Ein neuer Anfang

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Wie am Montag versprochen, kommt heute der Neustart. Für mich symbolisch nachdem ich ein Jahr ohne Finlay überlebt habe.

Hier kommt unser Logo!

Logo made by www.jeanabernethy.com

Ich habe lang gegrübelt wie und was ich tun soll. Ich hatte die Idee, meinen Blog aktiv zu bewerben und bekannter zu machen – nur wie? Ich wollte etwas einzigartiges, unverwechselbares. Und dann habe ich den Artikel „Zehn Jahre“ geschrieben zu dem wunderbaren Cartoon von Jean Abernethy. Und ich dachte: frag doch die! Und das habe ich getan. Habe Ihr von Duncan erzählt und musste feststellen, dass sie noch nicht wusste, dass es Highlandponys überhaupt gibt! Diese Bildungslücke wurde jetzt zum Glück erfolgreich geschlossen. Sie hat sich dann von mir Duncans Charakter beschreiben lassen und selbst über die Rasse gelesen und schickte mir eine Skizze. Aber wir waren uns einig, Arnulf und ich: zu artig. Jean schrieb mir, sie könnte es auch „more comical“ machen und hier ist das Ergebnis. Und wenn Duncan jetzt manchmal so etwas verschmitzt schaut, sehe ich plötzlich genau diese Zeichnung vor mir und denke: diese Frau hat es geschafft, mit ein paar Linien den Charakter meines Ponys auf Papier zu bringen – und das ohne ihn zu kennen! Es ist unglaublich.

Es sieht übrigens komplett anders aus als in meiner Vorstellung. Komplett. Und ich habe mich damit so schwergetan. Anfangs fand ich das alles blöd, weil das Logo in meinem Kopf so anders war. Aber dann, je öfter ich es angeschaut habe, desto besser gefiel es mir und jetzt bin ich ganz verliebt darin. Und ich hoffe es gefällt Euch auch!

Es ist ein bisschen wie mit dem realen Duncan. Auch er ist in vielen Punkten erst mal so ganz anders als ich ihn mir vorgestellt hatte. Aber je mehr ich ihn kenne, desto mehr verliebe ich mich in ihn. Auch in seine Macken und Nervigkeiten. In seinen Charakter, der mehr und mehr zutage tritt.

Und so fange ich jetzt neu an. Der nächste Jahrestag kommt Ende August – Duncans zweiter Geburtstag. Und Ende September dann Jahrestag für Duncans Einzug. Und so hangel ich mich von einem Schritt zum nächsten, weil es mir Mut macht. Ob das für andere Menschen auch so geht, weiß ich nicht.

Duncan zu kaufen war jedenfalls die beste Entscheidung, die ich getroffen habe nach Finlays Tod. Ich habe so ein wunderbares Pony gefunden und er ist – so wie es für mich wichtig ist – so sehr anders als mein Finlay – äußerlich und innerlich.

Auf geht‘s nun also zu neuen Abenteuern. Und ich hoffe, Ihr begleitet uns weiterhin. Wir werden gemeinsam wachsen und reifen und keiner von uns weiß, wohin die Reise wirklich führt. Aber wir nehmen Euch mit, wenn Ihr wollt. Ich erzähle Euch über Pferdeausbildung und Gedanken die ich mir mache und Duncan wird weiterhin gelegentlich Tagebuch schreiben – denn er hat immer viel zu erzählen und auch eine Menge eigene Meinung, der furchtlose Ritter in Ausbildung.

English version

A new beginning

This is a symbolic new beginning for me after surviving one year without my beloved Pony Finlay. Here is our Logo!

Logo made by www.jeanabernethy.com

I have been pondering for a long time how and what to do. I had the idea to actively promote my blog and make it better known – but how? I wanted something unique and distinctive. And then I wrote the article „Ten years“ to the wonderful cartoon by Jean Abernethy. And I thought: just ask her! And I did. Told her about Duncan and had to realize that she didn’t know that Highlandponies even exist! Fortunately this gap in her education has now been successfully closed. She asked me to describe Duncan’s character and read about the breed herself and sent me a sketch. But we agreed, Arnulf and I: too well-behaved. Jean wrote me that she could also make it „more comical“ and here is the result. And when Duncan sometimes looks so mischievous, I suddenly see exactly this drawing in front of me and think: this woman has managed to put the character of my pony on paper with a few lines – without even knowing him! It is unbelievable.

By the way, it looks completely different than in my imagination. Completely. And I had such a hard time with it. At first I thought it was all stupid because the logo in my head was so different. But then, the more I looked at it, the more I liked it and now I’m in love with it. And I hope you like it too!
It’s a bit like the real Duncan. He too is in many respects different than I had imagined him to be. But the more I know him, the more I fall in love with him. Also with his quirks and annoying ideas. With his character, which becomes more and more apparent these days.

And so now I start over. The next anniversary comes at the end of August – Duncan’s second birthday. And at the end of September, the anniversary of Duncan coming to us. And so I think about one step to the next, because it gives me courage. I don’t know if this will work for other people, but it does for me.

In any case, buying Duncan was the best decision I made after Finlay’s death. I have found such a wonderful pony and he is – as it is important for me – so very different from my Finlay, both inside and out.

So now we are off to new adventures. And I hope you will continue to accompany us. We will grow and mature together and none of us knows where the journey really goes. But we’ll take you with us, if you want. I’ll tell you about horse training and thoughts I have and Sir Duncan will continue to write his diary from time to time – because he always has a lot to tell and also a lot of his own opinion, the fearless knight in training.

Ein Jahr

Mein wunderschöner Finlay

Heute vor einem Jahr ist mein geliebter Finlay verunglückt. Innerhalb einer Stunde war er tot. Eben waren wir noch ausreiten – und plötzlich war mein Leben zusammengebrochen. Finlay war nur 8 Jahre alt.

Ich würde Euch gern schreiben, dass alles wieder gut ist. Dass ich an der Erfahrung gewachsen bin und jetzt irgendeine tolle Spritualität entdeckt habe, die mir das Leben erklärt. Oder dass ich jetzt ganz im Frieden bin mit mir und dem was passiert ist, dass ich nach vorne schaue und stark bin oder was weiß ich blabla. Ich habe unendlich viele solcher Texte gelesen. In keinem habe ich mich wiedergefunden, die meisten haben mich verärgert, weil ich selbst so anders empfinde. Ich selbst habe früher manchmal solche „Glückskeks-Sprüche“ verwendet und geglaubt. Aber als ich sie dann gebraucht hätte, habe ich erkannt wie blöde sie sind. Zumindest für mich. Und einige, mit denen ich gesprochen habe, die ähnliches erlebt haben, empfinden das genauso. Alles wird gut und man wächst an solchen Erfahrungen oder so. Oder eben auch nicht.

Das vergangene Jahr war das schlimmste meines Lebens. Ich war so krank wie noch nie und so dünn wie noch nie. Alle Hosen sind mir zu groß. Wenn ich Fotos von mir sehe, erschrecke ich mich.

