Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 23. April 2026

Hallo Mädchen! Was machen wir heute? Oh, Wackelkiste, toll! Dann mal los.

Kurz gewackelt und dann ausgestiegen. Wen haben wir denn da? Der Ausreitkumpel! Also DER Ausreitkumpel! The one and only! Dich hab ich ja ne Ewigkeit nicht gesehen! Krass!! Bist du es überhaupt noch?

Und ich weiß doch genau, wie die Ausritte mit dir laufen, freu mich schon aufs Galoppieren!

Tja, aber das war gar nicht mal soooo ausgiebig dran. Das Mädchen vom Ausreitkumpel hatte nämlich keinen Sattel, sondern nur ein Reitpad und konnte daher nicht so viel traben und nur sehr langsam galoppieren. Ich hab mich auch mal an so einem langsamen Galopp versucht, aber das ist wirklich schwer. Mein Mädchen meint, ich hätte das toll gemacht und mir Mühe gegeben und der Rest kommt dann schon noch. Jaaaa aber man könnte halt auch einfach mal ganz normal laufen oder? Na, ihr kennt ja mein Mädchen…

Zwei Hunde waren auch wieder mit, das bin ich nicht mehr so ganz gewohnt, wenn ich ehrlich bin. Die stehen mir ständig vor der Nase rum oder kommen von hinten angerannt.  Einmal haben sie auch hinter mir lautstark gespielt und kamen dann direkt vor meine Füße geschossen, da musste ich meine Nerven gut zusammenhalten! Hab ich aber auch geschafft. Und sogar einen Keks dafür kassiert!

Mein Ausreitkumpel läuft jetzt neuerdings wieder mehr vor der Kutsche (anscheinend dürfen das hier alle, nur mir traut es keiner zu! Ich könnte das doch auch!). Und dieses Kutschtraining, das hat irgendwas mit ihm gemacht. Erinnert ihr euch noch an die Anfänge? Da war ich im Schritt immer viel schneller als er. Jetzt hab ich ja sogar meinen Schritt noch verbessert aber was soll ich euch sagen: der geht jetzt schneller Schritt als ich! Wie kann das denn wieder sein?! Mädchen, wir müssen wirklich mit der Kutsche loslegen, ich will das auch können! Immer laufen sie mir alle davon. Menno. Aber mein Mädchen sagt, dieses Jahr wird das noch nichts mit der Kutsche. Dieses Jahr liegt die Priorität auf alleine ausreiten. Na gut, das finde ich auch schön.

Seit wann hat der so einen schnellen Schritt?

Während die Mädchen in einer Tour am schnacken waren, haben wir Ponys ganz in Ruhe unseren Job gemacht. Mein Mädchen hat sich nachher bei mir entschuldigt, dass sie mir so wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat, es gab so viel zu erzählen und nachzuholen. Schon ok, mein Mädchen. Aber nächstes Mal möchte ich wieder mehr traben und galoppieren, ja? Dieses Schrittgehen nervt ein bisschen.

Am Sonntag wollten wir eigentlich wieder alleine ausreiten gehen, aber mein Mädchen sagt, wir haben jetzt stattdessen ein anderes Abenteuer vor. Na da bin ich ja mal gespannt, was mich erwartet!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 19. April 2026

Gestern hatte ich schon wieder frei. Laaaaaangweilig! Diego durfte die Kutsche ziehen und ich durfte mal wieder nicht mit. Und er hat Lobeshymnen und tonnenweise Kekse kassiert. Ja toll und was ist mit mir? Aber mein Mädchen hat gesagt, dass ich heute auf meine Kosten komme. Und tatsächlich: heute Morgen stand die Wackelkiste parat! Jetzt aber hurtig, ich hab Hunger und da oben ist mein Frühstück! Nein, erst noch Hufschuhe anziehen und bisschen Winterfell rausbürsten. Menno. Dann aber rein in die Wackelkiste und los. Kaum war der schlimmste Frühstückshunger gestillt, waren wir auch schon da. Wo sind wir denn? Ah, im Lieblingswald! Juhuuu! Und wer ist denn da? Das ist doch der schöne Spanier! Den kenn ich doch! Mit dem waren wir heute ausreiten, mein Mädchen und ich, während die dazugehörigen Männer bei den Autos blieben und sich mit Kaffee und Klönschnack die Zeit vertrieben haben.

