Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 11. Mai 2025

Mein Mädchen war fleißig. Sie hat unsere Stangen gestrichen und noch 5 neue Stangen dazu. Jetzt haben wir 10 knallbunte Stangen, jede sieht anders aus, damit man sie ganz klar voneinander unterscheiden kann. Das ist wichtig, wenn sie mit Reitschülern Lenken üben möchte, damit sie sagen kann wo es langgehen soll.

Für mich hat sie die Stangen erstmal alle in eine laaaaaange Reihe gelegt und wir haben Doppellonge gemacht. Ich weiß ja: ich soll kein „klonk“ machen, wenn ich über die Stangen gehe. Aber das ist bei 10 Stangen doppelt so schwer wie bei 5! Das war schon echt eine Herausforderung! Ich denke mir ja immer: schnell ran, schnell weg. Gaaaaaas! Aber mein Mädchen fand das eine super Gelegenheit um nochmal das mit dem „laaaaaangsam“ zu üben. Also in der Ecke vor den Stangen „laaaaaangsam“, dann, wenn ich langsam war, kurz vor den Stangen „ok!“ und dann durfte ich da rüber fliegen. Hat Spaß gemacht!

Die laaaaange Reihe

Am Freitag kam meine kleine Freundin. Für die hat mein Mädchen dann einen Kreis aus Stangengassen aufgebaut – naja ein 5-eck. Und zwar eines nach ihrer Art, also nicht gerade akkurat…. aber egal. Meine kleine Freundin sollte mich da durch lenken. Hat sie schon ganz gut hingekriegt! Dann hat mein Mädchen vorgeschlagen, wir könnten das doch mal im Trab probieren. Meine kleine Freundin war erst nicht ganz überzeugt, aber dann hat sie gesagt, wenn mein Mädchen macht, dass ich trabe, dann könnte sie das lenken übernehmen. Ach, ihr kennt mich, ich bin Gentleman. Ich habe den Job für sie gemacht und bin ganz fein durch die Gassen getrabt. Sie hat schön gesessen und es genossen. So muss das sein! Schließlich ist sie meine Freundin und hat danach einen Tupper voller Möhrenstücke für mich. Und wisst ihr was toll ist? Sie vertraut mir jetzt schon richtig gut. Sie kann auch schon traben ohne sich an meiner „Krawatte“ festzuhalten!

Lenken üben mit meiner kleinen Freundin

Gestern haben mein Mädchen und ich dann mit den bunten Stangen lenken geübt – für Fortgeschrittene. Im Trab einmal durch die Gasse, dann innen rum, mittendurch, außenrum, mittendurch. Und danach außen um die Gasse und die nächste innenrum – ui, das war ganz schön eng! Und zum krönenden Abschluss sind wir noch galoppiert, aber da schaffen wir nur immer eine Gasse mittendurch, ganz selten noch eine zweite mittendurch, den Rest geht es außenrum, sonst sind die Kurven zu eng. Trotzdem fand mein Mädchen, dass wir das schon echt gut hingekriegt haben. Und außerdem findet sie es toll, wenn die bunten Stangen in der Sonne so schön leuchten. Und mich findet sie auch toll, das ist das wichtigste (vor allem wenn es sich in der Keksrate niederschlägt).

Euer Sir Duncan dhu of Nakel

Schritt für Schritt

(eigentlich wollte ich wieder Donnerstags für euch schreiben, aber mein Kopf ist noch nicht wieder so sortiert wie ich ihn brauche. Daher erst heute.)

Schritt für Schritt, wie Tranquilla Trampeltreu. Und jetzt kennt hier wieder niemand dieses wunderbare Kinderbuch und ich stehe dumm da.

Tranquilla Trampeltreu ist eine Schildkröte, die zur Krönung des Königs reisen möchte. Sie ist natürlich kein schnelles Tier, aber ein sehr beharrliches. Und egal wie oft man ihr sagt, dass sie es nicht rechtzeitig zur Krönungszeremonie schaffen wird, sie geht weiter. Und ich möchte verraten: sie kommt rechtzeitig – gewissermaßen.

