Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 410

Gestern waren mein Mädchen und ich wieder allein ausreiten. Nun ist es so: ich bin ja immer ein bisschen unbedarft einfach so los marschiert. Unterwegs fiel mir dann auf, dass ich ganz schön viel Verantwortung trage! Da wurde mir doch manchmal etwas flau. Ich gestehe: ich bin das noch nicht gewohnt. Und dass erwachsen sein SO viel Verantwortung bedeutet, das war mir vorher nicht bewusst. Das will wohl überlegt sein!

Und also habe ich diesmal vorher überlegt. Direkt nach dem losgehen, schon bevor wir den Hof verlassen haben, habe ich angemerkt, dass ich mir das gern einmal gründlich durchdenken möchte, bevor ich los lege. Mein Mädchen hat gesagt, das ist ok, aber die Option, doch lieber wieder links abzubiegen statt rechts, besteht nicht. Also ihre Regel war: wir gehen rechts vom Hof runter und dann bleiben wir am rechten Straßenrand. Kein Geeier wie letztes Mal. Ich durfte dafür das Tempo bestimmen und da hab ich einfach mal bei Null angefangen. Habe mich hingestellt, die Ohren gespitzt, in die Welt hinaus geschaut und nachgedacht. Als ich eine Weile nachgedacht hatte, meinte mein Mädchen, ich könnte evt losgehen. Weil ich so ein guter bin, bin ich einen Schritt nach vorn gegangen. Dann ist mir aber aufgefallen, dass es noch eine Menge zu bedenken gibt und ich bin wieder stehen geblieben um nachzudenken. Nach einer Weile dann wieder die Frage von oben, ob ich noch einen Schritt vorgehen könnte. Ja ok. Aber dann musste ich nochmal denken. Und so ging das eine Weile, bis ich das Denken vorerst für beendet erklärt habe und los gegangen bin. Nachdem ich ein Stück gegangen war, hab ich einen Keks kassiert und bin dann auch noch ein Stück gegangen. Und noch ein Stück. Dann nochmal nachdenken. Schließlich waren wir weiter als je zuvor, nämlich schon fast am Haus des Nachbarn zur rechten vorbei. Da durfte ich dann etwas grasen (mein Mädchen ist nicht abgestiegen, sondern sitzen geblieben, das ist Teil ihres neuen Plans). Dann ging es nach hause und mein Mädchen war hoch erfreut, weil ich den Rückweg ganz entspannt gemeistert habe und dann auch noch zu hause vorbei gegangen bin. Ganz kurz hinter der Hofeinfahrt ist sie dann abgestiegen und ich durfte noch etwas grasen. Heimgeführt und fertig.

Mein Mädchen sagt, sie ist sehr gespannt, wie es jetzt weitergeht mit der Denkerei meinerseits. Sie meint, ich kann mir das ruhig alles in Ruhe anschauen und überlegen und dann würde ich mich irgendwann auch in der Lage fühlen, weiter alleine mit ihr raus zugehen. Wir schaffen das schon, sagt sie immer. Ich denke noch darüber nach.

Aber sie findet, dass ich das ganz toll mache mit dem Denken, weil ich dabei ganz ruhig bleibe und mich nicht aufrege. Außerdem findet sie es total toll, dass ich mir jetzt vorher überlege ob ich das wirklich schaffe, anstatt einfach loszulaufen und dann zu merken, dass ich mich doch etwas unwohl fühle. Lieber langsam und dafür durchdacht, sagt sie.

Euer denkender Sir Duncan Dhu of Nakel

Freizeit

Eine Woche haben wir bei meinen Eltern verbracht. Ohne Ponys. Ich weiß immer gar nicht, wie ich das überstehe, aber ich überstehe es.

Als wir gestern nach hause kamen, tauchte Duncan wenige Sekunden nach unserer Ankunft am Stalltor auf. Er ist ja kein Pony der großen Gefühlsausbrüche, da wird nicht wild gewiehert oder gebrummelt. Aber ich hatte das Gefühl, dass er mich gezielt begrüßt. Ich ging zu ihm und er streckte mir ganz sachte seine Nase entgegen – nicht auf der Suche nach einem Keks, sondern als Begrüßungsgeste, die ich mit einer zarten Berührung erwiederte. Einen Moment waren wir zusammen still bevor ich meine Hand wieder weg nahm, dann wiederholte Duncan die Geste und ich entsprechend auch. Ich bin dann weg gegangen, um den Moment so stehen zu lassen und es nicht zu überspannen.

In Filmen – und vielleicht auch auf social media – wird uns gezeigt, wie spektakulär Begrüßungen aussehen können. Wenn das Pferd im Galopp vom Gras zur Besitzerin läuft (etwas, was meinen Ponys niemals einfallen würde), dann sieht das aus wie die große Liebe. Und natürlich möchte ich nicht absprechen, dass es möglicherweise die große Liebe IST. Aber vielleicht ist diese Liebe eben nicht größer als die, die in Duncans stiller Begrüßung lag.

Duncan geht es hier gut, auch wenn ich nicht da bin. Er hat seine Herde, sein Futter, seinen Weidegang, seine kleine Freiheit des Paddocktrails. 23 Stunden seines Tages verlaufen genauso, ob ich da bin oder nicht. Nur, dass ihm jemand anders sein Essen serviert. Aber in letzter Zeit habe ich eine interessante Beobachtung gemacht:

Immer dann, wenn wir einen Ausflug unternommen haben, ganz besonders dann, wenn es Montags flott mit dem Ausreitkumpel los ging, begrüßt Duncan mich am nächsten Tag viel fröhlicher und enthusiastischer als sonst. Häufig brummelt er mich dann sogar an, was er sonst nie tut. Selbst wenn er – anhand des mitgebrachten Equipments und des Ablaufs – schon weiß, dass wir auf den Reitplatz gehen, kommt er hoch motiviert zu mir und wirkt enorm fröhlich. Ausflüge und Abenteuer sind sein Lebenselixier und wirken offenbar noch tagelang in ihm nach. Nun war ich eine Woche lang nicht da – keine Unternehmung, kein Ausritt, kein Erlebnis.

Je länger ich Duncan habe, desto mehr sporne ich auch meine Reitschülerinnen an, etwas mit ihren Pferden zu MACHEN. Ich sehe die Welt der Freizeitpferde zunehmend mit anderen Augen. Das fing an mit dem Training für den Distanzritt mit Finlay, als mir plötzlich klar wurde, dass unsere „große Runde“ mit 6km eine absolute Lächerlichkeit für ein gesundes Pferd ist. Und jetzt, mit Duncan, nimmt das noch ganz andere Dimensionen an. Ein Freizeitpferd – so scheint es mir – ist oft ein Pferd mit zu viel Freizeit. So schön so ein Stall auch sein mag, so groß Weide, Paddock und die Herde auch ist, für ein gesundes Pferd wird es eben doch schnell langweilig.

