Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 206

Jetzt sind wir doch mal ehrlich, mein Mädchen ist sehr verwöhnt. Weil ich immer alles so gut mache und so ein netter Kerl bin. Deswegen weise ich sie gelegentlich darauf hin, dass das nicht selbstverständlich ist. Letzten Sonntag zum Beispiel, als mir unser Ausflug zu langweilig war und auch am Freitag beim Handpferdereiten, als ich mal zeigen musste, wie viel Energie ich übrig habe. Aber im Grunde bin ich ja doch ein freundlicher Geselle und arbeite gern friedlich mit meinem Mädchen zusammen, deswegen mache ich das nur manchmal und am nächsten oder übernächsten Tag bin ich dann wieder ganz ich selbst.

Mein Mädchen ist dann immer wieder ganz entzückt – und wenn ich zu lange so artig bin ist sie wieder verwöhnt. Sie sieht das ja anders, sie meint das wären so Pubertätsanfälle die ich da wohl hätte. Sie erwartet also allen Ernstes, dass ich mich, wenn ich denn mal erwachsen bin, immer so gut benehme. Weil Diego das schließlich auch kann. Aber ich glaube Diego ist einfach von Natur aus mit viel mehr innerer Ruhe ausgestattet als ich! Ich bin schließlich Sir Duncan duracell Dhu!

Na was ich Euch eigentlich erzählen wollte: wir waren heute wieder schön spazieren. Mein Mädchen hat so getan als würde sie Kutsche fahren und sie war soooooo begeistert von mir, weil ich das so toll gemacht habe. Wir haben „gruselige Geräusche von hinten“ geübt. Das heißt, dass sie im Vorbeigehen mit der Peitsche ins Gebüsch haut, mit den Füßen laut über den Boden schlurft oder Äste hinter sich her zieht. Nachher hat der Mann auch noch wild mit seinem Pullover seitlich hinter mir herum gewedelt. Am Anfang fand ich das alles schon ein bisschen angsteinflößend, aber ich hab schnell kapiert, dass die Menschen bloß wieder Quatsch machen.

Das Highlight kommt aber noch! Erinnert Ihr Euch an meinen ärgsten Feind? Brücken! Diese hier zum Beispiel. So und da waren wir heute wieder. Aber heute bin ich vorneweg marschiert. Ganz allein. Mein Mädchen war hinter mir und hinter ihr waren Diego und der Mann. Als ich die Brücke gesehen und das Wasser gehört hab, hab ich einmal nach hinten zum Mädchen gefunkt was ich machen soll. Sie hat gesagt, ich kann das und ich soll lässig mitten rüber marschieren. Und das hab ich dann gemacht. Einfach so! Und mein Mädchen war mega stolz auf mich! So stolz, dass sie es fürs Video gleich wiederholt hat.

Lässig, oder?

Nur einen Haken hatte die Sache: ich kann mich doch genau erinnern, dass wir beim Üben auf jeder Seite der Brücke eine Graspause gemacht haben! Weiß ich doch noch! Warum machen wir das denn jetzt nicht? Menno.

Ach aber insgesamt war es wieder ein bombastisch schöner Ausflug. Die Sonne hat geschienen und es war richtig warm – etwas zu warm für meinen Winterpelz, ich habe ordentlich geschwitzt! Wir haben nicht nur Geräusche und die Brücke geübt, sondern sind auch zwei mal ein kleines Stück getrabt und da hab ich auch alles richtig gemacht. Weil ich – wie Ihr ja jetzt wisst – im Grunde wirklich ein Guter bin. Und wenn ich lang genug artig war, denke ich mir wieder was aus, damit mein Mädchen nicht zu verwöhnt wird.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

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2 Kommentare

  1. Das mit den ausgelassenen Grasfresspausen ist wirklich gemein.
    Aber vielleicht hat die Graspause ja nur Pause?
    Schick übrigens, dass du zwei verschiedene Paar Schuhe hast, orange und grün. So haben es die Menschen einfacher zu wissen, welchen wohin.

    Gefällt 1 Person

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