Wünsche werden wahr

Wir kommen also in Dänemark an, nach fast 4 Stunden Fahrt ist Diego sichtlich genervt (aber zum Glück entspannt dabei).

Diego und Duncan bekommen ein Stück Weide und Paddock zusammen zum kennenlernen. Diego sagt erst mal mit Gequietsche und Auskeilen Bescheid, dass er Abstand wünscht. Duncan geht weg, kommt aber alsbald wieder. Er ist selbstbewusst, lässt sich nicht so leicht auf Abstand halten.

Wir überlassen die beiden sich selbst und werden im Haus zum Frühstück eingeladen. Durchs Fenster schauen wir immer mal, aber es passiert nicht mehr als dass Duncan immer mal wieder einen Anlauf unternimmt, zu Diego zu gehen, Diego aber jedes mal meint, das wäre doch wohl zu nah. Am Ende – aber das bekomme ich nicht mit – ist Duncan plötzlich auf der falschen Seite des Zauns… Die beiden Männer sammeln ihn wieder ein und stellen ihn zurück zu Diego.

Schließlich, nach ca 1,5 Stunden, beschließen wir, die Heimreise anzutreten. Duncan soll hier zu hause noch Zeit haben, im Hellen den Paddock, die Weide und die Zäune zu erkunden.

Diego steigt auf den Anhänger (ich bewundere ihn so sehr dafür! Gerade hatte er diese elendig lange Fahrt hinter sich…)

Duncan, in aller Ruhe und genau wie bei unserer Übungseinheit, marschiert Huf für Huf mit auf den Anhänger. Auch das Schließen der Rampe stört ihn nicht. Von diesem Moment an steht er 4 Stunden lang neben Diego auf dem Anhänger. In all der Zeit tut er nur zwei Dinge: fressen und dösen. Er regt sich nicht auf, er wiehert nicht, er klopft nicht, er schlägt nicht mit dem Kopf. Über die Kamera haben wir die beiden die ganze Zeit im Blick. Duncan fährt Anhänger, als hätte er sein Leben lang nichts anderes getan. Wir hören derweil Clanadonia, schottische Straßenmusik, und feiern unsere tollen Ponys. Nach der Fahrt, so denke ich, werden beide froh sein, auf die Weide zu können, werden schon ganz gut aneinander gewöhnt sein und Merlin und Caruso, die im Moment als einzige zu Hause übrig sind, weil Gatsby (das Pferd unserer Mieterin) auf Kurs ist, sind sowieso immer gleich gut Freund mit jedem. Also sollte es kein Problem geben.

Aber ich hatte ja schon geschrieben: der Schotte an sich schreddert gern mal Pläne.

Nach einem harmlosen Start – bißchen Quietschen und Rennen, das Übliche halt, beschließt Diego, dass Duncan doch bitte mal von der Weide runter in den Paddock gehen soll und auf Abstand bleiben. Duncan – anders als alle anderen Pferde die wir bisher integriert haben – findet das weiter nicht schlimm, denn im Paddock stehen wir Menschen zum Kraulen und zu sehen gibt es auch allerhand. Er marschiert durch den Paddock, schaut jeden Stein, jeden Ampfer, jeden Baumstumpf genau an, kommt immer zwischendurch zu uns und wirkt, als wäre alles in bester Ordnung. Ich finde es großartig, freue mich über sein Selbstbewusstsein und bin sicher, dass alles ganz einfach sein wird.

Aber die anderen Ponys finden das gar nicht lustig. Duncan ist ihnen wohl zu dreist!

Als es dann anfängt, ernsthaft zu regnen, verschmähen unsere Ponys die Weide und gehen in die Halle. Duncan läuft frohgemut hinterher und erst läuft alles normal: die Herde steht in der Halle, Duncan darf aber nicht mit rein und steht also draußen. Wir gehen in die Wohnung und denken uns weiter nichts. Dann kommt unsere Freundin: Diego hat Duncan durch den Zaun getrieben. Vor der Halle ist ein blöder Engpass mit Kurve, da hatte Duncan wohl den Zaun als geringstes Übel eingestuft.

Wir beschließen, da es schon dunkel wird, auf Nummer sicher zu gehen. Duncan nächtigt mit Caruso in der Halle, die anderen auf der Weide. Caruso, immer das letzte Licht in der Herde und mit jedem gut Freund, wird mit Duncan keinen Streß haben. Wir beobachten beide noch eine Weile, legen viel Heu aus und alles ist ruhig. Auch am nächsten Morgen ist alles ganz entspannt. Duncan hat Sand am Rücken, hat also wahrscheinlich sogar gelegen oder sich zumindest gewälzt. Wir tauschen die Gruppen: Duncan und Caruso raus, die anderen rein, damit die sich mal trocken hinlegen können. Und dann geht es plötzlich los: Caruso, der kleine, harmlose, freundliche 85cm-Caruso geht auf Duncan los. Beißt ihn in den Hals und lässt nicht mehr los! Wir haben so etwas noch nie bei ihm gesehen. Caruso! Duncan macht Fohlenkauen ohne Ende aber es hilft nicht. Wir gehen runter und arbeiten mit der Walking Meditation von Elsa Sinclair (Taming wild). Beide Ponys entspannen sich und es passiert für die nächsten Stunden nichts dramatisches mehr. Caruso wirkt von all dem deutlich gestresster als Duncan, der das Geschehen mit stoischer Miene hinnimmt.

