hab mich direkt beschwert (einfach demonstrativ den Huf hoch halten und vorwurfsvoll gucken). Also hat sie mir die Schuhe wieder ausgezogen und mir die alten Vorderhufschuhe hinten angezogen, die sind etwas größer. Das war ordentlich Gefummel, weil da erst noch wieder die bunten Bänder zum zumachen dran gebaut werden mussten. Der Mann und mein Mädchen sind um mich herum geturnt und der Mann meinte, das wäre ja wie ein Boxenstopp bei der Formel 1! Na das gefällt mir: unten Reifenwechsel und vorne Keksbetankung. Als dann endlich alle Hufschuhe saßen wie sie sollen, ging es los.

Durchs Dorf, an all den Baustellen vorbei, wo neue Häuser gebaut werden. Obwohl Sonntag war, war da einiges los und zu gucken. Dann hinten raus aus dem Dorf, da war ich überhaupt noch nie. In den Wald und ab ging es im Trab. Hui! Das war toll! Es ging flott voran und mein Mädchen war begeistert. Wir sind schön viel getrabt und ruckzuck waren wir im Wald eine Runde herum und sind dann auf gleichem Wege nach hause. Mein Mädchen meinte, ob ich wohl müde wäre, aber der Mann hat fest gestellt, dass ich immer noch nach Diego hapsen kann und also definitiv noch nicht müde bin. Gegen Ende sind wir dann nochmal getrabt, obwohl es da bergauf und bergab ging. Als es so den Berg hoch ging, dachte ich mir: im Galopp wäre das einfacher. Hab ich meinem Mädchen nach oben gefunkt. Bisher, wenn ich sowas vorgeschlagen habe, hat sie immer nein gesagt und wollte nur traben. Diesmal hat sie ja gesagt! Und mir gestattet, zu galoppieren, wenn ich will. Hab ich gemacht. Allerdings gab es ein Problem: sobald der Mann gehört hat, dass ich hinter ihm galoppiere, hat er Diego gebremst und quer gestellt! Weil er dachte, mein Mädchen wäre nicht einverstanden damit dass ich galoppiere. Also war es ein sehr kurzer Galopp-Genuss. Jetzt haben die beiden vereinbart, dass mein Mädchen „yeeee -haa“ rufen soll, wenn wir einvernehmlich galoppieren, damit der Mann bescheid weiß. Das wird lustig! Darauf freue ich mich schon.

Zu hause angekommen, waren wir Ponys ordentlich nass geschwitzt. Diego hat ja immer die große innere Hitze, der war noch viel verschwitzter als ich. Deswegen musste er einen peinlichen „Schlafanzug“ anziehen, damit er sich nicht verkühlt. Ich bin da zum Glück drum rum gekommen, weil ich zwar am Bauch geschwitzte hatte, aber nicht am Rücken und da fand mein Mädchen das ok so.

Nach dem Ausritt gab es Heu – und für Diego einen peinlichen Schlafanzug.

Wir waren 9,5km unterwegs in nur 1,5 Stunden, das ist ein neuer Rekord! Und müde war ich gar nicht. Was bedeutet, dass mein Mädchen für nächsten Sonntag eine längere Runde planen muss, damit ich meinen Kumpels nicht zu sehr auf die Nerven gehe mit meinem Übermut. Und dazwischen, hat sie gesagt, packt sie mal wieder die Doppellonge aus, damit ich ordentlich laufe. Das haben wir ja ewig nicht gemacht! Also ihr merkt schon: jetzt muss ich Sport machen. Das hab ich jetzt davon dass ich Diego geärgert habe. Aber mir gefällt das, will ja nicht in Langeweile versauern!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel (gut auf Zack!)

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 310

Es weihnachtet schon wieder sehr! Bevor mein Mädchen wieder die peinlichen Mützen auspackt und Fotos macht, steht aber erst mal die Weihnachtsbäckerei an. Zimtplätzchen backen unsere Menschen und wir kriegen davon nichts ab! Wieso eigentlich nicht? Wir müssen uns mit Heu und ein bisschen was in der Schüssel begnügen. Wobei da im Moment auch wieder Leckereien drin sind – gesunde Leckereien versteht sich. Mein Mädchen füttert ja nie lang das gleiche sondern immer mal dies und mal das. Derzeit bekommen wir Leinsamen, dieses Jahr mal gemahlen (sonst hat sie uns den immer schleimig aufgekocht, das war eine Sauerei! Den hatte man nachher überall, sage ich euch. Ich vor allem am Ohr, weil Merlin mir so gern das Ohr ablutscht! Aber ich schweife ab.)