Und ich sage euch, es war wirklich großartig! Erstmal sind unsere Mädchen ein Stück zu Fuß gegangen zum warm werden. Dann aufsteigen und Wege suchen. Wo war hier noch der Reitweg? Verschwunden. Na, dann eben ein Schlenker außen rum. Ah, da geht der Reitweg rein. Mein Mädchen hat vorgewarnt: Matschlöcher. Der schöne Spanier war vorne. Aber als er den Matsch gesehen hat, hat er die Bremse gezogen. Er ist Spanier, er kennt es trocken und felsig, nicht morastig und sumpfig. Also bin ich vorneweg gegangen. Ich kenne mich da aus, das liegt mir in den Genen. Ganz in Ruhe mittendurch und nur schauen, dass die Hufschuhe dran bleiben – kann ich. Komm, Spanier, trau dich! Nach kurzer Überredung hat er es dann gewagt und ist auch ganz artig durch die Matsche gestiefelt. Weitere 3 Matschlöcher später war er dann auch schon ein Vollprofi. Ich bin die abenteuerliche Strecke komplett vorneweg marschiert wie ein Großer. Dann hatte die Zivilisation uns wieder und es ging auf die lange Gerade. 3km geradeaus. Mein Mädchen hat gefragt, ob wir traben wollen. Klar! Ich hab doch gehört was sie gesagt hat! Los! Aber wir mussten erst noch auf das ok vom Spanier und seinem Mädchen warten. Ach so. Als wir dann schön getrabt sind, hat mein Mädchen erzählt, dass sie und ich die Strecke früher durchgaloppiert sind – vor 2 Jahren, als wir beide gut im Training waren. Ja, ich erinnere mich ganz genau! Darf ich demonstrieren? Nein, durfte ich nicht. Heute kein Galopp. Schade. Aber wir sind schön durchgetrabt mit zwei kleinen Unterbrechungen – einmal für 4 Isländer, die uns entgegenkamen (das Mädchen vom Spanier meinte, die sehen doch aus wie frisch geföhnt!) und einmal für einen Spaziergänger mit Hund. Ansonsten wie ein Uhrwerk – trabtrabtrab! Der schöne Spanier und sein Mädchen haben sich gefreut über diese schönen, ausgiebigen Trabstrecken. Denn danach kam gleich noch so eine lange Gerade. Und ich hatte immer die Lauscher auf Empfang. Als das Mädchen vom Spanier sagte „da sind Rehe“ hab ich sofort hingeschaut wo sie hingeschaut hat. Mein Mädchen war ganz überrascht, dass ich heute anscheinend alles mitkriege, was so geredet wird und alles verstehe. Auch „nach dem Holzgeländer trabe ich an“ hab ich verstanden. Bin ja nicht blöd!  

Nach etwas Schritt haben wir eine Graspause gemacht, weil mir schon ganz hungrig zumute war – der Blutzucker!  Mein Mädchen sagt „noch 3 km“ und das Mädchen vom Spanier war ganz traurig, dass der Ritt schon fast vorbei ist. Ich war ja eher traurig, dass die Graspause nicht lang genug war…. Herr Spanier und ich waren aber noch munter, vor allem nachdem wir (zu wenig) Gras getankt hatten. Also noch ein bisschen traben, dann ein bisschen Schritt und das letzte Stück sind die Mädchen zu Fuß gegangen. Da musste ich dann doch heimlich ein paarmal gähnen, denn fast 12km ist im Moment doch eine gute Strecke für mich nach der langen Winterpause (aber mein Mädchen sagt, meine Fitness sei einwandfrei, dafür dass das erst unser 4. Ausritt nach langer Pause war. Unsere Platzarbeit hat eben doch ganz gute Früchte getragen!)

Gut gelaunt nach knapp 12km

Die beiden Mädchen waren ganz fröhlich nach diesem schönen Ritt und wir Pferde auch. Mein Mädchen war schon wieder stolz wie Bolle, weil ich so großartig erwachsen war, artig, mutig und so fleißig gelaufen bin. Das Mädchen vom Spanier hat mich auch gelobt, die hat mich lange nicht gesehen und ihr fiel meine gute Körperhaltung und mein verbessertes Gangwerk auf – da bin ich doch gleich noch ein paar Zentimeter gewachsen! Das Mädchen vom Spanier war auch höchst zufrieden mit ihrem edlen Ross, der sich so mutig den Matschlöchern gestellt hat und beide fanden, dass wir gut zusammenpassen, weil wir erstaunlicherweise ein ganz ähnliches Tempo haben.

Die Mädchen haben uns dann abgegeben an ihre jeweiligen Männer und wir durften mit denen noch am Strick was grasen gehen, während die Mädchen sich frischgemacht haben. Und dann ging es auch schon wieder nach hause!

Mit den Männern noch grasen gehen

Ach, das war toll und muss unbedingt wiederholt werden!

Euer gut ausgetobter Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 17. April 2026

Neulich war meine winzige Freundin wieder da. Wenn sie kommt, ist immer erstmal was ohne mich zu tun, nämlich „Parcoursaufbau“. Meistens entscheidet meine winzige Freundin selbst, was sie aufbauen möchte, aber manchmal entscheidet das auch mein Mädchen. Diesmal hat sie gesagt, dass ein Kreis aufgebaut wird. Genau genommen ist es ein 5-Eck aus 5 Gassen auf dem Zirkel.

Dann wurde ich geholt und angezogen und meine winzige Freundin ist aufgestiegen (das kann sie jetzt ohne Hilfe, mein Mädchen hält mich nur zur Sicherheit vorne fest – als ob ich nicht wüsste, was ich zu tun habe!). Und los ging es mit lenken üben. Dieses 5-Eck ist dafür gut geeignet, denn bei jeder Gasse kann man außen vorbei, mitten durch oder innen vorbei. Mein Mädchen hat also immer angesagt, wo es langgeht und meine winzige Freundin hat mich entsprechend gelenkt. Das klappt schon ganz gut, wir haben fast immer richtig getroffen! Zwischendurch üben wir dann immer das Anhalten, dann sagt meine winzige Freundin „hooo“ und ich bleibe stehen und lasse mir von meinem Mädchen einen Keks geben. So ein Guter bin ich!