Langsam habe ich wieder einigermaßen (für mich) normale Maße erreicht, aber stabil ist das alles noch nicht. Die Seele hat dem Körper viel abverlangt. Eine Bekannte, die mehrere schlimme Erlebnisse zu verarbeiten hat, sagte im September zu mir „dass der Körper krank wird ist ganz normal“. An diesem Satz habe ich mich festgehalten wenn ich gedacht habe, nie wieder gesund zu werden. Ich habe auf den heutigen Tag hingearbeitet, habe gedacht, wenn das erste Jahr erst mal geschafft ist, wird es bestimmt leichter. Auch diesen Satz hat die Bekannte zu mir gesagt „ich verspreche Dir, es wird leichter. Auch wenn Du das heute nicht glaubst, ich verspreche es Dir hier und heute.“

Und das stimmt. Es ist leichter geworden. Es geht mir besser, an den meisten Tag fühle ich mich normal. Dann sind da die anderen Tage, aber die werden nach und nach weniger. Und ich bin dieser wunderbaren Frau für immer dankbar, denn das Gespräch mit ihr war eines der wenigen Gespräche, die mir überhaupt geholfen haben und die kleinen Dinge, die sie gesagt hat, haben einen Widerhall in meinem Kopf erzeugt, haben sich eingebrannt und ich habe mich daran fest gehalten wenn nichts mehr ging.

Das menschliche Gehirn ist ein Wunderwerk. Es ist in der Lage, alles im Rückblick doch nicht mehr ganz so schlimm aussehen zu lassen. Ich habe überlebt, mein Leben ist weitergegangen – ohne Finlay, dafür mit Duncan. Mein Gehirn ist in der Lage, mich davor zu schützen, all jene Gefühle noch mal eins zu eins zu fühlen, die ich heute vor einem Jahr gefühlt habe. Was bleibt, ist die Angst vor weiteren Verlusten.

Facebook erinnert mich immer wieder an die schönen Zeiten mit Finlay am passenden Tag. Und gerade in den letzten Tagen kommen all jene letzten schönen Tage von denen ich nicht wusste, dass es die letzten sind – die ersten Kutschfahrten, einige Ausritte. Tage, an denen ich eine Zukunft mit Finlay geplant hatte. Tage, an denen ich noch nicht wusste, was mich erwartet. Das macht mir große Angst. Ich habe mich immer sicher gefühlt in meiner Idee von Zukunft. Klar, es kann immer mal was dazwischenkommen. Dann eben später.

Aber dass mein Pony einfach so von einem Tag auf den anderen nicht mehr da ist, hätte ich nie geglaubt. Es war immer meine leise Horrorvorstellung – man weiß ja von anderen, dass mal schnell eine Kolik kommt oder ähnliches. Aber ich dachte, das ist so selten und ich passe so gut auf. Naja. Es war ja auch keine Kolik, es war der absurdeste Unfall des Jahrhunderts. Und es ging so unglaublich schnell. Und plötzlich hatte ich keinen Finlay mehr. Und keine Zukunftsplanung. Kein Distanzritttraining, keine weitere Ausbildung zum Kutschpony. Und mein Leben war auf einmal ganz falsch.

Und dann ist Duncan aufgetaucht. Irgendwie einfach so. (Das stimmt natürlich nicht – ich habe selbst aktiv nach einem Pony gesucht. Aber es fühlte sich so merkwürdig an, als sei das ein anderer Teil von mir). Und jetzt ist er hier und macht mich glücklich. Und ich plane meine Zukunft mit ihm, in der er anscheinend perfekt reinpasst. Er ist – so wie es bisher aussieht – sowohl das geborene Distanzpony (was beim Schotten eher überraschend ist) als auch das geborene Kutschpony. Er bringt viele Dinge mit, die gut zu mir passen. Und manche, die nicht gut passen. Den Reitplatz haben wir bisher kaum beschritten. Wird er jemals für die Dinge zu begeistern sein, die mir auch wichtig sind – Piaffe, fliegende Wechsel und so? Oder stellt er quasi das Ende meiner Dressurambitionen dar weil er darauf so gar keine Lust hat? Wer weiß das schon.

Die Zukunft liegt in der Zukunft. Ich kann nur hoffen, dass Duncan jedenfalls bei mir bleibt – möglichst immer gesund und munter bis er steinalt ist.

An den Tagen an denen ich daran zweifle, schaue ich meinen alten Merlin an, der seit 19 Jahren bei mir ist und sich immer noch selbst übertrifft (jedes Mal wenn ich denke er sei nun doch „alt“ legt er noch einen drauf). Und ich denke an unsere alte Hündin Sali, die ihr Leben so von vorn bis hinten gelebt hat und nun friedlich unterm Hollerbusch liegt – nach 16 Jahren Party. Und deren Tod für mich so absolut in Ordnung ist und mich glücklich zurücklässt statt traurig. Dann sage ich mir: so geht es auch. So kann es mit Duncan auch gehen. 35 Jahre lang, wenn wir Glück haben – mehr Glück als ich es mit Finlay hatte. Und ich baue meine Ausbildung darauf auf. Ich tue so als wäre ich mir sicher. Als hätte ich alle Zeit der Welt, ihn auszubilden, ihn kennenzulernen. Und ich plane eine Zukunft mit ihm. Weil ich irgendwas planen muss, sonst kann ich mein Pony nicht ausbilden, sonst weiß ich ja nicht wo der Weg hingeht.

Aber die Angst bleibt. Jedes mal, wenn wir zusammen unterwegs sind, besonders in ähnlichen Situationen wie die in der Finlay sich verletzt hat, kommt sie wieder. Sie wird etwas schwächer mit der Zeit, aber letztlich bleibt sie doch. Weil das Leben mir gezeigt hat, was es kann – nicht im Guten. Weil es keinen Grund gab, nichts, was man hätte anders machen können. Es war das, was man einen „Schicksalsschlag“ nennt. Das Leben hat mir voll in die Magengrube gehauen und es gibt keine Sicherheit, dass es das nicht wieder tut.

Also, falls Ihr jetzt diesen super spirituellen, abgeklärten, wundergeheilten Text erwartet hattet, muss ich Euch enttäuschen. Mir bleibt nur der Trost, dass mein Leben weiter geht, dass Duncan hier ist und mir auf jeden Fall schon ein paar schöne Erinnerungen beschert hat, dass ich von Finlay unglaublich viel gelernt habe und auch irgendwann – ganz langsam nähere ich mich diesem Punkt – die 8 Jahre voller schöner Erinnerungen genießen kann, die er mir geschenkt hat, auch wenn sie immer mit dem Schmerz des Verlustes einhergehen werden.

Das ist eben der große Unterschied: die Erinnerungen an unsere alte Sali sind für mich alle fröhlich und unbeschwert. Es ist kein Schmerz darin. Mal ein kleines „ich vermisse sie“ aber die Erinnerungen sind nicht schmerzhaft. Sie sind wundervoll von vorn bis hinten, auch die an den letzten Tag. Aber bei Finlay nicht. Weil das nicht rund war. Sein Leben hätte noch so lange dauern sollen. Wir hatten noch so viel zu tun. Und das nicht, weil wir etwas aufgeschoben hätten – das hat Finlay zum Glück niemals geduldet – sondern weil einfach zu wenig Lebenszeit da war.