Mein alter Warmblüter hat das etwas anders gesehen, der wollte gern seine Ruhe haben. Aber heute bin ich überzeugt, dass das dem geschuldet war, dass Menschen ihm in seinem Leben so wenig Gutes getan hatten. Ich würde ihm gern heute noch einmal neu begegnen, mit all dem, was ich jetzt weiß und kann. Und dann schauen, worauf er eigentlich Lust hatte. In seinem tiefsten Inneren. Ich glaube, im Herzen war er Springpferd, es gibt ein paar Indizien dafür. Aber er war traumatisiert, unverstanden und nachher körperlich gehandicapt und ich war zu unerfahren und wusste zu wenig, um ihm helfen zu können. So war er nachher ganz zufrieden, hier mit seiner Herde im Paddock zu leben und alt zu werden. Heute denke ich: ich hätte sein Leben bereichern können, wenn ich nur gewusst hätte, wie!

Finlay und Merlin hatten jeweils ihre eigenen Wünsche, wie ich ihr Leben bereichern konnte. Und obwohl Merlins Bereicherung mittlerweile in 3-5 Eimern „Seniorenbrei“ täglich besteht, geht er auch mit Freude nochmal kurz auf die Wippe, wenn es sich ergibt. Und auch Diego freut sich, wenn wir ihn holen um etwas zu unternehmen. Er kommt nicht wiehernd angelaufen, oft braucht er einen Moment, bis er sich entscheidet, zu kommen. Aber wenn ein paar Tage lange niemand von uns Zeit hatte für ihn, drängelt er sich ein bisschen vor und möchte, wenn ich Duncan hole, lieber selbst dran sein. Wenn die Motivation einem Pferd nicht so deutlich ins Gesicht geschrieben steht, sind Menschen oft verunsichert. Aber wir Menschen haben auch nicht immer ein strahlendes Lächeln auf den Lippen, wenn wir zum Sport gehen. Das ist oft nervig, anstrengend und man muss erst mal in Gang kommen. Trotzdem kann es nachher Spaß machen und es tut uns körperlich und seelisch gut – wenn es denn der für uns passende Sport ist. Und was das ist, ist für jeden individuell.

Beim Ausreiten selbst fühlt Duncan sich für mich genauso an, wie beim Reiten auf dem Platz. Aber danach, einen Tag später, bekomme ich eine klare Rückmeldung darüber, was seine Lieblingsbeschäftigung ist, wenn er mit leuchtenden Augen vor mir steht und mir vermittelt, wie toll doch unser Ausflug gestern war und wie zufrieden er damit ist.

Und jetzt, wo ich eine Woche nicht da war, lag in seiner Begrüßung auch eine Art Hoffnung: die Annahme, dass jetzt Schluss ist mit zu viel Freizeit (also Langeweile) und dass es wieder los geht mit der einen oder anderen Extra-Beschäftigung. Dass wir wieder Zeit zusammen verbringen können. Vorzugsweise natürlich draußen, im Galopp….

Sein Job

Wir galoppieren durch die zunehmende Dämmerung. Der Weg ist stellenweise hell, wo keine Bäume stehen, dann galoppieren wir ins Dunkel hinein, wo Bäume das letzte Tageslicht nehmen.

Wer hätte gedacht, dass ich so mutig sein kann? Duncan zögert. Ins Dunkle hinein im Galopp ist ein Risiko, das wissen wir beide. Wir kennen den Weg und wir können noch genug sehen um sicher zu sein, dass da keine Hindernisse sind. Ich spreche uns beiden Mut zu: wir können das! Duncan glaubt mir und galoppiert weiter. Links von uns knackt es plötzlich im Gebüsch. Wir zucken zusammen, Duncan beschleunigt für den Bruchteil einer Sekunde. Wird er jetzt losrennen? Nein, er pariert selbständig durch zum Trab.

Es sind diese Momente, die ich einfangen möchte. Momente, in denen mein junges Pony eine gute Entscheidung trifft – damit meine ich vor allem: eine Entscheidung die unser beider Sicherheit dient.

Deswegen lobe ich solche Entscheidungen grundsätzlich überschwänglich. Mein Pony muss wissen, welche Möglichkeit ich bevorzuge. Und das kann er nur wissen, wenn ich ihm das sage. Ich habe ihm NICHT gesagt, dass er durchparieren soll, aber ich kann ihm im Nachhinein sagen, dass ich diese Entscheidung besser fand, als losrennen.

Etwas später wiederholt sich die Szene, wieder beschleunigt Duncan nur für den Bruchteil einer Sekunde und fällt dann lieber in den Trab. Es sind diese Momente, die in mir das Vertrauen in mein Pony wachsen lassen. Je mehr gute Entscheidungen er trifft, desto mehr kann ich ihm vertrauen.

Ich denke an Elsa Sinclair: Zeig Deinem Pferd, dass du gute Entscheidungen triffst. Dadurch wird es mehr und mehr davon ausgehen, dass es sich lohnt, dir zu folgen. An diesem Abend, beim Ausritt im Dunkeln, dreht sich dieser Satz. Mein Pony zeigt mir, dass er gute Entscheidungen trifft. Ich folge ihm. Er kann im Dunkeln mehr sehen als ich, er kann besser hören als ich und er ist letztlich verantwortlich für unser Gleichgewicht. Wenn er sicher ist, dass er die Strecke im Galopp schafft, schafft er sie. Wenn er nicht sicher ist, werde ich ihn nicht überreden, zu galoppieren, weil ich die Verantwortung nicht übernehmen kann. Ich äußere Wünsche und mache Vorschläge, mehr nicht.

Ich denke an Ursula Bruns. Sie hat 1972 das wunderbare Buch „So macht man Pferde fit“ geschrieben, das mit der packenden Beschreibung eines Hundertmeilers (also ein Distanzritt über 160km) beginnt. Natürlich: wer 160km an einem Tag reiten will, reitet auch im Dunkeln. Und in den 1970er Jahren war keine Rede von LED-Beleuchtung. Die funzelige Taschenlampe mit den schweren Batterien taugte wohl nur eben um mal auf die Karte zu schauen, einen Weg ausleuchten konnte man damit sicher nicht (und wenn, dann nicht lang). Im Dunkeln reiten gehörte also selbstverständlich dazu und das Pferd ist derjenige, der die Verantwortung trägt, weil es besser orientiert ist im Dunkeln.

Die Karte, nach der damals geritten wurde, ist nicht viel mehr als etwas, was wir als Kinder als Schatzkarte gemalt haben. Ursula Bruns schreibt an einer Stelle den Dialog mit ihrem Mitreiter nieder, den sie fragt „weißt Du den Weg denn noch?“ und dieser antwortet „Ich nicht, aber mein Pferd war voriges Jahr schon hier“. Es gibt Dinge, die Pferde besser können als wir Menschen. Eine Höchstleistung wie einen Hundertmeiler können beide nur bewältigen, wenn jeder seinen Job kennt und machen kann.

