„In der Schule soll man ja erstmal nur das Lernen lernen“ hat mein Vater mal zu mir gesagt. Scheint eins der Dinge zu sein, die man so sagt, obwohl sie nach meiner Beobachtung in den allermeisten Fällen einfach gar nicht wahr sind. Bzw. vielleicht sollte es so sein, vielleicht war es mal so geplant, aber es ist eben nicht Realität. Oder habt Ihr in der Schule das lernen gelernt? Ich nicht. Ich habe die Schule gehasst und wenn ich dort eins gelernt habe, dann, dass Lernen so NICHT klappen kann. Ein einziger – ich wiederhole: EIN EINZIGER – Lehrer hat mit uns EIN EINZIGES Mal über EIN EINZIGES Lernsystem für EINE EINZIGE SACHE (Vokabeln) gesprochen. Das war´s. Alle anderen hatten nicht einen guten Tipp, wie man Dinge lernen kann. Ich vermute, sie wussten es selbst nicht. Da nützt dann auch das beste humanistische Gymnasium nix.
Am allermeisten übers Lernen habe ich ganz woanders gelernt. Nämlich als ich als Jugendliche plötzlich die Idee hatte, das Jonglieren lernen zu wollen. Drei Bälle und ein Buch.
Drei Bälle in die Luft werfen ist kein Problem. Sie in der richtigen Reihenfolge an der richtigen Stelle wieder aufzufangen hingegen schon. Den entscheidenden Tipp bekam ich von einem anderen Mädchen: fang überm Tisch an. Denn am Anfang fallen die Bälle ständig runter und wenn man sie jedes Mal vom Boden aufheben muss, ist das unfassbar frustrierend.
Irgendwann gelang es dann mal, die Bälle eine Runde in der Luft zu halten. Aber so ein Erfolg ist nicht gleich wiederholbar. Etliche Fehlversuche liegen zwischen dem ersten und dem zweiten kleinen Erfolgserlebnis.
Heute wüsste ich: nach dem Erfolgserlebnis eine Pause machen wäre hilfreich gewesen. Dem Körper und dem Hirn Zeit geben, das abzuspeichern. Feiern. Durchatmen. Dann neu starten. Aber ich kam auch ohne dieses Wissen zum Ziel, einfach durch Wiederholung. Und bald wurden die Zeiten, die ich die Bälle in der Luft halten konnte, länger. Ich folgte zwei weiteren Tipps: Jonglieren in einer Telefonzelle habe ich zwar nie gemacht, aber direkt vor der Wand. So muss man die Bälle sauber nach oben werfen und nicht schräg nach vorn. Und wenn man selbst auf einem kleinen Hocker steht, wird das Aufheben gefallener Bälle schwieriger, das kann für Fortgeschrittene den Anreiz erhöhen, es länger durchhalten zu wollen, während man gleichzeitig nicht die Möglichkeit hat, einen Ausfallschritt zu machen.
Als ich es mit drei Bällen konnte, war mein Ehrgeiz erschöpft. Aber heute, 30 Jahre später, stelle ich bei seltenen Gelegenheiten fest: Jonglieren ist wie Fahrradfahren, das verlernt man anscheinend nicht. Ganz im Gegensatz zu all dem, was ich in der Schule gelernt habe – nichts davon ist auch nur ansatzweise hängen geblieben außer den paar Sachen die ich regelmäßig brauche.
Sicher ist jonglieren lernen nicht mit Vokabeln lernen vergleichbar, aber stellt euch nur mal vor, mir hätte damals jemand gesagt, ich könnte Vokabeln beim jonglieren lernen. Ich vermute, es hätte hervorragend funktioniert. Und stellt euch nur vor, was ich damals alles gelernt habe. Übers Anfangen, übers Durchhalten. Über das Vertrauen in den Lernprozess. Über kleine Tricks, die das Lernen erleichtern, den Frust minimieren, später die Technik verbessern. Noch heute zehre ich von dieser einen Erfahrung, wenn ich mit Reiterinnen z.B. das Aussitzen übe.
Ich wünsche mir sehr, dass SchülerInnen heute bessere Lerntipps bekommen. Aber ich fürchte, es gibt nur wenige Schulen und LehrerInnen, die es besser machen als meine damals. Und ich gestehe, dass es mir sehr schwerfällt, zu verzeihen, wie viel kostbare Lebenszeit mir gestohlen wurde in den vielen sinnlosen Jahren in denen ich genau das nicht gelernt habe, was ich angeblich hätte lernen sollen (und was durchaus interessant und lebenslang hilfreich gewesen wäre).
Ich hoffe, ich kann es ein kleines bisschen besser machen. Kann den Kindern, die mit Duncan Zeit verbringen, einen kleinen Einblick geben ins Lernen. Und wenn ich es schaffe, meine erwachsenen Reiterinnen gut zu unterstützen, können sie vielleicht auch ein bisschen erfahren, wie lernen sich anfühlen kann. Manchmal, wenn ich das leise Klimpern zu hören meine, das ein fallender Groschen auslöst, denke ich, ich habe es geschafft. Dann schleicht sich ein Grinsen auf das Gesicht der Reiterin und das steckt mich an. Und ich denke an drei Bälle und ein Buch und bin dankbar für diese Erfahrung.
Na das war vielleicht ein Wochenende! In der Nacht von Freitag auf Samstag fing es an zu regnen. Und dann hörte es gar nicht mehr so richtig auf! Sogar wir Ponys fanden das eklig. Mein Mädchen hatte ein bisschen Sorge, ob es mir zu kalt werden könnte, weil ich ja unterm Entpelzer war. Mein Hals und der untere Teil meines Pos ist kurz geschoren, aber mir ist das immer noch warm genug (zum Glück!). Caruso hingegen hat gleich mal wieder sein Regenmäntelchen anbekommen, der ist nämlich unsere kleine Frostbeule und bekommt sonst manchmal Bauchweh, wenn er so friert.
Am Samstag Morgen kam meine winzige Freundin. Wir haben uns zusammen in der Halle verkrochen, ich habe ihr was vorgewippt und sie hat vorsichtig einen Fuß mit auf die Wippe gestellt. Außerdem haben wir den Vorhang geübt: ich bin mit meinem Mädchen durchgegangen während meine winzige Freundin mit ihrer Mama zusammen den Vorhang wild geschüttelt hat. Reiten konnte sie diesmal nicht, weil sie ihren Helm vergessen hatte und ohne Helm reitet hier niemand. Aber ich glaube, ganz langsam hält sie mich nicht mehr für einen kinderfressenden Säbelzahntiger, auch wenn ich ihr immer noch nicht richtig hallo sagen darf. Immerhin springt sie nicht mehr verängstigt hinter ihre Mama wenn ich mal näher an ihr vorbeigehe. Ich werde ihr Herz schon noch für mich gewinnen und ihr Vertrauen auch!
