Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 399

Gestern war Montag. Und trotzdem Ausflugstag mit dem Ausreitkumpel! Das soll wohl jetzt vorerst immer so sein, sagt mein Mädchen. Wisst ihr was? Mir egal. Hauptsache Ausflug!

Mein Mädchen war natürlich besorgt. Wie immer! Weil ich es ja letzte Woche so anstrengend fand. Was sie vergessen hat: letzte Woche war letzte Woche. Jetzt ist diese Woche. Und ich war ja in der Zwischenzeit nicht untätig. Wir waren auf dem Reitplatz zum Ponyyoga und in der Halle zum Wippen und vor allem hab ich mir doch Muskeln wachsen lassen! Dafür ist Regenerationszeit schließlich da. Und das bedeutet, ich bin diese Woche stärker, schneller und vielleicht sogar noch etwas schöner als letzte Woche (falls das möglich ist).

Also los in die Wackelkiste und zum Ausreitkumpel! Hinterhufe wieder in den alten, geliehenen, halb kaputten Schuhen, weil wir probieren wollten wie es damit mit dem Galopp klappt. Mein Mädchen hatte zwar schon so eine Ahnung, aber sie wollte es trotzdem probieren.

Das Mädchen vom Ausreitkumpel hat sich auch erinnert, wie anstrengend ich es letzte Woche fand und hat gesagt, in Anbetracht der Hitze reiten wir lieber nur 8,5km. Dann ging es los, auf einen schmalen Waldweg. Trab! Und dann um die Kurve um den Baum, etwas runter, etwas rauf. Ich war munter und flott vorneweg unterwegs. Dann wurde der Weg gerade und ich dachte, ein kleiner Galopp wäre wohl angemessen. Mein Mädchen fand das aber gar nicht. Ich aber schon. Und so gerieten wir in eine kleine Diskussion. Hab dann nachgegeben und bin getrabt. Aber so richtig Spaß hat es mir nicht gemacht, also bin ich eben doch wieder angaloppiert. Diskussion. Trab. Laaaaaaaaaangweilig! Galopp! Diskussion. Trab. Nein, jetzt ist es mir zu doof. Ich will galoppieren und mir ist das vollkommen egal was mein Mädchen davon hält. Oooooooh, da gab es aber mal richtig Ärger. Verdammt! Fand sie gar nicht witzig. Menno.

Die gute Nachricht ist: sie hat verstanden, dass ich Galopp einfach eine tolle Gangart finde und im Grunde findet sie das ja auch. Als wir also kurze Zeit später auf einen breiteren Weg kamen, ging es los – mit Erlaubnis von oben. Juhuuuuuu! Hopp, hopp, Galopp! Wir waren gerade so recht in Fahrt als ich komisch gestolpert bin mit den Hinterhufen. Mein Mädchen wusste gleich: Schuh ab. Sie war schon am bremsen als… Huch! Was fliegt denn da! Da musste ich doch kurz einen Satz und einen kleinen Buckler machen vor Schreck! Hab dann aber gebremst. Beide Schuhe futsch. Die Gamaschen waren noch an meinen Beinen aber die Schalen waren im hohen Bogen weg geflogen. Naja, das war ja fast zu erwarten gewesen.

Zwei Schuhe in vier Teilen ist nicht in Sinne des Erfinders!

Schuhe in die Tasche und es ging hinten barhuf weiter, war guter Boden. Trab oder Galopp oder was – bisschen Chaos weil wir vorne waren aber den Weg nicht wussten und die Ansagen von hinten irgendwie verwirrend waren. Aber egal, wir hatten trotzdem Spaß. Und dann kamen wir an eine Badestelle. Ab in den Fluss! Zumindest mein Ausreitkumpel. Ich bin ja jetzt nicht so die Wasserratte. Wollte gerade einen Schluck trinken, da fängt der neben mir an zu plantschen wie so ein Irrer! Ey, das spritzt mir ins Gesicht! Nein, da mach ich nicht mit. Bin das Ufer wieder hoch geklettert und hab mir das von weitem angeschaut. Der spinnt doch!

Nachher, als er fertig war mit plantschen, sind mein Mädchen und ich auch nochmal ans Wasser. Aber ich bin einfach keine Badenixe und mein Mädchen sagt, das muss ich auch nicht sein, ich soll nur keine Angst haben.

Der spinnt doch! Das schau ich mir lieber von weitem an.

Weiter ging die Reise, einen kurzen, steilen Berg hoch und dann wieder zurück zur schönen Galoppstrecke. Hurraaaaa! Ich finde galoppieren einfach großartig! Mein Mädchen hat immer zwischendurch gecheckt ob die Bremse noch geht und wenn ich gesagt hab, dass ich noch zuhöre, hat sie mich wieder laufen lassen. Sie war ganz überrascht, wie fit ich bin. Naja, wie gesagt, ich hab mir Muskeln wachsen lassen – und das war doch auch ihr Plan! Was ist sie denn dann so überrascht, wenn das dann klappt? Komisch.

Dann noch etwas Trab und als das Mädchen vom Ausreitkumpel gefragt hat, welchen Weg wir zurück reiten hat mein Mädchen auf den breiten Weg gezeigt und gesagt, ich soll ruhig noch galoppieren. Oh, jetzt wurde das schon ein bisschen anstrengend. Nicht schlimm, aber vielleicht einen Hauch mehr, als ich dachte. Und so, sagt mein Mädchen, war auch der Plan. Weil ich mich fühle wieder König der Welt (und? Einwände?) und ich fix lernen soll, dass ich mich auspowern kann ohne ungefragt zu galoppieren. Ok, mein Mädchen, aber dann musst du mir das auch fest versprechen! Mein Mädchen sagt, sie will mir zeigen, dass ich mich auf langen Schritt-Ausritten, mittellangen Trab-Ausritten und kürzeren Ritten mit viel Galopp auspowern kann. Mal so und mal so. Weil sie unbedingt die Gangart bestimmen will – zumindest im Moment. Sie sagt, wenn ich weiterhin immer super artig bin und ihr gezeigt habe, dass die Bremse zur Not funktioniert, dann kann ich auch mehr selbst bestimmen. Immer dieses Misstrauen! Nur weil man mal ein bisschen schneller möchte. Tssss tsss, wer bremst, hat Angst!

Und die alten, geliehenen Hufschuhe haben uns trotz ihrer spektakulären Flugbahn die gewünschte Erkenntnis gebracht: meine vorderen Hufschuhe bleiben auch im Galopp dran, wenn ich hinten welche anhab, die gut passen und keine Schnalle vorne haben. Damit weiß mein Mädchen jetzt, was sie mir hintenrum anziehen kann und dann sollte das Thema Hufschuhe bald mal etwas weniger nervig sein. Allerdings heißt das nicht, dass sie nicht noch 100 andere Sachen an unserem Equipment verbessern möchte!

Gegen Ende war ich dann sehr zufrieden mit mir. Müde allerdings nicht, nur sehr verschwitzt. Wir sind nach hause gefahren und dort hat mein Mädchen Puls gemessen – 44. Dann hat sie den Schlauch aufgedreht und mich gefragt, ob ich duschen möchte. Ach weißt du was, mein Mädchen, ich möchte wirklich gern duschen, ich fühle mich ganz klebrig und heiß. Also hat sie mich komplett abgeduscht und ich fand das ausnahmsweise sehr angenehm. Fertig! Ab zum panieren und dann Feierabend. Mädchen stolz, zufrieden und überrascht und ich ausgetobt, glücklich und bald noch fitter!