Schritt für Schritt ist auch der einzige Weg, den man in der Pferdeausbildung gehen kann. Jeder, der Schritte auslässt, wird dafür früher oder später einen hohen Preis zahlen. So wie ich, als mein Pony mir durchgegangen ist und mein Leben für viele Wochen umgekrempelt hat. So ein rechter Daumen ist doch irgendwie ein sehr wichtiges Körperteil…

Nach und nach arbeite ich nun die Fehler auf, die da passiert sind. Dabei geht es wieder mal oft um Ambiguitätstoleranz. Ich muss aushalten, dass BEIDES gleichzeitig wahr ist: es ist meine Schuld, dass er durchgegangen ist, weil ich Voranzeichen übersehen bzw nicht richtig eingeordnet habe und weil da eine Lücke in seiner Ausbildung klaffte, die ich nicht bemerkt habe. Aber andererseits hat er sich eben auch wirklich schlecht benommen und eine sehr dumme Entscheidung getroffen (er ist schließlich selbst auch gestürzt!). Ganz am Ende fällt es immer auf den Menschen zurück, weil wir die Pferde in die Menschenwelt holen und somit die Verantwortung tragen. Andererseits ist so ein Pferd ja eben immer noch ein Lebewesen mit einer eigenen Persönlichkeit und es trifft eigene Entscheidungen. Zwischen diesen beiden Wahrheiten liegt ein Raum in dem man sich trefflich streiten kann – was ich nicht vorhabe.

Was ich stattdessen vorhabe ist, die Lücken zu schließen die da klaffen. Die Strukturen zu erkennen die zu dem Durchgehen geführt haben und so zu verändern, dass eine Wiederholung beliebig unwahrscheinlich wird. Gleichzeitig hoffe ich aber auch auf die Zeit – darauf, dass mein Pony einfach erwachsen wird und von selbst etwas mehr Ruhe in sich findet.

Welche Lücken habe ich gefunden?

Zum einen ist da die Tatsache dass alle Ausreitbegleitungen schneller unterwegs sind als Duncan. Jeder einzelne mit dem wir bisher unterwegs waren, war in fast jeder Situation schneller als mein kleines Ritterpony. Und das in Kombination mit meinen Gedanken an Auslastung und Training führte dazu dass ich oft mehr getrieben als gebremst habe. Es sei denn er war mir viel zu schnell, dann wurde unelegant gebremst und ich war im Überlebensmodus. So richtig geübt, dass er mal langsam macht und auch langsam bleibt, habe ich nie. Ich war zufrieden wenn er in der angesagten Gangart blieb. Lediglich im Galopp habe ich das mal wirklich ein bisschen geübt, allerdings nicht als „langsam“ (mit entsprechendem Stimmkommando), weil er das im Galopp noch gar nicht kann, sondern nur als „Kopf oben halten und nicht allzu sehr dem eigenen Schwerpunkt hinterherpurzeln“. Hier ist also unsere neue Lektion: „Langsam“ kennt er ja vom Reitplatz, aber im Gelände habe ich es eben so gut wie nie verwendet. Wie sagt meine Freundin? „Da hast du einen Sack voll Stimmkommandos und dann vergisst du die im Gelände alle“.

Außerdem darf ich einfach mehr darauf achten, wie seine Laufmanier ist. Läuft er mit großen Schritten im „Flugtrab“, das ist ein Trab in dem ich gut in den Bügeln stehen kann (relativ unabhängig vom Tempo), dann läuft er schön und lässt die Energie von hinten nach vorne gut durch. Oder kann ich nicht in den Bügeln stehen sondern muss leichttraben, dann ist er mir aus der Balance geraten und braucht Hilfe. Letztes Jahr hatte ich den Versuch gestartet, ihn einfach laufen zu lassen, weil ich die Hoffnung hatte, dass er sich selbst entsprechend entwickelt, aber ich habe schon im Laufe des Sommers das Gefühl gehabt dass das keine gute Idee war und jetzt weiß ich: er braucht tatsächlich mehr Gymnastik im Gelände. Schulterherein, Schenkelweichen, Stellung im Genick, Übergänge und Tempounterschiede, all das hilft ihm sowohl körperlich als auch seelisch. Und vor allem macht es, dass ich ihn ganz viel loben kann, was wiederum die Verbindung zwischen uns besser aufrecht erhält. Dann ganz ehrlich: das Pony im Gelände loben dafür dass es kilometerweise munter vor sich hintrabt, das tu ich nicht oft genug. Was dazu führt, dass ich ihn viel öfter dann anspreche, wenn ich etwas zu kritisieren habe als um etwas gutes zu sagen. Und das war wahrscheinlich bei unseren Ausritten im Winter (inklusive dem Durchgeh-Ausritt) ein echter Stimmungskiller.