Arnulf und unsere Mieterin Kerstin holen Gatsby ab, dann kommen alle zusammen auf die Weide. Wieder läuft es so ab wie am Vortag: erst sieht alles ganz normal aus, aber dann drückt die gesamte Herde Duncan plötzlich wieder durch den Zaun! Wir beschließen, dass das keinen Sinn macht und trennen Duncan vorerst komplett von den anderen, nur noch Sichtkontakt. Wir telefonieren mit einer erfahrenen Pferdefrau, die uns das bestätigt, was wir auch schon vermutet haben: Das Fohlenkauen sah uns gleich ein bißchen verdächtig aus. Als ob es mehr so ein Verhalten wäre, was immer zum Erfolg geführt hat, keine ernsthafte Unterwürfigkeit. Wir rekapitulieren, mit welchen Pferden Duncan in Dänemark aufgewachsen ist: seine Mama, offensichtlich eine sehr liebe, duldsame ältere Dame, nach dem Absetzen dann sein älterer Bruder und ein Warmblut-Wallach, den wir auch nicht als guten Kandidaten für strenge Erziehung einschätzen. Duncans älteren Bruder haben wir gesehen, und hatten eindeutig den Eindruck dass Duncan ihn nicht wirklich ernst nimmt, sondern sich einfach nur gern hinter ihm versteckt.

Vermutlich hat Sir Duncan Dhu noch nie erlebt, dass ihm jemand ganz ernsthaft eine Grenze setzt und dass er sein Verhalten wirklich an bestehende Regeln anpassen muss.

In unserer Herde herrscht aber, seit Diego Chef ist, ein bestimmter Umgangston. Diego erzieht alle zur Höflichkeit. Eigentlich darf jeder alles (außer von Diegos Heu essen, das war Finlays Privileg), aber es muss freundlich gefragt werden. Wenn Diego zum Beispiel den Eingang zum Stall versperrt und Merlin durch möchte, muss er einen Moment warten, den Kopf wegdrehen, ruhig sein, dann gibt Diego den Weg frei. Dreistes Drängeln oder Nerven führt hingegen nicht dazu, dass Diego den Weg frei gibt, sondern hat mit Pech noch eine kurze „Ansage“ zur Folge. Duncan hat aber nicht diese Höflichkeit. Er nimmt sich, was er will, geht hin, wo er will und entscheidet fein für sich selbst. Ich wollte ja ein selbstbewusstes Pony…. Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen!

Als wir Duncan vom fetten Gras holen wollen, mag er sich nicht einfangen lassen. Kein wildes Gerenne, nur immer schön knapp außer Reichweite. Ich gehe immer etwas zurück, wenn er mich anschaut, lade ihn ein, zu mir zu kommen. Aber ich habe ein komisches Gefühl dabei… Duncan lässt mich näher kommen, berührt mit seiner Nase auch meine Hand. Aber dann schießt er plötzlich in einer Attacke auf mich zu! Daher kam also mein komisches Gefühl: er hat meinen Rückzug falsch verstanden, dachte, ich mache ihm Platz, dem großen Sir Duncan Dhu! Ich brülle ihn herzhaft an, schwinge mein Seil nach ihm und Arnulf tut das selbe. Anstatt ihn einzufangen, jagen wir ihn vom Gras runter.

Als wir später einen Tee trinken, reden wir darüber, was wir tun können. Wir beide haben die Idee, dass es Duncan gut tun könnte, direkt etwas Bodenarbeit zu machen. Ich wollte ihm Ruhe geben, ihm Zeit lassen, den Schock zu verarbeiten, erst etwas mit ihm machen, wenn er eindeutig Lust darauf hat. Aber er steht nicht unter Schock, wirkt nicht, als ob er Ruhe bräuchte und ich hege die Hoffnung, dass die Integration leichter wird, wenn er von mir ein paar Regeln lernt: so machen wir das hier bei uns.

Wir üben ein paar Kleinigkeiten in der Halle: etwas führen, etwas rückwärts, ein bißchen Schulter weichen. Duncan fühlt sich nicht an wie ein Jährling, sondern wie ein Dreijähriger. Er kann sich gut konzentrieren (nur 48 Stunden nach Einzug!) und wir arbeiten zweimal 10 Minuten mit einigen Minuten Pause dazwischen. Wir haben ein kleines Kämpfchen darüber, ob er mich mit der Schulter wegrempeln darf, ich versuche, so freundlich zu bleiben wie es mir möglich ist und schließlich klappt es. Dabei wirkt es überhaupt nicht so als würde Duncan „nachgeben“, „aufgeben“ oder sich unterordnen. Es wirkt auf mich so, als würde er selbst durchaus gern friedlich sein und als würde er merken, dass das auch alles ist was ich will. Ich finde das Gefühl von „Softness“ (Mark Rashid) in diesem kleinen Tunichtgut, mitten in unserer Rangelei und bin ganz fasziniert.