Gleichzeitig sehe ich, dass Duncan so vieles so viel leichter fällt. Weil ich besser geworden bin aber auch weil er es irgendwie leichter hat in seinem Körper. Ich weiß nicht, was mit Finlay los war. Ich war da noch auf Forschungsreise. Fakt ist, dass es ihm in seinem Köper nicht so gut ging. Er hatte nie viel Energie, hatte oft Probleme mit der Muskulatur. Ich werde nie erfahren, was da war und ob ich die Lösung noch gefunden hätte. Ein paar Fortschritte hatten wir gemacht, aber ob es jemals richtig gut gewesen wäre – wer weiß? Duncan hingegen hat überhaupt keine Probleme mit seinem Körper. Er strotzt vor Energie und scheint sich selbst beim Wachsen noch recht wohl zu fühlen (wo es Finlay oft richtig schlecht ging). Es wird ihm viel leichter fallen, alle meine Wünsche zu erfüllen. Aber auch das ist schmerzhaft – der Gedanke, dass Duncan auf eine Art das „bessere“ Pony ist. Im Sinne von leistungsfähiger, leichter auszubilden auf der körperlichen Ebene.

Einmal habe ich zu einer jungen Mutter gesagt „die Schmerzen der Geburt vergisst man ja“. Sie antwortete lakonisch „das ist das, was die Gesellschaft von dir erwartet zu sagen.“.

Ist es das? Erwartet „die Gesellschaft“ von Menschen, dass sie den Schmerz vergessen, den sie erlitten haben? Manchmal glaube ich dass es so ist. Manchmal glaube ich, es ist noch viel zu wenig Platz für Verletzlichkeit und alte Wunden. Nicht als Ausreden – dafür werden sie auch viel zu oft gebraucht. Ich habe Duncan geschworen, Finlays Tod nicht als Ausrede zu nehmen um Dinge nicht zu tun, nur weil ich Angst habe. Er soll nicht in Langeweile versauern, weil ich mich nicht mehr raus traue. Aber die Angst anerkennen und den Schmerz der damit verbunden ist, dafür darf Raum sein. Denn keine Therapie und keine Zeit der Welt kann meinen Finlay wieder lebendig machen. Ich kann damit leben, dass er tot ist und natürlich rückt das alles mehr und mehr in den Hintergrund. Aber tot ist er trotzdem. Er sollte hier sein und ist es nicht. Und das wird sich nie mehr ändern. Erwartet „die Gesellschaft“ dass ich das nicht mehr sage, weil so viel Zeit vergangen ist? Erwartet man von mir, dass ich im Nachhinein sage „es sollte so sein“? Tja, dann werde ich wohl (wie ich es öfter mal tue) die Erwartungen der Menschen nicht erfüllen.

Auf der Suche nach passenden Zitaten (ich mag Zitate) habe ich so vieles gefunden was sich für mich immer nur nach Glückskeks anhörte. Dann stieß ich auf ein Zitat aus dem Buch „Tanz auf Glas“ von Ka Hancock. Es lautet „Es heisst, das erste Jahr nach einem schweren Verlust sei das schwerste. Das ist stark untertrieben. Trauer ist eine eigene Form von Geisteskrankheit, und es gibt keine Behandlung dagegen. Es gibt keine Abkürzungen. Man muss einfach jeden Tag aufstehen und abwarten, bis man wieder ins Bett gehen kann, um dann aufzuwachen und vorne anzufangen. Bis man eines Tages landet.“

Von all den vielen Dingen die ich gelesen hatte war das irgendwie das einzige, was annähernd dem entspricht, was ich empfinde und wie mein letztes Jahr war.

Aber auch ein paar andere waren dabei „Trauer verändert sich, aber sie geht nie vorbei“ (Keanu Reeves). Hier finde ich quasi mein ganzes letztes Jahr in ein paar Worten zusammengefasst. Verändert hat die Trauer sich – von Woche zu Woche, von Monat zu Monat. Manchmal so langsam, dass ich dachte, es ändert sich nichts. Manchmal in Sprüngen von einem Moment auf den anderen, besonders in Momenten in denen die Verbindung zu Duncan gewachsen ist. Manchmal in Rückschritten, die mich zur Verzweiflung getrieben haben.

Und ist da ganz besonders ein Zitat von einem Mann, den ich eigentlich immer mit großer Skepsis betrachte: Sigmund Freud. „Man weiß, dass die akute Trauer nach solch einem Verlust ablaufen wird, aber man wird ungetröstet bleiben, nie Ersatz finden. Alles, was an seine Stelle rückt, und wenn es sie auch ganz ausfüllen sollte, bleibt doch etwas anderes. Und eigentlich ist es recht so. Das ist die einzige Art, die Liebe fortzusetzen.“ Mit diesen Worten drückt er wunderbar aus, wie mein Gefühle zu Finlay und Duncan sind. Duncan füllt Finlays irdischen Platz nach und nach aus, später, wenn wir fahren und noch später reiten können, wird er all jene Dinge übernehmen die Finlay für mich und mit mir getan hat. Schon heute übernimmt er die Aufgabe des „Glücksgenerators“ indem er so ist, wie er ist. Aber obwohl er die Aufgaben übernimmt, ersetzt er Finlay nicht. Finlay ist immer noch da – mehr in den Hintergrund gerückt, aber nie ganz fort. Und ich liebe ihn nach wie vor abgöttisch, weil er so ein großartiges Pony war und wir so viel Spaß hatten und ich so viel gelernt habe. Und kein anderes Pony kann jemals seinen Platz in meinem Herzen einnehmen. Wie meine Freundin sagte: das Herz wird dann ein Stück größer und es entseht ein neuer Platz für das neue Pony. Der alte Platz für das alte Pony bleibt, das liebt man ganz genauso weiter.

Jetzt, da ein Jahr vergangen ist, wird es Zeit, auch hier im Blog symbolisch neu zu starten. Deswegen gibt es diesen Text heute und am Donnerstag wird sich hier ein bisschen was verändern – lasst Euch überraschen! Ich hoffe es gefällt Euch genauso gut wie mir. Bis dahin danke ich Euch allen, die Ihr so fleißig meine Geschichten lest und mir so auch ein Stück helft bei der Verarbeitung meiner Gedanken und Gefühle. Ich hoffe Ihr bleibt hier und habt weiter Teil an Sir Duncans Eroberung der Welt (mein Herz hat er schon lang erobert).

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 50

Neulich habe ich zum ersten Mal das Picknick getragen.

Und mein Spaziergehkumpel hat sein Mädchen getragen.

Das ist eine sehr ungerechte Lastenverteilung! Es ist nämlich so, dass das Mädchen vom Spaziergehkumpel zwischendurch absteigt und zu Fuß geht, während das Picknick das nicht tut. Ich muss also die ganze Zeit schleppen und er immer nur so kurz! Er hat behauptet, sein Mädchen wäre viiiiiiiiiel schwerer als das Picknick. Aber ich glaube er wollte nur angeben.

Links im Bild ich mit der Picknicktasche, rechts im Bild mein Spaziergehkumpel mit seinem Mädchen auf dem Rücken zwischen uns mein Mädchen (die trägt gar nix! Nur die Verantwortung.)

Jetzt hatte ich Hoffnung, dass unsere beiden Mädchen das Picknick verspeisen. Das, was sein Mädchen isst, hätte er ja dann mittragen müssen, weil es ja in seinem Mädchen verschwunden ist. Aber was soll ich Euch sagen: nachdem sie die Wasserflasche geleert hatte ist sie nicht mehr aufgestiegen! Wahrscheinlich dachte sie, er schafft es nicht, weil sie jetzt zu schwer ist.