Dann war ich warm und wir konnten traben. Im Trab kann meine winzige Freundin noch nicht lenken, das macht mein Mädchen mit der Longe. Diesmal durfte also meine winzige Freundin ansagen, wo es langgehen soll – außen, Mitte, oder innen – und mein Mädchen hat gelenkt.

Und zum krönenden Abschluss wie immer ein schöner Galopp! „Aber nur außen“ hat meine winzige Freundin gesagt und daran haben wir uns natürlich gehalten. Zumindest fast, denn einmal hab ich mich in der Kurve vertan und bin so ein bisschen auf die Stangen zu galoppiert. Mein winzige Freundin rief von oben „wohoo!“, weil sie ganz aufgeregt war. Und jetzt habt ihr natürlich alle gut aufgepasst und wisst genau, was passiert ist, oder?

Klaro, ich hab natürlich sofort angehalten! Hörte sich doch an wie „hooo“ was sie da gerufen hat! Also: Bremsen! Na da war sie baff. Sie wollte das gar nicht, sie war nur bisschen ängstlich was jetzt passiert. Aber ängstlich sein und was mit oooo rufen ist für mich ne klare Ansage. Mein Mädchen hat gelacht, meine winzige Freundin hat sich gewundert und ich hab einen Keks bekommen. Und dann ging es weiter – diesmal wirklich ganz schön außenrum.

Am Ende durfte meine kleine Freundin sitzen bleiben, während mein Mädchen mich vom Reitplatz auf den Hof geführt hat. Dann absteigen (kleines Drama, keiner weiß so recht, warum), und anschließend kriege ich immer zwei laaaaaange Möhren, die sie mir von weitem mit spitzen Fingern anreicht, weil sie ja IMMER NOCH denkt, ich sei so eine Art Säbelzahntiger! Tsss. Aber ansonsten ist sie nett, also verzeihe ich ihr das und hoffe einfach weiterhin auf Besserung.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 14. April 2026

Ich habe einen neuen Ausreitkumpel! Es ist ein Esel. Wir waren vor langer Zeit schonmal mit einem Esel unterwegs, aber der neue ist ein Renn-Esel!

Ok aber nicht von meinem Heu naschen!

Weil der Mann mit seinem neuen Knie noch nicht gut reiten kann und weil mein Mädchen alleine ausreiten üben will ohne gleich alles allein machen zu müssen, ist der Mann am Sonntag den Renn-Esel geritten. Das war lustig! Ich habe den Renn-Esel einfach so behandelt wie alle anderen Pferde auch: In der Wackelkiste fröhlich hallo sagen aber mein Heu teile ich nicht. Und wer mich beim Ausritt von schräg hinten überholen will, wird herzhaft angemeckert. Das lasse ich mir nicht bieten! Andererseits: wenn ich keine Lust auf Verantwortung mehr habe, könnte ich mich einfach hinten einreihen (war leider nicht erlaubt). Auch sonst war alles wie immer: ich war der langsamere von uns beiden. Dieser Renn-Esel geht ganz schön ab, wenn er galoppiert!

Wir haben gemeinsam eine schöne Tour durch den Wald gedreht und mein Mädchen hat über alle Backen gegrinst. Ich bin fein gelaufen, sagt sie. Ich habe ein neues Gebiss bekommen (das hat das Mädchen von Herrn Fjord uns gegeben) und damit laufe ich gleich viel schöner. Mein Mädchen ist etwas überrascht, dass ich dieses Gebiss so gern mag, aber ich bin damit besser in Balance irgendwie. Und sie ist fröhlich, weil ich damit meinen „ich biege jetzt hier ab“ – Nummer nicht einfach so mit brachial-Gewalt durchsetzen kann. Tssss, das wollen wir doch erstmal sehen, ob DAS wirklich stimmt. Gestern hab ich das nicht getestet. Aber der Tag wird kommen…

Ich habe jeden Galopp auf Anhieb richtig erwischt – rechts oder links nach Ansage – und bin ganz gleichmäßig wie ein Uhrwerk getrabt. Und ich habe ein Monster im Wald überstanden! Während mein Mädchen nach rechts in den Wald schaut, weil da ein Reitwegeschild an einer Stelle steht, wo gar kein Weg ist, hab ich links plötzlich dieses riesige Maul liegen sehen! Mädchen! Schau nach links! Was ist das?! Sie wollte es euch fotografieren aber da waren wir schon vorbei. Es war ein abgebautes Maul von einem Riesen-Viech, sagt sie. Eins von den Viechern, die durch den Wald fahren und Bäume fällen und abtransportieren. Aber sie hat versprochen, dass die sonntags alle schlafen. Na gut. Und einen Keks gab es auch. Und Kekse besiegen Monster, das wissen wir ja alle.