Euer galoppierender Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 398

Mein Mädchen ist etwas matschig, weil so fieses Wetter war. Gestern heiß und schwül und in der Nacht sagt sie, hat sie im Dampfbad geschlafen. Warmer Nebel! Na jedenfalls war ihr da heute nicht nach großem Ausflug. Wir haben also ganz gemütlich die Hausrunde gedreht. Ohne Sattel, nur mit Pad. Dafür mit neuen Schuhen für meine Hinterhufe zum ausprobieren. Geliehen natürlich, weil mein Mädchen ja so aufs Ausleihen steht. Sitzen gut! Aber es kann sein dass ich sie eine Nummer kleiner brauche, wenn mein Mädchen mir die Hufe wieder schick gemacht hat. Das sehen wir dann, hat sie gesagt.

Schuhe probieren

Also es ging los. Erst mal kam ein großer Trecker. Kann ich! Und dann hab ich mir einen Keks geben lassen. Kurz danach kam ein Motorrad von hinten. Kann ich auch! Und Keks! Mein Mädchen ist sehr stolz auf mich, weil ich das alles so gut kann. Ich bin stolz auf mein Mädchen, weil sie mir so schön vertraut.

Mein Mädchen fest gestellt, dass sie ganz anders sitzt, weil ich breiter geworden bin. Das hat sie dem Mann erzählt, und gesagt, ich sei wohl gewachsen. Dann hat sie gezögert und gesagt „oder ist er so dick geworden?“. WIE BITTE? Wenn ich nicht so nett wäre, hätte ich sie direkt zu Boden befördert! Was ist das bitte für eine Unterstellung! Aber der Mann hat die Situation gerettet und gesagt, ich hätte auch eine breitere Brust bekommen und das sei sicher nicht nur Speck. Glück gehabt, Mädchen!

Weiter ging es im Trab den schönen Grasweg lang, mein Mädchen und ich vorneweg. Ganz gemütlich, weil wir ja ohne Sattel waren. Ich bin sogar mutig an dem etwas gruseligen Maisfeld vorbei getrabt.

Dann kamen wir an den schmalen Weg. Den findet mein Mädchen immer etwas doof, denn oben sind Büsche, links ist Stacheldraht und rechts ist ein Graben und teilweise Draht der fast unsichtbar auf dem Boden liegt. Dazwischen ist genau Platz für ein Pony zum durch gehen. Ich hab damit natürlich kein Problem, kenne den Weg ja auch von klein auf. Aber plötzlich lag da dieses weiße Ding auf dem Weg! Mein Mädchen dachte, es wäre ein Fußball, aber bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich um einen Pilz handelt! Später hat sie dann gelesen, dass sie sich daraus ein kapitales Pilzomelett hätte machen können. Aber darauf hat sie lieber verzichtet. Nun denn, wir standen also vor dem Pilz und mein Mädchen und ich waren nicht sicher, was zu tun sei. Der Mann meinte, wir könnten außen herum reiten, aber dabei hätte ich fast den Abgang in den Graben gemacht. Also hat mein Mädchen gesagt, so geht das nicht und wir müssen einfach über den Pilz drüber marschieren. Ok, hab ich gemacht! Mit einem klitzeklitzekleinen Hüpferchen. Aber insgesamt so souverän, dass mein Mädchen schon wieder stolz war und mir eine schöne Graspause gegönnt hat, damit sie ein Foto von dem Riesenpilz machen kann.

Lecker Graspause
Schmaler Weg, großer Pilz!
Der war riesig!

Weiter ging es Richtung nach hause. Von hinten kam noch ein sehr leiser Fahrradfahrer und was soll ich euch sagen: ich hab mich nicht erschreckt! Mein Mädchen findet, dass ich voll großartig erwachsen und reif und erfahren bin. Sie hat zum Mann gesagt, wenn sie sich manchmal über meine kleinen Marotten beschwert, ist das Jammern auf extrem hohem Niveau und er soll sie daran erinnern, was für ein tolles Pony ich bin.

Und damit hat sie das mit dem Speck wieder wett gemacht und ich bin ihr nicht mehr böse.

Euer breiter gewachsener Sir Duncan dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 397

Ich bin euch ja noch einen Dienstags-Bericht schuldig! Der kommt so spät, weil ich erst mal Regenerationszeit brauchte. Mein Mädchen hat mir ja jahrelang versprochen, dass ich – sobald ich sie tragen kann – so viel laufen darf, wie ich will. Und was sie verspricht, das hält sie auch! Und jetzt, knapp vor meinem 5. Geburtstag, legt sie richtig los. Also wir waren ja am Freitag bremsenreiche 11,2km unterwegs, am Sonntag ruhige 11,6km und am Dienstag waren es dann 12,2km – und zwar flott!

Wir waren natürlich wieder mit DEM Ausreitkumpel unterwegs. Und jetzt weiß ich auch, warum mein Mädchen immer sagt, das Mädchen vom Ausreitkumpel sei unser Drill-Instructor! Das war wohl damals mit meinem großen Bruder schon so. Das frühere Pony vom Mädchen vom Ausreitkumpel war nämlich sehr, sehr fit und ist ganz viel vor der Kutsche gelaufen. Und mein großer Bruder war nicht so fit, wollte aber ja auf Distanzritt gehen und musste also trainieren. Also war das kleine Pony vom Mädchen vom Ausreitkumpel immer vorneweg, immer flott, immer gut gelaunt und fit wie ein Turnschuh und hat dadurch meinen großen Bruder auf Trab gebracht. Nun galoppieren die beiden vielleicht gemeinsam über die himmlischen Weidegründe, wer weiß? Jedenfalls ist klar, wer vorneweg galoppiert……ich trete derweil hier unten in die Fußstapfen meines großen Bruders. Und mein Ausreitkumpel tritt in die Fußstapfen seines Vorgängers.

Mein Ausreitkumpel hat ja nicht nur das eine Mädchen, sondern einen ganzen Harem. Und er ist etwas älter als ich. Das bedeutet, er trainiert länger und öfter und ist folgerichtig fitter als ich. Und das Mädchen vom Ausreitkumpel hat Lust, schnell und lang zu reiten. Und jetzt wo ich etwas größer bin, kann das richtig los gehen, meint mein Mädchen. Und so ging es denn auch los! Erst mal im Trab. Dann kamen wir an eine Stelle, wo man einen Hügel erklimmen kann – einfach so. Es gibt keinen Grund dafür, das zu tun, außer dass man dann an der anderen Seite den Hügel wieder runter reitet und genau da ist wo man angefangen hat. Ich hab das drei mal gemacht (das dritte mal aber nur, damit es noch auf Video fest gehalten wird) und meinem Mädchen dann mitgeteilt, dass es Dinge gibt, die auch mit Keks wenig Sinn ergeben.

Das kann man machen. Aber warum?

Das hat sie verstanden und also sind wir weiter getrabt. Dann ein klitzekleines Stück Straße und – huch? Was ist das? Der Boden sieht so komisch aus? Mein Mädchen meinte, ich wäre hier schon mal gewesen – ob ich das vergessen hätte? Ist halt lange her! – und ich sollte mir das ruhig anschauen, aber nicht zu lange, weil es sonst sein könnte, dass ein Zug kommt! Das waren nämlich die Bahnschienen. Ich bin dann tapfer drüber gegangen und mein Mädchen war schon wieder stolz.