Na wenigstens war mein Gepäck auch etwas leichter danach. Wenn ich ehrlich bin: so ganz schwer war es auch nicht. Ungefähr so wie wenn ich ordentlich Gras gefuttert habe und mein Bauch voll ist. Aber trotzdem ist es ungerecht.

Aber mein Mädchen war wieder stolz auf mich, weil ich das so fein gemacht habe. Ich habe mich auch nicht gefürchtet vor dem Picknick. Hä? Wieso sollte ich mich denn vor dem Essen fürchten? Das einzige wovor ich mich fürchte ist, dass ich nicht genug abbekomme! Manchmal ist sie wirklich sehr merkwürdig.

Euer schwer schleppender Sir Duncan Dhu of Nakel

Glück

Manchmal staune ich einfach nur über mein Pony. Um diese Jahrezeit – so war mein Gedanke als wir ihn gekauft haben – wird er wohl so weit sein, dass wir erste kleine Spaziergänge wagen. Was? Stattdessen sind wir ständig mit dem Anhänger unterwegs, Duncan trägt bereits das Picknick durch die Gegend und dauernd fragt er, wann es wieder los geht. (Das hört sich an als wären wir jeden Tag unterwegs – de facto ist es ungefähr 2 mal in der Woche). Er marschiert durch fremdes Gelände nicht nur angstfrei sondern mit diesem neugierigen, welterobernden Gesichtsausdruck, geht im vertrauten Gelände schon alleine mit uns los und hat anscheinend nie irgendwelche Sorgen.

Den Reitplatz hingegen haben wir weiterhin nicht betreten. Ich wüsste nicht, was wir dort tun sollten. Führen üben wir unterwegs in allen Varianten. Alles, was es sonst so zu besprechen gibt – mal den Hintern rum nehmen, ein Stück zur Seite treten, stillstehen etc lernt er beim Putzen auf dem Hof und wenn wir eine Bewegung brauchen die er noch nicht kennt, üben wir sie kurz. Dauert in der Regel unter 1 Minute und dann geht das Leben weiter. Alles Anfassen, das Reitpad samt Gurt dulden und andere Kennenlerndinge haben wir im Freedom Based Training im Paddock erledigt. Unsere Herde nimmt mir einen großen Teil der Arbeit ab indem sie Dinge vorlebt (manchmal auch die, die ich nicht so gern sehe wie das Gedrängel am Tor….) und wir rutschen so durch die Grundausbildung ohne dass wir viel davon merken. Schrecktraining machen wir am Mülleimer (siehe Duncans letzter Tagebucheintrag https://schotten-pony.com/2020/06/16/aus-dem-tagebuch-des-sir-duncan-dhu-49/ ) und an der Straße, wo er inzwischen auch den Trecker mit zwei Anhängern gut übersteht. Ich bemühe mich, im richtigen Moment einen Keks ins Pony zu tun und streiten tun wir äußerst selten. Seit das Wetter milder ist, ist Duncan ein sehr sanfter kleiner Hengst, nicht mehr der wilde, der dauernd spielen und rennen möchte. Er wächst so vor sich hin, was sicher auch viel Energie kostet, das kenne ich von Finlay. Probleme hat er damit im Gegensatz zu Finlay aber keine (soweit ich es sehe).

Den größten Beitrag zu dieser fabelhaft einfachen Entwicklung leistet unsere Herde und die Tatsache, dass wir die Ponys am Haus haben. Dazu kommt, dass Duncan aus einer entsprechenden Zuchtlinie stammt und die Züchterin gut mit ihm umgegangen ist – er bringt kein Trauma mit, wie so viele andere junge Pferde. Es macht mich manchmal wütend und traurig, wenn ich sehe, wie Pferd und Mensch das Leben schwer gemacht wird, weil man am Anfang nicht achtsam ist. Züchter aber auch Jungpferdebesitzer sind oft zu bequem, Dinge richtig vorzubereiten. Stattdessen macht man mal schnell – das erste Anhängererlebnis ist die Fahrt ins neue zu hause, wenn der Hufschmied kommt hält man halt mal fest und ansonsten kann das Tier ja ohne Menschen-Kontakt auf der Wiese herumstehen mit den anderen jungen Pferden (oft ohne erwachsenes Pferd, das etwas Halt und Sicherheit bietet). Entschuldigt meine Wut, aber wenn es so läuft muss man sich nicht wundern, dass das Pferd nachher Probleme mitbringt. Ich verdiene viel Geld daran, dass sich im Nachhinein diese Basisprobleme auftun, weil niemand sich die Zeit genommen hat, dem Pferd zu vermitteln dass das Zusammensein mit Menschen eine schöne Bereicherung des Lebens ist und welche Grundregeln dabei bestehen. Gut für meine Geldbörse aber manchmal hart für meine Seele…

Denn wenn ich Pferde wie Finlay, Duncan oder andere achtsam aufgezogene Tiere sehe, dann habe ich den Vergleich wie diese Pferde sind. Welche Ausstrahlung sie haben, wie leicht ihnen das Lernen fällt, wie gern sie mit dem Menschen zusammenarbeiten.

Also: der größte Teil dessen, dass es mit Duncan so leicht ist, ist nicht mein Verdienst. Der Dank gebührt Duncans Züchterin und unserer Herde.

Ich dagegen habe mehr Leichtigkeit entwickelt. Da ich nicht – wie bei Finlay seinerzeit – ein bestimmtes Konzept habe, kann ich mich einfach dem anpassen was Duncan so tun möchte. Und da er so eine ausgeprägte Mimik hat und so ein offenherziges Wesen zeigt er ganz deutlich was er gerne möchte. Und so sind wir in eine Aufwärtsspirale geraten: wir tun das, was er möchte. Dann kommt vielleicht ein Moment wo ich mal aus Sicherheitsgründen etwas anderes tun muss, aber weil er grundsätzlich gut gelaunt ist und mich gern hat, macht er mit und stellt fest dass das nun auch nicht so schlecht ist. Sein Repertoire an Dingen die er gern tut, erweitert sich. Und schon wird es noch leichter, immer nur zu tun was er gern tut. Und ich beobachte fassungslos, wie leicht das alles ist.

Und manchmal macht es mich traurig: wenn es so leicht sein kann, warum muss es dann für viele oft so schwer sein? Mein Beruf bringt das wohl so mit sich. Ich mutiere nach und nach mehr zur Therapeutin denn zur Lehrerin. Es interessiert mich immer weniger, was Pferd und Mensch können, denn mir wird immer wichtiger, dass beide zusammen einfach glücklich sein können.

Schon seit vielen Jahren habe ich keine Pferdeshow mehr besucht und niemand beeindruckt mich mehr mit Piaffen, Freiarbeit, Zirkustricks oder ähnlichem. Zu oft habe ich beobachtet, dass das Glück dabei auf der Strecke blieb. Das heißt nicht, dass diese Dinge schlecht sind – ich tue sie ja auch. Aber das Glück ist mir wichtiger. Als ich verstanden hatte, dass mein Merlin ausreiten nunmal nicht leiden kann (aus verschiedenen Gründen) habe ich es gelassen und er ist mir dankbar dafür. Unser Glück liegt auf dem Reitplatz.