Samstag Nachmittag gab es doch noch eine kleine Regenpause, da hat mein Mädchen uns schnell auf die Weide gelassen und wir durften etwas schmausen. Es war aber so stürmisch, dass wir nach ein paar Stunden ganz genervt waren und müde wurden, also haben wir ein Nickerchen in der Halle gemacht. In der Nacht durften wir dann Heu essen, Weide blieb zu, weil es in einer Tour geregnet hat. Auch der Sonntagsausflug ist dem Wetter zum Opfer gefallen, aber stattdessen kam Besuch! Der kleine Bruder von Herrn Fjord kam mal wieder, der war ja schonmal da, den kenne ich schon. Die Mädchen haben Stangen aufgebaut und der kleine Herr Fjord und ich durften da rüber laufen, geradeaus, seitwärts, rückwärts um die Kurve und längs, so dass die rechten Füße rechts und die linken Füße links sind. Wir haben uns beide sehr gut konzentriert und uns gegenseitig wenig abgelenkt, so dass unsere beiden Mädchen nachher sehr stolz auf uns waren. Aber nach einer Stunde waren wir beide kopfmüde und haben Feierabend gemacht.
Heute stimmt das Wetter zwar wieder, aber der Montagsausflug ist trotzdem ausgefallen, weil wir nicht mit der Wackelkiste fahren konnten – Auto kaputt. Stattdessen war ich mit meinem Mädchen auf dem Reitplatz üben, während direkt auf dem Nachbarfeld der Mais abgeerntet wurde. Das ist vielleicht laut! Aber ich war ganz entspannt und konnte mich trotzdem voll gut konzentrieren. Zack! Mädchen stolz.
Trotzdem schade, dass wir nicht ausreiten konnten. Eigentlich wollten wir Samstag mit dem Drahtesel los, alleine ausreiten ohne alleine auszureiten, Sonntag mit Diego und Montag mit dem Ausreitkumpel. Da hab ich doch direkt 3 Ausritte auf einmal versäumt! Naja, so ist das manchmal.
Gestern war es dann endlich so weit: wir waren auf Distanzritt! Naja, nicht ganz. Aber wir sind der Sache etwas näher gekommen. Also es war so: Damals mit unseren Vorgängerponys waren mein Mädchen und das Mädchen vom Ausreitkumpel auf ihrem allerersten Distanzritt. Das war in Preetz auf der Schusteracht. Und seitdem wollten die Mädchen da gerne nochmal hin. Dieses Frühjahr hätten wir ja dort reiten sollen, aber nach unserem kleinen Missgeschick hatte mein Mädchen ja einen kaputten Daumen und außerdem eine Menge Angst, und wir insgesamt viel zu wenig Training, deswegen wurde das nichts. Aber nächstes Jahr gibt es eine neue Chance. Und die Schusteracht hat eine Besonderheit: Brücken! Viele, viele Brücken. Allein auf der Strecke, die sie damals geritten sind, gab es 3 Brücken. In der Gegend gibt es nämlich ziemlich viel Wasser und da muss man anscheinend alle Nase lang rüber. Und wenn wir jetzt mal ganz weit zurück denken dann fällt uns ein, dass Brücken über fließendes Wasser jetzt gar nicht immer meine Lieblingsübung waren.
Also rein in die Wackelkiste und den Ausreitkumpel abholen. Der war allerdings schon fertig mit den Nerven, bevor es überhaupt los ging! Bei denen wurden nämlich Kartoffeln geerntet, und zwar auch in der Nacht. Und das, sagt er, ist wahnsinnig gruselig. Er und seine Kumpels hatten eine richtig üble Nacht und waren alle sehr unentspannt. Er ist zwar trotzdem in die Wackelkiste eingestiegen, aber kaum, dass er drin war, fing er an zu scharren und hampelte da nervös herum. Nach ein paar Minuten hat er sich aber abgeregt und wir konnten los.
Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir da waren. Wir standen auf einem großen Parkplatz direkt an einer ziemlich lauten Straße. Mein Mädchen mag keine lauten Straßen und war nervös. Ich nicht, ich fand das alles zwar nicht schön, aber ok. Mein Ausreitkumpel hat derweil versucht, sich das Halfter auszuziehen, was mein Mädchen gleich noch viel nervöser gemacht hat.
Schließlich waren wir gesattelt und es konnte losgehen. Die Mädchen zu Fuß. Es ging direkt auf einen schönen Grasweg, allerdings direkt neben der Straße. Da war zwar ein Knick dazwischen aber es war trotzdem laut. Und mein Mädchen hasst laute Straßen. Sie war nervös, ich war noch einigermaßen entspannt, aber langsam färbte das alles auf mich ab. Alsbald ging es über die Straße rüber und mein Mädchen meinte, jetzt wird es ruhiger. Wurde es aber gar nicht, denn da war ein Motocross-Platz und die haben da ganz merkwürdige Geräusche gemacht. Da wurde mir jetzt doch ein bisschen blümerant. Mein Mädchen hat beruhigend mit mir geredet und mir Kekse gegeben aber ich war wenig angetan von diesem Ausflug. Als wir dann abgebogen sind auf den nächsten Grasweg dachten wir, wir hätten jetzt endlich unsere Ruhe. Aber nein: da war ein großes abgeerntetes Maisfeld und aus irgendeinem Grund sind da in der Ferne Menschen drüber gelaufen. Und mit unseren angespannten Nerven fanden wir Ponys das gar nicht gut. Ich bin voran marschiert, mein Mädchen neben mir hat beruhigend auf mich eingeredet. Gerade hatte ich mich etwas entspannt, als mein Ausreitkumpel hinter mir die Warntrompete blies! Ihr wisst schon, der Drachenatem, dieses Warngeräusch das wir Ponys machen, wenn etwas gar nicht gut ist! So, da ging sie hin, meine beginnende Entspannung. Mein Mädchen war fertig mit den Nerven. Mittlerweile waren wir 2km unterwegs und von schönem Ausritt war noch keine Spur zu sehen.
Erst als wir auch das Maisfeld hinter uns hatten, hat mein Mädchen sich getraut, aufzusteigen. Mein Ausreitkumpel war immer noch nicht in Stimmung und hat beim Aufsteigen nicht stillgestanden, aber schließlich ging es dann. Ein kleines Stück im Trab hat mich dann schon ein bisschen besser entspannt. Dann ging es los mit der Wegesuche. Mein Mädchen hatte die Tour genau geplant, aber irgendwas stimmte nicht mit der Realität überein und dann war da nicht genug Netz um die geplante Tour zu sehen. So wurde ständig angehalten und überlegt, dann hat mein Mädchen sich für den einfachsten Weg entschieden und wir sind einfach ein Stück durchs Dorf geritten. An einem Torbogen wartete dann der Mann auf uns! Die Mädchen wollten nämlich Fotos an dem Torbogen machen, weil es dort auvh Fotos von unseren Vorgängerponys gibt. Ich bin auch mutig dort durchmarschiert, obwohl es komisch gehallt hat, das fand mein Mädchen toll.
Weiter ging es – mein Mädchen war genervt, weil ständig Autos kamen. Aber plötzlich war da ein schöner kleiner schmaler Pfad für uns, den wir entlang traben konnten. Ich bin vorneweg, nicht schnell, aber mutig und in gleichmäßigem Tempo. Mein Mädchen hat sich gefreut, dass ich wieder ganz ich selbst war. Eine blöde Schotterstrecke, eine Straßenüberquerung, dann in den Wald. Ach, das ist auch schön hier. Ich wieder im Trab vorneweg. Ein ganz schmaler, kurviger Pfad durch die Felder, da fand mein Mädchen meinen ruhigen Trab sehr angemessen – viel schneller als Schritt, aber so langsam, dass man jederzeit unproblematisch zum Stehen kommen kann, wenn hinter der Kurve etwas lauern sollte. Aber da lauerte nichts. Auch unter den komischen hohen Säulen bin ich brav durch getrabt, obwohl da drüber die Autos fuhren, was sich sehr merkwürdig anhörte.
