Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 19

Meine Ausbildung zum Ritter umfasst auch immer wieder das Training mit anderen Ponys als denen meiner Herde. Hier seht Ihr eine besonders intensive Trainingseinheit im Nahkampf mit meinem Spaziergehkumpel von nebenan. Wir haben eine Stunde so trainiert bis wir beide ordentlich verschwitzt und aus der Puste waren. Das war toll! Und ich schwöre, mein Po ist jetzt noch schöner als vorher. Soll ich Euch mal ein Foto…

Oh mein Mädchen schaut schon wieder so streng, muss aufhören!

Euer Sir Duncan Dhu

Sorry technische Panne. Video kommt nach!

Lebkuchen zu Ostern

Die beste Mutter der Welt (meine) lässt uns zu Ostern immer Naschi zukommen. Damit wir nicht vom Fleisch fallen und unsere gute Laune behalten!
Dieses Jahr ist ja aber alles anders. Meine Mutter meidet (zum Glück) den Supermarkt – kein Naschi-Einkauf – und sie möchte dass wir das auch tun, also ist es mit einer Geldspende auch nicht getan, denn dann wären wir ja versucht, einen Naschi-Einkauf zu tätigen!
Also wird meine Mutter kreativ. Und was fällt ihr da ein? Dass sie uns auch in der Adventszeit immer Naschi zukommen lässt und zwar vom Lebkuchen-Lieferanten!

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Lösungen


Was tut meine Mutter also? Sie lässt uns Lebkuchen zu Ostern liefern!
Was für ein Glück dass ich sowieso immer diejenige bin, die das ganze Jahr über Lebkuchen essen könnte (ja ich bin auch die, die im September die ersten Lebkuchen aus den Supermarkt-Regalen mitnimmt – nur falls Ihr mal wissen wolltet wer die dann schon kauft!). Und was für ein doppeltes Glück, dass der Lebkuchen-Lieferant anscheinend meiner Meinung ist: Lebkuchen geht immer! Und also sogar liefert.

Lecker Lebkuchen zu Ostern!


Und Ihr wisst: für mich hat alles immer etwas mit Pferden zu tun – sogar das.
Pferdeausbildung funktioniert nämlich genau so. Man nehme eine Situation in der das Pferd nicht weiß was zu tun ist (wie meine Mutter: das bisherige Konzept zu Ostern funktioniert dieses Jahr nicht). Nun wird dieses Pferd Verhaltensweisen ausprobieren (sagen wir mal: wenn es ein gut ausgebildetes Pferd ist, das weiß, dass es sich lohnt, Verhaltensweisen auszuprobieren und das keine Angst hat, dabei Fehler zu machen). Im Gegensatz zu meiner Mutter, die Verhaltensweisen lediglich im Kopf als Szenario durchspielt und dann die beste aussucht, wird das Pferd ganz real dieses oder jenes Verhalten zeigen um zu sehen wie wir darauf reagieren. Im NLP nennt sich dieses Verfahren „Test-Operate-Test-Exit“ also feststellen was das Problem ist, eine Handlungsweise probieren, Nachtesten ob das Problem jetzt gelöst ist. Wenn das Problem nicht gelöst ist, eine andere Handlungsweise probieren, wieder Nachtesten etc so lange bis das Problem gelöst ist.
Ich erkläre Euch das an einem Beispiel. Ich rufe Duncan. Er weiß: ich habe einen Keks für ihn. (test: er stellt fest, dass er den Keks haben will) Aber er weiß noch nicht genau, wie er sich verhalten soll, wenn ich ihn rufe. Er bleibt stehen und schaut betont weg. (Operate: kriegt er so den Keks? ) Ich rufe ihn wieder (Test: er stellt fest, dass er den Keks nicht bekommen hat). Er kommt ein Stück auf mich zu (Operate: vielleicht bekommt er den Keks jetzt?) aber er hält zu früh an, ist noch zu weit weg. (test: er hat den Keks noch nicht bekommen.). Er bleibt dort stehen und schaut betont weg (operate: vielleicht klappt wegschauen jetzt, wo er näher dran ist?). Er bekommt den Keks immer noch nicht (test: kein Keks). Operate: er kommt näher. Er bekommt den Keks (Exit: Problem gelöst). Er merkt sich: rufen = kommen = keks.