Wo war ich? Ach, richtig, die Weihnachtszeit. Und die Zimtplätzchen. Da mein Mädchen den lieben langen Tag nur an Ponys denkt, tut sie das auch beim Backen. Also schaut, was sie gebacken hat!

Merlin und ich
Diego und Caruso

Solltet ihr es nicht erkennen: da sind Merlin und ich auf dem einen Bild und auf dem anderen seht ihr Diego und Caruso. Und wer jetzt maulen will, dass Diego ja gar nicht schwarz ist: ist er um diese Jahreszeit eigentlich nie. Er mag doch so gern ein Nickerchen machen und sich wälzen und – zack! – ist er nicht mehr schwarz, sondern braun. Und wenn wir ganz ehrlich sind, ist das auch meine Grundfarbe. Merlin und Caruso sind zwar auch nie ganz sauber, aber irgendwie sieht man das weiße Fell trotzdem noch durchschimmern. Also passt das schon so mit den Plätzchen. Nur die Größenverhaltnisse sind nicht ganz korrekt, aber was solls. Einmal in seinem Leben ist Caruso genauso groß wie Diego, das freut ihn.

Was backt ihr denn so, liebe Menschen? Ich frage mich übrigens, ob ich jetzt demnächst mehr zu schleppen habe, wenn mein Mädchen so viel nascht. Sie hat auch schon wieder Geschenke von Kunden bekommen, da ist bestimmt auch wieder tonnenweise Naschkram drin. Und jetzt, wo sie nicht mehr so viel neben mir her läuft, sondern sich lieber tragen lässt, ahne ich, wer das ausbaden muss: ich! Gut, dass ich so ein netter, geduldiger und starker Ritter bin! Und das, sagt sie, ist sowieso ihr größtes Geschenk. Gerne doch, mein Mädchen. So lange die Plätzchen- …. äh Keksrate stimmt.

Euer gebackener Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 309

Spielen, spielen, spielen! Es wieder Saison! Am liebsten spiele ich mit Gatsby. So ist das mit uns Schotten, wir machen gern so kleine, freundschaftliche Kämpfchen.

Am liebsten spiele ich mit Gatsby, da geht es ordentlich zur Sache! Der hat was drauf!

Wenn Gatsby keine Lust mehr hat schnappe ich mir einfach Diego. Dem hab ich ja das Spielen so gut beigebracht, erinnert ihr euch? Wir haben jetzt auch ganz viel Spaß. Nur eins ist gemein: er ist so viel schwerer als ich und größer! Wenn er mich einmal schubst, hab ich keine Chance. Dafür bin ich wendiger als er, weil mein Schwerpunkt tiefer liegt. Ich kann also ganz schnell um ihn herum flitzen und ihn von hinten in den Popo kneifen! Das ist ja sowieso mein Lieblingsspiel, wisst ihr ja.

Mit Diego kann ich auch schön spielen!

Manchmal spiele ich auch noch mit Merlin. Ich weiß ja, dass ich bei dem langsamer sein muss und vorsichtiger, weil der ja schon 100 Jahre alt ist. Ich weiß auch, dass ich sofort aufhören muss wenn er sagt, dass er nicht mehr möchte. Aber manchmal möchte er noch! Beim Popo-Kneifen ist der alte Knabe etwas im Nachteil, weil er ja keine Schneidezähne mehr hat. Das hindert ihn aber nicht daran, es zu versuchen! Und für sein Alter kann er sich noch ganz schön flott drehen, muss ich sagen.

Gelegentlich hat Merlin auch noch mal Lust.

Mein Mädchen meint, eigentlich müssten wir jetzt die Ausreitsaison machen, ganz viel raus gehen und traben, traben, traben, damit ich meine Energie los werden kann. Aber mein Spaziergehkumpel hat ja im Moment keine Zeit für mich (also er schon aber sein Mädchen nicht) und der Mann hat auch nicht so oft im Hellen Zeit. Mein Mädchen sagt, vielleicht kommt doch der Tag an dem sie und ich alleine los ziehen. Bin gespannt! Aber vorerst muss ich mich auf dem Platz vergnügen. Das kann schon auch anstrengend werden, mein Mädchen im Trab im Kreis zu tragen. Und überschüssige Energie kann ich ja bei meinen Kumpels los werden, passt schon. Und am Sonntag machen wir hoffentlich wieder einen ausgiebigen Ausflug!