Und dann kam unsere erste Brücke. Mein Mädchen hatte die als große Herausforderung angesehen. Aber nach Motocross, Menschen auf Maisfeldern, einem Ausreitkumpel der ein nervliches Wrack war, einem angespannten Mädchen und Wegesuche war ich jetzt einfach irgendwie in meiner Mitte angekommen. Mein Ausreitkumpel war mittlerweile auch wieder er selbst und als die Mädchen abgestiegen waren, ist er dann munter voran über die lange Holzbrücke marschiert. Und ich hinterher, ganz entspannt. In der Mitte hat mein Mädchen mich sogar angehalten, wir haben uns das Wasser angeschaut und ich hab einen Keks gegessen. So, und wo war jetzt das Problem? Unsere Mädchen haben gelacht, weil sie sich so vertan hatten damit, was stressig sein könnte. Menschen haben eben von den echten Gefahren des Ponylebens keine Ahnung!
Auf der anderen Seite der Brücke sind wir dann das Ufer runter geklettert und haben am Fluss ein Schlückchen getrunken, aber sehr durstig waren wir nicht, es war kühl und windig und am Dienstag war ich ja noch unterm Entpelzer gewesen.
Als die Mädchen gerade wieder aufgestiegen waren, kamen von hinten zwei Pferde. Schau an, das ist doch die Frau die die Distanzritte organisiert! Das sind zwei echte Distanzreiter, sagt mein Mädchen, die reiten mal eben 40km so als Feiertagstour. Davon träumen wir ja bisher nur. Ein kleiner Plausch und mein Mädchen war unheimlich stolz auf mich, weil ich inzwischen ganz entspannt stehen kann, obwohl da fremde Pferde sind. Und ich bin sogar entspannt geblieben als die beiden dann weg geritten sind. Mein Mädchen hat den Pferden hinterher geschaut und gesagt, dass wir gegen solche Langbeiner wohl kaum eine Chance hätten mit unseren kurzen Ponybeinchen. Aber ich weiß ja: sie liebt mich und meine kurzen Ponybeinchen abgöttisch und würde mich gegen keinen Langbeiner der Welt tauschen mögen. Außerdem traut sie mir einiges zu, sie weiß ja, dass ich innerlich ein ganz Großer bin.
Hinter den Pferden her (Mädchen stolz, weil ich nicht gezogen und genervt hab und versucht hab, sie einzuholen, wie ich das früher immer getan hab) durch den Wald, dann eine kleine Graspause an einem Schild, wo die Mädchen damals, auf dem Distanzritt, auch Graspause gemacht haben. Das Mädchen vom Ausreitkumpel hätte sich noch beinahe umgebracht, weil sie beim Absteigen mit der Hundeleine am Sattel hängen geblieben ist und nicht vor und nicht zurück kam. Aber mein Ausreitkumpel – wenn er auch manchmal wirklich ein bisschen verrückt ist – weiß, wann er stillstehen muss und so konnte mein Mädchen ihr schnell zu Hilfe eilen (nicht ohne nachher anzumerken, dass sie wirklich gern ein Foto von der Situation gehabt hätte).
Und dann auf den letzten Abschnitt der Reise in Richtung der anderen beiden Brücken. Die sind direkt hintereinander mit einer kleinen Insel dazwischen. Diesmal bin ich vorneweg gegangen, die erste Brücke hat mein Mädchen zu Fuß gemacht und weil ich so schön entspannt war, hat sie gesagt, sie möchte über die zweite Brücke reiten. Gesagt, getan, und ich hab sie da königlich rüber getragen. Ich sag es ja: innerlich ein ganz Großer! Hinter der Brücke stand unsere Wackelkiste, aber wir sollten weiterlaufen. Hä? Tja, weil der Mann uns ständig für Fotos aufgelauert hatte, ist er immer mit der Wackelkiste spazieren gefahren. So fuhr er jetzt auch an uns vorbei und wir mussten zu Fuß den Rest zum Parkplatz gehen. Naja, war nicht mehr weit. Mein Mädchen war ganz kaputt, wir Ponys waren jetzt entspannt.
Für die 13 km hatten wir 2Stunden und 40 Minuten gebraucht wegen der vielen Unterbrechungen (die ich hier gar nicht alle auflisten kann, sonst wird das alles viel zu lang). Also DAS war ganz sicher kein Distanzritt, aber mein Mädchen sagt, wir haben eine Menge für den Kopf getan und das ist auch wichtig.
Jetzt kommt der große Regen und so ist erstmal Essig mit Ausreiten und Zeit für andere Dinge. Aber wir träumen schon mal davon, endlich auf unseren ersten echten Distanzritt zu gehen. Eins steht jedenfalls fest: Brücken können wir.
Euer brückenfester Sir Duncan Dhu of Nakel (Distanzpony in the making)
Meine Reitschülerin zieht ihr Bein hoch, kippt mit dem Oberkörper nach hinten und versucht verzweifelt, eine Seitwärtsbewegung aus ihrem Pferd herauszupressen. Dabei verliert sie ihre Mitte total, weil sie sich durch das hochgezogene Bein so weit zur Seite schiebt, dass sie zum Ausgleich in der Hüfte einknicken muss. Ihre rechte Körperseite sieht jetzt für mich optisch nur noch halb so lang aus wie Minuten zuvor. Ich erkläre ihr, was da passiert und was sie besser machen kann. Ein paar Versuche später sagt sie frustriert „das ist so blöd, wenn man es anders machen will, aber es einfach nicht hinkriegt!“
Jepp, ich weiß. Da sind Datenautobahnen in ihrem Gehirn, viel gegangene Pfade, die das sparsame Hirn immer wieder gehen möchte, weil es so schön vertraut und einfach ist.
Unser Gehirn spielt uns Streiche – ständig. Auch beim Reiten.
Ich habe mal einen Podcast gehört in dem es eigentlich um Clickertraining ging. Dort hatten sie ein verblüffendes Beispiel für Lernen:
Man stelle sich einen bellenden Hund vor. Der Hund kläfft in einer Tour und geht einem gewaltig auf die Nerven. Schließlich reißt der Geduldsfaden und der Mensch brüllt den Hund an.
Jeder, der einigermaßen bei Verstand ist, weiß, dass das am Verhalten des Hundes nicht wirklich etwas ändern wird. Aber die meisten von uns tun es trotzdem. Warum? Weil der Hund nach dem menschlichen Brüller eben doch kurz still ist. Vielleicht nur eine Sekunde, vielleicht zwei Sekunden. Und unser Hirn speichert ab: Hund anbrüllen = Hund hört auf zu bellen.
Was zwei Sekunden später passiert, wenn der Kläffer wieder loslegt, ist unserem Gehirn schon egal. Die schwabbelige graue Masse hat eine Verknüpfung erschaffen, die fortan immer wieder abgerufen wird und sich in den meisten Fällen bestätigen wird: Hund anbrüllen = Hund hört auf zu bellen.
Wie lange der Hund still ist – egal. Ob der Hund wirklich nachhaltig gelernt hat, nicht mehr zu bellen – schnurz. Es war kurz still und das reicht unserem Hirn als Erfolg aus.