Genau so läuft es auch im Kopf meiner Mutter ab, nur dass keine reale Handlung erfolgt. Sie spielt Möglichkeiten durch und findet schließlich eine, die funktioniert.
Nun ist es so: je länger wir leben (und meine Mutter ist einen Hauch älter als Sir Duncan) desto mehr Erfahrung sammeln wir mit diesem Prinzip. Je mehr Erfahrung wir sammeln, je mehr Probleme wir in unserem Leben schon gelöst haben, desto mehr Lösungsmöglichkeiten stehen uns zur Verfügung.
Das ist etwas was ich beim Unterrichten häufig beobachte: ein guter Lehrer hat das Problem, dass sein Schüler mit seinem Pferd hat, schon öfter gesehen und verschiedene (!) Lösungsstrategien entwickelt und ausprobiert (ein schlechter Lehrer wendet einfach stumpf immer die selbe Strategie an und wenn sie nicht funktioniert macht er mehr davon). Der gute Lehrer weiß, welche Lösungsstrategien bei welchem Pferd und welchem Menschen funktioniert haben, also auch, welche häufig funktionieren und welche selten, welche bei diesem Charakter eher funktionieren oder bei jenem. Er wird dann die erfolgsversprechendste Lösung probieren. Sollte die nicht klappen, hat er aber auch noch andere Lösungen in petto und das ist das, was wir „Erfahrung“ nennen.
In meiner NLP-Ausbildung habe ich gelernt, für ein Problem 10 Lösungen zu finden, mögen sie auch noch so absurd sein. Es schult unsere Kreativität, das zu tun und wir werden flexibler in unseren Strategien. Ich lade Euch ein, das auch öfter mal zu tun, es macht Spaß und ist gut fürs Gehirn!
Sir Duncan jedoch mit seinem kleinen Erfahrungshorizont hat noch gar keine 10 Lösungsmöglichkeiten parat. Er wird also zunächst immer die zwei oder drei Dinge ausprobieren die er kennt. Am Anfang kannte er nur eine Lösung um an Futter zu kommen: rückwärts gehen. Dann haben wir die zweite Lösung erarbeitet: stehenbleiben (daraus hat er „stehenbleiben und wegschauen“ gemacht, weil ich das wegschauen unbewusst mit belohnt habe). Jetzt erlernt er eine dritte Möglichkeit: zu mir kommen. Und dann fängt es an interessant zu werden, denn zu mir kommen beinhaltet letztlich dann auch, rechtzeitig stehenzubleiben. Ich möchte ja nicht umgerannt und auch nicht überholt werden. Er soll kommen und in gutem Abstand vor mir stehenbleiben. Durch sein test-operate-test-exit-Verfahren kann er jetzt herausfinden, was ein guter Abstand ist.
Dann wird er weiter Details erproben: wie schnell soll ich kommen, wann soll ich NICHT kommen bzw wann lohnt sich kommen nicht, mit welchem Gesichtsausdruck soll ich kommen etc.
Das interessante für mich ist, dass Pferde – wenn sie gut ausgebildet wurden – dieses Vorgehen von allein anwenden. Sie werden stets neue Verhaltensweisen ausprobieren und immer noch versuchen, Dinge zu verbessern.
Menschen hingegen tun das nicht immer. Menschen sagen oft zu mir „das kann ich nicht“ und sind geneigt, dann aufzuhören, es zu probieren. Häufig bin ich diejenige, die dann in der Mitte vom Reitplatz steht und sagt „probiere es nochmal“ oder „probiere etwas anderes“.
Und dann denke ich an meine Mutter. Meine Mutter war oft sauer wenn ich gesagt habe „ich kann das nicht“. Ich war dann auch sauer, denn ich wollte Hilfe und sie hat sie mir verwehrt, weil sie fand, ich könnte es doch nochmal probieren oder mir eine andere Lösung überlegen.
Ein schmaler Grat – wann helfen wir, wann lassen wir unser Pferd „auflaufen“ und selbst probieren? Auch bei Schülern: wie oft lasse ich meinen Schüler das probieren bevor ich eingreife? Heute neige ich dazu, Schüler und Pferde viel probieren zu lassen. Aber manchmal begegnen mir Pferde oder Menschen, die viel Unterstützung brauchen, die noch wenig eigene Lösungsstrategien haben. Deren Erfahrungshorizont so klein ist wie der von Klein-Duncan. Dann muss ich helfen. Lösungen vorschlagen, Aufgaben vereinfachen. Manchmal staunen meine Schüler über die kreativen Ideen die ich habe. Manchmal staune ich, dass sie Ideen kreativ finden, die ich ganz offensichtlich fand. Manchmal haben aber auch meine Schüler die kreativen Ideen und ich kann etwas von ihnen lernen.

Sir Duncan fördere ich bewusst darin, es selbst zu probieren. Und schon jetzt – viel früher als ich es bei Finlay getan habe – arbeite ich mit ihm daran, dass nicht immer alles gleich ist. Die Lösung für Futter ist nicht immer stehenbleiben. Und nicht immer rückwärts gehen. Sondern situationsabhängig auch mal herkommen. Und er fängt an zu merken, dass die Gleichung manchmal ein paar Unbekannte enthält und das Ausprobieren erlaubt ist und zum Ziel führt. Dann holt er sein Klemmbrett raus und macht sich Notizen.
Und ich denke an meine Mutter und an Lebkuchen zu Ostern und daran wie wichtig es ist, dass wir uns darin üben, Lösungsmöglichkeiten zu finden: möglichst 10 Stück für ein Problem, mögen sie noch so absurd sein. Und dass wir unserem Pferd erlauben, auch mal absurde Lösungsmöglichkeiten auszuprobieren, kreativ zu sein und auszuprobieren.

Und jetzt, Ihr Lieben, wünsche ich Euch schöne Ostern. Ich werde dieses Wochenende nicht nur Ostereier essen sondern auch lecker Lebkuchen.

Bleibt gesund!