Hinter den Bahnschienen fing es dann alsbald mit den schönen Wegen an und mein Wunsch ging in Erfüllung: wir sind schön ausgiebig galoppiert! Erst hinter meinem Ausreitkumpel her, dann vorneweg. Zum Glück! Denn plötzlich flog mein Hufschuh weg! Es ist so: weil ich so kurz gebaut bin, trete ich mir manchmal mit den Hinterhufen von hinten in die vorderen Hufschuhe rein. Das liegt auch daran, dass die hinteren Hufschuhe nicht ganz die besten für mich sind, da suchen wir noch was besseres. Jedenfalls war der vordere Hufschuh etwas kaputt und dadurch etwas lose und ich war flott im Galopp und – schwupps! – war der Schuh weg. Zum Glück hat es ja aber das Mädchen vom Ausreitkumpel gleich gesehen und bescheid gesagt. Wo mein Mädchen dann eh absteigen musste, haben wir gleich eine schöne Graspause eingelegt. Na den Trick merke ich mir! Schuh wieder an und noch ein Stückchen Galopp, aber der Schuh hat sich gedreht und also haben wir das mit dem Galopp dann gelassen. Ehrlich gesagt war ich mittlerweile aber auch so viel galoppiert, dass mir etwas matt um die Beine wurde. Weiter ging es im gleichmäßigen Trab. Mein Mädchen war schon wieder stolz, weil mein Ausreitkumpel um die Ecke außer Sichtweite getrabt ist und ich ganz ruhig mein Tempo weiter getrabt bin, ohne zu befürchten, dass wir ihn jetzt verloren haben. Ich weiß ja jetzt: die lassen uns nicht allein. Die warten irgendwo auf uns. Und das taten sie auch, weil sie nämlich sowieso anhalten mussten. Da war plötzlich ein Großaufgebot an Treckern und Autos und alle waren am Hin- und herfahren und wenden auf dem Weg. Wir haben erst mal abgewartet. Die meisten sind dann von uns weg gefahren aber zwei Trecker wollten an uns vorbei. Wir haben uns in eine Feldauffahrt gestellt und mein Mädchen hat kurz überlegt ob sie in Anbetracht der Größe dieser zwei Gefährte wohl absteigen muss, um mir zu helfen. Ich hab ihr nach oben gefunkt, dass ein, zwei Kekse von oben mir reichen um das zu überleben. Dann habe ich ganz ruhig gewartet, während diese Monstergeschosse an uns vorbei gefahren sind. Und hab Kekse gegessen. Zack! – Mädchen schon wieder stolz! Weil ich so entspannt war dabei.

Danach hatte ich einen kleinen Anfall von Kopfmüdigkeit. Ich musste mal Pipi, konnte mich aber ewig nicht entscheiden,was wohl die richtige Örtlichkeit dafür ist. Und als ich es dann erledigt hatte, war ich etwas durcheinander und wir haben uns ein bisschen gestritten, mein Mädchen und ich, weil ich plötzlich überall links abbiegen wollte, auch da wo gar nicht unbedingt ein Weg war. Mein Mädchen hat sich Sorgen gemacht, dass ich voll überfordert bin. Aber ich hab mich dann irgendwann wieder zurecht getüddelt.

Die Trecker die uns überholt haben und der Zug. Kann ich alles!

Die Mädchen sind ein Stück zu Fuß gegangen und da kamen von hinten nochmal so zwei riesige Gefährte angerollt. Auch das habe ich wunderbar gemeistert. Dann wieder über die Bahnschienen und in den schönen Weg. Dort gab es nochmal eine Graspause, damit mein Kopf wieder mit macht. Und dann konnte ich auch noch ein gutes Stück traben, wenn auch nicht mehr so arg flott. Schließlich sind die Mädchen abgestiegen und wir sind zu Fuß zur Wackelkiste zurück gegangen. Heidewitzka, was war ich kaputt! Mein Puls war so bummelig bei 52, da wusste mein Mädchen, dass ich mich echt angestrengt hatte. Nach 15 Minuten Heimfahrt in der Wackelkiste war er dann aber schon auf 44 runter. Ich kann einfach gut entspannen in der Wackelkiste!

Nach diesem Training hatte ich mir den freien Mittwoch wahrlich verdient. Ich habe ihn einfach verbummelt und mir neue Muskeln wachsen lassen. Mein Mädchen hat erstmal ein Ersatzteil für meinen Hufschuh bestellt und wird jetzt verschärft nach einer besseren Lösung für meine Hinterhufe suchen.

Euer gut trainierter Sir Duncan Dhu of Nakel mit dem stolzen Mädchen

Üben oder reiten

Neulich war ich mit einer Schülerin und ihren beiden Ponys an einer Rinderkoppel verabredet. Sie möchte dort vorbei reiten können, aber die Rinder finden ihre Ponys sehr interessant und die Ponys finden die Rinder sehr gruselig. Der beste Weg, Ponys an Rinder heran zu führen, ist sicherlich ein Rinderkurs. Aber Vorsicht: schaut Euch die durchführenden Trainer unbedingt an, bevor Ihr mit Pferd teil nehmt, auch dort gibt es schwarze Schafe, die die Pferde total überfordern und dann hat man evt nachher ein größeres Problem als vorher.

Ohne Rinderkurs ist Rindertraining tricky. Man kommt an die Koppel und weiß nicht was einen erwaretet. Während man bei Straßenverkehr durchaus Einfluss nehmen kann durch die Wahl der Straße und der Uhrzeit, hat man bei Rindern gar keinen Einfluss. Liegen sie evt alle im Schatten und schlafen? Dann gibt es nicht viel zu üben. Sind die Kälber gerade übermütig am spielen? Dann könnte es das Pferd total überfordern. An diesem Tag hatten wir aber Glück. Die Rinderherde war gerade am Wasserwagen, weit weg von unserem Treffpunkt, so dass wir die Ponys erst einfach mal schauen ließen, bis der erste Gruselfaktor weg war. Nach und nach gingen wir den Zaun entlang und kamen den Rindern näher. Es waren vielleicht 5 Kühe und 7 oder 8 Bullenkälber. Als wir uns näherten, gingen die Rinder ihrerseits näher an den Zaun. Neugierig, wie Rinder nun mal sind, beobachteten sie uns genau. Wir verbrachten 45 Minuten bei den Rindern und es lief wunderbar. Eins der beiden Ponys wollte nachher gern Freundschaft schließen mit diesen fremdartigen Wesen. Das andere war da noch nicht so sicher, aber wenn einer von zweien die Nerven behält, ist das ja schon mal viel wert. Aber ein Satz, den meine Schülerin sagte, war für mich sehr erhellend. Sie sagte sinngemäß „ja ich weiß, ich müsste das üben. Aber immer wenn ich ausreite, will ich halt einfach nur hier vorbei“.

Vielleicht ist das der Vorteil, wenn man ein junges Pferd hat. Ich wusste von Anfang an: ich muss ALLES üben. So ein Jährling kann ja nix. Das heißt, ich muss jedes Detail, jeden Schritt üben. Führen, anbinden, Hufe geben, später reiten. Und eben alles, was ein Ausreitpferd so können muss: Autos, Brücken, Dörfer und eben auch Rinder. Und so gab es für mich immer schon zwei Arten von Ausflügen: einfach nur Ausreiten (bzw. spazieren gehen) oder üben. und wenn ich einen Übungsausflug mache, dann plane ich wenig km und viel Zeit. Und ich mache es nur wenn alles passt: Wetter, Laune, Begleitung. Ich übe nur dann und nur dort, wo ich mit ziemlicher Sicherheit Erfolg habe, mein Pony also nachher etwas weiß oder kann was es vorher nicht wusste oder konnte.

Einfach nur ausreiten kann zwar auch Übungssituationen beinhalten, aber dann sichere ich mich entsprechend ab. Die ersten Mal an Rindern vorbei hatten wir immer Diego mit und Plan B in der Tasche. Ich wäre niemals eine Strecke gegangen, auf der ich nicht zur Not einfach umdrehen und ohne Rinder wieder zurück gehen kann. Das selbe gilt für die Autobahnbrücke (und da gilt es auch bis heute).