Wir fangen jetzt von vorne an. Mit all meinen alten Ängsten und ausgerechnet in einer schwierigen Jahreszeit, in der das Pony sich nur für eins interessiert: Gras. Aber wir haben einen Plan und das hilft mir schonmal enorm weiter. Schritt für Schritt, anders geht es nicht.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 7. Mai 2025

Nach unserem ersten richtigen Ausritt am Samstag war am Montag gleich die nächste Tour angesagt.

Die machen immer den Anhalter und wollen mit fahren.

Mein Mädchen sagt, sie muss jetzt in Übung bleiben, sonst wird ihre Angst zu groß. Wir sind also gleich wieder zum Ausreitkumpel und direkt nochmal die selbe Strecke geritten (nur den einen Schlenker andersherum, zur Abwechslung). Ich bin zwar erst nicht motiviert gewesen das heimische Knabbergras, das so großzügig in unserem Paddock wächst, zu verlassen, aber als wir erstmal unterwegs waren, kamen die Erinnerungen an diese Strecke. Also die GUTEN Erinnerungen. Auf der Strecke sind wir nämlich eigentlich immer lässig durchgaloppiert. Erinnerst du dich noch, mein Mädchen? Das war doch toll, oder? Ja, sie erinnerte sich, aber sie findet, ich muss jetzt erst richtig viel Anstand lernen. Tsssss, wer bremst hat Angst! Aber mein Mädchen sagt dann immer „ja und gute Freunde nehmen Rücksicht wenn der andere Angst hat“. Also haben wir im Trab geübt. „Laaaaaangsam“ kam von oben und dann sollte ich im Trab das Tempo reduzieren. Wenn es gut läuft, kann ich das auf Stimmkommando und Sitzhilfe. Wenn es nicht so gut läuft, muss mein Mädchen eine kleine Parade am Zügel geben. Wenn es gar nicht gut läuft…. ach, sprechen wir lieber nicht darüber.

So nun finde ich ja, wenn sie „laaaaaangsam“ sagt und ich gebremst habe ist der Job erledigt und ich kann wieder herzhaft beschleunigen. Ich meine: die ganzen Jahre die wir zusammen unterwegs sind, waren wir immer mit so schnellen Ausreitkumpels los und immer ging es darum, irgendwie mitzuhalten. Jetzt soll ich plötzlich langsam machen? Das ist doch Blödsinn! Naja. Mein Mädchen meint, wenn sie „laaaaaangsam“ sagt, dann soll ich so lange langsam traben bis sie was anderes sagt. Herrje. Und wenn ich dann eingeschlafen bin und vor mich hinzottel, dann sagt sie plötzlich „voran!“ und ich muss erstmal den Motor wieder anschmeißen. Kaum ist der warm heißt es dann wieder „laaaaangsam“. Anstrengend. Wir hätten die 10km in der Hälfte der Zeit schaffen können! Dann wären wir auch schneller bei der Grasstelle gewesen und ich hätte mehr Zeit zum Schmausen gehabt. Aber mein Mädchen sagt, so geht die Rechnung nicht. Ich finde schon!