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 18

Nachdem ich ja so viel gewachsen bin, bin ich jetzt nicht nur stark, sondern auch groß. Und Hengst. Und ich habe beschlossen dass ich mir jetzt einfach nicht mehr alles vorschreiben lasse! Mir reicht‘s! Mein Mädchen redet mir ständig rein wenn wir spazieren gehen. Ist ja ok, ich kann mal stehenbleiben und auf sie warten. Aber dann dieses Gebummel! Hopp hopp, Galopp meine Liebe! Nicht so lahmarschig! Und hör auf mich immer zu gängeln, ich glaube es ja wohl nicht! Ich bin ein GROSSER STARKER HENGST!

Und wenn Kopfschütteln und Huf aufstampfen nicht reicht werde ich demnächst zu anderen Mitteln greifen!!

Und ich habe auch keine Lust mehr, mich immer an Deine Essensregeln zu halten! Ich will einfach sofort an mein Futter, was soll denn das, das wir immer erst vom Tor weggehen müssen!

Wie es gibt sonst nichts? Wieso sitzt sie eigentlich immer am längeren Hebel? Und wieso genau regt sie sich so wenig auf wenn ich am Strick herumtanze? Ich gebe mir wirklich große Mühe ihr zu zeigen was für ein prächtiger Hengst ich bin und sie ist völlig unbeeindruckt? Mädchen, merk mal was! Ich bin der Schönste hier! Und ich lasse mir von Dir nichts sagen! Ihr Menschen wollt immer alles bestimmen aber JETZT IST SCHLUSS DAMIT!

Meine Herde sieht das anders, aber wenigstens einer hier ist meiner Meinung. Mein Spaziergehkumpel, (ihr wisst schon, der nebenan wohnt) mit dem habe ich gestern das erste Mal richtig gespielt nach unserem Spaziergang. Und dabei haben wir uns unterhalten. Der findet das auch voll blöde dass die Menschen immer alles bestimmen. Meine Herdenkumpels sind da ja so weichgespült. Gehirngewaschen möchte ich fast sagen. Die machen alles was die Menschen ihnen sagen. Einfach so. Ohne Nachfragen, ohne Diskussion. Und wenn ich protestiere sagen sie, sie haben gute Erfahrungen damit gemacht. Weicheier. Die sind nur zu feige ihre Meinung zu sagen! Aber jetzt ist Schluss mit lustig, jetzt ziehe ich hier ganz andere Seiten auf, Ihr werdet schon sehen!

So das musste mal gesagt werden!

Euer großer starker Sir Duncan Dhu of Nakel

P.S. Mein Mädchen sagt das wäre wohl der erste Pubertätsschub. So ein Blödsinn! ICH BIN EIN GROSSER STARKER HENGST!

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 17

Neulich bin ich gewachsen. Gefühlte 10 cm an einem Tag. Mein Mädchen sagt das stimmt nicht, aber es hat sich halt so angefühlt. Und leider war das kein gutes Gefühl. Ich war richtig mies drauf, mir hat der Rücken so weh getan und ich war ganz maulig. Mein Mädchen sagt ich wäre nicht in meiner Mitte und würde nicht in mir ruhen wie sonst. Keine Ahnung ich hatte halt einfach schlechte Laune.

Abends beim Essen wollte mein Mädchen sich neben mich stellen und einen Größenvergleich machen. Weil sie ja gesehen hat, dass ich gewachsen bin (so schnell war das, dass sie es gesehen hat – obwohl sie sonst ja nicht viel mitkriegt. Sie hört ja noch nicht mal das Gras wachsen).

Ich hab ihr gesagt sie soll mich in Ruhe lassen. Aber sie hat es nicht gehört. Dann hab ich es nochmal gesagt und nochmal. Aber sie war immer noch da, hat sich an meine Schulter gedrückt um zu sehen wie hoch mein Widerrist ist. Und da hat es mir endgültig gereicht und ich habe ihr gesagt dass ich sie beißen werde wenn sie nicht sofort damit aufhört! Sie hat sich sehr erschreckt. Tat mir ein bisschen leid, aber ich hatte es ja wirklich versucht, es nett zu sagen! Natürlich hätte ich sie nicht wirklich gebissen. Ich bin schließlich Ritter, kein Räuber. Und auch kein Raubritter.

Na und dann hat sie etwas getan was Ihr Menschen viel zu selten tut: sie hat darüber nachgedacht wie sie es besser machen kann.

Und währenddessen hat sie Rumsteh-Training gemacht.

Rumsteh-Training ist das einzige Training wo die Menschen den Fehler immer ausschließlich bei sich suchen. Wir Pferde müssen dabei gar nichts tun und nichts beachten. Sehr schön. Mein Mädchen steht dann irgendwo herum und dann stellt sie sich woanders hin und schaut wie mir das gefällt. Und wenn es mir gefällt stellt sie sich wieder woanders hin. Und dann wieder woanders.