Euer spielender Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 308

Nachdem ich meine Milchzähne jetzt alle ausgetauscht und mir auch noch ein paar neue Backenzähne zugelegt habe, bin ich jetzt dabei, mir meine allerletzten Zähne wachsen zu lassen: die Hengstzähne. Das ist ja schon wieder ein verwirrender Begriff, denn den haben auch Wallache und manchmal sogar Stuten! Aber bei mir ist der Name ja passend also was solls. Noch sind meine Hengstzähne mini-klein bzw zwei davon sind nur unterm Zahnfleisch zu fühlen, die wollen noch raus kommen (deswegen bin ich wohl wieder mal etwas maulig, sagt mein Mädchen). Sie wollte den größten der kleinen Stummelchen für Euch fotografieren, aber es ist kompliziert, mir das Maul aufzuhalten, ein Foto zu machen und dann noch meine Zunge beiseite zu schieben. Deswegen müsst ihr eure Fantasie bemühen, dann findet ihr den zwergen-Zahn.

Stummelzähnchen! Ich mach da noch einen ordentlichen Hauer draus, versprochen!

Ansonsten bin ich jetzt wieder im Winter-Modus und das heißt spielen, spielen, spielen! Dabei gilt: wer bremst, hat Angst. Seht ihr diese Rutschspuren? Mein Mädchen hat ihr Werkzeug daneben gelegt zum Längenvergleich. Dann hat sie gesagt, sie ist froh dass sie nicht live dabei war als diese Spuren entstanden sind und dass sie eine Ahnung hat, von wem die kommen. Was denn? Ich hatte nur Spaß! Und da sie ja sieht, dass es mir gut geht, glaubt sie mir das auch. Gut, dass ich Gatsby und Diego zum Toben habe! Wenn einer keine Lust mehr hat, schnappe ich mir den anderen. Bis ich fertig bin. Dann bin ich wieder ein paar Stunden entspannt und schon geht es von vorne los.

Rrrrrrrrrrrutschschschsch!

Ich kann auch das mit dem Timing echt gut. Ich spiele besonders gerne dann, wenn mein Mädchen mit Diego auf dem Reitplatz üben möchte. Dann schnappe ich mir Gatsby und wir toben genau neben dem Reitplatz rum. Diego kann da so drüber weg ignorieren aber mein Mädchen lenkt das total ab und das finde ich lustig! Neulich hat mein Mädchen ein Interview gegeben. Da saß sie am Computer mit Blick aus dem Fenster. Ich hab das ganze dann mal aufgelockert und vor dem Fenster eine ordentliche Tobe-Runde mit Gatsby hingelegt und mein Mädchen konnte sich schon wieder kaum noch konzentrieren. Aber dann hat sie meine Rauferei einfach ins Interview mit eingebaut. Ich habe ihr also geholfen, toll oder? Jaaaa, kann ich alles. Deswegen findet sie mich ja auch so prima und hat immer Herzchen in den Augen wenn sie mich anschaut. Also: Läuft bei mir.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Interview

Die technischen „Segnungen“ (was für ein verrückter Widerspruch in sich ist das eigentlich?) unserer Zeit machen vieles möglich. Neulich zum Beispiel war ich in einem Zoom-Meeting mit Elsa Sinclair und einigen Gleichgesinnten und wir konnten von ihr lernen und Fragen stellen. Alles live und in Echtzeit – einmal Deutschland/USA und noch ein paar andere Länder dieser Welt und zurück. Null Problem.

Wenn es das Internet nicht gäbe, wüsste ich so viel weniger über Pferde – und Ihr könntet schwerlich all das lesen, was ich so verzapfe.

Das Internet kann aber auch ein Fluch sein, das wissen wir alle. Zum Beispiel, weil es plötzlich viel zu viele Möglichkeiten gibt. Wer früher eine neue Reitweise etablieren wollte, musste mal zumindest ein Buch schreiben. Heute reicht eine Internetseite und schon kann man Online-Kurse anbieten. Das ist toll! Und es kann verwirren. Der eine sagt so, der andere so – wer hat denn nun recht? Meistens ja beide irgendwie, die Frage ist nur wann und für wen.