Mit Finlay wollte ich meinen Traum von der perfekten Freiarbeit erfüllen – und habe ihm damit keinen Gefallen getan. Mit Duncan will ich einfach nur glücklich sein und es ist mir egal, wo und wie.

Das klingt so simpel – wollen wir das nicht alle? Aber glücklich sein kann Arbeit verlangen. Glücklich ist man manchmal nicht von allein. Die Glücksforschung beim Menschen zeigt, dass das Glück oft an anderen Stellen liegt als da, wo wir es vermuten. Dass wir etwas investieren dürfen, um glücklich zu sein.

Es macht mich glücklich, wenn ich Pferd und Mensch in Harmonie miteinander sehe. Was auch immer die beiden zusammen tun – mag es nur sein, dass sie von A nach B gehen oder dass ein Pferd die Hufe gibt – wenn ich sehe, dass beide Freude aneinander haben, dass das Pferd verstanden hat was es tun soll und das auch gut tun kann (oder sich fröhlich bemühen kann es gut zu tun), dann bin ich zufrieden.

Viele meiner Schüler entschuldigen sich, dass sie so wenig können. Eine meinte sogar, es sei mir bestimmt sehr langweilig, sie zu unterrichten, weil sie so langsam sei. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein! Im Gegenteil: ich möchte niemanden unterrichten, der dem nächsten Trick oder der nächsten spektakulären Lektion hinterherrennt und dabei sein Pferd aus den Augen verliert. Ich liebe meine Schüler dafür, wenn sie Freude in den Kleinigkeiten entdecken und bereit sind, einen großen Haufen Arbeit (und Geld) zu investieren in die Dinge die wir oft als so selbstverständlich betrachten: der Pferd von der Koppel holen, entspannt führen, entspannt Anhänger fahren, sich beim reiten sauber lenken lassen ohne die Balance zu verlieren. Und wenn ich sehe, wie beide zueinander finden in den kleinen Dingen, dann strahle ich über alle Backen und bin voller Stolz. Da kann keine Lektion der Welt mithalten, wenn sie nicht das selbe Glück in beiden Gesichtern erzeugt.

Ich kann Euch aus eigener Erfahrung versichern: wenn unsere Pferde tot sind (und das wird früher oder später nunmal der Fall sein) bleibt uns ein Gefühl zurück. Erinnerungen – ja. An Leistungen und Erlebnisse – auch. Aber vor allem das Gefühl: was hat unser Pferd uns geschenkt?

Finlays Geschenk ist durch den harten Abschied noch immer vergiftet. Aber der sanfte, leichte Abschied von unserer Hündin Sali lässt mich staunend und ganz ohne Traurigkeit zurück: sie hat mir 16 Jahre Glück geschenkt. Sie war selbst so glücklich und so fröhlich und das bleibt in mir zurück und macht mich unendlich reich. Sie hat nichts besonderes geleistet, keine Preise gewonnen, keine Shows gemacht. Sie war nur einfach jeden Tag da und wir waren jeden Tag glücklich, uns zu haben. Und jetzt, wo sie nicht mehr da ist, finde ich heraus, dass ich dem nicht hinterhertrauere, denn ich habe einen großen, vollen Topf Glück und der ist immer noch da und bleibt für immer voll. Und es ist dieses Glück, dass ich mit Duncan suche. Es liegt in der Einfachheit einer guten Basis, fernab von Leistung. Und wenn ich Glück habe, habe ich später 30 Jahre voller Glück gesammelt, die mir niemand mehr nehmen kann.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 49

Wie Ihr ja wisst, bin ich Ritter (in Ausbildung). Und natürlich furchtlos (fast). Aber gelegentlich (ich hatte es hier https://schotten-pony.com/2020/03/22/aus-dem-tagebuch-des-sir-duncan-dhu-3/ schon mal erwähnt) bin ich doch noch nicht ganz furchtlos.

An unserem einen Spazierweg, gar nicht weit von zu hause, steht mein neuer Freund. Zumindest meint mein Mädchen es sei mein Freund. Ich bin da noch nicht ganz überzeugt. Sie sagt, es ist eines von den Dingern, in die man den Müll schmeißen soll anstatt ihn in die Landschaft zu werfen. Aber ich glaube, ich bin nicht der einzige, der erst verstehen musste, dass das glänzende Ding mein Freund ist! Es scheint, dass auch viele von Euch Menschen Angst vor diesen Dingern haben – warum solltet Ihr sonst den Müll in die Landschaft werfen anstatt da rein?

Na jedenfalls glänzt der so extrem in der Sonne, das finde ich etwas merkwürdig. Und mein Mädchen, dieses verrückte Ding, hat angefangen, mit der Gerte auf ihm herum zu hauen. Oh oh! Da habe ich große Augen gemacht! Es kam mir nicht klug vor, das Ding zu provozieren – was, wenn es doch Zähne hat? Aber sie hat nur gelacht und gesagt, der sei wirklich harmlos. Sie fand ich sollte mir das doch mal anschauen. Hab ich gemacht. Und da habe ich doch tatsächlich einen Keks auf dem Ding gefunden! Erstaunlich, wo überall Kekse rumliegen!

Beim ersten Mal war ich nicht überzeugt dass das harmlos ist.
Aber dann lag da plötzlich ein Keks! Mein Mädchen hat ihn mir gezeigt.

Seitdem macht mein Mädchen immer einen kleinen Halt bei diesem glänzenden Ding, wenn wir dort vorbeikommen. Und dann macht sie „Musik“ (ich finde es ist eher Krach). Neulich durfte ich derweil Gras essen. Mein Mädchen sagt, sie hat mir angesehen, dass ich doch noch nicht ganz furchtlos bin. Weil ich etwas hektisch gefressen habe und das Ding nicht aus den Augen gelassen habe. Aber sie sagt, wenn wir es oft genug machen, werde ich lernen, dass das Glänzeding mein Freund ist. Hm. Ok – wenn ich jedes Mal Gras essen darf könnte das wahr sein….

Das soll Musik sein? Na das muss sie aber noch mal üben!

Euer Sir Duncan dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 48

Heute ist der zweite Sonntag im Monat – Messtag! Das war heute vielleicht kompliziert! Der Mann hat erst behauptet, ich sei geschrumpft. Das Mädchen hat gesagt, dass mein dicker Weidebauch mich runter ziehen würde. Dann musste ich nochmal eine Runde rumgehen und neu an der Wand einparken. Diesmal hab ich mich richtig groß gemacht. Hat geklappt! Ich bin jetzt vorne 135,5cm und hinten 136 cm groß. Damit ich immer sehen kann was ich noch schaffen muss, haben die Menschen mir eine Ziellinie an die Wand gemalt (144cm). Aber mein Mädchen sagt, ich hab noch Zeit bis ich da angekommen sein soll. Mindestens 1,5 Jahre ist ja noch volles, schnelles Wachstum angesagt. Und danach kommt auch noch ein bisschen was an Höhe (und eine ganze Menge Breite, aber die wird bisher nicht gemessen). Also alles kein Thema. Wir sind jetzt fertig angeweidet und dürfen ab morgen 4 mal die Woche die ganze Nacht aufs Gras. Da werde ich wachsen was das Zeug hält! (glaube ich. Unter uns: ich hab da auch keinen Einfluss drauf. Aber nicht meinem Mädchen verraten!)