Die Einteilung in reiten oder üben hilft mir ungemein. So oft möchte ich einfach los. Ich möchte mein Pony bewegen und eine gute Zeit haben. Dann suche ich mir eine Strecke auf der das entspannt und gefahrlos geht. Fürs Üben brauche ich bessere Nerven. Aber wenn ich dann weiß: heute ist Üben angesagt und nicht Romantik, dann ist das völlig ok. Dann ist das auch ergebnisoffen. Wenn wir – wie neulich – dann eben nur am Anfang der Autobahnbrücke stehen und nicht da rüber gehen, dann ist das ok. Wenn wir an einer Rinderkoppel stehen und Duncan 30 min nur an der Hand grast und sich dabei davon überzeugt, dass diese „Aliens“ echt nett sind, dann ist das ok.

Wenn wir dann eines Tages so viele Dinge geübt haben, dass wir glauben, nichts mehr üben zu müssen, dann können wir uns ungeplant in fremdes Gelände stürzen und uns einfach überraschen lassen. Aber ganz ehrlich: so viel Lebenserfahrung, innere Ruhe und Vertrauen in den Menschen, das man das machen kann, haben gar nicht so viele Pferde. Nicht umsonst kann man in den entsprechenden Gruppen bei Distanzreitern wieder und wieder den Rat lesen, dass ein gesundes Pferd für einen kleinen Einführungsritt nicht viel körperliches Training braucht, man aber all die anderen Sachen vorher üben sollte: reiten in fremdem Gelände, stehen in einem abgesteckten Paddock, Anhänger fahren etc. Das ist nämlich keine Selbstverständlichkeit und sollte auch nie als solche angesehen werden. Erst neulich habe ich auch gehört, dass diese Fähigkeiten wieder verloren gehen können, wenn ein Pferd längere Zeit diesen Reizen nicht ausgesetzt war. Das ist ja bei uns Menschen nicht anders. Solche Pferde sind quasi das Pendant zur reitenden Wiedereinsteigerin, die zwar als Kind geritten ist, dann aber lange Pause hatte. Manche sind schnell wieder drin, manche brauchen Jahre, um wieder den Mut und die Gelassenheit zu entdecken, die sie brauchen.

Mutige Reiter neigen dazu, mit ihren Pferden weniger zu üben, weil sie die Reaktion ihres Pferdes weniger fürchten. Das kann klappen, muss aber nicht – hängt vom Pferd und ein bisschen vom Glück ab. Mir ist es auf jeden Fall lieber, wenn Menschen zu langsam, zu kleinschrittig üben und dabei etwas Zeit verschwenden, als wenn das Pferd überfordert wird. Andererseits kann ein mutiger Reiter, der auf leichte Angst des Pferdes gut und gelassen reagiert, dem Pferd aktiv Angst nehmen, während ein ängstlicher Reiter (wie ich) manchmal die Angst des Pferdes verstärkt und zusätzlich dummes Zeug macht wie am Zügel zu ziehen bei der kleinsten Reaktion. Das ist ein unangenehmer Reiz fürs Pferd, der dann evt mit der Situation assoziiert wird. Ein Grund für mich, viel mit Futter zu arbeiten, denn das überspielt mein eigenen Unzulänglichkeiten (hoffentlich) sehr gut. Für ängstliche Reiter wie mich ist es wichtig, dass wir selbst die Dinge so dosieren, dass sie machbar sind. Dass wir uns selbst nicht überfordern, nur weil unser Pferd das, was wir da vorhaben, durchaus tun könnte. Wenn eine Reiterin Angst hat, zu galoppieren, obwohl das Pferd völlig sicher und ruhig galoppiert, darf ich mit ihr genauso kleinschrittig und vorsichtig üben wie mit einem Pferd das Angst vor dem Galopp hat (ja das gibt es, vor allem wenn in der Bahn der Galopp mit Gleichgewichtsverlust einher geht).

Wenn man sich fragt, was man mal so üben könnte, kann man auch einfach den Alltag mit dem Pferd beobachten. Viele haben jedes Mal ein kleineres oder größeres Drama in den immer gleichen Situationen. Einsprühen steht da aktuell wieder ganz oben auf der Liste. Wenn es immer wieder mit einem angespannten Pferd endet, das Pferd sich immer wieder wegdreht oder ähnliches finde ich es eine gute Idee sich mal einen Tag auszusuchen an dem man das einfach übt. Ganz in Ruhe, ohne Zeitdruck und ergebnisoffen. Was auch immer dann am Ende dieser Übungseinheit steht ist die Basis für die nächste Übungseinheit. Es lohnt sich, diese Arbeit zu investieren, denn sie macht nachher den Alltag für alle entspannter.

Wenn jetzt wieder heiße Tage kommen, an denen Pferd und Mensch wenig Bewegungsdrang haben, ist vielleicht eine gute Zeit um solche Dinge mal anzugehen. Aufhalftern. Gebiss ins Maul nehmen. Hufe geben. Führen. Stillstehen. Schweif waschen. Es gibt so viel zu üben, die Liste an Alltäglichkeiten ist endlos. Und ein guter Trainer ist sich auch nicht zu schade, Euch bei diesen Kleinigkeiten zu helfen. Damit wir dann später wieder alle ganz entspannt reiten oder spazieren gehen können, ohne was zu üben.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 396

Mein Mädchen findet ja, eine meiner besten Eigenschaften ist, dass ich nicht so nachtragend bin. Ich bin bereit, es immer wieder zu versuchen. So auch am Sonntag. Obwohl wir ja am Freitag nun wirklich keine schöne Tour hatten, bin ich am Sonntag wieder munter angetreten für ein neues Abenteuer. Mein Mädchen hat mir Fliegengebämsel an den Kopf gebimselbamselt damit ich besser geschützt bin – wäre aber nicht nötig gewesen. Denn diesmal waren wir auf anderen Wegen unterwegs, wo kaum Bremsen waren. Aber lieber einmal zu viel Gebimselbämselt als einmal zu wenig! Das hat sie ja nun kapiert.

Wir haben wieder – wie letzten Sonntag – den schönen Spanier getroffen! Ach, da hab ich mich doll gefreut! Aber diesmal war ich ganz entspannt mit ihm. Einmal hat mein Mädchen sogar gelacht und gesagt, ich hätte ihn jetzt wohl endgültig in den Kreis meiner Ausreitkumpel aufgenommen, weil ich ihn nämlich angemeckert hab, als er überholen wollte. Das ist aber auch unfair, immer der Kleinste mit den kürzesten Beinen zu sein! Mein Mädchen sagt, wenn wir fleißig trainieren, werde ich bestimmt auch noch etwas schneller. Trotzdem haben die Großen mit den langen Beinen natürlich einen Vorteil. Und zwar auch im Trab! Immer seh ich die nur von hinten, so ein Mist! Da dachte ich mir: wenn die da vorn so schnell traben, hilft eben nur der dritte Gang! Und hab geschmeidig im Galopp wieder aufgeholt. Das wiederum fand der schöne Spanier wohl nicht ganz so lustig, der hat sich dann ein bisschen aufgeregt. Da war mein Mädchen schon wieder stolz auf mich, weil ich mich nicht mit aufgeregt, sondern nur verwundert zugeschaut habe, wie er da so vor sich hin tänzelte. Naja.

Irgendwie bin ich eben immer hintendran…. naja.