Das hat sie an dem Tag gemacht und am nächsten Tag und am übernächsten Tag. Immer wenn ich gegessen habe mit meinem tollen Futterspielzeug. Am Anfang fand ich es immer noch blöde, wenn sie zu nah kam. Ich hab ihr das gesagt und sie hat ein bisschen darauf gehört. Nicht so richtig, sie ist nicht ganz weggegangen. Nur kurz, dann ist sie wiedergekommen und hat versucht es besser zu machen. Und jetzt finde ich es wieder ganz ok wenn sie beim Fressen neben mir steht. Gar nicht mehr schlimm. Ich mag Rumsteh-Training. Vor allem wenn ich dabei auch noch essen darf (und sie nicht). Und sie sagt, sie hat wieder etwas über mich gelernt. Und übers Rumstehen. Da seid ihr Menschen ja grundsätzlich recht schlecht drin. Aber wie gesagt: sie hat wohl irgendwas gelernt.

Vielleicht ist sie ja doch kein ganz hoffnungsloser Fall. Wie Merlin der Zauberer immer sagt: ich bin ja noch jung und habe viel Zeit sie auszubilden. Ich gelobe feierlich, mein Bestes zu geben.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 16

Ganz ehrlich, liebe Menschen, mein Mädchen ist ja immer ein bißchen schräg drauf. Aber es gibt Tage da dreht sie einfach durch. Heute zum Beispiel.

Ok, es ist ja nett, dass sie immer den Stall für uns sauber macht. Aber dass sie uns alle trennt, dann ungeduldig wartet bis wir etwas abgeliefert haben und das ganze dann in Tüten tut – das finde ich sehr merkwürdig. Nun würde mich das ja im Grunde nicht stören – ich brauche das Zeug ja nicht mehr. Aber die Art und Weise ist doch recht unbequem. Sie stellt jeden von uns in einen extra Stallteil und zwar ohne Futter (warum auch immer) und dann kommt sie dauernd angerannt und schaut ob wir schon fertig sind. Echt jetzt? Gut Ding will eben Weile haben!

Sie sagt, das sei wichtig für meine Gesundheit. Hä? Wieso, was weg ist, ist doch weg.

Das war ein schöner, ordentlich drapierter Haufen. Bis mein Mädchen darin herum gewühlt hat.

Also sie sammelt das Zeug in Tüten und dann – haltet Euch fest – verschickt sie es auch noch mit der Post!

Ich frage mich was der Postbote sich denkt. Vor allem bei der fein-würzigen Duftnote die aus dem Päckchen zieht. Hoffentlich landet das Paket nicht direkt neben einem in dem Schokolade ist oder (noch schlimmer) Pferdefutter.

In die Post damit? Ehrlich??

Einmal war das richtig doof. Ein paar Tage nachdem sie die heiße Ware zur Post gebracht hatte, kam sie mit so einem Zeug an. Das hat sie mir ins Maul gegeben. Eklig war das, das hat so fies geklebt. Angeblich total gesund. Würmer hätte ich, hat sie gesagt. Und zwei Wochen später war sie schon wieder hinter meinem Haufen her. Kontrolle hat sie gesagt. Aber danach war sie zufrieden, wäre alles wieder gut. Uff.

Und jetzt das ganze von vorne. In ein paar Tagen weiß ich dann Bescheid: kommt sie wieder mit klebriger, widerlicher Paste oder erzählt sie mir dass alles gut ist? Ich werde berichten.

Aber ich überlege mir, ob ich weiterhin so brav abliefern sollte. Merlin der Zauberer ziert sich da immer sehr, der lässt sich nicht so leicht in die Karten schauen. Aber ich muss immer so oft. Das kommt vom Wachsen glaube ich. Viel rein, viel raus, sagt mein Mädchen. Aber bei Merlin geht auch viel rein und nur selten was raus. Hmmmmmmm ich muss mir erklären lassen wie das geht.

Nur: nützen tut es ihm auch nichts, also ist es vielleicht auch vergebene Liebesmühe. Er muss so lange einzeln stehen bis er geäppelt hat, da kennt mein Mädchen keine Gnade. Und irgendwann muss man ja nunmal!

Einzige gute Nachricht: diese ganz bekloppten Tage hat sie nur recht selten.

Vielleicht muss ich einfach damit leben. Die Hoffnung, dass sie eines Tages noch vernünftig wird, habe ich schon aufgegeben. Drückt mir die Daumen dass ich wenigstens keine Paste schlucken muss!

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 15

Hui, heute war ein großer Tag für mein Mädchen und mich!

Wir sind in trauter Zweisamkeit ein bisschen spazieren gegangen. So ganz ohne einen anderen Menschen und ohne ein anderes Pferd. Fast schon romantisch…

Allerdings waren wir irgendwie nicht die einzigen die das schöne Wetter schön fanden. Da waren heute vielleicht viele Leute bei uns unterwegs! Ganz viele von den Menschen mit zwei Rädern (mein Mädchen sagt das ist eine gute Übung für mich. Bisschen gruselig finde ich sie ja schon noch, aber nicht mehr so schlimm), zwei davon hatten auch laute Räder aber die fand ich nicht schlimm, die sind ganz langsam gefahren. Manchmal haben wir laute Zweiräder gehört auf der weiter entfernten Straße, dann haben wir beide gelauscht. Aber aus dieser Entfernung sind die ungefährlich, das weiß ich.

So ganz romantisch was es aber doch nicht, denn mein Mädchen hat wieder gemault, ich wäre so eine Rennsemmel. Och menno, was bist Du auch so langsam, Mädchen?