Als wir durch die Dunkelheit reiten – jetzt nur noch im Trab, weil Duncan einmal gestolpert ist (erste Müdigkeit vom galoppieren), sind wir natürlich von einem Hundertmeiler genauso weit entfernt wie vom Mond, der sich heute nicht blicken lässt. Dennoch: Mein Pony hat Fähigkeiten, die ich nicht habe. Und er hat heute einmal mehr bewiesen, dass wir zusammenarbeiten können. Er ist kein reiner Befehlsempfänger, sondern trägt seinen Teil der Verantwortung mit und weiß, wie das geht. Auf dem Reitplatz möchte er von mir immer genau wissen, was er tun soll. Wenn er das dann getan hat, möchte er bitte den wohlverdienten Keks. So ist seine Vorstellung von unserer Arbeit auf dem Platz. Aber im Gelände liegen die Dinge anders. Hier ist sein Metier, hier kennt er sich aus. Er weiß, wie schnell er den Berg runter gehen kann ohne ins Straucheln zu kommen. Er sieht die Löcher im Weg und die Wurzeln und hebt seine Füße entsprechend.  Er findet sein Tempo im Trab und lässt sich da nicht groß reinreden. Auch im Galopp findet er jetzt – wo ich nicht mehr ängstlich auf der Bremse stehe – seinen Rhythmus. Ich hab da nicht mehr so viel zu melden, aber das finde ich völlig in Ordnung, denn letztlich ist es Duncans Job, seine Hufe zu sortieren und sich seine Kräfte so einzuteilen, dass sie möglichst weit reichen. Und das hat er verstanden. Strecke machen ist unser Ziel. Nicht unbedingt schnell, aber stetig, immer etwas weiter. Auch mal unter widrigen Bedingungen wie einsetzender Dunkelheit.

Und ich bin verdammt stolz auf meinen kleinen Ritter, der mit seinen 5 Jahren – trotz gelegentlichen pubertären Ideen – doch im Wesentlichen mit mir zusammenarbeitet anstatt entweder gegen mich zu sein oder einfach blind dem zu folgen was ich ihm sage. Er kennt seinen Job und er macht ihn für sein Alter schon verdammt gut.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 409

Endlich wieder mit dem Ausreitkumpel los! Also mit DEM Ausreitkumpel!

Es war schon spät und schon ganz dämmrig, aber trotzdem noch heiß. Mein Mädchen hat sich eine Lampe an den Helm geklebt (eher: der Mann hat ihr eine Lampe an den Helm geklebt), die Warnweste angezogen und mein Spaziergehkumpel hatte sogar ein Lämpchen am Kopf und eins am Sattel. Aber vorerst konnten wir noch gut ohne extra Licht gucken. Los ging es zu Fuß, erst mal an den Waldarbeitern vorbei, die mit ihren großen Maschinen im Gange waren. Aber sowas macht mir nix mehr. Sehen konnte ich sie eh nicht, nur hören.

Dann, an ein paar Baumstämmen, sind unsere Mädchen aufgestiegen. Und kaum saßen sie, ging es los im Trab. So ist das, wenn wir mir dem Ausreitkumpel unterwegs sind! Alsbald hörte ich von oben das mittlerweile vertraute „Aaaachtung und hopp!“ und bin angaloppiert. Freude von Seiten meines Mädchens, weil ich Rechtsgalopp gewählt habe. Schnell den Ausreitkumpel eingeholt, der schon vorneweg war, dann haben wir ihn überholt und sind in die Dämmerung galoppiert. Den Weg kennen wir gut, das ist eigentlich kein Problem. Aber da! Ein Knacken im Gebüsch! Ich bin für einen Galoppsprung schneller geworden, mein Mädchen hat ganz kurz Angst gehabt und ein kleines bisschen gebremst und da bin ich direkt in den Trab gefallen. Eigentlich wollte sie mir sagen, dass wir ruhig weiter galoppieren können, aber dann hat sie sich überlegt, dass sie das eine ganz tolle Idee von mir findet, wenn ich beim Erschrecken bzw danach langsamer werde anstatt schneller und also sind wir im Trab geblieben und sie hat mich ganz doll gelobt.

Um die Kurve und dann wieder in den Galopp. Irgendwie hatten wir das Gefühl, ganz allein zu sein – wo bleibt denn mein Ausreitkumpel? Aber die beiden sind ja schon groß und kommen schon klar, also weiter. Als wir dann durchpariert haben und der Ausreitkumpel uns eingeholt hatte, erzählt sein Mädchen, sie habe kurz anhalten müssen um zu schauen ob er einen Schuh verloren hat. Hatte er zum Glück nicht, aber sein Mädchen war verdammt stolz auf ein, weil er anhalten und stillstehen kann, während ich davon galoppiere. Da kann man ja auch sehr stolz sein!

Weiter ging es, noch eine Runde Galopp. Mein Mädchen bremst jetzt gar nicht mehr so viel, sie hat sich an mein Tempo gewöhnt und feuert mich an, weiter zu galoppieren. Sie hat mir gezeigt, dass sie gut mit aufpasst in der Dämmerung und so bin ich ganz zufrieden bis zum Umspannwerk galoppiert. Dann brav auf Stimmkommando in den Trab. Das Umspannwerk sah etwas gruselig aus, mit so grünlichem Licht und einem großen Dings vor dem Tor. Da sind wir lieber im Schritt vorbei. Mein Mädchen fragt sich, ob es sich eigentlich wirklich um ein Umspannwerk handelt – sie findet, nachts sieht es eher aus wie Area 51.

Aber dann ging es weiter im Trab. Als wir an die Ecke kamen, wo wir den Rückweg antreten, hat mein Mädchen mal aufs Lenken verzichtet, sie wollte wissen, ob ich unbedingt zurück will. Rechts wäre es zurück gegangen. Ich bin geradeaus gelaufen. Warum auch nicht? Einfach die Runde nochmal, war doch schön! Aber mein Mädchen fand, es reicht, und es wurde auch schon ziemlich dunkel. Also im Trab Richtung Heimat. Mein Mädchen hat versucht, ein Video für Euch zu machen, aber da kann man gar nix sehen. Wir konnten aber schon noch was sehen.

Am Ende des Weges ist dann die traditionelle Graspause mit absteigen und den Rest gehen die Mädchen zu Fuß. Während sie da vorn am schnacken sind, habe ich mich Millimeter für Millimeter an den Po meines Ausreitkumpels angepirscht, ohne dass mein Mädchen es gemerkt hätte. Gerade hatte ich angesetzt und wollte da mal herzhaft reinkneifen, da dreht sich doch mein Mädchen um und erwischt mich auf frischer Tat! Sie meinte, ihr Gefühl sei wohl ganz gut justiert. Da muss ich wohl noch besser werden um das zu schaffen, ohne dass sie es merkt!

Nicht mehr viel zu sehen!

Ach, was war das wieder fein! An der Wackelkiste hat mein Mädchen mir zwei Flaschen Wasser übergegossen, damit ich ein bisschen abgekühlt bin (das Wasser war allerdings den ganzen Tag im Auto und also recht warm) und ab ging es nach hause. Dort hat sie nochmal kritisch meine Hinterhufe beäugt und zufrieden fest gestellt, dass die neuen Schuhe sich weder bewegt noch gescheuert haben. Eine kleine Verbesserung möchte sie noch machen, aber dann sollte es perfekt sein.

Traurig war sie nur beim Blick auf die App, denn die hatte nicht richtig aufgezeichnet und eine ganz falsche Geschwindigkeit im Galopp angegeben und auch zu wenig Strecke. Aber egal, wir beide wissen ja, was wir geschafft haben. Und wisst ihr, worauf ich am meisten stolz bin? Dass sie mir jetzt auch im Galopp so fein vertraut. Das hab ich mir mit viel Geduld, Verlässlichkeit, Aufmerksamkeit und Vorsicht erarbeitet.