Unterwegs mit dem Renn-Esel

Ansonsten war der Ausritt herrlich unaufgeregt. Nach 8km in einer Stunde hatte ich ordentlich geschwitzt und es fing wieder alles an zu jucken. Mein Mädchen hatte diesmal aber ein kleines Handtuch mit, das hat sie nass gemacht und mich ordentlich abgerubbelt.  Sie mag ja immer nicht, wenn ich mich in der Wackelkiste so viel kratze, sie meint, ich würde die noch auseinanderbauen mit meinem Gehampel. Also hat sie lange gerubbelt und gewaschen und noch mehr gerubbelt bis sie schließlich zufrieden war und tatsächlich hat es mich dann kaum noch gejuckt. Eine Stelle hatte sie aber vergessen: die Unterseite von meinem Kopf. Die hab ich dann beim Einsteigen noch gründlich an der Bruststange gekratzt und mein Mädchen merkt sich hoffentlich, dass es da auch juckt.

Ab nach hause! Das war schön.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel mit dem neuen Renn-Esel-Kumpel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 7. April 2026

Neulich war meine winzige Freundin mal wieder da. Nach dem üblichen Programm (Parcours aufbauen, alles vorbereiten, mich satteln etc) ist sie aufgestiegen und es ging wie immer im Schritt los. Meine winzige Freundin ist inzwischen so versessen aufs Traben und Galoppieren, dass mein Mädchen immer genau auf die Uhr schauen muss, dass ich meine 10 Minuten Aufwärm-Schritt kriege! In der Zeit übt sie lenken oder turnt sich selbst im Sattel warm. Wie wir so im Schritt herumgehen …

HASE!!!  

Man da hab ich mich doch echt mal kurz erschreckt! Habe zwei Galoppsprünge gemacht, bevor mit klar wurde, dass das eben nur Herr Hase auf der Wiese war. Und zwar nicht der Säbelzahnhase, sondern der ganz normale (mein Mädchen sagt, Säbelzahnhasen gibt es sowieso nur in meiner Phantasie, aber ich bin mir sicher, so einen schon mal gesehen zu haben!).

Als ich fertig war mit meinen zwei Schreckhüpfern, hab ich erstmal schnell durchgezählt: winzige Freundin, sitzt du noch gut? Bin stehengeblieben und hab auf Rückmeldung gewartet. Mein Mädchen kam mit einem Keks. Meine winzige Freundin saß noch ganz hervorragend aufrecht in der Mitte. Aber kreidebleich war sie und hat das Atmen vergessen vor lauter Schreck! Mein Mädchen hat sie dann daran erinnert und einen Arm um sie gelegt und dann fing meine winzige Freundin an zu weinen. Oh nein! Das wollte ich nicht! Mein Mädchen hat sich Sorgen gemacht, dass das das Ende ihrer Reitkarriere sein könnte.

Nach dem Schreck ging es weiter

Aber meine winzige Freundin hat sich dann doch zum Glück wieder beruhigt und wenige Minuten später war alles wieder gut, wir sind getrabt und haben wieder unser neues Spiel gespielt (mein Mädchen wedelt mit der Peitsche herum und meine winzige Freundin fängt das Peitschenende aus der Luft und hält es fest.). Und dann wollte meine winzige Freundin sogar noch galoppieren, trotz Schreck! Aber nur aus dem Trab. Also aus dem Trab angaloppieren, aber danach hat mein Mädchen sie überzeugt, dass wir auch noch das angaloppieren aus dem Schritt üben. Weil das ja nunmal das ist, was ich tu, wenn der (Säbelzahn-)Hase mich erschreckt! Und so haben wir das auch nochmal geübt. Mein Mädchen hat meiner winzigen Freundin noch 2397472489 mal gesagt, wie toll sie das alles gemeistert hat (Lobeshymnen kann sie!), am Ende gab es für mich noch 3 Äpfel und wir sind alle ganz zufrieden nach hause gegangen.

Mein Mädchen ist heilfroh, dass dieser erste Schreckmoment ein gutes Ende gefunden hat!

Euer (fast) säbelzahnhasenfester Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 5. April 2026

Heute müssen wir wieder unseren Schwerpunkt schön tief halten, es ist ein bisschen windig! Eigentlich wollte mein Mädchen nochmal mit mir alleine ausreiten, aber das fällt leider aus wegen Wetter. Sie findet, das ist zu viel Wind. Ich denke mir: das hätten wir doch nutzen können! Ich meine, wenn man im Flitzegalopp den richtigen Winkel erwischt, könnten erste Flugversuche gelingen! Aber mein Mädchen, die alte Spaßbremse, ist da irgendwie schon wieder nicht dabei. Tja.

Aber neulich, am Donnerstag, da waren wir alleine ausreiten. Also so fast. Noch ist es ja so, dass der Mann mitkommt, wenn wir mit der Wackelkiste in unseren Sicherheitswald fahren. Aber er bleibt dann bei der Wackelkiste und macht es sich gemütlich, während mein Mädchen und ich allein durch den Wald ziehen. Und das lief rund, das sage ich euch!