Zwischendurch haben wir etwas gegrast. Das stimmt nicht ganz: ich habe gegrast und sie hat aufgepasst. Wie nett von ihr! Sie schaut dann ob Menschen mit zwei Rädern kommen und warnt mich vor, damit ich mich nicht erschrecke. So kann ich mich ganz auf das leckere Gras konzentrieren. Als sie weiter wollte bin ich einfach stehengeblieben. Und siehe da: plötzlich wollte sie dass ich mich schneller bewege! Sie kann sich anscheinend nicht entscheiden was sie will. Also bin ich zügig losmarschiert und -zack- war ich ihr wieder zu schnell.

Und dann nervt sie mich, bleibt immer stehen wenn ich zu schnell laufe und wartet dass ich einen Schritt rückwärts gehe. Maaaaaaaannnn das ist furchtbar. Ich habe mit dem Kopf geschüttelt und mit dem Huf gestampft aber sie hat es trotzdem immer wieder gemacht. So ist sie: stur wie ein Maulesel. Habt Ihr da ein Mittel dagegen?

So, ich muss wieder weitermachen mit meinem Frühlingsprogramm: Fell abwerfen, in der Sonne dösen, Kumpels ärgern.

Bis bald!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 14

Mein Mädchen darf ja nicht unterrichten. Und wisst Ihr was? Es fehlt ihr so sehr, dass sie angefangen hat, sich selbst zu unterrichten! Das ist vielleicht lustig! Ich steh ja gern am Reitplatz und schaue zu wenn sie den Zauberer Merlin reitet oder manchmal auch Diego den Großen.

Dabei pule ich mir immer Heureste zwischen den Zähnen raus mit der kleinen abgeschnittenen Eiche die da steht und schaue ganz genau zu, was die da so treiben. Muss ja wissen wie das geht! Ich soll das auch alles können wenn ich groß bin, sagt mein Mädchen. Warum man das können soll weiß ich zwar nicht aber es scheint eine Menge Lob und Kekse dafür zu geben – könnte ein hinreichender Grund sein.

So was kann der Zauberer. Ich soll das auch mal können wenn ich groß bin. Warum weiß ich auch nicht.

Na jedenfalls hat sie jetzt angefangen, mit sich selbst zu reden. Dann sehe ich immer wie sie murmelt „atmen“ oder „linke Schulter leicht“ oder „Seifenblase“. Ooooooh das ist so witzig Ihr Lieben! Sie stellt sich auch selbst Aufgaben „Traversale im Trab“ oder „wir versuchen noch eine Piaffe zum Schluss“. Dann tut sie so als würde sie das zu Merlin sagen. Na klar. Ich weiß ganz genau mit wem sie redet, nämlich mit sich selbst!

Aber es wird noch witziger, sie unterrichtet sich sogar selbst wenn wir spazieren gehen. Dann schaut sie mich gedankenverloren an und entwickelt Strategien wie sie damit umgeht wenn ich ihr zu schnell bin und am Strick ziehe. Manchmal fragt sie auch den Mann um Rat. Manchmal nimmt der Mann sogar meinen Strick. Aber meistens unterrichtet sie sich selbst. Dann sagt sie manchmal „oh Mist, falsch belohnt“ (was für ein Quatsch, das geht doch gar nicht!). Oder sie sagt zu mir „entschuldigung da war ich zu langsam“ (bist du sowieso immer mein Mädchen).

Manchmal schüttelt sie auch plötzlich ihren Arm aus, weil der verspannt ist. Oder sie fängt an Schritte zu zählen. Dabei bekommt sie die meisten Sachen ja gar nicht mit und wenn dann viel zu spät. Sie wird noch eine Menge Unterricht brauchen – aber ob sie selbst da jetzt so die geeignete Lehrerin ist?

Sie hat mir erklärt, dass sie das immer macht, nicht nur jetzt. Sie hat so kleine Reitlehrer im Kopf, vor allem zwei bestimmte, bei denen sie am liebsten Unterricht hat. Die sitzen in ihrem Kopf und unterrichten sie. Beide gleichzeitig? Kriegen die wohl Geld dafür? Ich frage mich ja ob das so ganz legal ist was sie da macht. Und ob sie eigentlich ganz dicht ist.

Aber wirklich: es ist einfach total lustig!

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 13

Liebe Menschen, mein Mädchen kann ganz schön gemein sein. Sie hatte ja am 1.April behauptet sie habe einen Termin zum Kastrieren gemacht. Ich hatte wirklich ganz schön Angst! Aber das war ein Aprilscherz! Gar nichts hat sie ausgemacht.

Im Gegenteil. Sie hat mir erklärt, dass ich – als einziger hier! – ein ganzer Mann bleiben darf, so lange ich mich anständig benehme.

Was „anständig benehmen“ bedeutet wollte ich dann gerne genau wissen. Also ich darf meine Kumpels nicht zu sehr ärgern, sagt mein Mädchen. Besonders nicht den Zauberer Merlin, weil der schon ungefähr 100 Jahre alt ist. Aber auch die anderen nicht zu doll. Wenn sie nein sagen muss ich das akzeptieren.