Erste Bodenarbeit

Duncan bleibt vorerst von den anderen komplett getrennt. Merlin nächtigt neben ihm in der Halle, tagsüber gehen alle auf die Weide – Duncan rechts, die anderen links. Einmal stelle ich Merlin zu Duncan, weil ich das Gefühl habe, dass diese beiden jetzt zurecht kommen und es klappt sehr gut. Merlin treibt Duncan gelegentlich kurz weg, aber nur kurz, so dass Duncan einfach wieder etwas mehr Abstand hält.

Den nächsten Zusammenführungsversuch mit dem Rest der Herde wollen wir dann bei komplett geöffneter Weide wagen auf ungefähr 1ha Fläche in der Hoffnung, dass dann genug Platz ist, damit Duncan nicht wieder durch den Zaun flüchtet.

Bis dahin verändere ich vor allem mein eigenes Verhalten Duncan gegenüber: ich habe hier ein komplett anderes Pony stehen als erwartet. Ich hatte gedacht, hier einen verschreckten Jährling zu haben, der total durch den Wind ist und von mir nun nicht auch noch Input braucht. Ich habe damit gerechnet, viele Monate quasi gar nicht mit ihm zu arbeiten, nur das nötige – Hufe machen und mal von A nach B führen. Ich wollte mit ihm kuscheln und nett zu ihm sein, weiter nichts.

Stattdessen habe ich schon jetzt aufgehört, mich zurückzuziehen wenn er kommt, ich gehe einfach direkt auf ihn zu und er kommt mir meistens entgegen oder bleibt stehen und schaut mich neugierig an, lässt sich recht problemlos führen mit kurzen Erinnerungen, wie er sich zu benehmen hat, die er sofort akzeptiert. Kuscheln tun wir derzeit gar nicht und in meinem Kopf entstehen Pläne, ihn bald zu beschäftigen. Er hat vor nichts ernsthaft Angst gezeigt: Heutüten, Stirnlampen, Trecker… alles schaut er neugierig an. Noch selten habe ich ein so unaufgeregtes Pony gesehen, zumindest nicht einen Jährling.

Schrecktraining zum Beispiel stelle ich mir so vor:

Duncan und ein Regenschirm… einer von beiden weint und schreit „nein nein ich will nicht gefressen werden!“ Ich sage „keine Angst, kleiner Regenschirm, das ist ein ganz liebes, harmloses Pony, der wird Dir nichts…. oh. Arnulf, hast Du mal einen neuen Regenschirm für mich bitte?“

Alle, bei denen ich mich beschwere, dass die Integration so schwierig ist, haben nur eine Antwort für mich: Du wolltest ein selbstbewusstes Pony.

Ja, ich weiß. Und ich liebe ihn jetzt schon, weil er so ein besonderes Pony ist. Und dass er so anders ist als Finlay macht es mir so leicht, ihn so zu sehen wie ER ist. Ich wünsche mir nur, dass er bald in der Herde zurechtkommt…. Damit alle wieder in den vollen Genuss unseres schönen Stalls kommen.

Mal sehen, was ich nächste Woche dazu zu berichten habe!

Mein neues Abenteuer

Sir Duncan Dhu of Nakel wurde am 24.8.2018 in Dänemark geboren.

Zu diesem Zeitpunkt dachte ich nicht im Traum daran, dass ich bald ein neues Pony „brauchen“ würde und habe mich also überhaupt nicht mit der Situation der Highlandponys in Deutschland oder gar Dänemark beschäftigt.

Als mein Finlay dann tot war, spielte mein Gehirn total verrückt. Heute weiß ich: jeder trauert anders. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und die anderen dürfen sich raushalten. Ich hätte jedem Trauernden ganz andere Verhaltensweisen empfohlen als ich sie letztlich für mich selbst als richtig empfunden habe. Niemals – wirklich niemals! – hätte ich gedacht, dass ich einen Tag nach Finlays Tod anfange, Anzeigen anzuschauen. Einen Tag danach!! Ich denke im Nachhinein, dass ich noch total im Schock war. Aber das war das, was mein Gehirn tun wollte: Highlandponys anschauen. Da ich ja Finlay von einer Züchterin gekauft hatte, die auch Hufpflegekundin bei mir war (die jetzt aber leider nicht mehr züchtet), hatte ich irgendwie unbewusst den Eindruck: Highlandponys gibt es genug.