Ich habe mir das diesmal gespart, in den Wald zu rufen. Da ruft ja doch nix zurück, es ist nur Schweigen im Walde. Bis auf die Vögel, versteht sich. Also wir sind los, mein Mädchen erstmal wieder zu Fuß. Aber sie hat schon gleich gesehen, dass ich richtig gute Laune habe. Sie sagt, ich hätte mein „Waldgrinsen“ aufgesetzt. Und wenn ich so grinse, dann grinst sie immer gleich mit. Hat auch gleich ihr Lieblingslied angestimmt („Wochenend und Sonnenschein…“)

Nach 10 Minuten zu Fuß kamen wir an eine gute Aufsteigestelle und mein Mädchen ist auf meinen Rücken gehüpft. Und schon ging es los! Sie hat mir eine paar Einlegesohlen in meine vorderen Hufschuhe gelegt, damit ich gut geschützt bin vor den vielen spitzen Steinen, die leider in unserem Sicherheitswald überall liegen.

„Tief im Wald, nur ich und du…“

Wir haben dann direkt losgelegt. Erstmal mit ein paar Übergängen vom Schritt zum Trab und wieder zum Schritt. Ich war richtig gut drauf und mein Mädchen auch. Weiter ging es mit Galopp-Trab-Übergängen wobei wir geübt haben, dass ich jeweils den richtigen Galopp erwische, mal rechts, mal links. Das ist manchmal kompliziert, ich muss schließlich 4 Beine im Griff haben und sortieren! Aber ich hab das schon ganz gut hingekriegt. Dann Übergänge von schnell zu langsam – also langsamer Trab zu schneller Trab, langsamer Galopp zu schneller Galopp. Zwischendurch mal ein Keks, weil ich das sooo gut gemacht habe. Am ersten Abbieger sind wir einfach vorbei, wir haben diesmal den zweiten Abbieger genommen, so dass die Runde ein klitzekleines bisschen länger wurde als letztes Mal. Nur einmal hab ich mich vergessen. Da wollte ich unbedingt links abbiegen! Manchmal überkommt es mich einfach. Naja, gab bisschen Ärger, aber dann war auch schon alles wieder gut. Schnell noch ein bisschen geübt, im langsamen Trab Schulterherein zu gehen und daraus geradeaus zu beschleunigen, dann noch ein bisschen geübt, im leichten Schenkelweichen im Trab von einer Seite des Weges zur anderen zu kommen. Langsam wurde ich etwas matt und als wir an der Grillhütte waren, war ich dann auch froh, Schritt gehen zu dürfen. Eigentlich wollte mein Mädchen absteigen, sobald der Parkplatz in Sicht kommt, aber dort stand der Mann mit der Kamera und so hat sie ihn erst noch ein bisschen filmen lassen, bevor sie abgestiegen ist. Ich war ordentlich nassgeschwitzt, aber sie auch. Wir waren beide sehr, sehr zufrieden und es stellte sich heraus, dass wir nur 36 Minuten für die 5,2km gebraucht hatten. Das fand mein Mädchen schön sportlich und meinte, ich darf dann auch müde sein, weil ich doch über Winter zwar an Kraft und Geschmeidigkeit gewonnen habe, aber an Kondition habe ich eindeutig verloren, auf dem Reitplatz kommt man ja einfach nicht auf Kilometer. Sie hat mich dann ein bisschen abgewaschen, aber gejuckt hat mich trotzdem irgendwie alles, so dass ich in der Wackelkiste noch ein bisschen „Kopfstand“ gemacht habe (so nennt sie das, wenn ich meinen Kopf ins Heunetz tauche um mich zu kratzen oder meine Brust an der Bruststange rubbel). Damit ist sie noch nicht zufrieden und sucht noch nach einer besseren Lösung, wie sie mir mit dem Gejucke vom Schweiß helfen kann. Aber ansonsten, das kann ich euch sagen: perfekter Ausritt! Seitdem bin ich wieder ihr Heldenpony und sie hat noch mehr Herzchen in den Augen, wenn sie mich anschaut. Läuft bei mir!

Euer allein ausreitender Sir Duncan Dhu of Nakel (Distanzpony in the making)

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 30. März 2026

Gestern war Sonntag…. Wieder ohne Sonntagsausflug. Wobei – nicht ganz. Diego hatte nämlich einen! Die Menschen haben die Kutsche rausgeholt und die gestrenge Fahrlehrmeisterin einbestellt und dann ging es los. Diego hat sie eine Runde durchs Dorf gezogen und kam mit stolz geschwellter Brust zurück, weil er das sooooo toll gemacht hat nach der langen Pause. Er wusste noch genau wie alles geht. Er hat sich sogar überlegt, dass er den einen kleinen Berg auch mal im Galopp machen könnte, da war der Mann extra stolz auf ihn. Diego hat also in einer Tour Kekse gekriegt und nachher noch am Stalltor gestanden und sich noch 235602834 mal sagen lassen, wie toll er das gemacht hat. Pah! Wenn man mich lassen würde, könnte ich das auch! Aber mein Mädchen traut mir das ja IMMER NOCH NICHT zu. Obwohl sie seit Jahren verspricht, dass es „bald“ losgeht. Aber wir wissen ja: ihre Vorstellung von „bald“ tendiert deutlich mehr zu „in einer halben Ewigkeit“.

Er war auf Ausflug. Ich nicht….