Hmmmmm, schwere Bedingung.

Im übrigen darf ich nicht durch irgendwelche Zäune gehen, krabbeln oder drüber springen, egal wie lecker die Stuten auf der anderen Seite riechen. Ja, ich glaube das kann ich schaffen. Die Stuten sind weit genug weg, ich stelle mir vor sie gehören zu einem anderen Hengst, dann geht das.

Und ich muss lernen draußen im Gelände artig an anderen Pferden vorbei zu gehen ohne gleich den „Rüssel“ raus hängen zu lassen und angeben zu wollen (das habe ich neulich mal versucht, fand sie nicht lustig). Ok ich glaube das schaffe ich auch. Meistens.

Drückt mir die Daumen! Ich möchte nämlich nicht kastriert werden. Die anderen haben mir gesagt dass das nicht schön ist. Gut, es hat natürlich den Vorteil dass man dann nicht mehr so wuschig wird wenn Stuten da sind und dass man insgesamt ein bisschen entspannter ist im Leben. Aber trotzdem… nein nein. Ich werde mich also seeeeeehr bemühen. Mein Mädchen hat versprochen, dass ich eventuell überschüssige Energie in Laufen umsetzen darf, wenn ich etwas größer bin. Gut, ich nehme dich beim Wort, mein Mädchen! Aber dann nicht dauernd bremsen wollen!

Und sie hat gesagt wenn ich ganz ganz ganz viel Glück habe und extrem artig bin gibt es vielleicht irgendwann sogar mal kleine Duncans. Ui das wäre ja aufregend! Stellt Euch mal vor, ein paar mehr von meiner Sorte, wie viel lustiger und schöner die Welt dann wird! Dafür lohnt es sich, mich anständig zu benehmen, glaube ich.

Also: kein Tierarzt nächste Woche, mein Tag ist gerettet. Ach was sag ich, die ganze Woche ist gerettet!

Übrigens wollte ich Euch ein Foto zu diesem Tagebucheintrag posten. Aber mein Mädchen hat sich geweigert. Sie hat gesagt passende Fotos wie ich sie vorschlage wären sehr unanständig. Oooooch wieso? Alles nur Natur! Und ich bin wirklich schon gut ausgestattet, Ihr wärt bestimmt beeindruckt!

Oh, ich muss Schluss machen, mein Mädchen guckt gerade sehr streng….

Bleibt gesund!

Ein halbes Jahr

Wie Sir Duncan Euch bereits am Sonntag verraten hat, hatten wir „Halbjahrestag“. Ist er nun „schon“ ein halbes Jahr bei uns oder „erst“?

So sah Duncan im August aus. Kaum weiße Haare und deutlich kompakter.

Arnulfs spontane Reaktion war „erst“. Es kommt uns meistens länger vor, einfach deshalb weil wir nun in diesem halben Jahr schon so viel zusammen gemacht haben, was sich in meiner Planung und Erwartung über mindestens ein Jahr gezogen hätte.

Im Frühling wollte ich die ersten Spaziergänge wagen, im Sommer die ersten Spaziergänge ohne Begleitpferd und die ersten Touren mit dem Anhänger. Duncan hatte allerdings andere Vorstellungen. Ende September hier eingezogen und schon vor Weihnachten die ersten Spaziergänge gemacht – sogar den ersten klitzekleinen ohne Begleitpferd. Und dann im März mit dem Anhänger los um mit Diego und Duncan im Wald spazieren zu gehen (davon hat Duncan Euch ja auch schon berichtet).

Dazwischen so gar nichts von dem was ich eigentlich geplant hatte – kein Führtraining auf dem Platz, keine Übungen wie Rückwärts, Hinterhand weichen oder solche Dinge. Warum nicht? Weil ich fühle, dass er es blöd findet. Bei Finlay bin ich oft über dieses Gefühl hinweggegangen, ich dachte „das muss so“. Bei Duncan habe ich Dinge einmal angetestet, einmal gezeigt, fand er lustig. Aber dann war er durch damit und wollte raus. Die Arbeit auf dem Platz werde ich ihm – wohl im wahrsten Sinne des Wortes – erst noch schmackhaft machen müssen. Wie Finlay sieht er keinen Sinn darin. Ich habe das inzwischen von vielen Highlandponys gehört: rausgehen und ein Abenteuer erleben, das ist des Schotten Natur. Davon abgesehen hat er auch mit keiner dieser Übungen das leiseste Problem angedeutet. Er hat alles sofort verstanden und auch gemacht. Das heißt natürlich nicht, dass er es wirklich kann. Aber es reicht für sein Alter total aus, der Rest kommt im Zweifel von allein im Alltag – beim Putzen, Verladen und Hufe raspeln übt sich sowas ja auch immer nebenbei. Wenn sich nächstes Jahr Probleme zeigen sollten ist dann noch genug Zeit, das aufzuarbeiten.

Schrecktraining – Ihr habt davon gelesen – habe ich durchaus probiert. Ohne „Erfolg“, denn das meiste fand Sir Duncan irgendwo zwischen „langweilig“, „blödsinnig“ und „lächerlich“. Die Idee, er könnte Fußballspielen lustig finden, teilte er so gar nicht, seine Fußballbegeisterung stimmt genau mit der meines Mannes überein. Nein, bisher ist das einzige was er lustig findet das, was jenseits unserer Grundstücksgrenze stattfindet.