Schmause- Pause

Aber es ist schön, überhaupt mal wieder draußen zu sein, das gebe ich zu.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel der endlich wieder ausreiten gehen kann

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 5. Mai 2025

So liebe Menschen, da bin ich wieder! Habt ihr schon sehnsüchtig gewartet? Also ich muss sagen, meine kleine Panne im Februar hatte ganz schön miese Konsequenzen! Eine davon habt ihr zu spüren bekommen, mein Mädchen konnte nicht tippen. Aber ich sage euch, das ist harmlos gegen das was ich hier erdulden musste! Sie war völlig aus dem Tritt und konnte ihre rechte Hand so gut wie gar nicht gebrauchen. Das heißt: keine Ausritte für mich! Anfangs haben wir viel Freiarbeit gemacht, einmal hat sie mich auch mit einer Hand longiert. Dann hat sie sich getraut und ist mich auch mit einer Hand geritten. Zügel in die linke und ne Gerte konnte sie auch nicht halten, das hat uns schon nochmal vor ganz neue Herausforderungen gestellt! Die Lenkung war am Anfang ganz schön hakelig sage ich euch. Sie ist mich zwar früher schon einhändig geritten, aber wenn es da nicht geklappt hat, hat sie halt doch nochmal gemogelt und mit der anderen Hand mit in die Zügel gegriffen. Ging ja nun nicht! Also sind wir über den Reitplatz geeiert bis wir es schließlich raus hatten. Wir sind dann auch getrabt und sogar galoppiert, haben Seitengänge geübt aber vor allem hat mein Mädchen mit mir die Gebisshilfen nochmal ganz sorgfältig geübt. Nicht dagegendrücken, das ist jetzt auf gar keinen Fall mehr gestattet! Nicht den Kopf einfach ablegen und mich tragen lassen. Immer schön die Rumpfmuskulatur in Aktion bringen und mich anständig bewegen, kein „Babybonus“ mehr. Aber ich muss sagen: es ging gut und hat uns voran gebracht.

Allerschlimmste Konsequenz: Abenteuer abgesagt! Die diversen Trainingsritte, die geplant waren, aber auch das Abenteuer selbst. Nix mit 44km. Wir sind beide in jeder Hinsicht voll aus dem Training, mein Mädchen ist wieder zur Bangbüx mutiert (oh man ich hatte mir so schön ihr Vertrauen erworben in jahrelanger Kleinarbeit und dann vergesse ich mich einmal…. futsch!) und also fährt sie jetzt ohne mich zum Distanzritt und hilft dort den anderen, während ich zu hause bleiben muss. Sie sagt, es ist keine Strafe, sondern es ist jetzt einfach so. Aber ich sage euch: es fühlt sich an wie Höchststrafe! Und für unseren zweiten geplanten Distanzritt stehen wir jetzt auch nur auf der Warteliste, weil der Ritt schon voll war bevor sie überhaupt wusste wann ihr Daumen wieder einsatzfähig ist. Das läuft ja so gar nicht gut für uns!

Und dann die fehlenden Ausritte. Kein Ausflug, kein Abenteuer, nix. Platzarbeit. Und Platzarbeit. Und mehr Platzarbeit. Jaaaa, sie hat sich um Abwechslung bemüht, aber irgendwann ist es halt auch mal gut! Ich habe aber gute Miene zum bösen Spiel gemacht und mir nichts anmerken lassen, wegen des Vertrauens, das ist ja nun von Grund auf wieder neu erwerben muss.

Erst Ostermontag ist mal wieder was interessanteres passiert. Da ging es in die Wackelkiste (auch da sind wir voll aus der Übung!) und in den Wald. Dort trafen wir Herrn Fjord und sind eine kleine 5km Schrittrunde geritten. Aber so richtig losgegangen ist es erst diesen Samstag. Da ging es endlich wieder zum Ausreitkumpel! Wow den hab ich ja ewig nicht gesehen! Und dann in eins unserer schönen, ruhigen Ausreitgebiete, wo nix gefährliches ist. Keine Straße, keine Spaziergänger, keine Trecker, nix. Da sind wir dann 10 km geritten. Das tat gut, endlich mal wieder ein bisschen traben. Mein Mädchen hat höchste Konzentration verlangt, ständig sollte ich mich biegen oder seitwärts gehen oder Übergänge machen. Aber ich war einfach super artig wie immer und ich glaube ich habe schon wieder ein paar Vertrauenspunkte sammeln können. Da muss ich jetzt dringend dranbleiben, damit Abenteuer-technisch mal wieder was vorangeht! Nachher war ich echt kopfmüde, dieser Vertrauensaufbau ist anstrengend, sage ich euch!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel – endlich wieder voll dabei!