Aber ich wurde schnell eines besseren belehrt! Da ich keine Stute möchte – absolutes Ausschlusskriterium – blieben letztendlich in Deutschland 3 Ponys übrig, die in Frage gekommen wären. 3! Einer davon – ein Halbbruder von Finlay – ist erst dieses Jahr geboren worden, die anderen beiden sind Jährlinge. Von den beiden Jährlingen ist einer bereits kastriert, was ich nicht so toll finde. Ich habe die Züchter angeschrieben und beide Jährlinge wurden mir als eher etwas schüchtern und zurückhaltend beschrieben. Allein diese Charakterbeschreibung war für mich Grund, noch weiter zu suchen. Ich bin nun mal nicht der Typ für die zurückhaltenden. Ich liebe aufdringliche, selbstbewusste, nervtötende Ponys, die alles ankauen, eine Menge eigene Meinung haben und damit auch niemals hinterm Berg halten. Ich mag Ponys, mit denen ich auch mal streiten kann, wenn es nötig sein sollte. Solche, die kein Blatt vor den Mund nehmen, die nicht unnötig höflich oder duldsam sind. Die, bei denen ich immer weiß, woran ich bin. Die mir auch mal sagen „so machen wir das nicht“. Finlay hat das dauernd gemacht und ich habe so viel gelernt und wir hatten so viel Spaß zusammen. Ich finde, artige Ponys sollen zu den Leuten gehen, die ein artiges Pony wollen oder brauchen. Dort können sie einen tollen Job machen und sind so wertvoll.

Ich möchte lieber ein einzigartiges Pony. Eines, das mir Werkzeuge klaut, die Schubkarre umschmeißt, mich gelegentlich zur Weißglut und möglichst oft zum Lachen bringt.

Keiner der beiden Jährlinge schien diese Kriterien zu erfüllen. Und das Fohlen – tja da war ich mir nicht sicher. Ich schob einen Besuch bei ihm auf, weil er sehr weit weg von uns wohnt.

Dann kam mir die Idee, nach Highlandponys in Dänemark zu suchen. Da ich kein Wort Dänisch spreche, war es etwas lustig – sag doch mal der Suchmaschine was du suchst und dass du es in einer Sprache suchst die Du gar nicht sprichst…. Aber es gelang mir und ich fand auch genau ein Pony zum Verkauf: Duncan Dhu.

Die Züchterin hatte Fotos eingestellt von Duncan, wie er auf einem Baumstumpf steht und eines wo er auf einem Brunnendeckel steht …. und dann das Gesicht dazu. Und meine Freundin sagte sofort: das sieht ganz nach einem Abenteurer aus.

Ich schrieb die Züchterin an – natürlich ging unsere ganze Konversation auf Englisch, aber ich übersetze es der Einfachheit halber für Euch.

Ihre allererste Frage war übrigens, ob ich denn schon mal ein Highlandpony gehabt hätte. Da kann man schonmal sehen: so ganz gewöhnlich sind die Schotten eben nicht. Wer sie noch nicht kennt, tut gut daran, sie kennenzulernen. Ich bat sie, neben den üblichen Fragen, mir seinen Charakter zu beschreiben und sie antwortete mir

„er ist sehr neugierig, er kuschelt gern. Aber er ist auch ein kleiner Hengst und kann ein bißchen frech sein manchmal. Wir versuchen, ihm beizubringen, nicht überall reinzubeißen“.

Ich las Arnulf die Nachricht vor und zum ersten Mal seit Finlays Tod lachten wir beide herzhaft. Duncan hatte uns also zum Lachen gebracht, bevor wir ihn zum ersten Mal gesehen hatten.

Und dann fuhren wir also – nur 2 Wochen nach Finlays Tod – knapp 300km nach Dänemark um Duncan zu besuchen. Was für ein Desaster! Just an diesem Morgen war eine Stute zum Decken gebracht worden und Duncan hatte seinen Papa beim Decken beobachtet. Die Stute stand nun auf einer Extraweide und alle Pferde (bis auf die Stute) waren einigermaßen durch den Wind. Duncan ignorierte uns total, von Kontakt keine Spur. Er wirkte eher ängstlich mir gegenüber aber insgesamt einfach nur total durcheinander.

Es war nur schrecklich. Ich kämpfte die ganze Zeit mit den Tränen und relativ schnell fuhren wir wieder nach hause – unhöflicher weise die Einladung zum Kaffee ablehnend, ich wollte nur weg. Vielleicht war das der allerschlimmste Tag nach Finlays Tod (naja, es gab viele „allerschlimmste Tage“ in den ersten Wochen). Es traf mich wie ein Schlag: Finlay ist weg und kommt niemals wieder. Das was ich mit Finlay hatte – unsere ganze gemeinsame Geschichte – wird sich nicht wiederholen. Auch das beste Pony kann nicht Finlay sein. Niemals wieder wird Finlay in meinem Leben sein. Niemals.

Ende.

Trotz alledem war da irgendetwas. Ich hatte mich sehr gut mit Heidi – der Züchterin – unterhalten und sie hatte viele Dinge gesagt, die mir genau wie ihr wichtig sind, wenn es um Highlandponys geht. Bestimmte Charakteristika, die einfach dazugehören. Auch ihre Art, mit den Pferden umzugehen, gefiel mir unheimlich gut. Und Duncan – so schlimm das alles war – gefiel mir auch. Und so sagte ich ihr, dass ich ihn wiedersehen möchte.