Die Mess-Wand

Und jetzt, liebe Menschen, verrate ich Euch wie angekündigt mein Geheimnis: Ich kann jetzt ein Reitpad tragen! Schaut nur wie gut ich das mache! Und nächstes Mal darf ich die Taschen mit tragen, hat mein Mädchen gesagt. Weil sie nämlich immer allerhand mitnehmen will wenn wir unterwegs sind. Was zu essen. Was zu trinken. Und eine Jacke. Und das sind Sachen, die so leicht sind, dass ich sie für sie tragen darf. Und einen kleinen Vorrat an Extra-Keksen nehmen wir dann auch mit hat sie gesagt. Juhuuuu! Und weil wir dann mehr mitnehmen können, können wir auch viiiiiiel länger unterwegs sein

Ritter, ich glaube das hatte ich nicht ….

doch doch das hast du versprochen ich erinnere mich ganz genau!

Du Raubritter! Hab ich gar nicht versprochen! Nur mal laut angedacht.

Picknickausflug hast Du gesagt!

Ok ich gebe auf.

Da staunt Ihr was!

Mein Mädchen hat mir das mit dem Reitpad beim Rumstehen beigebracht. Das war leicht. Ich hab schon kapiert, dass sie immer bloß will dass ich mich entspanne. Und das mache ich jetzt auch immer, egal was für komischen Kram sie macht. Deswegen hat mich auch der Gurt nicht gestört. Sie sagt, als nächstes üben wir beim Rumstehen das Einsprühen. Das finde ich nämlich noch nicht ganz so gut. Bestimmt soll ich mich da auch wieder entspannen.

Euer entspannter, riesengroßer, erwachsener Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 47

Neulich waren wir alle zusammen los – Diego der Große und ich, der Mann und das Mädchen und der Drahtesel. Wir Ponys sind in der Wackelkiste gereist, der Drahtesel durfte vorn im Auto mitfahren bei den Menschen.

Auf der Reise gibt es immer Heu. Auch für den Esel!

Dann sind wir alle ausgestiegen, der Mann ist auf Diego den Großen geklettert, das Mädchen auf den Drahtesel und dann hat der Mann meinen Strick genommen und es ging los. Oje, das war ein großes Chaos am Anfang! Es hat so gar nicht gepasst mit dem Tempo und ich hab mich dann doch ein bisschen aufgeregt darüber dass es nicht geklappt hat. Und dann hat der Mann sich aufgeregt weil ich mich aufgeregt habe und das Mädchen hat sich aufgeregt weil der Mann sich aufgeregt hat. Diego war auch ein bisschen aufgeregt wegen all der Aufregung.

Naja, nachdem wir uns alle aufgeregt hatten haben wir uns dann nach und nach wieder abgeregt. Und dann ging es ganz prima! Nachher haben die Menschen noch die Reittiere getauscht (der Mann ist auf den Drahtesel gestiegen und das Mädchen auf Diego) und wir sind noch ganz viel getrabt. Das war toll! Und etwas anstrengend. Es war auch so schwüles Wetter, da haben Diego und ich sogar ein bisschen geschwitzt und geschnauft.

Nach all der Aufregung haben die Menschen überlegt, wie es nächstes Mal besser laufen kann. Wir werden sehen, ob das klappt!

Oh und ganz bald zeige ich Euch was ich noch erwachsenes gelernt habe – da werdet Ihr Augen machen! Vielleicht, vielleicht schon morgen oder übermorgen….

Euer geheimnisvoller Sir Duncan Dhu of Nakel

P.S. Ich bin leider kein Stück weiter was die Frage nach der Rangordnung zwischen dem Mann und dem Mädchen angeht – ich wollte das ja anhand dessen erforschen, wer den Drahtesel öfter reiten muss (der ist lange nicht so schön zu reiten wie Diego der Große! Und er sieht auch nicht so hübsch aus). Aber bisher haben sie immer nach der Hälfte der Strecke getauscht. Hmmmmmmm.

Die Weisheit des Rückblicks

English version below

Ich starte meine Blog mal wieder mit einem kleine Comic von der wunderbaren Jean Abernethy
www.jeanabernethy.com deren Bilder immer so viel lustig verpackte Weisheit enthalten. Übrigens werdet Ihr demnächst noch mehr von Jean zu sehen bekommen – Überraschung in Sicht! Nur noch 2 Wochen Geduld….

Für die, die eine Übersetzung des Comics brauchen: „Wisdom of Hindsight“ ist nicht ganz so gut zu übersetzen. Wir würden sagen „hinterher weiß man es besser“. Das Pony Grace sagt „unterschätze niemals, was man hinterher alles besser weiß“ und Fergus fragt „können wir das, was wir hinterher besser wissen, ihm Vorhinein erfahren?“

Im Moment, da Finlays erster Todestag näher rückt (und mir ganz schön zu schaffen macht) vergleiche ich wieder mehr. Aber nicht Finlay mit Duncan sondern mich selbst mit mir selbst. Damals, als ich Finlay bekommen hatte, war ich so sicher, den richtigen Weg zu kennen. Jetzt schaue ich zurück und staune, wie schwer ich uns beiden das Leben gemacht habe. Und es bleibt nicht aus, dass ich mal traurig bin darüber, dass ich das, was ich heute weiß, damals noch nicht wusste. Auch wenn mir natürlich klar ist, dass das immer so sein wird. Auch bei Merlin denke ich oft: wenn ich vor 15 Jahren so hätte reiten können wie ich es heute kann – was hätte aus diesem Pferd werden können! Aber ich konnte es nicht. Ich kann es jetzt nur, weil Merlin mich so viel gelehrt hat. Merlin erntet die Früchte seiner eigenen Arbeit – er hat mich wirklich reiten gelehrt und profitiert jetzt von meinen verbesserten Fähigkeiten, die bedeuten, dass ich ihn auch im fortgeschrittenen Alter von 27 (oder mehr?) Jahren noch gut in Form halten kann und er fit ist wie ein Turnschuh. Finlay konnte leider nur in sehr geringem Maße von dem profitieren, was er mir beigebracht hat. Es ist Duncan, der jetzt von Finlays Arbeit profitiert. Der „kleine Bruder“, der es besser hat, weil der große mir gezeigt hat, was alles so nicht funktioniert.