Neuigkeiten

Gute Neuigkeiten: Bald wird hier wieder gebloggt! Noch möchte ich meinen Daumen etwas schonen, aber in Kürze wird der Ritter wieder von seinen Abenteuern berichten können und auch ich hatte natürlich viel zu denken und werde davon erzählen.

Derweil gibt es aber noch diese Einladung für Euch:

Weil es so schön war, tun wir es gleich nochmal:
Am Sonntag den 4.5. bieten wir unseren Workshop „Energie und Ausstrahlung“ bei uns in 24802 Groß Vollstedt, Emkendorfer Weg 9 an.
Wir haben uns einige Übungen überlegt, mit denen ihr Eure Körpersprache über innere Bilder verbessern könnt, aber es wird auch um spannende persönliche Fragen gehen, die jede nur für sich selbst beantworten kann.
Start ist um 10 Uhr und wir planen um 14 Uhr fertig zu sein
Die Teilnahme kostet 50 €
Wir werden uns in unserer kleinen Halle aufhalten, sind also vor Wind und Regen geschützt. Bitte tragt stalltaugliche Kleidung, in der ihr euch gut bewegen könnt. Wir arbeiten NICHT am Pferd! (Wer mit Leckerlis belohnen will, sollte also was menschentaugliches mitbringen…)
Zwischendurch machen wir eine kleine Pause und freuen uns, wenn dazu jede einen kleinen Beitrag zum Buffet leistet.
Bitte meldet Euch bis zum 30.4. verbindlich an. Am besten per Whatsapp oder Signal an 0160-8462350 oder per mail an lioba@orbis-alia.de

Und wir planen weitere Workshops, nämlich immer am 1. Sonntag im Monat! Folglich am 1.6., 6.7., 3.8., 7.9., 5.10., 2.11. und 7.12.

Wir sind noch offen für Themenwünsche von Eurer Seite, lasst uns wissen was Euch interessiert!

Neuer Workshop

Am Sonntag den 6.4. bieten wir unseren brandneuen Workshop „Energie und Ausstrahlung“  bei uns in 24802 Groß Vollstedt, Emkendorfer Weg 9  an.

Wir haben uns einige Übungen überlegt, mit denen ihr Eure Körpersprache über innere Bilder verbessern könnt, aber es wird auch um spannende persönliche Fragen gehen, die jede nur für sich selbst beantworten kann.

Start ist um 10 Uhr und wir planen um 14 Uhr fertig zu sein  

Die Teilnahme kostet 50

Wir werden uns in unserer kleinen Halle aufhalten, sind also vor Wind und Regen geschützt. Bitte tragt stalltaugliche Kleidung, in der ihr euch gut bewegen könnt. Wir arbeiten NICHT am Pferd! (Wer mit Leckerlis belohnen will, sollte also was menschentaugliches mitbringen…)
Zwischendurch machen wir eine kleine Pause und freuen uns, wenn dazu jede einen kleinen Beitrag zum Buffet leistet.

Bitte meldet Euch bis zum 2.4.  verbindlich an. Am besten per Whatsapp oder Signal an 0160-8462350 oder per mail an lioba@orbis-alia.de

WORKSHOP

Am Sonntag den 30.3. Bieten wir wieder unseren Workshop „Rhythmus und Timing“  bei uns in 24802 Groß Vollstedt, Emkendorfer Weg 9  an.

Spielerisch werden wir euer Rhythmus-Gefühl schulen und in Mensch-zu-Mensch-Übungen euer Timing verbessern, denn beides ist essentiell in der Arbeit mit Pferden. Allzu ernst wird es dabei nicht zugehen, dann am besten lernt man mit Spaß!

Start ist um 10 Uhr und wir planen um 14 Uhr fertig zu sein  

Die Teilnahme kostet 50

Wir werden uns in unserer kleinen Halle aufhalten, sind also vor Wind und Regen geschützt. Bitte tragt stalltaugliche Kleidung. Wer mag, bringt seine eigene Gerte/Longierpeitsche/Bodenarbeitsseil mit. Wir arbeiten NICHT am Pferd! (Wer mit Leckerlis belohnen will sollte also was menschentaugliches mitbringen…)
Zwischendurch machen wir eine kleine Pause und freuenuns wenn dazu jede einen kleinen Beitrag zum Buffet leistet.