3 lange Wochen musste ich warten auf dieses Wiedersehen. 3 Wochen in denen alles in mir durcheinander ging: Duncan ja oder nein, Finlay ist tot, lieber ein älteres Pony das ich gleich reiten kann aber dann ist es kein Schotte weil es keine älteren Schotten zu verkaufen gibt – mehr Zeit vergehen lassen, länger suchen (vielleicht gibt es ja doch noch Schotten zum Verkauf die ich noch nicht gefunden habe) …. aus Schottland importieren kam für mich nicht in Frage. Aber Duncan ließ mich nicht los. Keine Ahnung warum. Er hatte sich einen Dreck um mich geschert aber der Gedanke an ihn ließ mich einfach nicht los.

5 Wochen nach Finlays Tod fuhren wir also wieder zu Duncan. 3 Wochen hatte ich darauf gewartet, nur um dann am Abend davor fast noch den Termin abzusagen. Aber ich habe ihn nicht abgesagt, wir sind hingefahren. Und alles war klar. In wenigen Minuten war einfach alles klar. Ich bat Heidi, Duncan den Anhänger zeigen zu dürfen. Und der kleine Jährling, der nur knapp halfterführig war, der mich nicht kannte und noch nie in seinem Leben einen Anhänger gesehen hatte, war absolut bereit, mit mir ein Abenteuer zu erleben. Er zog vorm Anhänger ein, zwei mal am Strick und versuchte sich zu drehen, dann merkte er dass das jetzt gerade nicht geht und – zack! – wandte er sich mir zu und blieb die ganzen 15 Minuten, die wir miteinander verbrachten, in Kontakt. Er marschierte unaufgefordert hinter mir her auf den Anhänger, wunderte sich kurz, ging wieder zurück, marschierte wieder rauf, aß einen Keks und das war‘s. Da war kein „Horsemanship“ meinerseits im Spiel, ich hatte nur den Strick in der Hand. Kommandos gab ich keine, ich ging nur Schritt für Schritt vorneweg und wartete, dass Duncan hinterher kam. Duncan war ganz bei mir, die Züchterin war erstaunt wie das alles so ging und total begeistert, dass es mit Duncan und mir so schön passt. Mein Herz traf eine Entscheidung und auch Duncan schien „ja“ zu sagen.

Natürlich habe ich mich selbst nachher noch hundertmal für verrückt erklärt. Zum Glück haben alle Personen in meinem Umfeld, denen ich davon erzählt habe, das nicht getan. Ein Pony zu kaufen, dass ich 15 Minuten gesehen habe, so kurz nach Finlays Tod, das geht doch nicht. So ein Quatsch. Aber Finlay hat mich gelehrt, dass allzu langes Nachdenken nichts an dem ändert, was das Herz will. Die Situation ändert sich dadurch nicht. Wenn die Zeit reif ist, ist sie reif, mag ich auch Angst haben, mag es auch zu früh erscheinen oder völlig absurd.

Duncan erobert mein Herz

Finlay-Lektion Nummer 1: folge Deinem Herzen

Finlay-Lektion Nummer 2: Schiebe nichts unnötig weit auf, warte nicht zu lange. Einfach machen war seine Devise, dann sieht man ja was passiert. Mutig ins nächste Abenteuer!

Duncans Umzug zu uns war für den 1.9. geplant aber wer sich ein so besonderes Pony kauft muss wohl damit rechnen, dass nicht alles nach Plan läuft: erst hatte die Highlandpony-Society in Schottland mal Ferien. Der Pass, den die Züchterin beantragt hatte, wurde also zwar erstellt, ging dann aber anscheinend nicht in die Post. Wir verschoben den Termin – mit allem was da dran hing, also auch zwei Amtstierarzt-Termine, einer für Duncan, der ein Gesundheitszeugnis für die Einreise nach Deutschland braucht und einen für Diego, der als Reise-Begleit-Pferd ein Gesundheitszeugnis für die Einreise nach Dänemark braucht. Dann war der Pass in der Post und wir planten wieder mal. Leider zu früh, denn jetzt hing der Pass in der Post fest. Die Luftpost, die normalerweise 2-3 Tage von Schottland nach Dänemark braucht, brauchte geschlagene 2 Wochen. So mussten wir uns noch gedulden, erneut den Amtstierarzt absagen (ich glaube er hat mich mittlerweile für verrückt gehalten) und versuchen, ruhig zu bleiben. Und obwohl das nicht ganz einfach war, sagte ich mir doch, dass ich noch endlos viel Geduld brauchen würde, bis aus diesem kleinen Zwerg ein Reitpferd wird, da kann es auf ein paar Wochen nun auch gar nicht ankommen. Ich erinnerte mich – manchmal mit leisem Schrecken – wie weit der Weg war, den ich mit Finlay gegangen bin: durch Wachstumsbeschwerden und Pubertät, die Grundausbildung und das gegenseitige Kennen- und Verstehen-Lernen… erst im Nachhinein ist mir so recht klar geworden, wie viel Zeit es uns beide gekostet hat, die Ausdrucksweise des anderen wirklich in der Tiefe zu verstehen. Es ist ja recht leicht, einem Pferd zu sagen „tu dies, tu das“. Und für Pferde ist es häufig leicht, dazu erstmal „ja“ zu sagen. Aber was sie wirklich denken und fühlen, das ist nicht immer so leicht zu erkennen. Oder warum sie dann manchmal doch nicht „ja“ sagen, sondern „nein“ oder um es mit Finlays Worten auszudrücken „DAS KOMMT ÜBERHAUPT NICHT IN FRAGE SO MACHEN WIR DAS NICHT!! (füge hier nach Belieben einige Kraftausdrücke ein)“

Sicher stehen mir mit Duncan auch wieder Zeiten bevor, die …. sagen wir mal… interessant sind. Turbulent. Schwierig, herausfordernd, lernintensiv, aufregend, abenteuerlich oder nervenzerfetzend. Je nachdem wie ich es schaffe, damit umzugehen.