Ich hätte sehr gern im Vorhinein gewusst, was ich jetzt im Nachhinein alles besser weiß. Aber – im Comic sieht man es an dem Gesichtsausdruck von Pony Grace im letzten Bild – das ist ein unerfüllbarer Wunsch.
Oder?
Eigentlich nicht. Eigentlich erhalten wir jeden Tag Wissen im Vorhinein, das jemand im Nachhinein erworben hat. Das nennt man Unterricht, Ausbildung oder Erziehung. Einer meiner Ausbilder im Pferdebereich sagte manchmal Sätze wie „wenn Du das und das machst, läufst Du Gefahr dass dein Pferd so und so reagiert – rate mal woher ich das weiß…“ und spielte damit darauf an dass er das ausprobiert hat und es schiefgegangen ist.
Ständig bekommen wir solche Dinge gesagt. Wie oft sage ich meinen Schülern Dinge, die ich selbst nur deswegen weiß, weil ich im Nachhinein klüger geworden bin.
Wenn ich Unterricht nehme, bezahle ich Geld dafür, die Fehler, die ein anderer gemacht hat, nicht machen zu müssen.
Problematisch wird es erst, wenn ich dann feststelle (wie ich es schon so oft getan habe), dass die gelehrte Methode nicht zu mir und meinem Pferd passt oder dass der Lehrende selbst mit veralteten Methoden arbeitet oder dass das Ergebnis, was ich glaubte, erreichen zu wollen, doch gar nicht so attraktiv für mich ist wie ich dachte. Das etwas, was dieser Ausbilder als Fehler betrachtet, für mich und mein Pferd genau das richtige ist.
Und schon bin ich wieder im Nachhinein schlauer.
Und wenn ich dann versuche, das, was ich gelernt habe, an meine Schüler weiterzugeben, stehe ich vor dem selben Problem: passt das, was ich weiß und kann und erfahren habe, zu meiner Schülerin und ihrem Pferd? Oder muss ich ganz woanders ansetzen? Viele meiner Schülerinnen schätzen eben das an mir: dass ich ihnen nicht etwas überstülpe was nun mal mein Konzept ist, sondern versuche, mit ihnen und ihrem Pferd gemeinsam einen guten Weg zu finden. Aber trotzdem sind wir im Nachhinein manchmal schlauer und stellen fest: das war nicht der Weg, der uns zum Ziel führt. Wir müssen umdrehen und neu anfangen.

Mit Duncan fange ich auch neu an und baue auf der Jungpferdeerfahrung mit Finlay auf sowie den Erfahrungen die ich in meinem Kundenkreis gesammelt habe. Und manchmal wenn ich überlege, ob das alles so richtig ist was ich da mache, mache ich mir klar, dass ich ganz bestimmt in 10 Jahren Dinge weiß, die ich anders machen würde. Und dass das nicht schlimm ist, weil es immer so sein wird – egal wie viel ich weiß und kann. Sollte es einmal nicht mehr so sein, kann ich mich wohl ebensogut beerdigen lassen, denn wenn der Tag kommt an dem ich nichts mehr lerne ist das sicher nicht der Tag an dem ich alles weiß, sondern der, an dem ich zu arrogant, verstockt und verbohrt bin und mir Fehler einzugestehen. (Möge dieser Tag niemals kommen)

Mit Finlay wollte ich unbedingt alles richtig machen. Mit Duncan lebe ich viel mehr in den Tag hinein und schaue was sich so ergibt. Ziele habe ich schon, das wisst Ihr ja: erst fahren, später Distanzritte. Und ja, auch meine Dressurambitionen bleiben natürlich da. Wie ich Duncan das erkläre, weiß ich noch nicht. Aber da haben wir ja noch Zeit. Erst mal beobachte ihn viel mehr als ich Finlay beobachtet habe. Ich schaue mir an was er mag und was nicht und überlege dann wie ich da hin komme, dass er das mag, was ich gern machen möchte. Und wie ich das, was er gerne möchte, selbst mögen lernen kann.
Finlay sollte das perfekte Leben haben. Er sollte das glücklichste, gesündeste Pony der Welt werden. Stattdessen hatten wir einiges an körperlichen Schwierigkeiten zu überwinden und dann, als die Grundausbildung abgeschlossen war, war er plötzlich tot.
Ich hoffe und glaube, dass er trotzdem ein schönes Leben hatte, aber es war nicht das, was ich mir vorgestellt habe.
Bei Duncan bin ich durch diese Erfahrung ganz anders davor. Ich akzeptiere sehr viel mehr, dass ich nicht alles im Griff habe, dass gesundheitliche Probleme auftauchen können von denen ich vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt, dass mein Pony sich in eine Richtung entwickeln kann, die ich nicht erwartet habe und dass ich im Nachhinein feststelle, dass meine Konzepte nicht zu ihm gepasst haben. Das ist die „Wisdom of Hindsight“ die ich aus Finlays Leben mitnehme, das ist das, was ich jetzt – im Nachhinein – besser weiß.

Manchmal, wenn Duncan so im Paddock steht und neben den anderen Ponys so winzig und jung aussieht, kann ich mir gar nicht vorstellen, wie er einmal sein wird, wenn er ausgewachsen ist. Dann wieder sehe ich ein Foto oder erinnere mich wie er vor ein paar Monaten aussah und wundere mich, wie viel größer und erwachsener er schon ist. Ich bemerke, was er alles gelernt hat und was er nun alles schon kann und ich staune über seinen tollen Charakter, der sich jetzt – so meine ich zumindest – schon das eine oder andere Mal zeigt ohne von Babyverhalten und Pubertät überspielt zu werden.
Aber all die Vorstellungen, wie es einmal sein könnte, sind mit großen Fragezeichen versehen und im Wesentlichen bin ich einfach dankbar für jeden weiteren Tag den er hier bei mir ist, lebendig und munter, und das reicht eigentlich auch schon. Denn wie ich am eigenen Leib erfahren musste, ist das nicht selbstverständlich. Und auch das ist so eine „Wisdom of Hindsight“ die einem viele Leute sagen, die es erlebt haben. Sei heute dankbar, morgen kann es vorbei sein. Ich war immer dankbar, und ich bin besonders dankbar für eine letzte Finlay-Erinnerung an den Tag vor seinem Tod, an dem wir gemeinsam auf dem Reitplatz waren und er mir einen besonders wunderbaren Augenblick geschenkt hat. Ich bin dankbar dafür, dass ich gelernt habe, im schönsten Moment aufzuhören, denn so ist das meine letzte schöne Erinnerung an ihn. Ich wusste, dass es morgen vorbei sein kann und doch wusste ich es nicht. Denn Wissen im Kopf und Wissen im Gefühl ist oft so unterschiedlich, dass es wenig miteinander zu tun hat. Da hilft manchmal der beste Lehrer nichts, sondern nur das eigene Erleben, um im Nachhinein schlauer zu sein. Und der Lehrer darf sich dann verkneifen zu sagen „ich hab es Dir gesagt“, sondern er darf akzeptieren, dass man manche Erfahrungen selbst machen muss und dass es nicht immer möglich ist, das, was man hinterher besser weiß, im Vorhinein zu erfahren. Manchmal kommt die Weisheit eben erst im Rückblick.

English version

The wisdom of hindsight

Again I am starting this article with a little comic of the wonderful Jean Abernethy http://www.jeanabernethy.com whos pictures always contain so much funnily packed wisdom. By the way you will see more of Jeans work here soon – a surprise is on its way! Only two weeks of patience…

At the moment, with the first anniversary of Finlays death coming nearer (this giving me some trouble) I am comparing again. But I do not compare Finlay and Duncan, I compare myself with myself. When I first got Finlay 9 years ago I was sure I knew the right way. Now I am looking back and I am astonished how difficult I made things for the two of us. And of course there are times when I feel sad that I did not know then what I know now. Even if I am aware that this will always be the case. With Merlin too I sometimes think „if I had been able to ride the way I am riding now 15 yeas earlier – what would have been possible for this horse!“ But I was not able to. I am only able to ride that way now because Merlin taught me. He is reaping his reward now, having really taught me to ride so that now I am able to keep him fit and healthy at age 27 (or older?). Finlay on the other hand was not able to benefit from what he taught me. Duncan is now reaping the harvest of Finlays teachings. The „little brother“ benefiting from the older ones work.