Stillstehen für ein Foto? Laaaangweilig! Mein „Lulatsch“ zeigt erste weiße Haare, besonders am Rücken und große Strähnen in Mähne und Schweif. Das Winterfell lässt ihn auf dem Foto kompakter wirken als er ist.

Manchmal finde ich aber auch, dass er „schon“ ein halbes Jahr da ist. Manchmal ist Finlay noch so präsent und Duncan noch so fremd. Wir kennen uns nun schon ganz gut, ich weiß meistens was er denkt, er weiß meistens was ich denke, aber natürlich ist das kein Vergleich zu meinem Finlay, den ich 8 Jahre lang kannte und mit dem ich alle möglichen Situationen und Abenteuer erlebt hatte. Duncan ist immer noch ein bißchen „neu“ für mich. Interessanterweise findet mein Gehirn manchmal – in den Augenblicken zwischen schlafen und wachen oder dann wenn die Ponys der Reihe nach in den Stall kommen um ihr Heu zu holen – dass beide Schotten hier sein müssten: Finlay und Duncan. Ich möchte nicht mehr ohne Duncan sein und ich kann mir auch die Herde nicht mehr ohne ihn vorstellen. Aber auch Finlay gehört noch zur Herde, irgendwie.

Als wir neulich Fotos zusammengesucht haben für unsere Mieterin (ihr traditionelles Geburtstagsgeschenk von uns: Fotos von ihrem Pony) habe ich das komplett an Arnulf abgegeben. Denn da waren auch Fotos von Finlay mit dabei und die alle durchzusehen und die schönsten rauszusuchen, das konnte ich nicht. Schlimm genug, wenn Facebook mir alle Nase lang Erinnerungen zeigt. Dann schaue ich immer auf das Datum: wann habe ich das Video von unserem ersten gerittenen Schrittzirkel gepostet, wie alt war Finlay da, wie sah er da aus? Und ich frage mich: wie wird Duncan in dem Alter aussehen und werden wir dann tatsächlich anfangen ihn zu fahren wie es bisher mein Plan ist? Wird es dann Fotos und Videos von unserer ersten Kutschfahrt geben, die ich mit stolzgeschwellter Brust mit Euch teile? Welche Farbe wird er dann haben und welche „Form“? Im Moment ist er ein „Lulatsch“, alles schlackert und er kann gar nicht genug essen um bei Figur zu bleiben. Mehr Futter scheint er nur in mehr Bewegung umzusetze. Ich hoffe auf die Weidesaison um mal ein bißchen was an ihn dran zu kriegen. Ich hoffe auch auf einen baldigen Wachstumsschub – für meine ungeduldige Seele. Nur um zu sehen dass sich was tut. Nicht dass das irgendetwas ändern würde an den Fakten seines Alters.

Ich las heute die freundliche Erinnerung: das Leben ist kein Wartezimmer, es findet JETZT statt. Manchmal muss ich aufpassen, dass ich nicht zu sehr „warte“, darauf dass er groß wird und wir mit den Dingen anfangen können, die mir so sehr fehlen. Ich möchte diese Zeit jetzt mit ihm genießen und uns beiden das bestmögliche Fundament geben. Nach wie vor bin ich froh mir ein so junges Pony gekauft zu haben, er hat nie schlechte Erfahrungen gemacht und das macht unser Leben so leicht.

Die größte Überraschung die er uns bietet ist wohl sein Verhalten in der Herde. Mein Finlay war ja immer so ein ganz ruhiger Vertreter. Klar, der hat auch mal getobt und gespielt. Aber vielleicht einmal am Tag. Duncan tut gefühlt fast nichts anderes. Er macht mal ein kleines Nickerchen, aber ansonsten ist er ständig in Bewegung. Er hält seine 4 Kumpel alle gut auf Trab, keiner bleibt verschont.

Auch mich hält er beim Spazierengehen gut auf Trab: es kann ihm gar nicht schnell genug gehen.

Nach diesem ersten gemeinsamen halben Jahr denke ich, er ist das perfekte Distanzpferd (sagen wir: sobald er gelernt hat, anständig an fremden Pferden vorbei zu gehen). Er ist flott und unermüdlich, liebt fremdes Gelände, kennt keine Furcht, ist nicht überdreht aber energiegeladen.

Ob ich bei seinem Energielevel mithalten kann, werden die Jahre zeigen. Manchmal trauere ich Finlays Gemütlichkeit nach, die irgendwie besser zu meinem eigenen Phlegma gepasst hat. Aber Duncan scheint hier zu sein um mich fit zu machen, was ich nach langen Monaten der Trauer und Krankheit auch dringend nötig habe. Ich hoffe also, dass wir über Sommer Wege finden, uns auf ein Tempo zu einigen und er als mein personal trainer meine Kondition verbessert.