Euer vertrauenswürdiger Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 408

Sonntagsausflug! Mein Mädchen hatte schon schlimmste Befürchtungen, weil es die letzten Tage so heiß war. Aber das Wetter war uns gnädig: in der Nacht schön kühl und morgens so viel Nebel und Wolken, dass es auch sehr angenehm blieb. Also ging es los!

Mein Mädchen hatte mir ja neue Hinterhufschuhe bestellt. Erst zu kleine, dann zu große! Aber das erwies sich nun als Glücksfall, denn sie hat einfach die Schale von den zu kleinen (die mir ganz gut passt) mit den Gaitern (also den Fesselriemen) von den großen kombiniert. Und siehe da: so passt das einwandfrei! Also die neuen Puschen angezogen und los zum Testritt.

Tadaaaa! Endlich neue Schuhe für hinten!

Oder auch nicht. Denn kaum hatten wir den Hof verlassen, hörten wir von hinten einen Trecker. Der Mann sagte, wir sollten mal umdrehen und er sollte Recht behalten! Das war nämlich nicht nur ein Trecker, sondern gleich eine ganze Horde! Ein paar Orte weiter ist nämlich Oldtimer -Treffen, und da wollten die alle hin. Mein Mädchen ist schnell abgestiegen, nachdem ich ihr nach oben gefunkt hatte, dass ich nicht so ganz entspannt mit der Situation bin. Als sie dann neben mir stand, fand ich das alles ok und hab mir das in Ruhe angeschaut. Die Treckerfahrer waren sehr freundlich und haben gelächelt und manche auch gewunken. Als die ganze Horde dann vorbei war, ging es tatsächlich los.

Noch einer und noch einer und noch einer!

Und zwar zum Berg! Den sind wir wieder ganz fleißig hoch getrabt. Kann ich schon voll gut jetzt! Oben durften wir grasen – wie immer. Dann auf der anderen Seite den Berg wieder runter Richtung Landstraße. Unten geht es links. Also meistens. Heute aber nicht! Heute hat mein Mädchen gesagt, wir gehen rechts! Diego und ich waren davon erst nicht so ganz überzeugt. Weil das nämlich heißt, dass wir gleich den zweiten Berg rauf kraxeln. Aber gut, so ist das mit der Fitness. Aber vorher kamen uns noch 3 Ponys entgegen! Na sowas, das passiert ja sonst nicht! Da hab ich groß geschaut. Die Ponys haben erst mal angehalten, weil das eine ein Geschäft zu erledigen hatte. Derweil hat die eine Reiterin mein Mädchen angesprochen. Ob sie denn dann auch in der Geschichte vorkommen würden? Mein Mädchen hat wohl dumm geguckt, denn die Reiterin sagte dann „ihr seid das doch?“ und der Mann hat mit stolz geschwellter Brust geantwortet: „ja das ist Sir Duncan dhu!“

Begegnung mit Fans!

Tja, da seht ihr es: ich bin berühmt! Da wird man schon mal auf der Straße erkannt! Demnächst muss ich wohl noch Autogramme geben.

„Der ist ja viel größer als er auf den Fotos aussieht“ sagt die nette Dame (jetzt ist sie meine beste Freundin!). Und was antwortet mein dummes Mädchen? „Der steht ja jetzt auch weiter oben“. MÄDCHEN! Ruinier doch nicht immer die besten Momente! Ich BIN größer als ich auf den Fotos aussehe, weil immer von oben auf mich herab fotografiert wird! Unverschämtheit! Außerdem erkennt man meine wahre, innere Größe eben nur, wenn man mich live sieht, die passt ja auf kein Foto!

Jedenfalls hat mein Mädchen dann die drei Ponys nebst Reiterinnen fotografiert, damit die jetzt auch berühmt werden.

Weiter ging es, den zweiten Berg hoch. Wie wir gerade dort wieder heruntersteigen, kommen die Isländer uns doch schon wieder entgegen! Die waren wieder auf dem Heimweg. Mein Mädchen war stolz auf mich, weil ich hoch anständig an den Ponys vorbei gegangen bin. In diesen Momenten ist sie immer besonders froh, dass ich nun doch kein ganzer Kerl mehr bin, dadurch regt mich sowas nicht mehr auf, auch wenn es etwas enger ist.

Im Wald hab ich es mal geschafft, eine kleine Weile neben Diego her zu laufen. Das ist selten, sonst bin ich ja immer entweder hinten oder ich bin vorne (das aber nur wenn Diego langsam geht). Mein Mädchen findet aber auch, dass ich mal aufhören soll, immer so hinterher zu laufen und lieber meinen eigenen Weg gehen soll. Wo ich doch jetzt schon 5 bin, kann ich das können, meint sie. Nebeneinander gehen ohne das andere Pony ärgern zu wollen finde ich aber doch noch etwas schwierig…..

Schritt nebeneinander, da muss ich mich ins Zeug legen!

Als wir aus dem Wald wieder raus kamen, habe ich dezent daran erinnert, dass der Mann uns eine zweite Graspause versprochen hatte. Das ging dann auch los. Leckerleckerlecker!

Danach noch ein schönes Stück Trab und ab nach hause.

Zu Hause hat mein Mädchen dann meine Hinterhufe besonders genau angeschaut. Die neuen Schuhe haben einwandfrei gesessen (es war aber auch keine sehr wilde Tour, ehrlich gesagt) und nur an einer Stelle ein bisschen gescheuert, da muss sie jetzt noch eine Schraube abschleifen, ansonsten sieht das vielversprechend aus.

So sind wir alle rundum zufrieden mit unserem schönen Sonntagsausflug! Morgen geht es dann für die Schuhe zum Härtetest mit viel Galopp!

Euer berühmter Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 407

Mein Mädchen sagt immer, Missverständnisse soll man so schnell wie möglich klären. Und gestern war so ein Missverständnis. Wir wollten alleine ausreiten gehen, aber mein Mädchen wollte nicht links abbiegen wie sonst, sondern rechts. Und dann war alles komisch. Ich war mir gar nicht sicher ob ich das will und ob ich mich das traue und ich mochte nicht geradeaus gehen und mein Mädchen wusste nicht was los ist. Wir sind ein paar mal hin und her geritten und haben schließlich zu einem einigermaßen passablen Ende gefunden, aber mein Mädchen und ich waren beide nicht zufrieden.

Deswegen haben wir heute einen neuen Plan geschmiedet. Wir sind ERST auf den Reitplatz gegangen. Da hat sich gezeigt: ich wachse und kann deswegen nicht so gut geradeaus gehen und tüddelig im Kopf bin ich wohl auch zwischendurch – sagt mein Mädchen jedenfalls. Wir haben das ein bisschen geübt und nach 10 Minuten meinte mein Mädchen dann, dass wir jetzt raus reiten. Wir sind also vom Reitplatz runter und nach vorne auf den Hof und dann einfach weiter – rechts abgebogen. Mein Mädchen hatte gestern schon fest gestellt, dass es im Trab ein bisschen besser klappt, also sind wir ein paar Meter getrabt, dann durchparieren, Keks. Dann wieder ein paar Meter traben. Langsam haben wir uns dem Punkt genähert wo wir nicht mehr neben unserem eigenen Grundstück her laufen und den wollte ich gestern eigentlich gar nicht überschreiten, das hatte mein Mädchen sich gemerkt. Ich war mir auch echt nicht sicher und bin ein bisschen rumgeeiert, aber sie hat gesagt, es geht geradeaus und voran und als ich das gemacht hab, hat sie mich angehalten und ist abgestiegen und ich durfte laaaaaaange grasen. Am Ende wollte ich gar nicht so richtig nach hause (sie hat mich dann geführt) und mein Mädchen meint, das ist ein sehr gutes Zeichen und damit ist das Missverständnis von gestern wohl wieder ausgebügelt.