Die Macher von Herzenssache Pferd haben sich da etwas schlaues überlegt und dafür mag ich jetzt mal werben: es gibt dort auch dieses Jahr wieder eine „Online-Konferenz“, völlig kostenlos, zu der Interviews mit verschiedenen Trainern geführt werden, die dann für jeweils 24 Stunden online zu sehen sind. (Wer die Interviews danach nochmal sehen möchte, kann ein entsprechendes Paket kaufen.)

Ich habe mir auch letztes (oder vorletztes?) Jahr die Konferenz angesehen und war angetan von der Möglichkeit, einzelne Trainer mal näher kennen zu lernen und zu sehen: gefällt mir, gefällt mir weniger. Diese Art, Dinge zu erklären, liegt mir, diese Art liegt mir nicht. Jemand redet mir zu schnell oder zu langsam, manche sind sehr detaillverliebt, andere kommen nicht auf den Punkt. Und wenn wir ehrlich sind: obwohl wir Trainer natürlich nach Kompetenz aussuchen (sollten), gehen wir auch viel nach Sympathie. Nützt ja auch gar nichts, wenn jemand irre viel weiß, es aber nicht so erklären kann, dass ich es verstehe. Oder wenn ich merke: derjenige hat so gar nix mit meinem Problem am Hut. Oder keine Lust auf strubbelige Ponys mit ausgeprägtem Sinn für Humor. Ist mir alles schon passiert, weshalb ich dazu übergegangen bin, IMMER erst mal ohne Pferd zu potentiellen Ausbildern zu fahren und die Lage zu checken.

Jetzt, mit den technischen Segnungen dieser Zeit und der schönen Online-Konferenz kann ich mir das manches Mal sparen. Oder mal den einen oder die andere auf meiner Liste notieren: wenn mal ein Kurs in der Gegend stattfindet, will ich da hin.

Dieses Mal lief alles etwas anders als geplant, denn ich war zwar schon dabei, hatte schon Beiträge in der Konferenz angeschaut, aber plötzlich bekam ich eine Nachricht: Ein Trainer ist ausgefallen, ob ich nicht selbst ein Interview geben möchte? Oh. Nein. Oder doch. Thema Kopfhaltung des Pferdes – hab ich dazu was zu sagen? Hab ich davon genug Ahnung? Hab ich dazu denn ne Meinung? Hmmmmmmm…… und dann war es plötzlich wie beim Blog-schreiben, als der Gedanke mal in meinem Kopf Platz genommen hatte, fing die Maschine an zu laufen. Ja, ich habe eine Meinung dazu. Eine, die mit vielen Fragezeichen daher kommt, aber vielleicht ist es wichtig, diese Fragezeichen auch immer wieder zu kommunizieren. Manchmal vermisse ich die Zeit, in der ich glaubte, Dinge zu wissen. Ich war mir damals meiner Sache so viel sicherer. Ein Interview zu geben zu einem Thema, das in meinem eigenen Kopf so wenig geklärt ist und mir immer wieder Kopfzerbrechen bereitet, kommt mir komisch vor. Ich würde ja viel lieber die Fragen stellen anstatt antworten zu müssen! Aber meine Unterrichts-Erfahrung hat mich gelehrt, dass ich nicht alle Antworten kennen muss, um helfen zu können. Und also habe ich es gewagt.

Wenn ich einen Blog-Artikel schreibe, kann ich ihn speichern, später nochmal lesen und überarbeiten. Das konnte ich in diesem Fall nicht. Was ich gesagt habe, habe ich gesagt. Wenn ich das morgen komisch finde, ist daran nichts zu ändern. Und natürlich finde ich es komisch! So bin ich nun mal.

Aber vielleicht es auch nur einfach genau so wie wenn ich meinem Pony eine neue Information gebe: ich weiß anfangs nicht, was dabei raus kommt. Dazu muss ich seine Antwort abwarten und die kommt nicht immer gleich. Manchmal macht mein Pony etwas unerwartetes aus den Informationen, die ich ihm gegeben habe (auch davon werde ich im Interview erzählen).

Und also bleibt mir jetzt nichts weiter übrig, als zu warten, wie das, was ich gesagt habe, bei denen ankommt, die es hören…..