Und noch ein großer Unterschied: Finlay war immer sehr hart im Nehmen was Druck anging. Antippen mit der Gerte? Egal. Da musste schon mehr passieren damit der Herr bereit war, die Nase aus dem Gras zu nehmen (und das obwohl er wusste dass er weiter fressen darf, sobald er durchs Tor gegangen war). Duncan ist dagegen sehr empfindsam was Druck von meiner Seite angeht. Ich muss da vorsichtig sein, sonst schieße ich schnell übers Ziel hinaus. Er ist natürlich kein Araber aber doch sensibler als viele andere Ponys die ich kenne. Er möchte auch nicht mit der harten Bürste kräftig gekratzt werden, wie Merlin und Finlay. Der weiche Gummistriegel ist sein „Wohlfühlgerät“ (das ich bei Merlin nie benutze weil er es viel zu sanft findet).

Und er möchte unbedingt friedlich mit mir sein. Streit kann er (meistens) nicht leiden, wo Finlay den Streit gerne mal gesucht hat. Allerdings war Finlay schon etwas älter als ich das beobachtet habe, also vielleicht kommt das auch noch. Während Finlay von mir lange kein Futter aus der Hand bekommen hat, weil ich Sorge hatte, dass wir das nicht im Griff haben, bin ich heute anders gestrickt und arbeite sehr viel mit Futterbelohnung. Duncan hat das Wegschauen perfekt verinnerlicht (wie lustig, da ich es ihm gar nicht bewusst beigebracht habe) und wendet es bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten an um einen Keks zu bekommen. Ich bin nun vor allem gespannt wie hartnäckig er versucht, Futter in Situationen zu bekommen in denen es nunmal keines gibt, wie flexibel er ist, neue Dinge auszuprobieren und ob irgendwann eine Zeit kommt in der er grundsätzlich einfach mal alles in Frage stellt (nennt sich Pubertät). Die Arbeit mit der Futterbelohung und teilweise mit Markersignal (klick) stellt mich wieder vor neue Herausforderungen und Fragen. Warum kann ich eigentlich nicht einmal bei einem System bleiben in dem ich mich gut auskenne? So bin ich wohl. Wie Sir Duncan sagt: nie zufrieden. Es muss immer noch besser gehen, das gilt auch für mich.

Insgesamt war ich in diesem halben Jahr jeden Tag froh ihn hier zu haben und ich mag ihn jeden Tag noch etwas lieber. Und ich bin sicher: wir werden ein gutes Team. Also auf zu neuen Abenteuern, mein erlebnishungriger Ritter!

Zum Schluss habe ich noch eine Bitte in eigener Sache. Ich investiere (gerade jetzt) recht viel Zeit und Arbeit in diesen Blog, weil ich hoffe, Euch damit eine Freude zu machen. Ihr könnt mir auch eine Freude machen, indem Ihr den Blog so viel und so oft wie möglich auf Facebook teilt und an allen möglichen und unmöglichen Stellen verlinkt. Letztlich ist es auch Werbung für mich, meine Arbeit und mein (immer noch nicht veröffentlichtes) Buch. Erzählt anderen davon und sorgt so für mehr Reichweite. Damit macht Ihr ja auch denen eine Freude, die den Blog dann neu kennen und lieben lernen. Danke!

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 12

Eigentlich wollte ich Euch heute so richtig schön „April-verscherzen“. Aber mir fiel einfach nichts Gutes ein. Ich kann ja schlecht zu Euch hin rennen, Euch im Schlaf ins Bein kneifen und mich dann daran erfreuen wie Ihr Euch erschreckt – wo wir doch alle 2 Meter Abstand halten sollen (mein Mädchen sagt das ist ungefähr eine Diego-Länge und der ist länger als ich!).

Dann dachte ich, ich könnte behaupten, ich würde nicht mehr Tagebuch schreiben wollen und Ihr solltet mit Euren Problemen mal alleine klarkommen. Aber der Mann sagte, das wäre so gar nicht nett. Also dachte ich, ich behaupte, ich würde jetzt eine kleine Kopfkamera bekommen und einen Livestream über Youtube starten und dann würde ich für jeden Like einen Keks bekommen. Aber dann habe ich mir vorgestellt wie traurig Ihr wärt, wenn ich Euch morgen sagen muss dass es keinen Livestream geben wird.

Und ich will Euch ja nicht enttäuschen! Dann dachte ich noch, ich könnte behaupten, dass ich mich für eine Karriere als Springpferd entschieden habe.

Oder vielleicht dass ich panische Angst vor Regenwürmern entwickelt habe und zum Psychiater muss.

Dann habe ich überlegt, ob ich so tun könnte als hätte ich mir die Mähne gefärbt.

Aber nichts davon hat mich so richtig überzeugt. Und mein Mädchen sagt, ich wäre auch total schlecht im Lügen, man würde mir schon immer 10 Meilen gegen den Wind ansehen was ich wirklich denke. Mein großer Bruder hatte wohl so ein Pokerface, dem konnte man das nie ansehen. Aber ich trage mein Herz auf der Zunge (bzw zwischen den Ohren). Also müsst Ihr leider ohne Aprilscherz auskommen.

Und dann kam mein Mädchen und hat gesagt sie hat für nächste Woche den Tierarzt bestellt zum Kastrieren – und ich kann nur inständig hoffen, dass das ein April-Scherz war!!