Gleiches passiert beim Reiten: ich drücke etwas fester, das Pferd geht einen Schritt zur Seite – Erfolgserlebnis. Dass das nicht nachhaltig ist und bald nicht mehr funktionieren wird – egal. Das Gehirn sagt von jetzt ab: fester drücken löst das Problem.
Und weil die graue Schwabbelmasse zwar extrem formbar, aber halt auch faul ist, macht es viel Arbeit, solche Verknüpfungen zu lösen und neue zu schaffen. Sehr viel Arbeit.
Und das gilt nicht nur für unser eigenes Oberstübchen, sondern auch für das von Pferden (und bellenden Hunden).
Vielleicht können wir ein bisschen mehr Gnade walten lassen mit uns selbst, aber auch mit unseren Pferden, die genauso gern wie wir an unsinnigen Gewohnheiten festhalten wollen, selbst wenn sie gar nicht (mehr) zum Erfolg führen.
Veränderungen brauchen Zeit, Wiederholung und Aufmerksamkeit. Gute Gewohnheiten erschaffen sich nicht von selbst und über Nacht. Aber wenn sie mal da sind, wenn die Datenautobahn im Hirn mal umgebaut ist, dann wird es leichter. Das ist die gute Nachricht. Umso wichtiger, dass wir uns stets und ständig auf das fokussieren, was gut ist und gelungen – bei uns und beim Pferd. Damit die Hirne merken, wo echte Erfolgserlebnisse stattfinden, auch wenn sie am Anfang noch so klein sein mögen.
Vor 6 Jahren bin ich zu meinem Mädchen gezogen. Das lief so ab: Diego kam damals mit der Wackelkiste bis zu mir nach Dänemark gereist. Wir haben uns auf dem Paddock kennengelernt und er hat damals schon unmissverständlich klar gemacht, dass er der Boss ist und ich nicht zu frech sein darf, wenn ich es mir mit ihm nicht verscherzen will. Dann ist er wieder in die Wackelkiste gestiegen und hat mir gestattet, neben ihm einzusteigen. Wir sind eine lange Zeit gewackelt worden, währenddessen habe ich Heu geknabbert und ein bisschen gedöst. Als wir dann schließlich angekommen waren, war ich bester Dinge und habe mein neues zuhause erobern wollen. Aber die anderen Ponys fanden das gar nicht lustig! Hat ein bisschen gedauert, bis ich raushatte, wie ich mich verhalten muss, damit alles rund läuft. Aber jetzt sind wir alle beste Freunde bzw eigentlich wie eine Familie.
Mein Mädchen hat mir damals versprochen, dass sie mir genügend Abenteuer bieten wird, wenn ich bei ihr einziehe. Und ich finde, sie kriegt das ganz gut hin. Sie ist zwar ein Hasenfuß, aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten sorgt sie immer für genug Beschäftigung und Abwechslung. Die Keksrate ist auch meistens echt ok. Also ich bin nach wie vor zufrieden mit der Wahl meines persönlichen Menschen.
Gestern war traditioneller Montags-Ausflug mit dem Ausreitkumpel. Diesmal ohne Hufschuhe, das mag ich eigentlich am allerliebsten, geht aber oft nicht so gut, weil die Menschen allzu gern fiesen Schotter auf die Wege schmeißen. Aber manche Strecken gehen ohne Schuhe und das mag ich sehr gern. Wir sind also zum Ausreitkumpel gewackelt und dort wurde gesattelt. Während ich mich schlimm konzentrieren musste, NICHT von den Eicheln zu naschen, die da herumliegen (streng verboten! Vor allem wegen dieser verdammten 30kg die ich angeblich zu viel auf den Rippen habe….) hat mein Ausreitkumpel sich eine Bütt voll Äpfel geschnappt, umgekippt und genüsslich angefangen zu mampfen. Sein Mädchen war kurz was holen gegangen und die Chance hat er beim Schopfe ergriffen. Also hat mein Mädchen mich kurz stehen lassen und ist hingegangen um schlimmeres zu verhindern, währenddessen konnte ich dann doch schnell ein paar Eicheln schmausen. Gut gemacht, Ausreitkumpel!
Dann ging es los. Erstmal über die Bahnschienen (Mädchen noch zu Fuß) und dann in eine ganz andere Richtung als sonst. Wo sind wir hier? Und was sind das für nette kleine Pferde da auf der Wiese? Das fiel mir schwer, da vorbei zu laufen, die wollten doch einen Klönschnack halten! Die waren genauso klein wie ich damals beim Einzug. Wirklich? War ich mal so klein? Hm.
Dann ist mein Mädchen aufgestiegen. Kaum war sie oben, kam uns ein riesengroßer, weißer Hund entgegen. Das Mädchen vom Ausreitkumpel hat gesagt „der bellt“ aber mein Mädchen weiß, dass mich das nicht interessiert. Das einzige was mich interessieren würde, wäre ein Gespräch mit dem Hund aber mein Mädchen sagt immer, wir gehen da einfach ganz ignorant dran vorbei. Na gut.
Schließlich sind wir dann losgetrabt. Der Anfang war holprig, mein Ausreitkumpel hatte wieder Glotzkowski-Tag und hat ständig gebremst oder die Straßenseite gewechselt. Einmal ist er fast mitsamt seinem Mädchen im Graben gelandet! Aber er konnte sich (und damit auch sein Mädchen) noch knapp retten. Ich wollte aber auch nicht so recht vorneweg laufen und mein Mädchen fand das auch nicht sinnvoll, weil wir uns ja gar nicht auskannten. Wir waren hier noch nie! Dann stellte sich auch noch raus, das Mais-Ernte war. Riesige Trecker überall! Aber wir hatten Glück, immer wenn so ein Monster kam, hatten wir Platz zum Ausweichen. Bei den ersten beiden ist mein Mädchen noch abgestiegen, aber dann hat sie gemerkt, dass mir das nichts ausmacht und ist sitzengeblieben.
Nach einer Weile waren wir an den Maisfeldern vorbei und hatten endlich unsere Ruhe. Oder doch nicht! Denn da standen ein paar Rinder auf der Weide und die waren nicht so still und stumm wie die am Sonntag. Da war ein laufen und muhen, dass mir das Blut in den Adern gefror. Mein Mädchen ist also wieder mal abgestiegen, um mir zu helfen, dann ging es einigermaßen. Zum Glück war die Rinderkoppel auch nicht lang, so dass das Grausen schnell ein Ende hatte.