Insgesamt war die Tour relativ ereignislos und das hat uns gut getan. Viel Schritt, bisschen Trab, Galopp war dann für mich leider verboten, damit der schöne Spanier sich nicht aufregt. Naja. Aber am Ende war ich reichtig warmgelaufen und hatte einen sehr schönen Schritt, hat mein Mädchen gesagt. Und wie letztes Mal gab es zum Schluss wieder eine ausgiebige Graspause, während die Menschen Picknick gemacht haben.

Am Ende sind die Mädchen ein Stück zu Fuß gegangen. Rechts im Bild der schöne Spanier.
Das beste war das Picknick am Schluss!

Ich habe unterwegs alle Rinder, Schweine, Radfahrer, Mofafahrer, Autos, Fußgänger, Hunde und sogar ein anderes Pferd gut gemeistert und wie immer alles richtig gemacht und so ist mein Mädchen schon wieder hoch zufrieden mit mir. Vor allem dafür dass ich noch so jung bin, bin ich schon echt gut drauf sagt sie! Und weil wir grad so schön im Trainingsfluss sind, geht es morgen dann auch schon wieder mit meinem allerliebsten Ausreitkumpel los. Da passt das Tempo, den seh ich nicht immer nur von hinten, das gefällt mir. Vielleicht kann ich die Mädchen ja überreden, dass wir ein bisschen galoppieren üben, das wäre schön! Dann hatte ich drei Ausritte hintereinander mit jeweils einem Pausentag dazwischen und mein Mädchen sagt, da haben wir richtig was für meine Fitness getan. Wahrscheinlich ist dann wieder Pony-Yoga auf dem Platz angesagt, aber das kann ich dann auch wieder ein paar mal aushalten. Zumal die nächsten Touren schon wieder geplant sind, aber das erzähle ich euch dann wenn es so weit ist! Will ja nix vorweg nehmen.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel (voll im Training)

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 395

Diese Woche sind die Wochentage durcheinander geraten! Am Dienstag war viel zu viel Wetter um schön ausreiten zu gehen, also wurde der Dienstagsausflug erst auf Donnerstag verschoben und dann wurde er nochmal verschoben auf Freitag. Was für ein Chaos, wer soll sich da noch auskennen?

Das Gute ist ja: ich weiß genau, wann wir mit dem Ausreitkumpel losziehen. Woher ich das weiß, verrate ich nicht, aber ich weiß es. Und wenn mein Mädchen mich dann ruft, dann freue ich mich doll und komme sofort. Ich wollte ja auch gleich in die Wackelkiste einsteigen, die schon offen parat stand. Aber nein, erst noch die Hufschuhe anziehen. Jetzt aber, ja? Nein, erst noch ein Zöpfchen flechten. Aber jetzt, oder? Nein, erst noch einsprühen. Himmelherrgott ich will endlich los! Ja, dann ging es endlich los. Mein Mädchen hatte eine schöne, große Tour (11,2km) geplant. Das Mädchen vom Ausreitkumpel wollte nicht in den Wald, weil da so viele Mücken sind, sie wollte lieber durch die Felder in dem Gebiet wo sie früher mit den besten Ponys 1.0 immer unterwegs waren. Also los! Tja, was soll ich sagen. Mücken waren da tatsächlich keine. Nur Bremsen, und davon viele. Und alle waren sie hungrig! Kaum waren wir gestartet, fielen sie über uns her und wollten uns aussaugen! Wir haben ja zum Glück unsere patenten Decken und und mein Ausreitkumpel hatte auch eine Fliegenmaske auf, aber mein Kopf wurde zum allgemeinen Festschmaus erklärt und da half auch mein üppiges Wallehaar nicht so richtig gut. Ich kann euch sagen: das hat sooooooo genervt! Am Anfang ging alles noch. Ich habe nämlich alsbald raus gefunden, wie man die fiesen Bremsen am besten los wird: im Galopp! Und mein Mädchen war auch dieser Meinung. Also sind wir mal wirklich schön ausgiebig galoppiert (so fühlte es sich für uns an. Es waren aber nur 600Meter….). Ich bin sogar vorne weg galoppiert und ein Stück sind wir nebeneinander her galoppiert! Erster gemeinsamer Galopp! Da waren unsere Mädchen beide ganz glücklich, das war wieder ein großer Meilenstein und natürlich haben wir Ponys das wieder alles perfekt gemacht, auf uns ist schließlich Verlass!

Leider mangelt es mir da noch an Training mit meinem Mädchen oben drauf zu galoppieren und heiß war es auch, also konnte ich das alsbald nicht mehr. Wir sind dann getrabt, damit wir wenigstens nicht ganz aufgefressen werden. Um meinen Kopf etwas bremsenfrei zu halten hat mein Mädchen immer mit der Gerte daran entlang gestrichen Ich hab immer schon meine Nase an die Gerte gedrückt, damit sie mir die Bremsen damit abstreichen kann. Das war die einzige Methode, wie ich es irgendwie aushalten konnte.

Mein Ausreitkumpel hatte mal wieder Hüpf-Tag und an einer Stelle fand er eine Bank so gefährlich, dass er ein gutes Stück zur Seite und mit seinem Hintern im Trab voll gegen meine Schulter gesprungen ist! Ich bin ordentlich zur Seite geflogen und fast im Graben gelandet, aber weil ich ja so ein Guter bin, habe ich auf alle aufgepasst und so kam niemand zu Schaden. Mein Mädchen war schon wieder sehr stolz, weil ich das so gelassen hingenommen habe.

Nach flotten 6,5km war mein erster Tank leer und ich konnte die Mädchen zum Glück zu einer Graspause überreden. Leider hatten da nicht nur wir Buffet, sondern auch die Bremsen! Die fielen da mal munter über die Menschen her. Und wir hatten ja noch fast 5km vor uns! Es ging wirklich ums nackte Überleben sage ich euch. Mein Mädchen hat sich 1000 mal bei mir entschuldigt, dass sie so blöd war, ohne Maske mit mir los zu reiten. Sie hatte ein bisschen Angst, dass ich irgendwann die Nerven verliere und einfach stiften gehe, aber das hab ich natürlich nicht gemacht. Ich war müde und wollte einfach nur meine Ruhe und das beste was wir machen konnten, war, langsam zu traben. Irgendwann auf den letzten Kilometern war ich dann endgültig durch mit dem Lack. Mein Mädchen ist abgestiegen, aber damit sich die letzten 1,5km nicht so hinziehen, sind wir noch nebeneinander her immer mal ein Stück getrabt, bis ich auch darauf echt keine Lust mehr hatte.

Mein Ausreitkumpel hat nach dem Reiten immer das große Kopf-Jucken, vor allem wenn er so schwitzt, und hat sich dann mal überlegt, er könnte im Gehen seinen Kopf an meinem Hintern kratzen. Aber da ist mir dann doch der Kragen geplatzt! Ich habe ihm kurz mal meinen Hinterhuf vor die Brust gehauen – mit den Hufschuhen knallt das beeindruckend laut, sage ich euch! Mein Mädchen hat sich erst sehr erschreckt, sie lief so müde neben mir her und hatte nichts mitgekriegt. Aber das Mädchen vom Ausreitkumpel meinte nur, das sei völlig gerechtfertigt gewesen und ehrlich – wir tun uns ja nix, mein Kumpel und ich. Er war auch nur mäßig beeindruckt und wusste genau, dass und warum mir einfach der Geduldsfaden gerissen war. Das ändert nix daran dass er mein allerliebster Ausreitkumpel ist und mir im Falle von gefährlichen Bänken am Wegesrand natürlich ungefragt auf den Schoß springen darf.