Naja, ich gönne Diego seinen Triumph, er ist ja mein Ziehpapa. Außerdem hat mein Mädchen gesagt, wenn der Mann und Diego so richtig gut in Übung sind, darf ich mitkommen. Ich darf dann zu Fuß am Strick hinter der Kutsche herlaufen und wenn sie alle es noch besser können, kann mein Mädchen auch reiten, während der Mann fährt.  Aber das dauert noch. Bis dahin greift Plan B. Für mich hieß das gestern wieder reiten auf dem Platz. Aber ich habe wirklich über Winter meinen Spaß an der Sache entdeckt und war wieder hoch motiviert. Ich hab ganz schön Muskulatur aufgebaut und kann jetzt krasse Sachen: aus dem Schritt in den Galopp und umgekehrt aus dem Galopp in den Schritt. Aus dem Rückwärts in den Trab und aus dem Trab schön sauber anhalten ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Im Trab in kleinen, energischen Schritten um eine super enge Kurve und dann daraus mit Energie und großen Tritten auf die Gerade. Einmal habe ich es sogar schon aus dem Rückwärts in den Galopp geschafft (Rechtsrum ganz richtig, linksrum mit etwas Beinsalat dazwischen)! Gestern haben wir auch wieder geübt, wirklich geradeaus zu galoppieren, das ist wichtig fürs Gelände, aber verdammt schwer. Mein Mädchen hat mir gezeigt, wie wir ein bisschen tricksen können, um es mir leichter zu machen und das will sie dann mit mir auch auf dem Waldweg demnächst probieren (für die Fachleute: Kruppeherein). Das ist nämlich der zweite Teil von Plan B, dass wir diese Woche nochmal alleine ausreiten gehen. Da freu ich mich schon drauf! Aber vorher muss das Wetter etwas verlässlicher werden, da mein Mädchen ja bekanntlich keinen tauglichen Pelz hat um sich schnell an wechselnde Wetterlagen anzupassen.

Bis dahin vertreibe ich mir die Zeit damit, die kleinen grünen Spitzen im Paddock zu knabbern, die da überall wachsen. Außerdem ist Fell abzuwerfen und wir Ponys machen so viele Nickerchen in der Sonne wie wir nur können. Das ist so gemütlich nach dem ganzen Winter-Wetter, wenn man mal richtig Sonne tanken kann, da wird uns immer ganz müde und wir fallen einer nach dem anderen um.

Genießt den Frühling, liebe Menschen, und gönnt euch auch mal ein Schläfchen in der Sonne, das ist gut für die Gesundheit!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 23. März 2026

Schon wieder ist so viel Zeit vergangen! Diesmal zum Glück weniger langweilig. Mit Besuchen von meinen kleinen Freundinnen und reiten auf dem Reitplatz war ruckzuck wieder eine Woche rum. Sonntag hatte ich ja leise Hoffnung: Sonntagsausflug? Aber der Mann ist einfach noch nicht wieder so fit wie er mal war! Sein neues Knie hat sich noch nicht so gut eingelebt, dass er alles machen könnte. Also sind mein Mädchen und ich wieder auf den Reitplatz zum üben gegangen.

Aber heute hat es sie gepackt. Sie wollte einfach unbedingt endlich wieder ausreiten! Da sie sich nicht allein mit mir vom Hof traut, hat sie beschlossen, dass wir in unseren „Sicherheitswald“ fahren. Das ist der Wald, in dem wir das mit dem Reiten überhaupt angefangen haben. Da ist nichts. (Zumindest in der Regel). Und Montag mittags sowieso nicht.  Keine Kühe, Autos, Trecker, Leute oder sonstige Fiesigkeiten. Nur breite Wege und der Wald. Also Hufschuhe an, alles einpacken, Zöpfchen flechten, Tracker ans Halfter und so weiter und so fort. Dann rein in die Wackelkiste, da hab ich mich doll gefreut und bin gleich reingehüpft. Fand mein Mädchen super! Nach kurzer Wartezeit ging es los. Der Mann war mit, ist aber im Auto sitzen geblieben, während mein Mädchen und ich losgezogen sind. Mädchen erstmal zu Fuß und das war auch gut so, denn ich war doch etwas aufgeregt! Ich war schließlich seit dem 9.11. nicht mehr ausreiten und unser letzter Solo-Ritt ist noch viel länger her!

