Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 5. Mai 2025

So liebe Menschen, da bin ich wieder! Habt ihr schon sehnsüchtig gewartet? Also ich muss sagen, meine kleine Panne im Februar hatte ganz schön miese Konsequenzen! Eine davon habt ihr zu spüren bekommen, mein Mädchen konnte nicht tippen. Aber ich sage euch, das ist harmlos gegen das was ich hier erdulden musste! Sie war völlig aus dem Tritt und konnte ihre rechte Hand so gut wie gar nicht gebrauchen. Das heißt: keine Ausritte für mich! Anfangs haben wir viel Freiarbeit gemacht, einmal hat sie mich auch mit einer Hand longiert. Dann hat sie sich getraut und ist mich auch mit einer Hand geritten. Zügel in die linke und ne Gerte konnte sie auch nicht halten, das hat uns schon nochmal vor ganz neue Herausforderungen gestellt! Die Lenkung war am Anfang ganz schön hakelig sage ich euch. Sie ist mich zwar früher schon einhändig geritten, aber wenn es da nicht geklappt hat, hat sie halt doch nochmal gemogelt und mit der anderen Hand mit in die Zügel gegriffen. Ging ja nun nicht! Also sind wir über den Reitplatz geeiert bis wir es schließlich raus hatten. Wir sind dann auch getrabt und sogar galoppiert, haben Seitengänge geübt aber vor allem hat mein Mädchen mit mir die Gebisshilfen nochmal ganz sorgfältig geübt. Nicht dagegendrücken, das ist jetzt auf gar keinen Fall mehr gestattet! Nicht den Kopf einfach ablegen und mich tragen lassen. Immer schön die Rumpfmuskulatur in Aktion bringen und mich anständig bewegen, kein „Babybonus“ mehr. Aber ich muss sagen: es ging gut und hat uns voran gebracht.

Allerschlimmste Konsequenz: Abenteuer abgesagt! Die diversen Trainingsritte, die geplant waren, aber auch das Abenteuer selbst. Nix mit 44km. Wir sind beide in jeder Hinsicht voll aus dem Training, mein Mädchen ist wieder zur Bangbüx mutiert (oh man ich hatte mir so schön ihr Vertrauen erworben in jahrelanger Kleinarbeit und dann vergesse ich mich einmal…. futsch!) und also fährt sie jetzt ohne mich zum Distanzritt und hilft dort den anderen, während ich zu hause bleiben muss. Sie sagt, es ist keine Strafe, sondern es ist jetzt einfach so. Aber ich sage euch: es fühlt sich an wie Höchststrafe! Und für unseren zweiten geplanten Distanzritt stehen wir jetzt auch nur auf der Warteliste, weil der Ritt schon voll war bevor sie überhaupt wusste wann ihr Daumen wieder einsatzfähig ist. Das läuft ja so gar nicht gut für uns!

Und dann die fehlenden Ausritte. Kein Ausflug, kein Abenteuer, nix. Platzarbeit. Und Platzarbeit. Und mehr Platzarbeit. Jaaaa, sie hat sich um Abwechslung bemüht, aber irgendwann ist es halt auch mal gut! Ich habe aber gute Miene zum bösen Spiel gemacht und mir nichts anmerken lassen, wegen des Vertrauens, das ist ja nun von Grund auf wieder neu erwerben muss.

Erst Ostermontag ist mal wieder was interessanteres passiert. Da ging es in die Wackelkiste (auch da sind wir voll aus der Übung!) und in den Wald. Dort trafen wir Herrn Fjord und sind eine kleine 5km Schrittrunde geritten. Aber so richtig losgegangen ist es erst diesen Samstag. Da ging es endlich wieder zum Ausreitkumpel! Wow den hab ich ja ewig nicht gesehen! Und dann in eins unserer schönen, ruhigen Ausreitgebiete, wo nix gefährliches ist. Keine Straße, keine Spaziergänger, keine Trecker, nix. Da sind wir dann 10 km geritten. Das tat gut, endlich mal wieder ein bisschen traben. Mein Mädchen hat höchste Konzentration verlangt, ständig sollte ich mich biegen oder seitwärts gehen oder Übergänge machen. Aber ich war einfach super artig wie immer und ich glaube ich habe schon wieder ein paar Vertrauenspunkte sammeln können. Da muss ich jetzt dringend dranbleiben, damit Abenteuer-technisch mal wieder was vorangeht! Nachher war ich echt kopfmüde, dieser Vertrauensaufbau ist anstrengend, sage ich euch!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel – endlich wieder voll dabei!

Hinterlasse einen Kommentar