I would have liked to get the wisdom of hindsight in advance. But – as we can see in Graces face in the comic – that is impossible.
But is it?
Not really. In fact we are getting the wisdom of hindsight in advance every day. It is called education or teaching. One of my horse-teachers sometimes said things like „if you do this, your horse will be likely to do that – guess how I know….“ meaning that he had tried it and found out the hard way that it didn‘t work.
Often we hear things like that. How often do I tell my students things I only know because I got the wisdom of hindsight.
If I am taking lessons I am paying for not having to make the same mistakes that my trainer made. The point where this becomes problematic is when I discover that what this person teaches does not fit me and my horse (which I discoverer pretty often) or that this teacher is working with out-of-date methods or that the goals I was trying to reach are not as attractive as I thought they would be. Sometimes the things that these teachers see as a mistake are actually helpful for me and my horse. And again I am finding wisdom in hindsight.
And then, when I try to convey to my students what I have learned, I have the same problem: does this fit for the student and her horse? Or do I have to start at some different point? Many of my students like this about my lessons: that I am not imposing some concept on them but trying to find individual solutions for everybody. But still we are sometimes wiser in hindsight. Sometimes we need to admit: this was not the way, we need to turn back and start again.

Well, I am starting from scratch again with Duncan, using my experience of Finlay and the young horses of my customers. And sometimes, when I start wondering whether this is the right way to do things, I remind myself that 10 years from today I will surely know more than today and do things differently. And that this is not a bad thing but that it will always be that way. Should it not be like this any more I could just as well jump into my grave because the day I stop learning will not be the day that I know everything but the day that I am to arrogant or to stubborn to admit I was wrong. (May that day never come)

With Finlay I was determined to do everything right. With Duncan I am living for the moment and see what happens. I do have goals, as you know: first driving, than endurance riding. And yes, my ambitions in dressage riding are still there as well. How I am going to explain that to Duncan I do not yet know. But we do have time. First of all I am observing him much more than I was observing Finlay. I find out what he likes and what he doesn‘t like and think about how I could get him to liking the things I would love to do. And how I could like the things he wants to do.
I planned the perfect life for Finlay. He was supposed to be the happiest, healthiest Pony in the world. Instead we had some health-issues to deal with and just when his basic education was completed, he was dead all of a sudden. I hope and trust that he had a good life never the less, but it was not the life I dreamed up for him.
Due to this experience I feel differently for Duncan. I accept, that I do not have everything under my control, that there could be health-problems I never even heard of, that my Pony might develop to something I did not expect and that I will maybe find out in hindsight that my concepts did not work for him. This is the „wisdom of hindsight“ I take away from Finlays live, this is what I know better now.

Sometimes when I see Duncan standing in the paddock between the other horses, looking so tiny and so young I am not able to imagine him grown up. Then I look at a picture of a few months ago and marvel at how much bigger and more grown-up he is already. I realize all the things he has learned and am amazed about his great character which – I think – shows up every now and then without puberty or childhood covering it.
But the ideas about how it could be in future all have big question marks and on the whole I am just grateful for every day he is here, alive and cheerful and that is quite enough. Because as I experienced first hand this is not a given. This too is a „wisdom of hindsight“ that many people who experienced it tell you. Be grateful today, it could be over tomorrow. I have always been grateful and I am especially grateful for my last memory of Finlay the day before he died, when we were in the riding arena and he gave me a particularly wonderful moment. I am grateful for having learned to stop at the best moment so that this is my last, wonderful memory of him. I knew it could be over tomorrow and yet I did not know. Because knowing something inside your head can be very different from knowing something in your heart. And the best teacher will fail in these cases for only the first-hand experience will teach us that. And the teacher may restrain from saying „I told you so“ but accept, that some things need to be experienced to make them truly understandable. So in these cases it is not possible to gain the wisdom of hindsight in advance. Sometimes the wisdom of hindsight comes – well – in hindsight.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 46

Gestern waren wir wieder mit meinem Spaziergehkumpel los. Ich hatte wieder den Mann am Strick und mein Mädchen den Spaziergehkumpel, damit sein Mädchen auf seinem Rücken sitzen kann.

Der Mann achtet mehr auf Details, der geht nicht einfach so mit mir los. Da muss alles seine Ordnung haben. Meinem Mädchen ist es ja egal wenn ich zottelig aussehe – sie sieht selbst auch immer zottelig aus – aber der Mann hat mich erst mal schön gebürstet. Nicht nur mein Fell von der Schlammmaske befreit die ich mir gemacht hatte (gegen die Fliegen), sondern auch mein wunderschönes Langhaar auf Vordermann gebracht. Oooooooh ich sah nachher so schön aus!! Ich werde ihn zu meinem persönlichen Coiffeur ernennen.

Schau, mein Mädchen, so musst du es machen!
Der Ritter in glänzender Rüstung – das bin ich!

Und dann hat der Mann meinem Mädchen den ganzen Spaziergang vorgeschwärmt dass ich nicht nur schön, sondern auch artig bin. Ganz erwachsen und vernünftig und so.

Läuft bei mir!

Und artig war ich auch, sagt der Mann. (Und der muss es wissen)

Bei meinem Spaziergehkumpel lief es auch gut. Er hat jetzt kapiert dass er einfach nur geradeaus gehen soll – wie sonst auch wenn keiner draufsitzt. Tsss, ich hätte ihm das ja gleich sagen können aber auf mich hört ja keiner.

Euer wunderschöner Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 45

So, liebe Menschen, jetzt bin ich es leid. Ich warte nicht länger. Ich werde JETZT erwachsen. Das ist mir sonst echt zu blöd. Mein Spaziergehkumpel hat neulich sein Mädchen zum ersten Mal durchs Gelände getragen. Mein Mädchen hat ihn geführt und ich bin mit dem Mann am Strick hinterher gedackelt. So und nun ratet mal wer einen Keks nach dem anderen bekommen hat! Na ich war das nicht!! Menno.

So viele Kekse hat er bekommen! Von MEINEM Mädchen! Und ich?

Und deswegen habe ich beschlossen, das Erwachsenwerden etwas vorzuziehen. Zwecks Verbesserung der Keksrate.
Also bin ich gestern allein mit meinem Mädchen und dem Mann spazieren gegangen – eine ganze Runde (sonst haben wir immer irgendwo umgedreht) und habe mir einfach nicht anmerken lassen, dass ich doch ein bisschen aufgeregt war. Ich hab immer ganz erwachsen geguckt und war meeeeeeeega artig. Das mit dem Äppeln konnte ich halt nicht verhindern. Aber die Keksrate war gut und grasen durfte ich auch.
Und heute hat mein Mädchen meine Hufe hübsch gemacht. Dafür hat sie mich angebunden – das haben wir lange nicht geübt und sie sagt das muss auch mal wieder sein. Und dann ist sie in Verzücken ausgebrochen weil ich alles sooooooo gut gemacht habe. Ihr wisst schon – weil ich ja jetzt erwachsen bin. Gab auch ordentlich Kekse. Sie hat gesagt, ich habe das besser gemacht als viele ihrer großen Kundenpferde. So! Jetzt ist Schluss mit Babykram. Fertig.
Ich hab auch noch was anderes erwachsenes gelernt, aber das erzähle ich Euch nächstes Mal.

Euer erwachsener Sir Duncan Dhu of Nakel