Start zu Fuß

Ich hab erstmal in den Wald gerufen. Man sagt doch, wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus! Hat aber nicht geklappt. Ich hab nochmal gerufen, aber der Wald hat nicht geantwortet. So ein schweigsamer Geselle! Na gut. Am Anfang bin ich ein paar Mal stehengeblieben und hab meinem Mädchen gesagt, dass ich mir nicht so ganz sicher bin. Sie hat gesagt, dass sie jetzt meine Herde ist und wir das zusammen hinkriegen. Bin dann weiter mit ihr mitgegangen. Nach einer Weile ging es besser. Rechts stand ein Reitwegeschild, das kannten wir vom letzten Jahr, aber letztes Jahr war da nur ein Schild und noch kein Weg. Allerdings ist da dieses Jahr immer noch kein Weg, nur ganz tiefe Fahrspuren. Voll blöde! Wir sind ein Stück da rein gelaufen und dann umgedreht, weil nichts ging. Das hat mich gleich wieder aufgeregt. Mein Mädchen hat beruhigend mit mir geredet und gesagt, dass wir groß sind und das alles hinkriegen. Wir sind also weiter gegangen. Nach einer Weile wollte sie gern aufsteigen und hat sich auf einen Baumstamm gestellt und mich gefragt ob ich einparken könnte. Aber ich war zu aufgeregt, habe mit dem Kopf geschlenkert und angemerkt, dass ich viele Hummeln in meinem Hintern habe. Also ist sie doch lieber noch ein gutes Stück zu Fuß gegangen. Nach und nach wurde es besser mit meiner Aufregung und als wir schließlich an eine Bank kamen, hat mein Mädchen mich gefragt, ob ich sie jetzt wohl aufsteigen lassen würde. Ja klar, bin ja schließlich Gentleman (wenn ich nicht zu aufgeregt bin). Also hab ich sie aufsteigen lassen und als sie sich sortiert hatte, haben wir einen munteren Trab angeschlagen. Wie ein Uhrwerk sollte ich traben, so will mein Mädchen das. Und ich hab das voll gut hingekriegt. Als wir uns schön eingetrabt hatten, hat mein Mädchen einen kleinen Galopp vorgeschlagen und ich war einverstanden. Schön Reisegalopp wollte sie. Bittesehr, mache ich für dich. Dann wieder Trab und schnell mal einen Keks weil ich das sooooo toll gemacht habe! Noch ein kleines Stück Trab bis zur Grillhütte, dann Schritt, noch ein Keks. Und von der Grillhütte ist es auch gar nicht mehr weit bis zur Wackelkiste. Dort stand der Mann und erwartete uns schon. Mein Mädchen war stolz und glücklich, ich war zufrieden und verschwitzt. Und das juckt ja immer so! Also hat mein Mädchen versucht, mich ein bisschen abzuwaschen, das hat ein bisschen geholfen. Trotzdem musste ich mich während der Fahrt in der Wackelkiste noch ordentlich am Kopf kratzen, dann tauche ich immer ins Heunetz und bringe die Wackelkiste noch mehr zum Wackeln. Findet mein Mädchen doof, aber da kann man nichts machen.

Zieleinlauf (ganz gemütlich)

Sie hat sich fest vorgenommen, dass wir jetzt öfter in diesen Wald fahren. Eigentlich könnten wir das auch ohne den Mann, sagt sie. Mal sehen, ob sie sich das demnächst wirklich traut. Und ob wir dann nach und nach die Runde etwas erweitern können. Wer weiß! Sie meint, wir können das alles, wir brauchen nur etwas Übung. Ich meine, es wird auf jeden Fall Zeit, dass wir wieder mehr raus kommen an die frische Luft!

Euer endlich wieder ausgerittener Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 15. März 2026

So liebe Menschen, ihr fragt euch sicher, was hier los war. Das ist schnell erzählt: Nix! Laaaaaaangweilig! Erst war mein Mädchen eine Woche im Urlaub. Ohne mich! Meine Güte, das ist echt öde, wenn sie nicht da ist. Ich habe zwar ordentlich getobt und gespielt, aber trotzdem fehlt mir das Bespaßungsprogramm doch sehr.

Als sie dann endlich wieder da war und ich dachte wir legen gleich wieder los, kam erstmal die Tierärztin und hat uns alle geimpft. Wir waren natürlich allesamt die bravsten Ponys überhaupt und warten eigentlich noch auf unseren Orden. Aber impfen heißt: Pause machen. Also hab ich erstmal noch zwei ganze Tage Langeweile geschoben, bevor es dann endlich wieder los ging. Mein Mädchen hat mich frisch entpelzt, weil es mir sooo  warm war bei dem schönen Sonnenschein und dann ging es wieder los mit reiten. Mittwoch reiten mit meinem Mädchen, Donnerstag kam meine winzige Freundin und wir konnten endlich mal wieder auf den Platz gehen. Dort hat meine winzige Freundin dann fröhlich nach Galopp gefragt und ich hab fröhlich mitgemacht und wir haben geübt und gelacht und ganz viel Spaß zusammen gehabt. Läuft mit uns!

Am Freitag hatte ich dann so schlimmen Energie-Überschuss, dass mein Mädchen im Nieselregen mit mir auf den Platz gegangen ist und Freiarbeit mit mir gemacht hat. Freiarbeit macht sie ja meistens dann, wenn sie mich nicht anfassen mag. So auch am Freitag: ich hatte mir nämlich eine super schicke Hautpflege-Maske aufgelegt. Ganzkörper, versteht sich.

Sie meinte, wir könnten doch mal das Kleeblatt wieder üben mit unseren schönen blauen Tonnen. Und weil es so fein lief, meinte sie dann, wir könnten das mal im Galopp probieren. Im Linksgalopp hab ich ein halbes Kleeblatt geschafft. Aber im Rechtsgalopp wurde es mir kompliziert! Plötzlich stand immer die Tonne im Weg und dann musste ich Hopser zur Seite machen und das hat mich ein bisschen verärgert, so dass ich bei den ersten drei Versuchen erstmal Hackengas gegeben habe, meinem Mädchen eine Ladung Sand ins Gesicht gepfeffert und Abgang. Aber ich bin immer gleich zurückgekommen und beim vierten Versuch ist es schließlich gelungen. Ach, das war ein großer Spaß!