Endlich an der Wackelkiste angekommen, durften wir erst nochmal etwas Gras schmausen während die Mädchen uns ausgezogen haben. Mein Mädchen hat sich Sorgen gemacht, dass ich total überfordert sein könnte. Dann haben sie uns einen Eimer Wasser hin gestellt, aber wir wollten nichts trinken. Um mein Mädchen zu beruhigen, habe ich lieber ein kleines Nasenspiel mit meinem Ausreitkumpel angefangen, damit sie sieht, dass ich ok bin. Dann hat sie den Schwamm genommen und das Wasser verwendet um uns kurz abzuwaschen, das war sehr angenehm (fand ich. Mein Ausreitkumpel fand es schrecklich!). Ende vom Ausflug! Und die Moral von der Geschicht: von Dienstag auf Freitag verschiebt man nicht. Oder so ähnlich.

Heute morgen hab ich mein Mädchen erst mal mit etwas Verachtung gestraft. So ein Flop! Da war ich ihr nun doch etwas gram. Aber heute mittag war ich fertig mit böse sein. Sie kann ja auch nicht sooooo viel dafür und sie hat versprochen mir einen guten Fliegenschutz für meinen Kopf zum Ausreiten zu besorgen. Sie ist furchtbar stolz, weil ich das wie ein Großer ausgehalten habe und wir sind beide furchtbar stolz auf unseren schönen Galopp. Ich, weil ich so schön galoppieren kann (rechts und links! Das darf ich momentan selbst entscheiden und ich wechsel immer mal ab), und mein Mädchen, weil sie gar keine Angst mehr hatte, dass ich dummes Zeug machen könnte, sondern mir voll vertraut und den Galopp genießen kann. Das klingt nach mehr davon! Das ist sehr in meinem Sinne, denn auch wenn ich es noch nicht lange durchhalte, finde ich Galopp doch einfach eine tolle Gangart!

Fotos gibt es keine – ihr ahnt wohl schon warum! Aber ich hätte euch wirklich gern so einen Schwarm Bremsen mitgebracht, damit ihr mal wisst, wie es mir ergangen ist!

Euer genervter, aber natürlich trotzdem tapferer und artiger Sir Duncan Dhu of Nakel

P.S. mein Mädchen sagt, mein Verhalten sei wahrlich sehr erwachsen gewesen. Und jetzt will ich nicht mehr hören, dass ich Pubertät hätte, mein Mädchen! Ich bin erwachsen!

Spaßfaktor

Mein Kundin ist in Urlaub. Ihr Pferd soll aber trotzdem was tun und so tu ich eben was mit ihm. Sie hat mich gebeten, Verladetraining zu machen.

Wir stehen also auf der Wiese am Anhänger, ihr Pferd und ich. Es ist das dritte Mal, dass wir zusammen üben und heute klappt es sehr viel besser als letztes Mal. Ich möchte für meine Kundin gern festhalten, was wir da tun, aber was ich vor allem möchte ist das was ich immer will: Spaß haben.

„Du kannst nicht immer nur Spaß haben“ hat mal eine Frau zu mir gesagt, die ich für eine Freundin hielt (wie man sich täuschen kann….). Wahrscheinlich hat sie technisch gesehen recht (führe an dieser Stelle eine philosophische Diskussion mit einer Person Deiner Wahl), aber gemeint hat sie damit, dass es viel besser, wichtiger und wertvoller ist, wenn man etwas tut, woran man KEINEN Spaß hat. Ist das eigentlich so was typisch deutsches oder ist das überall so? Warum neigen wir so sehr dazu, Dinge, die uns Spaß machen, als „weniger wert“ zu beurteilen? Dabei sind wir doch meistens in eben diesen Dingen ganz besonders gut! Ich jedenfalls will so viel Spaß wie möglich haben. Und während ich mit dem Kundenpferd am Anhänger stehe, möchte ich auch Spaß haben. Also zücke ich das Handy und mache ein Filmchen für die Besitzerin. Ich möchte schauen, ob das Pferd ohne meine direkte Aufforderung schon die Idee hat, einzusteigen. Während ich 10 Minuten im Anhänger stehe und auf das Pferd warte, filme ich uns und mache mir einen Spaß daraus. Ein Arthouse-Film! Die sind ja schon mal etwas langatmiger. Das ist Kunst, keine Unterhaltung. Da entwickelt sich die Handlung seeeeeehr langsam. Oh, der Protagonist zeigt eine überraschende Verhaltensweise! Ob meine Kundin das Video lustig findet? Keine Ahnung. Ich finde es lustig und es macht mich entspannt genug, um nicht ungeduldig zu werden. Und darum gehts. Denn obwohl das Pferd nicht weiß, was ich da sage und dass ich uns filme, merkt es eben doch, dass ich Freude an der Sache habe und nicht ungeduldig an ihm herum zerre, sondern ihm viel Zeit lasse, sich alles in Ruhe zu überlegen. Und somit hat das Pferd auch mehr Spaß an der Sache. Und jetzt soll mir einer erklären, was es dagegen einzuwenden gibt. Ach ja stimmt: Nichts. Außer dass es halt so unseriös ist. Und so wenig anstrengend. Und so verspielt. Und sowas kann ja keine echte Arbeit sein.

Viele Leute sagen, dass sie mit ihren Pferden „arbeiten“. Ich sage das auch. Und dann gibt es die, die das Wort „Arbeit“ nicht mögen und lieber andere Dinge sagen. Wie wir es nennen, ist dem Pferd sicherlich egal. Entscheidend ist, wie wir uns fühlen. Denken wir, wenn es nicht anstrengend, nervtötend, schweißtreibend, kompliziert oder so ist, dann ist es nichts wert? Das Pferd denkt anders. Das Pferd an sich ist Energiesparer. Sonst hätte seine Spezies nicht so viele Millionen von Jahren existieren können. Das Pferd sieht also in der Regel zu, dass es keine Energie verschwendet. Und eigentlich denkt der Mensch doch genauso. Nur, wenn ANDERE arbeiten sollen, dann vergessen wir, wie bequem wir selbst sind. Das Pferd soll bitte perfekt bemuskelt und geradegerichtet sein. Wir selbst hingegen sitzen lieber auf der Couch als Sport zu machen. Warum? Ach ja, weil Sport uns keinen Spaß macht. Weil Sport ja anstrengend ist. Obwohl er ja auch Spaß machen könnte….

Ich persönlich gedenke, weiterhin so viel Spaß zu haben wie es mir irgendwie möglich ist. Ich werde weiterhin versuchen, meinen Schülerinnen und ihren Pferden den Spaß an der gemeinsamen Zeit zu vermitteln. Wozu haben wir die Pferde sonst? Wozu geben wir so viel Geld aus und investieren so viel Zeit und Nerven, wenn nicht, um Spaß zu haben? Nein, natürlich nicht auf Kosten des Pferdes, sondern MIT dem Pferd!

Es gibt immer Dinge, auf die wir keine Lust haben. Ich zum Beispiel kann mich nicht dafür erwärmen, ernsthaft mit meinen Pferden mit Stangen oder Cavalettis zu trainieren. Ich kann es nicht leiden, ewig was auf- und abbauen zu müssen, es nervt mich. Die gute Nachricht ist: niemand zwingt mich dazu.

