Jahresplan

Da ist es also, das neue Jahr. Ich wünsche Euch, meinen treuen Lesern, ein gutes neues Jahr! Für viele von uns startet das neue Jahr mit Gedanken dazu, was es wohl bringen wird und was wir uns wünschen, welche Ziele wir uns setzen.

Ich bin normalerweise nicht der Typ für Trainingspläne. Aber sich am Anfang des Jahres – oder an irgendeinem anderen Tag – mal hinsetzen und überlegen, wo die Reise hingeht, das ist schon eine gute Sache. Selbstversorger wissen: man muss das noch nicht mal im Sitzen machen. Stall ausmisten, Weide abäppeln oder ähnliches eigenen sich perfekt um sich solche Gedanken zu machen.

Letztes Jahr war es leicht für mich, denn 2022 war das „Anreitjahr“ für Duncan. Das war das klare Ziel und wir haben es erreicht. Ich möchte sagen: spielerisch leicht. Dieses Jahr wird es schwieriger mit der Formulierung. Ein Sattel muss her, ich möchte mehr traben (hier haben wir ihn wieder, den „Nebel in Tüten„, was heißt „mehr“ denn genau?), ich möchte auch mal allein mit Duncan raus. Vielleicht soll Duncan vor die Kutsche, das liegt aber weniger in meiner Hand als am Zeitplan meiner Freundin. Ich kann natürlich vorbereitende Übungen machen bzw auffrischen und das schadet ja nicht, also schreibe ich das auf meinen Zettel mit drauf. Ansonsten steht da „Erfahrungen sammeln“. Und Freedom Based Training, was in meinem Fall bedeutet: Zeit mit Duncan verbringen in der er bestimmt, was wir gemeinsam tun und ich lerne, ihn zu lesen. Muskelaufbau, also noch viel mehr Handarbeit, bevor ich auf dem Platz noch mehr reite. Im Gelände den Galopp mit dazu nehmen. Längere Ausflüge machen, dabei auch die mentale Kondition üben – Duncans, aber auch meine.

Im Herbst möchten meine Freundin und ich einen „Gedenkritt“ machen, eine Strecke reiten, die wir mit unseren besten Ponys 1.0 damals zur Vorbereitung auf unseren Distanzritt geritten sind von ihrem damaligen Stall zu uns nach hause. Das sind bummelige 23km. Ich muss die Strecke nicht komplett reiten können, ich gehe gern noch viel zu Fuß zwischendurch, aber der Kopf muss mitmachen. Die Autobahnbrücke darf dafür auch kein Problem mehr sein. Und die Kondition bei uns beiden muss stimmen. Immerhin eine Verdopplung unseres bisher längsten Ausflugs (damals noch zu Fuß).

So ist also der Plan. Und ich werde das meine dazu beitragen, dass er gelingt. Duncan wird das sicherlich auch tun, die Frage ist nur, ob uns etwas dazwischen kommt. Das lässt sich nicht immer verhindern, wie wir alle wissen.

Seit Finlays Tod ist Pläne machen schwer für mich. Vielleicht wird es Zeit, das wieder zu üben. Optimistischer in die Zukunft zu schauen. Denn bisher hat Duncan mir allen Grund zum Optimismus gegeben, sowohl was seine Gesundheit angeht, als auch bezüglich seines Verhaltens. Einfach mal so tun, als könnte man sich sicher sein, dass man selbst es im Griff hat. Weil es ja nix nützt, mit hundert Unbekannten zu rechnen, die ich eh nicht beeinflussen kann.

Duncan ist das ja wahrscheinlich alles egal. So lange die Keksrate stimmt und wir genug Ausflüge machen, versteht sich. Er braucht keinen Plan, der ist nur für mich in meiner Eigenschaft als Mensch. Ich persönlich brauche es nicht genauer als ich es hier formliert habe. Ich brauche keine Abhaklisten, Wochenziele oder Tagespläne. Aber das heißt nicht, dass es falsch ist, so etwas zu machen, so lange diese Pläne mit einplanen, dass das Pferd unplanbar ist. Vielleicht stellt sich ja heraus, dass Duncan nicht gern vor der Kutsche laufen möchte. Dann lassen wir das eben (ok ich halte das für sehr unwahrscheinlich, aber möglich ist es ja doch). Vielleicht stellt sich heraus, dass Duncan nicht allein mit mir ausreiten gehen möchte. Vielleicht stellt sich heraus, dass er nicht weiter als 20km unterwegs sein möchte. Wissen kann ich das jetzt noch nicht, ich stelle nur Vermutungen an. Vielleicht hat er nochmal so extreme Wachstumsschübe, dass wir mehr Pausen machen müssen. Vielleicht zieht er sich beim Spielen eine Verletzung zu, die uns Zwangspause verordnet. Vielleicht hat er aber auch plötzlich so viel Energie, dass ich gar nicht mehr hinterher komme mit dem Beschäftigen und mir noch andere Sachen überlegen muss. Vielleicht kommen im Frühling die Hormone und wir haben mit Pubertät zu tun und arbeiten plötzlich wieder an der Basis der Ausbildung.

Davon abgesehen hat natürlich auch das Wetter großen Einfluss darauf, was wir wann machen. Lange Ausritte mit viel Trab sind bei über 30° nicht angesagt. Kutsche fahren ist für Anfänger nur bei Windstille und angenehmen Temperaturen ohne viele Insekten sicher genug.

Aber planen kann ich ja mal. Und träumen. Und mich dann hochmotiviert in die Umsetzung stürzen – denn ohne die nützt der beste Plan nix. Und deswegen geh ich jetzt mit Duncan Handarbeit machen.

Habt ein gutes Jahr 2023, empfehlt meinen Blog gerne weiter und bleibt Duncan und mir gewogen!

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