Und sie sagt, ich soll euch das aufschreiben, weil so viele immer meinen, bei uns würde alles glatt laufen und nie was schief gehen – das stimmt aber gar nicht. Ich bin schließlich auch nur ein Pony und mein Mädchen ist auch nur ein Mensch und wir missverstehen uns und manchmal streiten wir. Aber wir klären das dann und versöhnen uns wieder und haben uns immer lieb (auch wenn wir streiten) und darauf kommt es an. Mein Mädchen wartet jetzt darauf, dass es mit meiner Pubertät und dem Wachsen wieder besser wird, aber vor allem warten wir sehnsüchtig auf kühleres Wetter und die fliegenfreie Zeit.

Euer allein ausreitender Sir Duncan Dhu of Nakel

Trainieren oder nicht?

Neulich wurde ich gefragt: woran erkennt man ob man ein Pferd so lässt und manche Sachen so akzeptiert oder ob man als Ausbilder noch die Aufgabe hat dem Pferd das beizubringen und ihm zu helfen, gewisse Sachen zu machen oder nicht zu machen?

Was für eine Frage! Ganz schön kompliziert. Und interessant.

Ich würde mal an einem anderen Punkt anfangen wollen: woher weiß ich selbst, ob ich Dinge an mir verändern kann und sollte oder ob ich mich so akzeptiere wie ich bin und alles so lasse? Ich zum Beispiel bin ein Chaot – schon immer gewesen. Allen Versuchen meiner Eltern zum Trotz, das zu ändern, ist es so geblieben. Lasse ich das jetzt so? Ich bin schließlich erwachsen und kann tun und lassen was ich will (zumindest in diesem Bereich). Trotzdem hat ordentlich sein natürlich viele Vorteile. Wie viel Arbeit und Zeit, im Zweifel auch Geld, bin ich bereit zu investieren in eine Veränderung meiner Persönlichkeit, die mich zu einem ordentlichen Menschen machen würde? Vielleicht hängt das auch davon ab, ob es in meinem Umfeld jemanden gibt, der unter meinem Chaos leidet. Grundsätzlich ist es meine eigene Entscheidung, ob ich das ändern möchte oder nicht.

Beim Pferd ist das natürlich anders, da soll der Mensch entscheiden, was er seinem Pferd noch ab- oder antrainieren möchte. Zum Beispiel gibt es Pferde, die lieben es von Natur aus, irgendwo hin zu fahren und in fremdes Gelände zu gehen. Mein Duncan ist so ein Exemplar und auch Diego scheint das gern zu mögen. Auch Duncans Ausreitkumpel macht gern Ausflüge und musste das nicht lernen. Es gibt aber auch Pferde, die das vielleicht nie mögen werden. Und dazwischen jene, die vielleicht lernen können, es zu mögen. Woher weiß ich nun, ob ich ein Exemplar habe, das das lernen kann und will oder eins von denen, die nie Freude daran haben werden? Vielleicht weiß man das vorher gar nicht.

Bei Duncan zum Beispiel bin ich überzeugt, dass er es lieben wird, allein ausreiten zu gehen. Weil er es liebt, draußen unterwegs zu sein. Wenn ich es jetzt schaffe, die Lernschritte so zu gestalten, dass er sich mit mir sicher fühlt und ich mich auf ihm sicher fühle, werden wir einen großen Gewinn daraus ziehen. Wenn ich aber an irgendeinem Punkt nicht mehr weiter kommen sollte, wenn sich doch herausstellt, dass wir das nicht schaffen, dann hole ich mir Rat und Hilfe. Allerdings wird diese Hilfe nicht so aussehen, dass jemand meinem Pferd beibringt, allein raus zu gehen. Diese Hilfe wird so aussehen, dass jemand mir hilft, meinem Pferd zu helfen, entspannter und selbstbewusster zu sein. Ob das dazu führt, dass wir allein ausreiten gehen, werde ich ja dann sehen.

Ich glaube, die Frage danach, was wir einem Pferd an- oder abtrainiern sollten, richtet sich weniger nach dem Inhalt, sondern danach, was wir dafür opfern müssten und wollen. Niemals würde ich mein Pferd (bewusst) so trainieren, dass es zwar tut, was ich möchte, dabei aber in die erlernte Hilflosigkeit rutscht.

Wenn ich aber einen Trainingsweg finde, bei dem mir und meinem Pferd das Üben Spaß macht und wir regelmäßig kleine Erfolge feiern können, dann würde ich alles trainieren wollen, was mir und meinem Pferd sinnvoll erscheint. Vielleicht findet mein Pferd es nicht sinnvoll, mit dem Anhänger in fremdes Gelände zum ausreiten zu fahren. Aber vielleicht mag mein Pferd sehr gern mit einem Kumpel zusammen im Anhänger fahren, irgendwo ankommen, dort schön grasen und dann wieder nach hause fahren (oder laufen). Und wenn es das mag, könnte es ja sein, dass sich mehr daraus entwickelt. Und vielleicht verändert sich ganz klammheimlich Schritt für Schritt sogar der Charakter meines Pferdes, vielleicht entwickelt es einen Hauch von Abenteuerlust, der da vorher nicht war.

Vielleicht, wenn ich dem übereifrigen Spanier nach und nach vermitteln kann, dass seine Bedürfnisse nach Bewegung und Erlebnis erfüllt werden und dass gemeinsame Ruhe auch was schönes ist, wird aus dem Zappelphillip noch ein etwas gelassenerer Typ, der auch mal Freude am gemeinsamen entspannen findet. Oder auch nicht, denn vielleicht ist er einfach so ein Typ, der kein Verständnis dafür hat. Aber ich vertu mir ja nichts, wenn ich weiter überlege und daran arbeite, wie ich mehr Ruhe in so ein Pferd bekomme.

Wir werden aus dem Spanier kein Shetty machen und aus meinem Highlandpony keinen Araber, so viel steht fest. Aus mir wird in meinem Leben ganz sicher kein sehr ordentlicher Mensch mehr. Ich glaube, wenn wir uns verbeißen und dann gar keinen Spaß mehr haben, sondern nur noch trainieren und üben, dann sollten wir es lieber lassen und unser Pferd so nehmen, wie es nun mal ist. So lange Pferd und Mensch gemeinsam Freude haben und jeder mit den kleinen Macken des anderen gut leben kann, besteht keine Notwendigkeit, etwas unbedingt zu verändern. Macken haben wir ja schließlich alle. Und manchmal geht mir der Selbst-Optimierungswahn unserer Zeit gehörig auf den Geist.

Trotzdem kann es natürlich nicht sein, dass ein Pferd sich schlecht benimmt, Leute über den Haufen läuft, oder nicht in der Lage ist, zur Not in einen Anhänger zu steigen und wir schulterzuckend sagen „so ist er eben“.