Jetzt war aber endlich Ruhe, mein Mädchen ist wieder aufgestiegen und der Ausreitkumpel hatte sich ein bisschen eingegroovt und hat einen kleinen Galopp angestimmt. Und jetzt ist es ja so, dass der langsamer galoppiert als ich. Also muss ich immer ein Stück galoppieren und ein Stück traben. Mein Mädchen versucht immer, mir zu erklären, dass ich auch langsam galoppieren könnte aber bisher hab ich das nicht geschafft. Das hört sich nämlich einfacher an als es ist! Im Galopp werde ich immer ganz lang und flach und da kann ich nicht langsam machen, sonst falle ich um! Aber diesmal ist was magisches passiert. Ich hab mir so gedacht: wenn ich jetzt mal was neues probiere, vielleicht klappt es dann? Hab mich ganz rund gemacht, den Hals gewölbt, den Rücken hochgehoben und bin angaloppiert. Mein Mädchen meinte erst, ob ich jetzt bisschen buckeln wollen würde? (sie hat keine Angst davor, sie weiß, dass ich nicht wirklich buckeln kann). Aber ich wollte nicht buckeln, ich wollte langsam galoppieren! Und das ist mir auch gelungen! Mein Mädchen ist in Begeisterungsstürme ausgebrochen und hat mir in einer Tour ins Ohr gesäuselt wie toll ich das mache. Wo ich das plötzlich herzaubern würde, wollte sie gerne wissen, aber das konnte ich ihr auch nicht sagen. War halt mal ein Versuch und er ist gelungen! Ein schöner Galoppsprung nach dem anderen kam da raus. Mein Mädchen konnte ganz ruhig auf meinem Rücken sitzen und das Leben genießen und ich hatte genau das richtige Tempo. Ach, das war toll! Mein Mädchen hat gesagt, das wäre für sie ein schönes Einzugs-Jahrestags-Geschenk gewesen, das ich ihr gemacht habe. Bittesehr!
Nach diesem Highlight ging es auch schon wieder Richtung Heimat. Aber was ist das? Da steht ein Alien auf unserem Weg! Nein, mein Mädchen, das geht so nicht. Da musste sie absteigen. Und der Ausreitkumpel musste vorgehen. Weiß der Himmel, was dieser Dinosaurier mir tun möchte! Ok bei näherer Betrachtung war es doch nur eine Gans, aber trotzdem. Ich mag keine Gänse, das habe ich schon bei uns zuhause festgestellt. Da gruselt es mich.
Ein Alien! Ich mag Gänse einfach nicht, die sind gruselig.
Im Trab über die Bahngleise (nicht, dass es wieder pong pong macht während wir auf den Gleisen sind!) und ab nach hause.
Ich war ordentlich geschwitzt, weil mein Mädchen keine Zeit gehabt hatte, mich noch vorher zu entpelzen, aber sie hat es mir für heute versprochen.
8km in einer guten Stunde, aber ganz schön viel für den Kopf war da dabei. Ab nach hause und auf die Weide.
Sonntag! Da steht ja schon die Wackelkiste parat! Diego und ich waren hungrig. Diego war deswegen motzig, ist erstmal unerlaubt in den Garten entfleucht und hat sich ständig unerlaubt Richtung Futter entfernt, so dass er schließlich angebunden wurde – das passiert sonst nie! Ich hatte auch Hunger, aber eine andere Strategie. Schließlich hat die Erfahrung mich gelehrt, dass in der Wackelkiste immer lecker Heu parat liegt! Da kann ich doch schonmal schnell einsteigen, oder? Aber mein Mädchen hat mich abgefangen und gesagt, wir wären ja schlimmer als ein Sack Flöhe! Kurze Zeit später ist sie losgegangen um noch was zu holen und hat mich einfach so stehen lassen, da habe ich die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen und bin heimlich eingestiegen. Sie hat mich zwar wieder raus geholt, weil ich noch nicht fertig gestylt war, aber ein paar Happen Heu hatte ich schon ergattert.
Dann war es endlich so weit, wir durften einsteigen und haben erstmal tüchtig reingehauen. Wenn ich allerdings gewusst hätte, wo es hingeht, hätte ich mir das verkniffen! Wir sind nämlich zur Waage gefahren und ich muss leider gestehen, dass das für mich heute ein Desaster war. Die Eicheln, das gute Sommergras und zu viel Freizeit haben sich aufsummiert auf 436kg! Und das sind – so mein Mädchen – ungefähr 30 kg zu viel auf meinen Rippen. Sie sagt, für Herbst lässt sie das durchgehen, aber bis zum Frühjahr müssen die wieder runter! Und was ist mit den 2kg zu viel auf ihren Rippen? Na? Sie hat gesagt, wir müssen beide ein bisschen auf die schlanke Linie achten, das kriegen wir schon hin. Naja. Fast hätte mir das die Laune verhagelt, aber bei dem schönen Wetter ist das ja gar nicht möglich.
Oh nein! Das heißt nichts gutes!
Dann ging es wieder in die Wackelkiste und noch ein Stück weiter zum Ausreitgelände. Ach sieh an, hier waren wir ja lange nicht! Das ist doch die Runde mit den Üs! KÜhe, ZÜge und BrÜcken sind hier im Angebot. Nur das PfÜtzen-Ü war heute wegen trockenen Wetters nicht dabei.
Die erste kleine Brücke kam schon nach 500m. Ich sollte vorne weg. Hmmmmm na gut, ich schaffe das bestimmt. Keks! Mein Mädchen sagte zum Mann, jetzt sei es amtlich, er müsste am Freitag mitkommen. Freitag? Wieso? Wohin? Was haben wir da vor? Spezialabenteuer, sagt mein Mädchen. Mit Brücken. Und wenn ich bei der kleinen Brücke schon so gucke, dann braucht sie da den Mann als Unterstützung. Aha! Na da bin ich ja mal gespannt.
Weiter ging es in Richtung des zweiten Ü: ZÜge! Den kleinen Personenzug habe ich so weggelächelt, das war schon ok. Aber als wir gerade von den Gleisen weg abbiegen wollten, kam von hinten so ein irre lauter Güterzug. Mir wurde etwas blümerant, aber mein Mädchen ist fix abgestiegen und hat mir Kekse serviert. Mir ist zwar ein Äppelhaufen entfallen vor lauter Aufregung aber ich habe fein stillgestanden und Kekse gemampft bis der Zug vorbei war. Da war mein Mädchen sehr zufrieden mit dieser schönen Übungssituation und mit mir und meinem Benehmen. Die nächsten 2 Brücken habe ich auch gut gemeistert und danach haben wir erstmal einen kleinen Galopp hingelegt. Die Hufschuhe haben schon wieder einwandfrei gehalten, mein Mädchen kann ihr Glück kaum fassen!
Uns Ponys war sehr warm. Wir haben schon so viel Winterpelz (obwohl ich schon einmal unterm Entpelzer war, ist alles schon wieder nachgewachsen!) und die Sonne schien ganz schön doll vom Himmel. Deswegen waren wir auch ganz dankbar, als die Menschen nach dem Galopp abgestiegen sind und das längere Stück Asphalt zu Fuß erledigt haben.
Als wir wieder ins Grüne kamen, gab es dann auch eine ordentliche Graspause. Nach der Graspause dann das übliche Problem: der Mann kommt nicht mehr auf sein allzu hohes Ross! Mein Mädchen ist schnell aufgestiegen (kleine Ponys haben große Vorteile!), aber der Mann war zu Fuß. Auch noch, als wir an den schönen Grasweg kamen, wo wir doch noch traben wollten! Also hat mein Mädchen die Chance ergriffen und wir haben alleine ausreiten ohne alleine auszureiten geübt. Los, munter voran traben! Ich war mir nicht sooooo sicher, bin aber getrabt. Bis plötzlich …
MÄÄÄÄÄÄH!