Schließlich war alles fertig – der Pass war da, zwei Gesundheitszeugnisse waren erstellt, alles war gut durchgeplant. Und dann, am Freitag abend (Sonntags wollten wir los) leuchtet die Motorlampe am Auto auf. Ich habe auf diese Lampe gestarrt und dachte nur „das ist nicht wahr“. Aber es war wahr. Das Auto musste in die Werkstatt und wir hatten noch eine aufregende Woche, mit der Versprechung der Werkstatt, das Auto rechtzeitig fertig zu haben, zwei neuen Gesundheitszeugnissen (auf die Gefahr hin dass das Auto vielleicht doch nicht fertig wird) und neuer Planung zum Einzug. Aber schließlich und endlich, 4 Wochen nach dem geplanten Termin, ging es los. Wir luden Diego morgens um 6 Uhr auf und fuhren knapp 4 Stunden nach Dänemark.

Die Angst kam mit. Die Angst, dass auch Duncan etwas passieren könnte. Der verrückte Gedanke, dass alle meine Ponys sterben. Vielleicht denkt man solche Dinge nach so einem Erlebnis. Immer wenn ich so etwas dachte, habe ich Merlin angeschaut, der seit 18 Jahren an meiner Seite ist, genauso lang wie Arnulf und damit länger als alle anderen. Merlin, der Solide, immer da, nie krank, nie unzuverlässig. Merlin hat mir Mut gemacht.

Aber auch Finlay macht mir Mut. Denn ich habe es geschafft, Finlay so großzuziehen und auszubilden dass er das tolle Pony war (sollte ich sagen: blieb?) das er war, also habe ich auch bei Duncan eine Chance, das zu schaffen.

Ich dachte: wenn wir Duncan erst zu hause ausgeladen haben, ist das Schlimmste geschafft.

Finlay-Lektion Nummer 3: Der Schotte an sich liebt Pläne – denn man kann sie so schön schreddern. Finlay hat immer alle meine Pläne geschreddert und es sollte sich herausstellen, dass Duncan in dieser Fähigkeit trotz seines zarten Alters schon recht weit fortgeschritten ist…. Oder vielleicht sollte ich sagen: es stellte sich heraus, dass ich – trotz aller Erfahrung – viele Dinge einfach noch nicht verstehe, falsch einschätze und daher nicht vorhersehen kann. Aber dazu später mehr. Jetzt muss ich nämlich erst mal runter in den Stall, dort wartet einiges an ungeplanter Extra-Arbeit auf mich….

P.S. Geplant ist jeweils ein neuer Beitrag jeden Donnerstag. Für Euch zum drauf freuen 😉

Danke für das Abenteuer – los, such Dir ein neues!

Finlay

Vielleicht habt Ihr das auch schon einmal erlebt: es gibt Momente, in denen wir meinen, zu hören, was unsere Pferde uns sagen. Tierkommunikatoren haben daraus einen ganzen Berufszweig gemacht. Ich bin nicht immer sicher, ob ich glaube, dass das so funktioniert. Aber gelegentlich „höre“ ich Pferde etwas sagen.

Vielleicht ist es nur mein Gehirn, das mir etwas vorgaukelt. Vielleicht auch nicht.

Aber in dem Moment als mein geliebter Finlay in meinen Armen für immer eingeschlafen ist, hörte ich ihn flüstern „Danke für das Abenteuer – los, such Dir ein neues!“ (aus dem Film „Oben“)

Und egal ob das nun wirklich von ihm kam oder ob mein Gehirn sich das ausgedacht hat, es hat sich festgesetzt. Der Satz geistert mir seitdem im Kopf herum. Und vielleicht war es dieser Satz, der bewirkt hat, dass ich mich nun doch recht kurz nach seinem Tod tatsächlich in ein neues Abenteuer stürze. Beziehungsweise in zwei neue Abenteuer. Das eine Abenteuer ist, dass ich diesen Blog starte. Das eigentliche Abenteuer daran ist der Grund, aus dem ich diesen Blog starte. Und dieser Grund heißt

Duncan Dhu

Duncan Dhu

Duncan ist ebenfalls ein Highlandpony – ein kleiner Hengst, der nun gerade ein Jahr alt geworden ist.