Vielleicht ist da eine Grenze, die ich ziehen könnte: kein Pferd muss gerne und mit großer Begeisterung Anhänger fahren. Aber ich finde, jedes Pferd sollte in der Lage sein, vernünftig ein- und auszusteigen und im Zweifelsfall transportiert werden können, weil das eine Notwendigkeit darstellen kann. Kein Pferd muss Bodenarbeit lieben und bis zum Exzess verfeinern, aber jedes Pferd sollte sich von A nach B führen lassen. Wenn die Basis da ist, ist der Rest Geschmackssache. Vom Menschen, denn der bestimmt. Aber ein vernünftiger, empathischer Mensch wird sich von seinem Pferd auch mal sagen lassen, was es nicht tun möchte und woran es einfach keine Freude hat.

Einmal hat Arnulf sich auf den Boden gehockt und Diego so dirigiert, dass der sich über Arnulf hinweg gedreht hat – Arnulf saß quasi zwischen den Pferdebeinen. Obwohl Diego dafür viel Lob und Kekse bekam, hat er sich nicht bewegen lassen, den Trick zu wiederholen. Er war ängstlich und angespannt und hat sich geweigert, seinen Menschen noch einmal in diese gefährliche Situation zu bringen. Und also hat Arnulf ihn nicht mehr danach gefragt. Es würde die Beziehung der beiden nicht stärken, sondern eher belasten, weiter an einer Sache zu üben, die Diego als bedrohlich empfindet.

Also könnte das ein weitere Anhaltspunkt sein: würde es unsere Beziehung verbessern, an diesem oder jenem Thema zu arbeiten, oder nicht? Wenn es die Beziehung verschlechtern würde, lässt man es lieber sein. Oder man braucht einen anderen Trainingsweg, der die Beziehung stärkt.

Ein bekannter Pferdetrainer hat einmal ein Pferd verkauft. Er wurde von vielen dafür angefeindet, aber seine Begründung fand ich total einleuchtend: er hatte ein Pferd gesucht, mit dem er auf Shows auftreten kann. Das beinhaltet viel Reisen und Unterbringung in fremden Ställen. Das Pferd, das er hatte, fühlte sich trotz aller Mühe und Training nicht wohl damit und also suchte er ihm ein zu hause, wo das nicht notwendig war und kaufte sich selbst ein Pferd, das Freude an dem hatte, was er tun wollte. Manches ist eben nicht trainierbar. Und obwohl das sicher ein Extrembeispiel ist, ist es nicht so weit von der Realität vieler Freizeitreiter entfernt, wie man meinen möchte. Eine ängstliche Reiterin tut gut daran, kein allzu reaktives Pferd zu haben. Denn Zusammenzucken oder einen kleinen Hüpfer machen steht bei solchen Pferden auf der Tagesordnung und wird auch nur begrenzt abtrainierbar sein. Wenn eine Reiterin dann jedesmal Herzrasen bekommt, ist das keine gute Kombination. Andererseits wird eine hoch energetische Person, die gern viel trabt und galoppiert, nicht glücklich sein mit einem allzu ökonomischen Pferd, das am liebsten im Schritt bleibt. Auch das wird nur begrenzt trainierbar sein.

Ich habe hier schon einmal darüber geschrieben: wir können uns in ein Pferd verlieben und es dann (im Wesentlichen) so nehmen wie es ist und gemeinsam das tun, was beiden Spaß macht. Oder wir suchen uns ein Pferd nach bestimmten Kriterien aus. Beides ist völlig legitim.

Ich bin öfter mal um Rat gefragt worden von Schülerinnen und ich war oft zu optimistisch. Ich habe oft gesagt „klar ist das trainierbar“. Und ich bin überzeugt davon, dass ich recht hatte (bestimmt nicht immer, aber oft). Ich hatte nur die Geduld, Fähigkeiten und Ressourcen der Schülerin überschätzt. Für SIE war es nicht trainierbar. Und also denke ich: die Frage, ob ich meinem Pferd etwas an- oder abtrainieren möchte, richtet sich vielleicht nicht nur danach, ob das für mein Pferd sinnvoll ist, sondern auch danach, ob es für mich machbar ist. Und da sind wir wieder am Anfang: wie viel bin ich bereit zu investieren an Zeit, Geld und Nerven? Und was bekomme ich dafür zurück? Ein „besseres“ Pferd? Oder vielleicht auch ein verbessertes Ich? Was hat mein Pferd davon? Mehr Möglichkeiten für beide? Oder nur Frust ohne Ende?

Diese Fragen muss wohl jeder für sich beantworten, je nach Thema um das es geht. Aber es lohnt sich sicher, immer mal darüber nachzudenken.

Ich geh dann jetzt mal bisschen aufräumen.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 406

Das ist ein komischer Sommer. Erst war es viel zu trocken. Dann hat sich das Wetter plötzlich umentschieden und es wurde nass, nässer und noch nässer. Jetzt ist alles nass und es wird wieder wärmer, so dass wir hier irgendwie in der Waschküche gewohnt haben. Mein Mädchen ist genervt, weil das gar nicht gut ist für Ledersachen und vor allem nicht fürs Heu.

Jetzt wird es nochmal richtig heiß.

Wir Ponys hingegen machen das, was wir schon seit Generationen tun: Winterfell produzieren. Die Tage werden kürzer und das ist für uns das Zeichen, dass der Winter kommt und wir uns rüsten müssen, obwohl es noch viel zu warm ist dafür. Weil ein gutes Winterfell einfach eine ganze Weile braucht in der Herstellung. Haar für Haar! Das ist nicht mal eben so gemacht. Wir Schotten haben ja noch ein bisschen mehr Pelz als viele andere Pferde, weil wir uns gegen waagerecht fallenden, eiskalten Regen schützen wollen.

Nun ist es aber so, dass wir hier ja gar nicht in Schottland wohnen und wenn der eiskalte Regen waagerecht fällt haben wir zum Glück einen schönen, trockenen Stall, den wir nach Belieben aufsuchen können. Von daher findet mein Mädchen, dass unsere Winterfellproduktion für unsere hiesigen Umstände doch recht übertrieben ist. Und weil sie in den letzten Jahren immer erst im Oktober gemerkt hat, dass es uns doch wirklich und wahrhaftig viel zu warm ist in unseren Winterjacken, hat sie sich dieses Jahr fest vorgenommen, früher dran zu sein. Und als sie jetzt gesehen hat, dass wir schon fleißig Haare abwerfen (das untrügliche Zeichen dafür, dass wir neue Haare produzieren), hat sie direkt zur Schermaschine gegriffen.

Einmal die Kehle runter, die Brust frei, unter der Mähne den Hals entlang und auf der anderen Seite vom Hals, wo ich keine Mähne hat, hat sie mit dem Strich geschoren, damit ich nicht so albern aussehe. Und diesmal hat sie ganz zufrieden geguckt und gesagt, das sei das erste Mal, dass das, was sie da geschoren hat, anständig aussieht. Das will sie jetzt immer wieder machen bis mindestens Oktober und dann schauen wir mal wie ich mich damit fühle.