Was ist das da hinterm Knick? Ich hab schnell durchpariert, einen kleinen Schlenker eingelegt und die Lage gecheckt. Mein Mädchen hat sich gefreut über diese unglaublich vernünftige Reaktion meinerseits und mich ganz doll gelobt. Nur ein Schaf, alles fein. Also konnte ich auch weiter traben. Plötzlich hören wir Hufe hinter uns! Da kommt Diego mit dem Mann angetrabt – wie ist der da plötzlich raufgekommen? Das hat er uns leider nicht verraten.
Ein paar Spaziergänger später („guck mal der hat Hufschuhe an“ „Reithelme mit Sonnenschutz hab ich ja noch nie gesehen“ „reiten ist bestimmt leichter als radeln“) waren wir schließlich zurück bei der Wackelkiste. Mein Mädchen hat mich abgesattelt und dann sind wir zu Fuß losgegangen. Sie hatte mit Protest meinerseits gerechnet, aber für mich war das ok. Sie wird schon wissen was sie tut. Diego durfte derweil einsteigen. Der Mann ist dann mit der Wackelkiste im Schritttempo hinter uns her geschlichen bis kurz vor die erste Brücke. Stellt sich raus: mein Mädchen wollte mir zu Übungszwecken die Brücke nochmal in Ruhe zeigen. Aber es stellte sich auch heraus: nach 12km Ausritt ist so eine Brücke gar nicht mehr gefährlich. Wir haben also bisschen am Geländer gestanden und uns angeschaut wie das Wasser fließt und mein Mädchen hat Mut geschöpft für unser Spezialabenteuer am Freitag. Bin ja schon ganz gespannt was das wohl werden wird!
Brücken sind ok. Zumindest wenn das Kribbeln aus mir raus gelaufen ist.
Aber vorher hat sie mir versprochen dass es nochmal unter den Entpelzer geht, damit diese sonnig-warmen Tage uns nicht so viel zu warm sind.
Viele Reitschülerinnen beklagen sich, sie wüssten nie, was sie mal so machen könnten mit ihrem Pferd. Was könnte man denn mal üben? Inzwischen gibt es eine große Auswahl an Büchern und Internetseiten, wo man sich Anregungen für Übungen holen kann, allerlei mit Stangen und Hütchen, aber auch alles andere was das Herz begehren könnte. Aber während die einen keine Ideen haben, ist mein Kopf ständig voller Ideen was ich alles üben könnte. Überall sind noch Dinge, die ich gerne verbessern oder überhaupt mal anfangen und ausprobieren möchte. Die Welt ist voller kleinerer und größerer Herausforderungen für unsere Pferde und uns. Und selbst wenn es bis zur nächsten Chance auf einen Distanzritt noch viele Monate dauert, kann ich allein dafür schon eine Übungsliste schreiben, die sich gewaschen hat. Und da habe ich noch gar nicht angefangen mit den Dingen, die hier ungenutzt herumstehen, wie z.B meine schöne Garrocha, die ich seit Monaten nicht in der Hand hatte.
Ich glaube, es hapert oft an zwei Fähigkeiten, wenn Menschen sich mit ihren Pferden langweilen. Die eine ist, Aufgaben schwieriger zu machen. Ok, Du kannst Dein Pferd longieren. Kannst Du das auch, während Du selbst in der Mitte nicht stehst, sondern sitzt?
Die andere Fähigkeit ist das Gegenteil: die, Aufgaben leichter zu machen. Vorstufen zu finden, Dinge herunterzubrechen. Die Meister in dieser Disziplin sind immer dort zu finden, wo Menschen am wenigsten Druck auf ihre Pferde ausüben. Bei denen, die ausschließlich positiv verstärken (also clickern) und Elsa Sinclair (und vielleicht ähnlich trainierenden Menschen, die ich persönlich nicht kenne). Denn je weniger Druck man aufs Pferd ausübt, desto kleinschrittiger muss man arbeiten. Ich kenne niemanden, der Aufgaben so sehr ins Detail zerlegen kann wie Elsa. Dazu gehört dann aber auch zwangsläufig, dass man als Mensch lernen muss, winzige Details zu sehen. Am Anfang sieht man da nix. Weil das Gehirn das nicht kann. Ich erinnere mich an unseren ersten Distanzritt. Meine Freundin – immer vorneweg mit ihrem schnellen Pony, ich damals auf meinem sehr gemütlichen Finlay immer mit Abstand hinterher – war dafür zuständig, die Markierungen auf der Strecke zu finden. Anfangs war das ein Desaster. Wo sind die Marker bloß? Aber nach einer Weile sagte sie „ich fange an, sie zu sehen“. Ihr Gehirn hatte geübt und gelernt, die Markierungen schneller zu finden.
Mein Gehirn hingegen findet ein Jakobs-Kreuzkraut auf der Wiese wo Arnulf 3 mal vorbeimarschiert ist, so dass er inzwischen schon schwört, ich würde die da „reingucken“.
Und so stellt sich mir die bange Frage, ob Bücher und Internetseiten mit vorgegebenen Übungen nicht am Ziel vorbeigehen. Denn eigentlich müssten PferdebesitzerInnen ihr Gehirn dahin trainieren, Übungen selbst verändern zu können. Ja, am Anfang ist das mühsam aber ich habe gute Nachrichten: man kann über solche Fragen nicht nur beim Pferd nachdenken. Dafür eignen sich auch all die Leerlaufzeiten beim Autofahren, Putzen, Absammeln oder was sonst so ansteht. Und wenn man länger darüber nachdenkt, fällt einem dann bestimmt was ein, wie man eine bereits bestehende Übung wahlweise komplizierter oder einfacher machen kann. Und wenn man das öfter macht, wird man sein Gehirn alsbald dahin trainiert haben, immer mehr und immer lustigere Ideen auszuspucken. Ich lade alle dazu ein, das mal auszuprobieren.
Tipp an meine persönlichen Reitschülerinnen: wenn Du eine eigene Idee mitbringst, brauchst Du Dich nicht immer mit meinen bekloppten Aufgabenstellungen rumschlagen.
Mein Mädchen war eine Woche in Urlaub – ohne mich! Frech finde ich das. Mir blieb hier zu Hause nur das Anlegen von Winterspeck. Muss ja auch gemacht werden! (Findet mein Mädchen ja nicht, aber die Diskussion hatten wir ja schon…)
Sonntag kam sie wieder und roch ganz fremd, da musste ich erstmal nachschnüffeln. Aber insgesamt scheint sie doch unverändert ganz die Alte zu sein. Und so ging es dann gestern auch gleich wieder mit einem Montagsausflug los. Schön, ich steh parat! Hufschuhe an, rein in die Wackelkiste, auf zum Ausreitkumpel. Diesmal Start von seinem Hof aus. Das heißt: Satteln auf dem Hofplatz. Ooooooh hier liegen ja leckere Eicheln! Das ist ja … verboten. Ach so ein Mist. Mein Mädchen hat gesagt, sie bietet mir Kekse an, wenn ich den Schnorch oben halte und die Eicheln eisern ignoriere. Hab ich dann auch fast die ganze Zeit geschafft und dadurch schonmal eine schöne Handvoll Kekse ergattert. Ok.