Ich finde, es gibt Dinge, die sollte ein Pferd können: führen, Hufe geben, in den Anhänger einsteigen. Die gute Nachricht ist: wenn wir so gar keine Lust dazu haben, können wir jemanden beauftragen, diese Dinge mit unserem Pferd zu üben. Ja, wir müssen dann selbst auch noch was tun. Aber wer einfach nicht die Geduld und Nerven oder das Know-How hat, seinem Pferd dieses oder jenes pferdegerecht und freundlich beizubringen der darf diese Aufgabe abgeben und es ist keine Schande. Wenn das Pferd erst mal eine gute Basis hat, ist für den Menschen alles leichter. Beim Anreiten ist das Gang und Gäbe, das man es dem Profi überlässt. Warum nicht bei den anderen Aufgaben, denen wir uns vielleicht nicht ganz gewachsen fühlen? Ein guter Ausbilder wird selbst Spaß daran haben und das ganze spielerisch leicht und schnell erledigen.

Andererseits kann ein guter Ausbilder uns auch unterstützen, während wir es selbst tun. Und dann kann es uns selbst auch Spaß machen, wenn jemand da ist, der hilft und der uns diesen Spaß auch vermitteln kann. Manchmal braucht es einfach ein paar Anläufe, bis Dinge Spaß machen. Wenn wir Angst haben vor dem Galopp wird ein erster Galopp nicht unbedingt emotionale Höhenflüge auslösen. Aber wenn wir uns ran tasten und üben kann es gut sein, dass wir plötzlich entdecken, wie schön ein ruhiger, gleichmäßiger Galopp sein kann.

„Der Spaß kommt bei der Arbeit“ sage ich oft. Jeder von uns kennt das: anfangen kann manchmal eine Hürde darstellen. Wenn es draußen regnet und man eigentlich keine Lust hat, kann es sogar schwer sein, zum Pony zu gehen. Aber wenn man erst mal dort ist und angefangen hat, hat man nachher oft eine erstaunlich gute Zeit.

Spaß hilft aber auch gegen Angst. Nicht umsonst gebe ich den Rindern Namen, wenn wir an ihnen vorbei reiten. Oder ich erzähle Duncan absurde Geschichten über diese „gefährlichen“ Tiere.

Spaß hilft sogar gegen Ärger. Ein Grund weshalb ich so gern mit meiner Freundin ausreite, weil wir uns immer gegenseitig dabei unterstützen, die Dinge nicht zu ernst zu nehmen. Wenn sie wie ein Rohrspatz über ihr tüddeliges Pony schimpft, kann ich einfach nur lachen. Und schon ist ihr Ärger etwas weniger. Wenn ich hingegen wie ein Rohrspatz über Duncan schimpfe, wendet sich das Blatt, sie lacht und mein Ärger verpufft. Und da ein Pferd meistens gar nicht artiger, gelassener, klüger oder sonstwie besser wird, wenn man sich darüber ärgert, kann man ebenso gut Spaß haben, obwohl das eigene Pferd nicht ganz das perfekte Fabel-Einhorn ist, das man sich so wünscht.

Sogar nach Finlays Tod, als ich dachte, ich könnte nie wieder lachen, hat etwas Spaß mir oft geholfen. Und seitdem weiß ich auch: nur weil jemand lacht und Witze macht, heißt das nicht, dass er nicht trauert. Aber auch von der Trauer braucht man mal eine Pause und es kann helfen, mal zu lachen und einen unbeschwerten Moment zu erleben, selbst wenn es mir am Anfang irgendwie falsch vorkam.

Ich war noch nie ein ernster Mensch. Und oft bringen allzu ernste Menschen, die sich allzu wichtig nehmen, mich erst recht zum lachen. Über manchen Bankangestellten oder Anwalt habe ich mich im Nachhinein scheckig gelacht, weil manche dieser Typen mich so sehr an den Geschäftsmann aus dem kleinen Prinzen erinnern.

Vielleicht habe ich manchmal zu viel Spaß. Ich wüsste nur nicht, woran ich das messen und wer das beurteilen sollte. Und so lange das so ist, finde ich es weiterhin sinnvoller, so viel Spaß zu haben wie mir möglich ist, als mich freiwillig darin zu beschränken. Auch beim Üben mit meinen Ponys oder beim Verladetraining mit Kundenpferden. Daher ist auch eins meiner Lieblingszitate von Karen Rohlf „You can get serious results without being so serious.“ (frei übersetzt: Du kannst ernstzunehmende Ergebnisse bekommen ohne allzu ernsthaft zu sein). Ich möchte das gern in jede Reithalle hängen, es würde die Welt für die Pferde verbessern.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 394

Mann war heute viel Wetter! Regen und Sonne und dann wieder Regen und Wind und noch mehr Regen und viel Regen auf einmal und Wind und Sonne und dann alles wieder von vorn. Mein Mädchen hat geschimpft wie ein Rohrspatz, weil sie dauernd nass wurde. Schließlich hat sie aufgegeben und beschlossen, den Tag lieber drin zu verbringen und zu hoffen, dass der Wetterbericht stimmt, der hat nämlich versprochen, dass es Abends besser werden soll. 

Tatsächlich gab es Abends einen wunderschönen Regenbogen und die Menschen haben beschlossen, dass Zeit ist für ein Reitplatzdate. Unser Dienstagsausflug ist nämlich wegen dem vielen Wetter auf Donnerstag verschoben. Also Reitplatzdate, das heißt, der Mann, Diego, mein Mädchen und ich gehen alle zusammen auf den Reitplatz. Oder auch nicht, denn kaum waren wir dort, fing es wieder ein bisschen an zu regnen und mein Mädchen hatte Angst, dass da wieder so ein Guss runter kommt. Also ist sie mit mir in die Halle gegangen, während der Mann und Diego draußen geblieben sind. Sie hat dann mit mir in der Halle etwas Handarbeit gemacht zum aufwärmen, während Merlin und Caruso um uns herum gelaufen sind, weil sie auch Kekse wollten. Mein Mädchen hat immer versucht, sie weg zu schicken und ich war schon etwas genervt von all dem hin und her.

Als es dann aufhörte zu regnen (war auch nicht viel), sind wir wieder raus
gegangen auf den Reitplatz und haben noch ein bisschen reiten geübt. Ich war
etwas tüddelig im Kopf nach all dem Wetter und dem hickhack, aber ich hab
natürlich trotzdem mein Bestes gegeben und mein Mädchen war auch sehr zufrieden mit mir. Sie war auch etwas tüddelig im Kopf, weil sie fast den ganzen Tag drin war und das einfach überhaupt nicht leiden kann. Aber wir können inzwischen auch ganz gut aushalten, wenn wir beide tüddelig sind.

Jetzt hoffen wir, dass das Wetter bald etwas beständiger wird, so ist das
wirklich nervtötend. Aber es soll ruhiger werden und für Donnerstag hat mein
Mädchen schon eine ausgiebige Tour geplant – juhuuuu! Da können wir unsere
Nerven wieder zusammenflicken.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 393

Sonntagsausflug – special edition! Ab in die Wackelkiste und ein kleines Stück gereist. Dann dort ausgestiegen und – sieh mal einer an, da stand eine zweite Wackelkiste und da stieg der schöne Spanier aus! Hallo, dich kenne ich doch! Du bist doch einer von meinen Freunden in der Ferne! Stellte sich heraus, dass wir zum Ausreiten verabredet sind! Ooooooooh ich war aufgeregt! Nur mal gucken – ich meine anfassen! Nein, nur gucken, NICHT anfassen. Immer diese verdammten Regeln! Und mein Mädchen zieht das knallhart durch!

Los ging es, erst mal am Umspannwerk vorbei. Da ist immer noch Baustelle und also immer noch die Baken an der Seite und die Metallplatten am Boden. Mich interessiert das ja nicht. Und überhaupt interessierte mich nur der schöne Spanier! Der allerdings fand das schon irgendwie merkwürdig, da rüber zu gehen. Ich fand eher merkwürdig, wie er da rüber gegangen ist. Na kann ja jeder machen wie es ihm gefällt.