Viele von Euch haben mir nach Finlays Tod gesagt, wie gern sie unsere Abenteuer-Geschichten gelesen haben. Bisher war das nur auf Facebook möglich. Jetzt möchte ich das alles einem größeren Publikum zur Verfügung stellen und etwas professioneller aufziehen. Daher gibt es diesen Blog, in dem Ihr jetzt die Ausbildung von Duncan Dhu (und mir!) verfolgen könnt. Stellt mir auch gern immer Fragen in den Kommentaren oder äußert Wünsche zu Themen. Sicher wird auch nicht ausbleiben, dass mal die eine oder andere bekannte (oder noch unbekannte) Finlay-Geschichte hier auftaucht. Das, was ich von Finlay gelernt habe, werde ich natürlich bei Duncan anwenden und verfeinern. Und ganz sicher hält Duncan seine ganz eigenen Lektionen für mich bereit!

Vielleicht kommt Euch das alles so vor wie mir: Total falsch. Oder es kommt Euch so vor, wie es mir auch vorkommt: Total richtig.

In den letzten Wochen habe ich viele Gefühle gleichzeitig erlebt, die im normalen Leben nur fein säuberlich getrennt auftreten. Falsch und richtig, Trauer und Dankbarkeit, Lachen und Weinen. Ich glaube, das waren die längsten Stunden, Tage und Wochen meines Lebens. Die Zeit hat stillgestanden, die Erde hat sich ohne mich weitergedreht. Ein großer, sehr wichtiger Teil meiner Zukunft war weg. Das Herz wurde mir aus der Brust gerissen. Warum ich so schnell angefangen habe, nach einem neuen Pony zu suchen, weiß ich selbst nicht. Vielleicht bin ich einfach verrückt geworden und ich kann es mir selbst noch nicht mal verübeln. Finlay hat mir keine Zeit gelassen. Er hat mir nie viel Zeit gelassen. Als ob er wüsste, dass sein Leben nur kurz ist, hat er immer alles JETZT gewollt. Aufschub hat er nie geduldet. Und auch am Ende war er schnell. Innerhalb von einer Stunde ist er aus meinem Leben verschwunden. Das war zu schnell für meine Seele, das konnte ich nicht begreifen. Und tatsächlich, als ich – nur 2 Wochen nach Finlays Tod – Duncan zum ersten Mal begegnet bin, war das erst der Moment in dem mir wirklich ganz und gar klar wurde, was passiert ist. So war die erste Begegnung mit Duncan ein furchtbarer Augenblick der Realisation. Es war nicht der romantische Moment des neu Verliebens. Es war der totale Zusammenbruch.

Letztendlich wurde mir klar, dass Duncan keineswegs – auch wenn es so aussehen mag – Finlays Nachfolger ist. Duncan ist der Nachfolger für meinen alten Merlin. Wäre mein alter Merlin gestorben und nicht Finlay, dann hätte ich mir ein zweites Highlandpony gekauft. Das stand für mich immer fest. Ich wollte zwei Schotten haben, habe sogar heimlich von zweispännig Kutsche fahren geträumt. Nun stehe ich da, mein Merlin, das Zauberpony, ist 26 Jahre alt. Und er ist gesund und munter und wird immer besser. Nur, wenn wir ehrlich sind, ist seine Zeit als Reitpferd trotzdem begrenzt. Ausreiten mag er sowieso nicht, und wenn Duncan in 4 Jahren seine Reitpferdekarriere so richtig startet, ist mein Merlin 30 Jahre alt. Ich kann nicht erwarten, dass er dann immer noch besser wird und alles leisten kann. Ich kann froh sein, wenn er dann noch fit ist und Freude am Leben hat. Wenn wir dann noch zusammen Bodenarbeit machen können, etwas „Seniorengymnastik“, dann bin ich schon ganz zufrieden. In Anbetracht seines Rückens und seiner Zahnprobleme ist es sowieso ein Wunder dass er so unglaublich fit ist.

Und da ich nunmal leidenschaftlich gern reite – und seit Finlay auch leidenschaftlich gern ausreite und auch wieder irgendwann auf Distanzritt gehen möchte – soll mein Merlin einen würdigen Nachfolger bekommen. Jemanden, der ihm Arbeit abnimmt, so dass ich ihm, wenn er altersbedingt nicht mehr so kann wie er gerne würde, Unterstützung geben kann ohne ihn zu überfordern aus reinem Egoismus. Wenn ausnahmsweise alles nach Plan läuft, wird es ein schöner sanfter Übergang in dem der eine immer mehr tun kann und der andere sich nach und nach etwas zurückzieht. Was das Leben wirklich für uns bereithält, müssen wir wohl abwarten. Duncan wird Merlin sogar eines Tages ähnlich sehen, denn auch er ist ein Schimmel (auch wenn er das im Moment noch nicht so zugibt).

Die Trauer um Finlay ist – vielleicht noch für lange Zeit – nicht vorbei. Duncan ist noch klein, er hat zunächst mal keine Ansprüche zu erfüllen und kann mich also auch nicht in die Situation bringen, dass ich etwas von ihm erwarte, was mein Finlay getan oder gekonnt hat.