Samstag war schon wieder Langeweile, weil mein Mädchen den ganzen Tag gearbeitet hat, aber heute waren wir dann zum reiten auf dem Platz (immer noch keine Ausreitsaison…). Und da sind wir dann das Kleeblatt im Galopp geritten – naja wir haben es versucht. Gar nicht so leicht! Einmal dachte ich, mein Mädchen wollte im Galopp die Richtung wechseln. Hab ich mal bei Merlin gesehen, da muss man in der Luft vom Links- in den Rechtsgalopp kommen. Hab ich ausprobiert, aber irgendwie hatte ich meine Hinterbeine gar nicht mitbedacht. Na, mein Mädchen fand es witzig und hat sich gefreut, dass ich mal sowas probiere.

Mein Mädchen und ich sind extrem zufrieden mit unseren Fortschritten, die wir über Winter gemacht haben. Ich hoffe nur, dass es jetzt bald endlich mit dem Ausreiten wieder losgeht! Wird Zeit!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel (der jetzt hoffentlich nicht mehr so viel Langeweile erdulden muss)

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 27. Februar 2026

Frühling! Hoppla!

Das war ein schneller Übergang. Erst lag Schnee und es war richtig kalt. Dann wurde es wärmer, der Schnee wurde zu Eis. Dann war einen Tag lang Regen auf noch halb gefrorenen Boden – und jetzt ist plötzlich Frühling! Die Sonne scheint, es ist warm und die Vögel zwitschern.

Aber ich möchte euch erst berichten, wie es meinem Mädchen an jenem Sonntag erging, als sie im Regen durch den Paddock lief, alle paar Meter ihre Gummistiefel einfach vom Matsch festgehalten wurden und sie all die Äppel eingesammelt hat, die noch unter dem Schnee versteckt waren. Oder ich lasse sie es selbst erzählen, denn sie hat ein wunderschönes Gedicht darüber verfasst. Oder ist es ein Zungenbrecher? Ich zitiere:

Wie Pferdebesitzer heute den Sonntag verbringen:

Bei scheiß-nassem, scheiß-kaltem Regen mit scheiß-schlechter Laune schimpfend, schreiend und schrecklich schliddernd die scheiß-schwere, schlammverschmierte Schubkarre voller scheiß-regenschwerer Scheiße durch den scheiß-tiefen, schlickähnlichen Schlamm schieben. Schaurig! Schönen Sonntag allerseits!   

Nachdem sie fertig war mit der ganzen Scheiße hat sie dann in der Halle einen kleinen Parcours für uns aufgebaut: Wippe, Steg, Matratze, eine Matratze auf der zwei Stangen lagen und einen „Dualgassen-Haufen“ zum durchstorchen. Wir haben dort 20 min lang Spaß gehabt aber ich fand das auch echt anstrengend und so war dann auch Schluss. Diego durfte auch noch, aber da es dem ja total an Übung mangelt, weil der Mann soooooo lange nichts mit ihm machen konnte, war der nach 15 Minuten schon völlig durch mit dem Lack. Mein Mädchen meint, da hätten wir ordentlich was für unsere Propriozeption getan (ist das was Unanständiges?) und unser Gehirn mal bisschen durchbewegt.

Aber wir freuen uns auch, dass der Reitplatz jetzt endlich wieder normal benutzbar ist.

Wir Ponys freuen uns ganz besonders darüber, dass die klitzekleinen grünen Grasspitzen im Paddock wieder zum Vorschein gekommen sind und die schmecken schon so nach Frühling! Mein Mädchen meint, ich hätte davon wohl sofort einen Zuckerflash bekommen – weil ich gestern ein bisschen hibbelig war. Tssss, das nennt sich Frühlingsgefühle!

Was zwingend zum Frühling gehört: der Fellwechsel. Und für den Fellwechsel brauche ich vor allem eins: gute Hautpflege. Da ich aber kein Fan davon bin, geputzt zu werden und auch kein großer Kumpel-Krauler, mache ich das allein in unserem hauseigenen Spa. Also im Paddock an den schönsten, erdigen Flecken. Bisschen die Erde aufkratzen mit dem Huf und dann hinein ins Vergnügen! Schön mehrfach über den Rücken hin und her und hin und her bis alles schön durchpaniert ist. Und das ganze dreimal täglich, das hält munter und beweglich!

Mein Mädchen fand, ich sah danach sehr apart aus. Sie ist froh, dass ich nicht so ein Exemplar bin, das sich die größte Matschpfütze für dieses Vergnügen sucht. Manche Ponys meinen ja, sie wären Nilpferde! Ich bin eher der Sandpeeling-Typ.

Jetzt fangen wir ernsthaft an, von ersten Ausritten zu träumen und von Kutschfahrten mit Diego. Möge die Saison bald beginnen!

Euer frühlingsfrischer Sir Duncan Dhu of Nakel