Sommersaison ist vorbei, also brauchen wir keine Fliegenmaske und keine Zebradecke mehr. Man könnte also meinen, das Satteln sei dann jetzt weniger kompliziert. Aber ach, kaum ist die Fliegensaison zu Ende, kommt ja schon die Saison wo es abends so schnell dunkel wird. Und das Mädchen vom Ausreitkumpel hat ja nun mal nur abends Zeit. Also muss beleuchtet und reflektiert werden, was das Zeug hält. Lampe und Reflektor an meinen Schweif, Reflektor an meine Brust, leuchtender Halsriemen, Lampe auf Mädchens Kopf. Haben wir es dann bald mal? Endlich ging es los. Aber jetzt merkte ich es doch, dass mein Dieselmotor eine Woche nicht so richtig warmgelaufen war, der stotterte zu Anfang etwas. Aber dann ging es und wir sind fröhlich getrabt bis wir zu der großen Rinderkoppel kamen. Da sind wir lieber Schritt gegangen, denn da stehen Kälber, die vielleicht auf komische Ideen kommen, wenn man an ihnen vorbeitrabt. Sie standen am Zaun und haben uns genau beobachtet und ich hab genau zurück-beobachtet, während mein Mädchen immerzu gesagt hat, dass wir groß sind und das können.
Direkt nach der Rinderkoppel kommen die Schweine. Das Mädchen vom Ausreitkumpel meinte „ja, das sind tatsächlich Allesfresser, die würden auch so ein Pony verspeisen“. Mein Mädchen hat sie ausgeschimpft, dass man solche Schauermärchen nicht erzählt und mir stattdessen gezeigt, dass die Schweine doppelt eingezäunt sind und uns deswegen auf keinen Fall verspeisen werden. Also sind wir mutig weitergegangen. Dann hat das Mädchen vom Ausreitkumpel festgestellt, dass ihr Schnürsenkel offen ist. Also linken Fuß aus dem Steigbügel und hoch, Schnürsenkel zu, fertig. Mein Mädchen war muksch, das ging alles viel zu schnell und sie hätte diese kleine Akrobatik doch so gerne gefilmt! Also hat das Mädchen vom Ausreitkumpel es eben einfach nochmal gemacht. Aber wie sie da so sitzt, mit dem linken Fuß vor sich, dreht mein Ausreitkumpel seinen Kopf nach links, sein Mädchen bekommt leicht Schlagseite nach rechts und weil mein Ausreitkumpel zu viel frei bei zu viel Futter hatte, ist sein Bauch so rund, dass der Sattel sich auf den Weg machte. So rutschten Sattel und sein Mädchen einfach so nach rechts von ihm ab! Sein Mädchen lag lachend am Boden, während mein Ausreitkumpel die Möglichkeit beim Schopfe packte um noch ein paar mehr grüne Halme in sein sowieso schon zu rundes Bäuchlein zu pressen.
Beide Mädchen brauchten eine Weile, um sich von dieser Erheiterung zu erholen, aber schließlich ging es frisch gesattelt weiter Richtung Heimat. Galopp! Mein Mädchen fand, ich sei ganz schön flott unterwegs, aber die App fand das nicht (22km/h). Linksgalopp, Trab, Rechtsgalopp, Trab, Linksgalopp. Da vorne ist ein anderes Pferd! Schritt! Dann eine Weile hinter dem fremden Pferd im Schritt her. Derweil hat mein Mädchen sich überlegt, wie sie unser Equipment weiter verbessern kann. Ob sie jemals zufrieden sein wird? Im Moment ist sie es jedenfalls noch nicht. Sie kann nämlich im Dunkeln von oben nicht sehen, ob meine schwarzen Hufschuhe noch da sind und auch nicht verdreht. Also heckt sie einen neuen Plan aus und will klitzekleine Lämpchen an meine Schuhe vorne dran machen. Ideen hat sie immer….
Als das andere Pferd dann anders abgebogen war als wir, sind wir noch ein schönes Stück getrabt. Ach, das hat gut getan, jetzt bin ich warm, wir können los! Naja, in Wirklichkeit war die Runde schon fast zu Ende und es ging den Rest im Schritt zurück. 8,3 km in einer Stunde ist ordentlich flott, da kann man nicht meckern. Aber halt zu kurz, wo wir doch jetzt öfter so schöne lange Touren hatten (letztes Mal war es schließlich doppelt so weit!). Aber naja, der Winter naht und mein Mädchen fragt sich jetzt schon wieder, wie sie es wohl schaffen soll, mich vernünftig auszulasten. Ja, da lass dir mal was einfallen, mein Mädchen, denn jetzt kommt die Zeit, in der ich richtig Power habe! Endlich nicht mehr so warm.
Mein Pony ist schief. Klar, jedes Lebewesen ist schief. Aber Duncan ist gelegentlich so schrecklich schief, dass wir auf dem Reitplatz quasi nicht mehr geradeaus reiten können. Aber nicht immer, nur manchmal.
Ach, ich hör sie schon, die vielen guten Tipps, die gleich angeflogen kommen. Geraderichtendes Training nach Methode xy. Oder dieser, jene oder selle Therapeut. Und bestimmt muss ich selbst auch behandelt werden, denn ja, ich bin auch schief. Stimmt ja sogar.
Arnulf hat mein Pony schon unzählige Male behandelt und mir Übungen gezeigt. Ich selbst habe einige Therapeuten verschlissen, die sich völlig erfolglos an mir ausgetobt haben. Jeder hatte eine andere Diagnose und Herangehensweise parat. Gemeinsam hatten sie eigentlich nur eins: sie haben mich Zeit und Geld gekostet.
Und da muss ich an etwas denken das ich selbst immer antworte, wenn ich nach „dem besten Mittel gegen Strahlfäule“ gefragt werde. Der Markt ist voll von solchen Mitteln und das sagt uns vor allem eins: es gibt kein Mittel, das in allen Fällen hilft. Sonst gäbe es ja längst nur noch dieses eine und alle anderen würden sich nicht mehr verkaufen.
Generationen von Reitmeistern aller Art und Sorte haben sich bereits an der Schiefe der Pferde abgearbeitet. Dann folgten Generationen an Therapeuten aller Couleur. Dass sich nicht längst eine Methode durchgesetzt hat, lässt mich stark vermuten, dass es eben individuell ist. So ein Pferd ist ein komplexes System, da kommen viele Faktoren zusammen und die auseinanderzudröseln ist wohl eigentlich unmöglich.
Ich wähle jetzt einen anderen Weg und kehre zurück zur Beobachtung. Ich schaue nochmal ganz genau hin: wann ist mein Pony schief? Gibt es zeitliche Zusammenhänge mit Wetter, Fütterung oder dem Training am Vortag? Wo und wann kann ich als allererstes die Schiefe wahrnehmen? Beim Ausritt am Sonntag hatte ich den Eindruck, er würde beim geradeaus laufen den Kopf stets ganz leicht nach links stellen. Eine neue Beobachtung, darauf hatte ich bisher nich geachtet. Als nächstes nehme ich mir vor, auch im Freedom Based Training darauf zu achten, ob er öfter nach links schaut als nach rechts. Aber vorsicht: seine gesamte Mähne hängt auf der linken Seite, da kann man sich auch schnell mal vertun. Oder nimmt er den Kopf nach links um mit dem linken Auge weiter nach hinten sehen zu können, an der Mähne vorbei?
Ebenfalls fiel mir beim Ausritt auf, dass ich auch hier nochmal mit den Rotationen spielen könnte. Wie bewegt sich sein Brustkorb unter mir ganz genau? Und was kann ich tun, damit es sich anders anfühlt? Ob dieses anders besser ist, muss sich dann aber auch erst noch zeigen.