Denn das war einer der schlimmsten Momente für mich: als ich plötzlich nach Finlays Tod sauer war auf meinen Merlin, weil der bestimmte Dinge eben anders macht als Finlay. Finlays spezifische Verhaltensweisen fehlen mir so sehr, dass es mich plötzlich gestört hat, dass Merlin anders ist (etwas, was mich vorher nie gestört, sondern mir eher Freude gemacht hat).

Duncan aber ist noch so klein, dass diese Gefahr nicht gegeben ist. Wir beide fangen ganz neu von vorne an. Ich habe viel Zeit, ihn einfach nur kennenzulernen. Er ist gerade 1 Jahr alt geworden und weiß noch sehr wenig von der Welt. Es gibt für ihn so viel zu entdecken jetzt – ganz ohne mein Zutun – neuer Stall, neue Herde, neue Menschen. Und einfach groß werden, das ist ja auch oft ein Fulltime-Job für die Kleinen. So habe ich noch viel Zeit, über Finlays Tod hinwegzukommen und mein neues Abenteuer kann in Ruhe wachsen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Ich weiß nicht, warum Finlay sterben musste. Jeder, dem ich von seinem Unfall erzählt habe – meist Ärzte, Tierärzte oder Tierarzthelfer, niemals ganz „normale“ Pferdebesitzer, weil ich keinem von Euch die Bilder und die daraus vielleicht entstehende Angst antun möchte – jeder, dem ich es erzählt habe und auch die Ärztin in der Klinik in der er gestorben ist, alle haben mir gesagt, dass es so einen Unfall gar nicht gibt. Und wenn, dann endet er niemals tödlich.

Mein Pony ist gestorben, obwohl niemand etwas falsch gemacht hat. Er hat sich in einer völlig ungefährlichen Situation tödlich verletzt. Niemand hätte so etwas ahnen oder verhindern können. Und das gibt mir das Gefühl, dass es einfach so sein sollte. Als ob eine höhere Macht im Spiel war. Oder als ob Finlays Seele das so für sich entschieden hat. Ich weiß es nicht. Eines Tages, wenn ich selbst die letzte Reise antrete, werde ich es vielleicht wissen. Aber eines weiß ich sicher: Alle, die ihn kannten, haben mir bestätigt, was ich wusste, seit ich hin zum ersten Mal gesehen habe. Damals war er 4 Tage alt und ich wusste sofort: das ist ein ganz besonderes Pony.

Auch Duncan ist ein besonderes Pony – weil jedes Pony besonders ist. Auf seine Art. Auf andere Art als mein Finlay.

Ich möchte Euch kurz erzählen, wie das passiert ist, dass Duncan jetzt hier bei mir ist. Aber da „kurz“ sehr relativ ist, werde ich das im nächsten Beitrag tun.

Zunächst möchte ich Euch sagen: Herzlich Willkommen!

Wie alles begann

Warum dieser Blog „Schotten-Pony“ heißt

Sir Duncan Dhu of Nakel

Meine Liebe zum schottischen Highlandpony begann vor ungefähr 11 Jahren, als ich eine Highlandpony-Züchterin als Hufpflegekundin bekam. Damals ahnte ich noch nicht, dass das mein Leben verändern würde. Dass ich einmal Fan einer bestimmten Pferderasse werden würde, hielt ich für ausgeschlossen. Schließlich sind alle Pferde toll und alle haben ihre Vorzüge.

Das stimmt auch immer noch. Und ich habe die Rasse gefunden, die am besten zu mir passt: das Schottische Highlandpony. Einige Jahr später wurde bei dieser Züchterin mein erstes „Schotten-Pony“ Finlay geboren und Finlay wird für mich (was den Charakter angeht) vielleicht immer der Innbegriff des Highlandponys sein. Die Schotten sind ein bisschen anders als andere Ponys. Natürlich gibt es – wie auch innerhalb anderer Rassen – eine Bandbreite an verschiedenen Typen: von den sehr lieben, die sich als Therapiepferd eignen bis zu den sehr selbstbewussten, die ihre Besitzer schon mal vor die eine oder andere Herausforderung stellen. Was ihnen gemeinsam ist, ist die große Menschenbezogenheit, das unbedingte Bedürfnis nach viel Beschäftigung und Abwechslung sowie der Gerechtigkeitssinn. Behandle mich fair, dann ist alles ok. Behandle mich unfair und Du zahlst den Preis. Die Schotten sind sehr ehrlich – geradeheraus, kein Blatt vor dem Mund. Und viele von ihnen sind abenteuerlustig, haben wenig Angst und erleben gern Neues.

In diesem Blog möchte ich Euch teilhaben lassen an den Geschichten, die ich mit meinem Schotten-Pony erlebe. Bald schon geht es los – ich nehme Euch mit auf eine Reise, die so gar nicht hätte stattfinden sollen, und die ich jetzt als neue Chance und neues Abenteuer sehen möchte. Abonniert am besten gleich diesen Blog, damit Ihr keine Schotten-Pony-Abenteuer verpasst! (einfach Ich freue mich jederzeit über Kommentare, Fragen und Themenwünsche.