Dann sind unsere Mädchen aufgestiegen und wir sind los marschiert. Diego und der schöne Spanier vorneweg – himmelherrgott, schon wieder so ein schneller Schritt-Gänger! Und ich mit meinen kurzen Beinen hinterher. Plötzlich höre ich von vorn das Mädchen vom schönen Spanier zum Mann sagen „wollen wir mal warten?“. Da wusste ich jetzt gar nicht, ob ich das nett finden soll oder unverschämt. Als ob ich nicht zur Not noch einen zweiten und einen dritten Gang hätte um die beiden einzuholen! Ich bin halt nur so furchtbar nett und lege ungefragt keine Sprints hin. Und ehrlich gesagt ist es mir auch egal, wenn die da vorn es so eilig haben. Dafür verpassen sie die Hälfte der Landschaft, weil sie so schnell daran vorbei flitzen. So.

Der schöne Spanier hat mir dann einen fantastischen neuen Trick gezeigt: er kam an einer merkwürdig gewachsenen Pflanze vorbei und hatq mal so getan als würde er sich davor fürchten. Sein Mädchen hat dann seine Nase direkt darauf zu gesteuert, damit er sich das mal anschaut und der schöne Spanier hat prompt von der merkwürdigen Pflanze abgebissen! Das finde ich ja mal eine sehr patente Art, an Futter zu kommen! Mit antäuschen!

Weiter ging die Reise. Damit die beiden Großen nicht immer warten müssen, sind mein Mädchen und ich immer mal ein Stück nachgetrabt. Nun bin ich ja Typ „Dampflok“ (die schließlich von einem Briten wie mir erfunden wurde!) und finde einfach, wenn ich dann schon mal trabe, kann ich damit doch auch gleich weiter machen. Andererseits wollte ich aber nicht an dem schönen Spanier vorbei, dann wenn er hinter mir ist, kann ich ihn ja gar nicht mehr anschauen! Ich muss ihn doch im Auge behalten! Ein echtes Dilemma, sage ich euch…

Wir sind eine Schleife geritten und dann den selben Weg zurück. Und wo kamen wir da vorbei? Richtig: an der merkwürdig gewachsenen Pflanze. Und weil ich mir genau gemerkt habe, wie der Spanier das gemacht hat, hab ich ganz kurz angetäuscht ich würde diese Pflanze etwas unheimlich finden und dann versucht, mir ein Maul von davon zu nehmen. Mein Mädchen hat furchtbar lachen müssen, aber leider ist sie diesem guten Trick gar nicht auf den Leim gegangen. Sie kennt mich nämlich schon so gut, dass sie fast erwartet hat, dass ich versuche, das nachzumachen. Mist.

Naja, immerhin haben wir dann noch eine ausgiebige Graspause eingelegt, dann ging es auch mit meinem Blutzucker wieder. Mein Mädchen ist danach ein Stück zu Fuß gegangen und ich habe gemerkt, dass mein Kopf schon ganz schön müde ist vom Spanier-im-Blick-behalten.

Als sie wieder aufgestiegen ist, sind wir noch ein Stück getrabt – wieder waren die beiden Großen vorneweg sooooo schnell! Ich hab kurz gefragt ob wir galoppieren wollen, mein Mädchen hat nein gesagt und dann dachte ich mir, Trab ist auch fein. Ja, ich war wirklich schon ordentlich kopfmüde und das hat sich letztlich auch auf meine Beine ausgewirkt.

Der schöne Spanier (rechts) und ich.

Zum Glück waren wir dann bald wieder an den Wackelkisten und haben noch ein Picknick gemacht. Wir Ponys sind da ja im Vorteil, für uns wächst überall was schönes, für die Menschen hatte das Mädchen vom schönen Spanier einen Picknickkorb mitgebracht, damit sie uns nicht hungrig beim Schmausen zuschauen müssen.

Der schönste Teil war das Picknick am Ende!

Am Ende sind wir jeder wieder in seine Wackelkiste geklettert und das war es mit dem Sonntagsausflug. Jetzt muss ich mein Gehirn ausruhen! Aber wir machen jetzt öfter Ausflüge mit dem schönen Spanier, sagt mein Mädchen, weil das so fein funktioniert hat mit uns. Jetzt habe ich noch einen neuen Ausreitkumpel! Mein Mädchen sagt, wenn das so weiter geht werden wir bald Termin-Probleme bekommen, weil wir so viele Ausreitkumpel haben. Ich hätte da ja einen Vorschlag: einfach öfter ausreiten! Aber leider muss sie ja zwischendurch auch immer arbeiten, um unser Futter zu verdienen. Schade eigentlich, aber ich will ja auch keinen Hunger leiden….

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel mit dem neuen Ausreitkumpel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 392

Heute sind mein Mädchen und ich wieder allein los gezogen. Ich habe beschlossen, euch jedes Mal davon zu berichten, damit ihr unsere Fortschritte genau verfolgen könnt. Auch wenn es keine sehr langen Geschichten sind – es sind ja auch noch keine sehr langen Ausritte….

Ich bin diesmal mutiger vom Hof runter gegangen und wir sind ein paar Meter weiter gegangen als letztes Mal, ganz knapp am Nachbarn vorbei. Das sind immerhin gute 300Meter, spektakulär, oder? Fast schon ein Distanzritt!

Dort ist sie abgestiegen, hat mich grasen lassen und nach ein paar Minuten ist sie wieder aufgestiegen und es ging nach hause. Wir haben etwas seitwärts gehen geübt von einer Straßenseite zur anderen und mein Mädchen war hoch zufrieden damit wie ich das gemacht habe. Dann hat sie mich eine Weile einfach geradeaus gehen lassen, da wurde ich zwar ein klitzekleines bisschen flotter als sonst aber sie fand, das ging noch. Am Ende sind noch ein paar Vögel hoch geflogen, da sind wir beide kurz zusammen gezuckt, aber nichts wildes. Am Hof angekommen, bin ich diesmal hoch anständig und aufmerksam geblieben und habe nicht versucht, per Ideallinie die kleinste Kurve zu kratzen.

Wie beim letzten Mal auch schon ist sie einfach sitzen geblieben und mit mir zum Reitplatz geritten. Wie beim letzten Mal auch fand ich das einen Hauch unheimlich zwischen den beiden Zäunen durch zu gehen mit ihr oben drauf (wenn sie neben mir geht, fällt mir irgendwie nicht auf, wie laut das E-Gerät da knackt!). Auf dem Reitplatz haben wir ganz kurz ein bisschen lenken geübt und sind einmal schön getrabt und – zack!- Mädchen stolz und zufrieden! Zum krönenden Abschluss durfte ich auf dem Reitplatz dann auch noch ein bisschen grasen, währen mein Mädchen das Rumstehen geübt hat.

Das war jetzt unser 4. Ausritt allein. Wir sind noch nicht weiter weg als am Anfang, aber wir sind schon beide viel entspannter und mein Mädchen sagt, darauf kommt es an. Bisher sind wir immer links vom Hof geritten, aber mein Mädchen sagt, demnächst reiten wir mal nach rechts vom Hof. Wenn wir uns ein gutes Stück Weg nach links und ein gutes Stück Weg nach rechts erarbeitet haben, können wir irgendwann die komplette Hausrunde schaffen, das ist unser erklärtes Ziel! Machen wir aber erst, wenn wir uns beide mutig genug dafür fühlen. Bis dahin, wisst ihr ja, machen wir das Meter für Meter.

Euer mutiger Allein-rausgeher Sir Duncan Dhu of Nakel