Merlin und Diego sind auch dran gewesen. Diego hat aber noch nix produziert, da war gar nix abzuscheren. Dem ist ja immer so warm, der poduziert eh recht wenig Winterfell. Merlin hingegen hatte schon ordentlich Wolle und obwohl er keine schweißtreibende Arbeit mehr verrichtet, soll er es nicht zu warm haben, weil das für sein altes Herz nicht gut ist. Also hat er erst mal eine kleine Schur bekommen, nur unterm Hals lang, aber einen Tag später hat mein Mädchen gesehen, dass er schon durchs bloße Existieren schwitzt und also wurde nochmal nach geschoren, damit er ein leichteres Leben hat. Hals nackig und unterm Bauch auch ein „Lüftungsfenster“.

All die kleinen Haare, das kitzelt!

Mein Mädchen würde uns gern erklären, dass wir doch einfach weniger Fell produzieren sollen, aber da kommen wir nicht gegen an. Ich bin froh um die Schermaschine, denn bei dem ganzen traben und galoppieren was wir am Montag so gemacht haben, ist es doch wahrhaftig sehr, sehr warm gewesen und jetzt kommen noch so richtig heiße Tage. Und bei meinem melierten Fell fällt das geschorene im Moment auch gar nicht so doll auf.

Euer frisierter Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 405

Darf ich vorstellen: das schnellste Pony der Welt!

Der sieht so harmlos aus, wie kann er so schnell sein?

Mit dem war ich gestern auf Ausflug. Aber jetzt mal von vorn. Mein Ausreitkumpel wird jetzt zum Kutschpony. Also vor 2 Jahren hat er das ja schon ein paar mal gemacht mit der Kutsche, aber dann hatten die Menschen keine Zeit mehr, sich darum zu kümmern, und so hat es bis jetzt gedauert. Aber jetzt lernt er das so ganz richtig. Das Mädchen vom Ausreitkumpel ist ja die gestrenge Fahrlehrmeisterin und die erklärt ihm das jetzt alles. Er kann das aber auch schon echt voll gut und ist natürlich ein Naturtalent.

Mein Ausreitkumpel hat am Sonntag hart gearbeitet!

Nur seine Muskeln können das noch nicht so. Ziehen ist nämlich voll anstrengend (sagt er). Und weil er am Sonntag so viel die Kutsche ziehen musste, sollte er nun gestern frei haben und sich erholen. Aber mein Mädchen und das Mädchen vom Ausreitkumpel wollten ja nun trotzdem ausreiten gehen, denn der Montag ist der neue Dienstag! Und also ist das Mädchen vom Ausreitkumpel einfach den Freund vom Ausreitkumpel geritten. Ich kenn den, der hat ja lange bei uns nebenan gewohnt. Ich war auch ein- oder zweimal mit ihm zusammen los, dann waren aber noch andere dabei und ich war noch kein Reitpony. Da sind alle nur Schritt gegangen und alle sind geführt worden, da ist mir gar nicht aufgefallen, WIE SCHNELL der ist! Im Schritt musste ich schon ordentlich Gas geben um hinterher zu kommen und er musste trotzdem immer mal einen extra Kringel drehen. Der Typ ist so heiß, wenn es ans Ausreiten geht, kann der gar nicht mehr bremsen. Alter Schwede, wie kann man nur so aufgedreht sein! Mein Mädchen wusste das und hat sich etwas Sorgen über mein Benehmen gemacht. Schon in der Wackelkiste vorm Ausladen hat sie zu mir gesagt „heute muss ich mich ganz besonders gut auf dich verlassen können“. Ich hab ihr das versprochen und dann ging es los.

Also das schnellste Pony der Welt immer vorne weg. Erst mal nur Schritt. Mein Mädchen war in Sorge, was wohl passiert, wenn wir traben, aber irgendwann hat sie sich getraut. Also ist das schnellste Pony der Welt angetrabt und ich auch und nach ein paar Sekunden hätten wir eigentlich nur noch eine Staubwolke gesehen, wenn der Boden nicht so feucht wäre. Das Pony vorne wurde kleiner und kleiner und ich hab dann beschlossen, dass ich dieses Tempo auf jeden Fall nur im Galopp halten kann. Mein Mädchen hat ein bisschen rum gemault, aber ich hab ihr gezeigt, dass ich ganz furchtbar gesittet galoppiere und da war sie ruhig und hat mich erst gebremst als wir dem Pony wieder näher gekommen waren. Um die Kurve und weg war der kleine weiße Blitz! Mein Mädchen meinte, wir bleiben jetzt mal noch einen Moment im Trab. Dann hat sie das Galopp-Kommando gegeben „Aaaaaachtung.. .und hopp!“ und ich hab losgelegt. Aber der da vorne war sooooo schnell! Da hab ich bisschen Gas gegeben. Mein Mädchen hat „Langsam!“ gebrüllt und das haben das Mädchen vom Ausreitkumpel und ich beide gehört und gebremst. Aber sobald der Abstand wieder einigermaßen ok war, rief sie von oben „weiter!“ weil sie nämlich nicht wollte, dass ich dann gleich wieder in den Trab falle. Sie findet ja immer, wenn ich so viel Übermut habe, dann soll ich auch was tun. Also galoppi galoppi! Bis ich selbst meinte, es sei mal Zeit für Trab. Aber im Trab ist der mir einfach davon gelaufen, also doch wieder Galopp. Und so haben mein Mädchen und ich den Ausritt genutzt um das mal klar zu kriegen. Ich hab das jetzt auch geschnallt, wann ich traben soll und wann ich galoppieren soll. Und mein Mädchen war soooooo stolz auf mich! Im Galopp war ich nachher nämlich einen Hauch schneller als der weiße Blitz im Trab (aber ich glaube nur, weil sein Mädchen ihn dauernd gebremst hat) und überholen sollte ich den lieber nicht. Deswegen sind wir immer getrabt bis wir etwas Abstand hatten und dann galoppiert bis wir wieder direkt bei ihm waren. Und ich hab das nachher alles auf Stimmkommando von oben gemacht. „aaaaachtung…“ ja ich weiß schon, es geht los! Und „brrrrrrrr“ war fürs Durchparieren. Auf den Punkt hab ich das gemacht. Trab, Galopp, Trab, Galopp, Trab, Galopp. Puh, da war uns beiden aber ordentlich warm nachher, meinem Mädchen und mir! Als wir nach 5,5km Graspause gemacht haben, hat mein Mädchen kurz nachgerechnet. Wir sind 5,5km in 42 Minuten geritten, das entspricht Tempo 7,6 (7,6Minuten/km). Für einen Distanzritt in der Wertung brauchen wir – je nach Ausschreibung – Tempo 8 (8Minuten/km) also nur ein wenig langsamer, das dann aber über 30 km! Da waren wir beide ein bisschen schockiert. Aber nur ganz kurz, denn eigentlich ist das ja egal, wir wollen ja nur Spaß haben – und das hatten wir gestern! Und wie! Unsere Geschwindigkeit hat sich laut App auch ganz schön gesteigert: 11,9km/h hab ich im Trab geschafft und im Galopp stolze 17,7km/h! Und das ohne Schuhverlust! Das bedeutet – laut meinem Mädchen – dass meine Schultern wohl schon lockerer geworden sind und ich vorne weiter raus komme, so dass ich mir gar nicht mehr so viel hinten rein trete. Trotzdem arbeitet sie daran, dass ich für meine Hinterfüße andere Schuhe bekomme.