Bitte meldet Euch bis zum 25.3.  verbindlich an. Am besten per Whatsapp oder Signal an 0160-8462350 oder per mail an lioba@orbis-alia.de

Der Blog macht Pause

Mein Daumen ist leider doch nicht nur verstaucht, sondern hat ein angerissenes Innenband. Tippen ist mühsam, diktieren noch mühsamer (wegen der Korrekturen). Ihr werdet daher einige Wochen verzichten müssen, tut mir leid.

Die gute Nachricht: vermutlich werden wir am 30.3. und vielleicht auch am 6.4. jeweils einen Workshop anbieten, schreibt mich an, wenn Ihr Interesse habt!

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 7.März 2025

Wenn es mit dem Ausreiten nicht klappt mache ich eben Indoor-Sport. Meine kleine Freundin hat mir ja gezeigt, wie ich den Fußball richtig schieße. Diesmal hat mein Mädchen im Schweiße ihres Angesichts den größeren Ball aufgepumpt, der geht besser, weil ich nicht so schnell mit dem Huf AUF dem Ball lande. Die Menschen waren total begeistert von meinen Fähigkeiten. Ich habe verstanden: wenn der Ball nicht eine gewisse Distanz rollt, war der Schuss nicht gut genug für einen Keks. Dann muss ich nacharbeiten, das mache ich inzwischen selbständig. Außerdem habe ich eine besondere Fähigkeit entwickelt, die mein Mädchen ganz faszinierende findet: ich kann den Ball aus der Ecke rausdribbeln! Mit geschickter Beinarbeit und gelegentlichem Einsatz von Kopf und Nase kriege ich den Ball aus fast jeder Ecke raus bugsiert. Wenn ich gut geschossen habe, bleibe ich stehen und mache mein „Keksgesicht“, dann kommt meine kleine Freundin und bringt mir meine wohlverdiente Belohnung.  Meine kleine Freundin lehrt mich jetzt das passende Stimmkommando „Ball“, denn später gibt es vielleicht mal was zu unterscheiden (im Moment ist ja eh nur der Ball da, also ist klar, was mein Job ist). Mein Mädchen möchte jetzt zusammen mit meiner kleinen Freundin weitere Pläne schmieden, was wir lustiges daraus machen können. Ich sag mal so: solange die Kekstasche voll ist, stehe ich parat!

Mein Mädchen ist irre stolz auf meine kleine Freundin und mich. Ihr müsst nämlich wissen, dass mein Mädchen sich die ganze Zeit hinterm Zaun aufhält und nur Kommentare abgibt und mal Hinweise, wie es besser gehen könnte. Aber meine kleine Freundin hat mir das alles selbst beigebracht!

Ich wurde schon gefragt, ob ich jetzt Profi-Fußballer werde, aber ich sehe mich eher als Jugendtrainer, ist die Stelle beim HSV noch frei? Die Nachwuchs-Spieler könnten einiges von mir lernen. Zum Beispiel warum Fußballshorts unbedingt groooooooße Taschen brauchen, dass der Rasen essbar ist, wie man das Publikum auf seine Seite bringt und wie man den Ball mit der Nase spielt.  

Naja, wenn ich es recht bedenke bleibe ich doch lieber meiner angestrebten Karriere als Distanz-Pony treu. Denn so schön Fußballspielen auch ist, es geht doch nichts über ein echtes Outdoor-Abenteuer.

Euer Fußballer Sir Duncan Dhu of Nakel

Nachsitzen

Nach dem Unfall wieder aufs Pony zu steigen ist mit Unwohlsein verbunden. Die Angst ist wieder da. Aber sie ist nicht übermächtig, ich komme zurecht. Und bei diesem Maß an Angst weiß ich: ich kann reiten.