(Mein Interview wird am Samstag den 10.12. online sein. Ich freue mich wenn Ihr es Euch anhört und lasst Euch auch die anderen Trainer nicht entgehen!)

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 307

Erinnert ihr euch noch an den August? Mein Mädchen und ich erinnern und sehr gut daran! Es war heiß und wir sind los gewesen zum größten aller Abenteuer! Das war ganz schön anstrengend für uns alle. Und ich hab dort gemerkt, dass ich doch ein ganzer Kerl bin (hier zu hause findet das niemand so wichtig, aber dort schon!). Und hab mich gelegentlich mal etwas mehr in Pose geworfen. Nun ist mein Mädchen ja gern mal die Unlogik in Person und so auch diesmal wieder: als ich mich dort so schick gemacht und ein bisschen Action abgeliefert habe, wollte sie, dass ich mich entspanne. Hat sie alles gestresst. Aber da war eine Fotografin, die uns abgelichtet hat, und nun schaut mal, was für Bilder mein Mädchen sich da nachher ausgesucht hat!

Fand sie wohl doch gar nicht so schlecht, wenn ich mich mal so richtig präsentiere! Ja, so ist sie. Man muss das nicht verstehen, ich mag sie trotzdem. Jedenfalls wollte ich euch diese schönen Bilder auch endlich mal zeigen!

Welches gefällt euch denn am besten?

Die Fotos hat übrigens Jessica Freymark gemacht.

Mein Mädchen sagt, die Fotos sind schön anzuschauen aber live mag sie mich entspannt deutlich lieber. Na gut, meistens bin ich ja auch ganz entspannt. Und so einen stressigen Kurs machen wir so schnell nicht wieder.

Euer auch mal etwas in Pose geworfener Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 306

Schönen ersten Advent, liebe Menschen!

Wir haben den Tag auf die denkbar beste Art verbracht: mit einem Ausflug in den Wald! Ach, herrlich, endlich mal wieder in die Wackelkiste und in unseren Lieblingswald! Dort haben wir nochmal neue Wege ausprobiert. Wir waren alle gut gelaunt und das Wetter war fein – nicht zu warm, sondern etwas feucht und neblig, so richtig herbstlich.

Aber irgendwie können wir ja anscheinend nicht ohne Abenteuer auskommen. Nachdem wir schon ein ganzes Stück auf dem neuen Weg geritten waren, lag dort plötzlich alles voller abgeschnittener Zweige! Da hatte man die Hecke am Rand zurecht gestutzt, aber das Zeug noch nicht weg geräumt. Diego fand aber, dass er da einfach so durch marschieren kann und nach kurzem Zögern hat mein Mädchen entschieden, dass es wohl am einfachsten ist, wenn sie sitzen bleibt und mich machen lässt. Sie hatte etwas Sorge, ob ich wohl Angst kriege, falls sich ein Zweig in meinem Wallehaar verhakt oder ich mit dem Huf in einer Astgabel stecken bleibe, aber ich hab doch jetzt schon so oft bewiesen, dass ich im Zweifelsfall die Nerven bewahren kann, da hat sie beschlossen, mir zu vertrauen. Und natürlich habe ich das mit Bravour in aller Ruhe gemeistert. Zwischendurch habe ich mir fix einen Keks geben lassen, versteht sich. Zack! – Mädchen stolz.

Ab durchs Gestrüpp! Kann ich.

Dann sind wir in Ruhe weiter geritten. Als es schon gegen Ende ging, sind wir noch ein Stück getrabt. Plötzlich meinte mein Mädchen, ich würde ja wohl humpeln oder was? Sie hat mir gesagt, ich soll Schritt gehen und zum Mann, ob ich wohl einen Stein im Schuh hätte oder so. Schaut der Mann an mir runter und sagt „nö, dem fehlt ein Schuh!“ Ach herrje. Und zurück marsch marsch. Da hatten wir Ponys aber gar keine Lust. Mein Mädchen ist abgestiegen und hat mich geführt, während Diego und der Mann getrabt sind, um schnell nach dem Schuh zu suchen. Sie waren dann bald außer Sichtweite, aber anscheinend waren sie zu schnell getrabt, denn sie haben den Schuh übersehen. Den hat mein Mädchen dann entdeckt. Sie hat den Mann angerufen, er soll zurück kommen. Schuh wieder an, umdrehen und ab Richtung Wackelkiste. Damit es sich nicht so hinzieht, sind wir noch ein ganzes Stück getrabt. Ich war schon echt müde, aber mein Mädchen sagt, das hat sie von meinem großen Bruder gelernt: Schritt gehen weil man müde ist, dauert viel zu lang und man wird nur immer müder. Lieber die Pobacken zusammen kneifen und noch so viel wie möglich traben, dann ist man viel schneller am Ziel (ich bin zur Zeit im Trab ungefähr doppelt so schnell wie im Schritt).