Als wir nach der Graspause nach hause geführt wurden, hatte der kleine weiße Blitz die Taschen voll Gras. Auf dem Weg zur Weide? Das ist wirklich kurios. Mein Mädchen hat mir erklärt, dass bei ihm auf dem Hof noch andere Tiere wohnen, so kleine, plüschige, die auch gern Gras essen und denen er das leckere mitbringt. Das Mädchen vom Ausreitkumpel hingegen hat behauptet, der kleine Schimmel sei wie ein E-Auto, das seinen eigenen Akku mithat. Und jetzt bin ich sehr verwirrt. Aber ich war vom vielen galoppieren und konzentrieren etwas müde und hab dann nicht weiter darüber nachgedacht.

Der hat seinen eigenen Akku mit, hat sie gesagt.

Ich hab mich dann noch kurz abschwammen lassen, damit mein Pelz nicht so juckt, dann ging es wieder in die Wackelkiste und ab nach hause. Mein Mädchen hat mich noch den ganzen Abend gefeiert und ich persönlich hatte so gute Laune, dass ich sie fröhlich angebrummelt habe, als sie nachher kam um uns auf die Weide zu lassen. Das war doch ein sehr, sehr feiner, flotter Ausflug!

Trab- Galopp- Trab Galopp- Trab- Galopp……

Euer flotter Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 404

Gestern hatten mein Mädchen und der Mann Ja-Tag! Vor 18 Jahren haben sie sich versprochen, dass sie zusammen bleiben, durch dick und doof und zusammenhalten wie Schwech und Pefel. Oder so ähnlich. Jedenfalls sagen sie es so immer.

Weil sie anlässlich dieses Feiertages ausnahmsweise was anderes als NUR Pony-Ausflug (wie bitte?) machen wollten, haben wir keine große Tour gemacht, sondern sind nach dem Frühstück nur einmal die Hausrunde gebummelt. Das waren gute Testbedingungen für ein geliehenes Reitpad und die neueste Konstruktion meines Mädchens. Sie reitet mich nämlich jetzt mit 4 Zügeln. Weil wir ja manchmal so eine kleine Diskussion darüber führen, ob jetzt galoppiert wird oder nicht und sie mit den 4 Zügeln ihre Signale auf mein Maul und meine Nase verteilen kann, so dass für mich vielleicht alles etwas verständlicher und deutlicher wird.

Reitpad zum testen und 4 Zügel

Das hat auch einen ganz anderen Vorteil: zum grasen mag ich ja das Gebiss nicht im Maul haben, das finde ich doch sehr hinderlich und deswegen macht mein Mädchen das immer raus. Bisher musste sie dafür absteigen, weil sie ja dann keine Zügel mehr hat. Heute hat sie mir einfach von oben das Gebiss aus dem Maul genommen und ich konnte grasen, weil sie ja noch die Zügel am Halfter hatte. Und als ich fertig gegrast hatte (so ein Quatsch! Fertig gegrast hat man wenn der Magen voll oder die Wiese leer ist. Also: als SIE meinte, ich hätte genug gegrast), hat sie einfach von oben das Gebiss hingehalten, ich habs ins Maul genommen und sie hat es wieder am Halfter eingeclickt. Ganz schön praktisch! Weil ich so kurz und handlich gebaut bin, geht sowas mit mir immer voll gut. Und natürlich weil ich so unglaublich artig bin (obwohl ich ja angeblich Pubertät habe).

Schwupps, Gebiss wieder drin. Praktisch!

Aber vor dieser Episode ist was ganz anderes passiert: als wir los reiten wollten, waren mein Mädchen und ich schon fertig, Diego auch, aber der Mann noch nicht. Der Mann musste sich noch umziehen und mein Mädchen sollte auf Diego aufpassen. Da ist sie auf meinen Rücken geklettert, hat Diegos Zügel in die Hand genommen und wir sind los geritten! Ich als Reitpferd, Diego als Handpferd! Das ist ganz schön lange her, dass ich damals gelernt habe, als Handpferd zu laufen! Jetzt war es plötzlich umgekehrt, das war lustig! Nach ein paar Metern sind wir umgedreht und zurück, aber der Mann war noch nicht fertig, also noch am Hof vorbei in die andere Richtung ein paar Meter und wieder zurück. Als wir wieder zum Hof kamen, hat der Mann gesagt, mein Mädchen hätte sein Pferd geklaut! Ach was. Er hat Diego genommen und mein Mädchen und ich sind schon mal allein los geritten. Als wir hinter uns Hufe gehört haben, hat mein Mädchen sich umgedreht: da kam Diego hinter uns her, aber ohne den Mann im Sattel! Er war uns heimlich einfach gefolgt, als der Mann kurz weg geschaut hat!

Also umdrehen, zurück Richtung Hof. Aber trotzdem sind mein Mädchen und ich nochmal am Hof vorbei gelaufen, diesmal wirklich allein. Ein paar Meter, umdrehen, Diego abholen und dann endlich ganz normal den Ausritt starten. So ein Hin und Her!

Der Ausritt war dann ganz entspannt. Das Wetter war toll, mein Mädchen war gut gelaunt und fröhlich und ich bin ja eh immer gut gelaunt wenn wir draußen sind.

Diese Maisfelder sind etwas gruselig, finde ich!
Endlich bin ich mal wieder vorne!

Wir sind diesmal anders herum geritten als sonst, so dass wir am Ende an DEM Baum vorbei kamen. Da hat mein Mädchen gemeint, sie würde so gern nochmal alleine ausreiten üben und ob der Mann nicht mit Diego da stehen bleiben könnte. Klar, konnte er. Diego durfte grasen und ich sollte weiter gehen. Moment mal! So war das aber nicht abgemacht! Was soll denn das! Ich will auch grasen! Aber mein Mädchen hat hoch und heilig versprochen, dass ich noch genug Gras bekomme und mir gesagt, dass wir jetzt wirklich, wirklich weiter gehen. Hm. Na gut. Wir sind dann nach hause gegangen und dort wieder kurz am Hof vorbei (meine Güte, was bin ich gestern oft an zu hause vorbei gelaufen!) – das fand ich ja wohl voll blöd. Hab mich dann aber nach 10 Metern in mein Schicksal gefügt und da ist mein Mädchen abgestiegen und ich durfte grasen. Und zwar so lange, bis Diego nachgekommen war – und das war lang! Da war ich mit dem Ausritt wieder versöhnt.

Gaaaaanz da hinten kommt Diego. Ich bin schon lange da!

Das Reitpad fanden wir beide ganz bequem, das werden wir dann mal auf dem Reitplatz testen. Und das mit den 4 Zügeln mochten wir auch gern, mein Mädchen und ich, das behalten wir erst mal bei. Jetzt müssen wir nur noch das Problem mit den hinteren Hufschuhen lösen, denn mein Mädchen hatte sie erst zu klein bestellt und jetzt – ratet mal! – zu groß! Sie sagt, evt müssen wir auch doch noch was basteln, weil sie nicht so ganz zufrieden ist mit der Form der Schuhe. Oje, das könnte noch etwas dauern, bis wir da wirklich zufrieden sind, scheint mir!

Ich hoffe, wir machen nächsten Sonntag wieder eine längere Tour, das wäre toll!

Euer ständig am Hof vorbei laufender Sir Duncan Dhu of Nakel