Beim reiten auf dem Platz suche ich jetzt nach jenen Lücken in Duncans Ausbildung, die ein solches Durchgehen zugelassen haben. Klar, er ist 6,5 Jahre alt (also in der Pubertät) und viele Pferde spinnen gerade etwas – es ist dieser Übergang vom Winter zum Frühling. Aber ich finde auch Lücken, die ich schließen kann. Dazu gehört zuallererst, dass ich ihn jetzt mit Gebiss reite, auch auf dem Platz, um dort das zu üben, was im Gelände solche Ausbrüche verhindern soll. Kleine Dinge. Zum Beispiel das Gefühl, wenn ich nach einer Stehpause die Zügel in die Hand nehme und Duncan mir als allererstes Gegendruck gibt. Ich habe ihm anscheinend noch nicht gut genug erklärt, was ich von ihm möchte, wenn ich Kontakt am Gebiss aufnehme.

Ich bin Duncan die meiste Zeit seines Lebens gebisslos geritten. So auch am Tag unseres Sturzes. Mir war klar, dass ich am Bosal keine Chance habe, eine Notbremse zu ziehen, ich hatte mich darauf verlassen, dass ich die nicht brauche (ich Dummerchen). Bei viele Ausritten hatte ich das Bosal UND das Gebiss mit und schon öfter das Gefühl, dass ich ihn nur durch das Gebiss noch „im Zaum“ halten konnte. Ich dachte, ich könnte ohne Gebiss los, ich habe mich auf Diegos Anwesenheit verlassen. Die Möglichkeit, dass Duncan AN Diego VORBEI durchgehen könnte, gab es in meinem Kopf einfach nicht.

Das Gebiss bekommt jetzt Scheiben und einen Kinnriemen, der das Durchrutschen durchs Maul verhindert, so dass ich auch einen herzhaften one-rein-stop durchführen kann, den wir auf dem Platz fleißig üben werden und demnächst auch im Gelände mal erproben. Ich bin gespannt, ob ich genug Kraft und Mut aufbringe, wenn mein kleiner Teenager-Rüpel es wirklich ernst meint und seinen Hals wieder so gerade und steif macht.

Auch beim Führen über den Hof gibt es noch Kleinigkeiten zu verbessern. Ich hasse es, so ein Korinthenkacker zu sein, aber wenn mein Pony blödes Verhalten zeigt, bin ich lieber ein Korinthenkacker, als dann ungerecht hart hinzulangen wenn es gefährlich wird. Mir ist es lieber, all die kleinen Details zu diskutieren und ich hoffe, dass damit ein großer Kampf ausbleibt. Eine Garantie gibt es dafür nicht.

An der Longe ist Duncan mir auch noch zweimal schön abgebrettert, als meine Freundin mich unterrichtet hat. Ihr Plan war, mit ihm Frustrationstoleranz zu üben und zumindest der Plan, den Frust auszulösen, hat schonmal sehr gut funktioniert. Immerhin konnte ich einige Tage später die gleiche Situation noch einmal herstellen und eleganter lösen.

Auf der anderen Seite – und das ist wieder mal sehr faszinierend – ist mein Pony motivierter denn je. Er kommt aus der letzten Ecke angeflitzt wenn ich ihn rufe und dackelt auch mal beim Absammeln hinter mir her um nach Beschäftigung zu fragen. Er gibt sich an vielen Stellen große Mühe, seine Artigkeit unter Beweis zu stellen, manchmal fast ein bisschen demonstrativ, als würde er mir etwas beweisen wollen, während er an anderen Enden Diskussionen startet. Seine Laune ist prima, ER findet es gar nicht schlimm, dass ich plötzlich so kleinlich und etwas streitsüchtig geworden bin. Er sucht nach Grenzen und Reibung und mir geht das alles gewaltig auf die Nerven, weil ich doch gerade eigentlich das Gefühl hatte, dass wir schon so schön weit sind.

Bis ich dieses Gefühl wieder habe, wird sicher noch viel Zeit ins Land gehen. Die Panne hat mich gewaltig zurückgeworfen. Gleichzeitig ist da dieses Ziel: 44km am 18.5. Aufgeben ist keine Option. Und zwischen diesen beiden Polen darf ich jetzt den richtigen Weg für uns beide finden. Soll halt nochmal einer daherkommen und sagen, Pferdeausbildung sei doch ganz einfach…