Da fehlt doch was!
Suchbild: wer findet den Schuh?

Wieder an der Wackelkiste angekommen, brauchte ich erst mal schnell ein paar Halme Heu, die ich mir durch die Kekstür geklaut habe. Wir Ponys hatten ordentlich geschwitzt, mein Mädchen war froh, dass wir wenigstens an der Brust unsere kleine „Lüftung“ haben. Ich war kopfmüde und mein Körper fühlte sich auch seeeeehr entspannt an. Immerhin waren es durch den Hufschuh-Extra-Weg ganze 10,6km die wir hinter uns gebracht haben, in knapp zweieinhalb Stunden! Und es gab wirklich auch viel zu gucken auf den neuen Wegabschnitten. Aber ihr wisst ja: ich mag es, mich auszupowern.

Jetzt schnell den Blutzucker aufpolieren!

Mein Mädchen sagt, morgen haben wir beide frei und übermorgen geht es wieder auf dem Reitplatz weiter mit Gymnastik und Muskelaufbau.

Sie war heute ganz fantastisch zufrieden mit mir – mal wieder! – weil ich so groß und vernünftig und überhaupt wunderbar toll und und der beste Schotte diesseits der Regenbogenbrücke bin.

Einfach schön

Macht es euch gemütlich, liebe Menschen, das machen wir jetzt auch!

Euer schön ausgepowerter Sir Duncan Dhu of Nakel

Eine gute Idee

Neulich bei unserem Schneeausritt: ich wische mir den angesammelten, nassen Schnee von der Weste. Es macht ein deutliches Geräusch, Duncan spannt sich unter mir an, ein bisschen gruselig findet er das jetzt schon. „Ist alles gut“ sage ich. Zack – alle Viere in den Boden, Duncans Kopf kommt rum: „Keks?“ Ja, für diese gute Idee gibt es einen Keks.

Für gute Ideen gebe ich gern Kekse. Und stehenbleiben, wenn man sich fürchtet, ist immer eine gute Idee. Wir reiten weiter, Duncan sucht sich noch ein paar Momente in denen er stehenbleiben könnte um nach einem Keks zu fragen (so wie in unseren Anfangszeiten) aber ich bitte ihn dann jedes mal, weiter zu gehen, was er klaglos macht. Dann hören wir Kindergeschrei: gruselig. Die Kinder sind noch außer Sichtweite, wir überlegen ob sie auf dem Feld Schlitten fahren. Aber dann kommen sie uns auf dem Weg entgegen. Leichte Skepsis bei Duncan, aber er geht gut vorbei. Auch an den zwei angeleinten Hunden, die mit den Erwachsenen am Wegesrand warten, bis wir vorbei sind. Ok, ich will ja nicht so sein. Ich schiebe die Hand in die Tasche, damit ich gleich…. – zack, Pony steht. Er hat meine Bewegung genau wahrgenommen und weiß, dass er sich einen Keks verdient hat. Ich muss lachen, natürlich bekommt er seinen Keks.

Viele Pferde haben gute Ideen. Ich versuche immer, sie meinen Reitschülerinnen aufzuzeigen. Als Mensch dürfen wir dann schnell entscheiden, ob wir diese Idee belohnen wollen oder nicht. Leider neigen wir dazu, diese Ideen entweder nicht zu sehen oder nur die Ideen zu sehen, die uns zum Verhängnis werden können. Dann können die Pferde nachher Dinge, die uns auf die Nerven gehen, weil wir sie mal süß fanden, sie aber nicht mehr abstellen können. Oder es werden plötzlich gut geübte Lektionen „überspielt“ von der neuen Idee, so wie es mir diese Woche passiert ist:

Wenn wir auf dem Reitplatz gearbeitet haben, darf Duncan ja jetzt im Anschluss immer etwas dort grasen, während ich FBT mache. Gegen Ende der Zeit rufe ich ihn, wenn er kommt, darf er nochmal grasen. Fürs Kommen gibt es einen Keks. Neulich hatte er die Idee, gleich am Anfang seiner Graszeit – als ich noch dabei war, Sachen wegzulegen – mal zu kommen. Ich fand das nett und habe ihm einen Keks gegeben. Und als ich ein paar Tage später wieder mit Duncan auf dem Reitplatz bin, ist mein „warte“ kaputt. Da hab ich jetzt aber nicht schlecht gestaunt! Warum kann mein Pony auf dem Hof perfekt still stehen, aber auf dem Reitplatz kommt er mir hinterher gelaufen? Bis die zwei Dinge in meinem Kopf zusammen kamen: ich hatte ihn für freiwilliges Kommen belohnt! Und jetzt bietet er mir das an. Faszinierend, denn das „warte“ – Kommando kennt er seit 3 Jahren. Trotzdem hat er es 3 oder 4 mal mit hinterherlaufen versucht. Und so merke ich mal wieder: ihm etwas beibringen ist leicht – manchmal fast zu leicht – aber dann unterscheiden was wann richtig ist, das kann kurz dauern.

Jetzt habe ich wieder etwas über Duncan gelernt: er ist die Sorte Pferd, die schnell neues probiert, auch wenn eigentlich schon eine gut geübte Verhaltensweise da ist. Solche Dinge über das eigene Pferd zu wissen, ist essentiell. Ich hatte schon ganz am Anfang hier einmal darüber geschrieben.

Gleichzeitig kann ich aber auch sehen, wie gut unsere Kommunikation geworden ist. Wir geraten nicht mehr in Streit, sondern ich kann jetzt erkennen, wann er einfach etwas ausprobiert – er hat dann so einen bestimmten, neugierigen Gesichtsausdruck – und ich weiß auch, WIE er Dinge ausprobiert, so dass ich mir darüber keine Sorgen mehr mache. Er kennt ja nun auch die Grundregeln des Zusammenlebens, also auch die Grenzen innerhalb derer man sich ausprobieren kann. Und es ist kein pubertäres „steht die Grenze von gestern eigentlich noch?“ – ausprobieren, sondern der Versuch, Dinge NOCH BESSER zu machen. Ich habe ihm also, als er mir hinterher kam, die ersten zwei oder drei Male sehr freundlich mitgeteilt, dass er auf dem Holzweg ist. Beim dritten Mal habe ich ihn deutlich zurück geschickt, das „warte“ wiederholt (habe also das Kommando gegeben, bin wieder weg gegangen und zurück gekommen) und dann bekekst. Thema durch. Als nächstes weiß ich, was zu üben ist: der Wechsel zwischen warten und kommen. Damit er das klar kriegt, wann was gemeint ist. Und sollte er auf dem Reitplatz wieder ungefragt in seiner Graszeit zu mir kommen, werde ich mich einfach freuen und (ohne Keks) gemeinsam mit ihm zum Gras zurück gehen, das wäre ja eh die bessere Antwort gewesen. Aber wie es so ist: wenn Verhalten überraschend auftritt, reagiert man manchmal komisch.

Das üben des Wechsels (in diesem Fall zwischen warten und kommen) ist etwas, was mir sehr wichtig geworden ist: keine Unklarheiten stehen lassen. Wenn etwas schief gegangen ist zwischen Mensch und Pferd, dann möchte ich das aus dem Weg räumen. Wenn ein Pferd ein unerwünschtes Verhalten zeigt und dafür angemeckert wird, ist mir wichtig, nach Möglichkeit SOFORT die Situation zu wiederholen, um erwünschtes Verhalten belohnen zu können. Ich mag nicht, wenn das Pferd aus der Situation geht und das nicht geklärt wurde. Zu oft gehen wir darüber hinweg, weil wir eigentlich etwas anderes üben wollten. Und nach und nach vergiftet es unsere Beziehung. Denn allzu oft ist „Ungehorsam“ oder eine nervige Marotte eben nur ein Missverständnis. Und allzu oft entsprang dieses Missverständnis ursprünglich einer guten Idee. Wäre doch schade, wenn wir all die guten Ideen unserer Pferde nicht feiern und nutzen würden oder bei Bedarf umlenken. Und es wäre noch betrüblicher, wenn unsere Pferde frustriert aufhören würden, gute Ideen zu haben. Oder?