Jedenfalls fällt mir noch eine Sache auf: wenn ich ihn im Gelände mit der Hand am Hals streichle, um ihm zu sagen, dass er das gut macht und alles fein ist, dann mache ich das immer mit der rechten Hand. Somit gebe ich den rechten Zügel öfter vor als den linken. Das Problem dabei ist: ich kann ihn links nicht am Hals streicheln ohne mit Massen an Wallehaar in Kollision zu geraten. Ich werde also wohl wieder öfter einen Zopf flechten und mich dann darin üben, ihn mit der linken Hand zu streicheln. Außerdem kann ich dann vielleicht besser sehen, wie es mit seinem Genick und der Stellung wirklich ist.
Im Schritt trage ich die Zügel oft einhändig und zwar – ihr ahnt es vielleicht schon – in der linken Hand. Dadurch drehe ich mich im Sitz.
Das alles sind Dinge, die auf dem Reitplatz viel weniger problematisch sind, viel leichter zu korrigieren, aber vor allem sind die Zeiten viel kürzer. Aber im Gelände sind wir 1-3 Stunden unterwegs, da kommt was zusammen. Und hier kann ich nun ansetzen und sehen, was sich verändert.
Von Elsa Sinclair habe ich gelernt, WIE klein die Dinge sein können, die wir beobachten. Und wo sich Muster ergeben können, die wir vorher nicht mal geahnt haben. Es ist wie der Blick durch eine Lupe, ein Detail zur Zeit. Und dann das nächste kleine Detail und das nächste, bis das Gesamtbild sich verändert. Und ich hoffe auf das was Elsa sagt: wenn Du es dann gesehen hast, wirst Du es nicht mehr nicht sehen können.
Sonntagsausflug! Ich hatte richtig Lust. Rein in die Hufschuhe – mein Mädchen hatte die neuen Hufschuhe vorne wieder zusammengeschraubt und noch etwas verbessert – den rechten anders als den linken, um zu testen welche Version besser funktioniert. Dann rein in die Wackelkiste und ab in den Wald! Wir waren in dem Wald, den man im Sommer kaum betreten mag, weil da sooooo viele Mücken lauern. Die sind jetzt aber weg und wir konnten ohne Vollverkleidung los, sehr angenehm. Es wehte eine kühle Brise und das gefällt uns Ponys ja doch gleich viel besser als das schwül-warme Wetter der letzten Wochen. Diego hat einen munteren Stiefel vorgelegt, so dass mein Mädchen und ich alsbald nachtraben mussten, um hinterher zu kommen. Nach einer Weile sind wir dann statt des ewigen nachtrabens mal ein Stück vorgetrabt, aber kaum war ich richtig im Fluss, stand sie schon wieder auf der Bremse, weil sie sich mit dem Weg immer noch nicht ganz sicher ist. Es gibt in dem Wald so viele Reitwege, dass sie an manchen Stellen tatsächlich durcheinander kommt, welcher denn nun für heute geplant war! Als sie sich informiert hatte, war Diego dann auch schon da. Wir sind dann gemeinsam ein gutes Stück getrabt und jetzt sag ich euch mal was: dieses Kutschtraining hat ungeahnte Folgen für Diegos Fitness! Ich schwöre, der kann jetzt doppelt so schnell und doppelt so lang traben wie vorher! Mädchen, wollen wir nicht… nein, ich sollte im Trab bleiben. Puh, da muss ich mich aber ranhalten! Der Weg kam mir aber gelegen, denn es geht da immer einmal rechts um die Kurve und einmal links um die Kurve. Und da nehme ich dann einfach fix die Ideallinie! Immer schön knapp auf Kante, dann Seitenwechsel für die nächste Kurve und wieder knapp auf Kante. Juhuuu! Das hat Spaß gemacht!
Kurz bremsen, anhalten weil mein Mädchen mal was erledigen musste und dann ging es weiter. Diesen Weg kenne ich, der hat ein paar fiese Matschlöcher, aber das macht mir ja nix. Wobei, wenn ich es recht bedenke…. warum laufe ich da eigentlich immer durch? Spritzt ja doch ganz schön. Weißt du was, mein Mädchen, ich probiere mal was neues. Ein beherzter Sprung, schon sind wir am anderen Ufer! Beim ersten Mal war mein Mädchen so überrascht, dass sie etwas Mühe hatte, mitzukommen, aber beim zweiten Mal wusste sie dann schon bescheid und hat gelacht. Da freu ich mich immer, wenn sie meine Ideen lustig findet. Danach wurde sie aber streng: obwohl Diego vorneweg sooooo schnell war, durfte ich nicht galoppieren, weil der Boden ihr zu rutschig war. Menno. Aber ich bin ja ein artiger Ritter und habe mich zusammengerissen. Du weißt aber schon, mein Mädchen, dass ein Ausritt ohne Galopp halt kein echter Ausritt ist, oder? Sie hat mir dann versprochen, dass ich gleich noch galoppieren darf. Na gut.
Dann kamen wir auf die lange Gerade, dort ist der Boden gut. Diego war so schnell, dass mein Mädchen mir nun doch Galopp erlaubt hat und ich konnte lässig galoppieren, während er getrabt ist! Der kann fliegen! Gerade als mein Mädchen das filmen wollte, ist Diego aber auch angaloppiert und dann wollte sie doch lieber beide Hände an den Zügeln haben. Dieses Misstrauen immer….
Alle 10 Minuten hat das Handy gepiept: Hufschuh-Check! Saß alles immer tippitoppi, nix gedreht und nix verloren. Also hat mein Mädchen noch beschlossen, einen letzten Test zu machen: Rechtsgalopp! Den finde ich im Gelände manchmal nicht so leicht und wenn doch erhöht er die Chancen auf Schuhverlust. Also durfte ich diesmal vorneweg, damit ich mich konzentrieren und den Rechtsgalopp finden kann. Hab ich dann auch. Und was soll ich euch sagen: die Schuhe saßen! Mein Mädchen war seeeeeeehr zufrieden.
Ich war inzwischen auch schon ganz zufrieden und konnte auch gut Schritt vertragen. Diego hatte schon erste Mattigkeit angemeldet und etwas früher durchpariert. Es war aber auch schon gar nicht mehr weit zur Wackelkiste, so sind wir dann gemütlich nach hause geschlendert. 11,3km in 1,5 Stunden hat der Tacho angezeigt.
Ach, das war toll! Mein Mädchen hat schon Pläne geschmiedet, dass das auch eine gute Strecke sein wird, die der Mann mit dem Rennesel mitfahren kann, damit wir alleine ausreiten ohne alleine auszureiten üben können.
Die Hufschuhe werden natürlich noch weiter verbessert, ihr kennt ja mein Mädchen! Immer gibt es was zu tun. Aber Schuhe, die Sprünge im Matsch aushalten und meinen Galopp in allen Varianten sind schon mal viel wert.
Zu Hause gab es für mich dann noch eine Unterbodenwäsche. Trotz meiner beherzten Sprünge hingen noch mehrere Pfund Matsch an meinem Bauch und meinen Beinen. Anschließend eine leichte Panade und dann hab ich mir ein Nickerchen gegönnt. So stell ich mir einen vernünftigen Sonntag vor!
Euer zufrieden ausgetobter Sir Duncan Dhu of Nakel