Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 29. Juni 2026 Teil 1

Was für ein Wochenende!

Los ging es am Freitag Nachmittag. Es war noch ordentlich heiß, als es für mich erstmal in die Waschanlage ging und anschließend zum Privat-Coiffeur, mein Wallehaar neu einflechten (wenn es so warm ist, trage ich immer Zopf, damit mein Hals besser abkühlen kann). Am Donnerstag war ich schon unterm Entpelzer gewesen, das wird jetzt unsere neue Sommer-Routine, sagt mein Mädchen, dass sie mir auch im Sommer immer wieder stellenweise den Pelz wegmacht, damit jede frische Brise direkt auf meine Haut kommt.

Derart aufgehübscht ging es dann in die Wackelkiste. Ach, den Hof kenne ich, da steht die Waage! Ich wollte direkt da rauf klettern, das machen wir doch sonst immer, wenn wir hier sind! Aber diesmal ging es an der Waage vorbei und ich wurde in einer Box geparkt. Dort gab es Heu und Wasser für mich – aber auch ein Problem! Ich bin ja nicht der Größte meiner Art und ich wollt doch gern auch mal nach draußen schauen… Huhu! Wo seid ihr denn?

Ich will rausgucken!

Aber nach einer kleinen Weile habe ich etwas herausgefunden: Wenn ich direkt an die Tür rangehe, finden meine Vorderhufe eine kleine Kante, auf die ich mich stellen kann! Toll, jetzt kann ich gucken! Also hab ich mir immer etwas Heu genommen und mich dann auf die Kante gestellt, um zu gucken. Dann wieder paar Happen Heu essen, dann wieder auf die Kante zum Gucken. Mein Mädchen hat gelacht und gesagt, ich würde mich selbst trainieren mit diesem neuen Sport.

Ah, so geht das! Zum Glück bin ich ein schlaues Pony!

Nach einer Weile, in der ich mich mit diesem Spiel vergnügt hatte, kam sie dann, um mich abzuholen und es ging in die Reithalle. Spannend! Dort war schon ein Pferd, aber wir durften trotzdem schon mit rein zum Gucken. Ich war hier vor laaaaaanger Zeit schonmal kurz drin. Aber dieser Spiegel, den finde ich schon interessant – wer ist denn dieses hübsche Pony das ich da sehe?

Und Menschen waren da. Die saßen auf Stühlen am Rand und eine von denen hat immer geredet. Mein Mädchen hat gesagt, wir nehmen dieses Wochenende endlich mal wieder Unterricht und die Frau die da redet ist Frau Reitmeisterin. Ah ok!

Nachdem wir alles angeschaut hatten, ging es los. Ich habe Frau Reitmeisterin fröhlich hallo gesagt und festgestellt, dass sie nett ist, aber leider keine Kekse auf Tasche hat. Sie hat sich gefreut, einen Schotten zu sehen und mein Mädchen hat ihr ein bisschen erzählt, wie toll ich bin. Sie hat auch erzählt, was sie lernen möchte, nämlich, wie sie meinen „Porsche-Modus“ am besten sinnvoll nutzen kann. Es ist nämlich so: ich habe zwei Arbeitsmodi. Der eine ist, wie mein Mädchen sagt, „Golf I“. Wenn ich aber dann mal warm und in Schwung bin, dann schalte ich um auf „Porsche“. Und sie fährt halt dann doch lieber Porsche, aber sie weiß nie so recht, wie wir am besten in diesen Modus hineinfinden und was wir dann damit am besten anfangen.

Wir haben dann ein bisschen angefangen und als es an den Trab ging, hat mein Mädchen gesagt, das wäre jetzt der „Golf-Modus“, während Frau Reitmeisterin meinen Trab schon ganz schön fand. Naja, später, als dann der Porsche in mir ansprang, war sie dann endgültig vollständig von mir begeistert, denn DAS hatte sie mir nicht zugetraut! Mein Mädchen hat gelächelt und wir beide haben an meinen alten Freund Merlin gedacht, als Frau Reitmeisterin schwärmte, wie toll sie es findet, wenn Ponys harmlos und plüschig daherkommen und dann plötzlich zeigen, welch unerwartete Qualitäten in ihnen stecken.

Dann hat Frau Reitmeisterin verkündet, ich sei kein Porsche, sondern ein Jaguar. Denn der Jaguar sei viel eleganter. Das ging mir runter wie frisches Frühlingsgras, sage ich euch! Wir haben dann ein paar Übungen gemacht, um meine Schultern und meine Hinterhand beweglicher zu machen und zum Schluss hat Frau Reitmeisterin sich meinen Galopp angeschaut und schonmal davon geträumt, dass ich später mal ganz tolle fliegende Wechsel springen können werde. Hä? Kann ich doch schon! Aber wie Menschen immer so sind: es reicht ihnen nicht, wenn man es auf der Weide kann oder während man in Lichtgeschwindigkeit den Rundlauf entlangsaust. Man soll es unterm Reiter können und zwar genau dann, wenn die Reiterin es sagt und auch genau so, wie die Menschen es gern wollen. Und das dauert angeblich noch, bis ich das schaffe. Nie traut man mir was zu! Na immerhin hat Frau Reitmeisterin meine Qualitäten sofort erkannt und gesagt, ich sei „ein sehr solides Pferdchen“. Gut, eigentlich bin ich ein großer, starker Ritter, aber nachdem sie mein Gangwerk so gepriesen hat, gebe ich mich auch mit diesem Urteil zufrieden.

Mein Mädchen war sehr glücklich, weil ich das so toll gemacht habe und hat gesagt, ich wäre ein sehr würdiger Nachfolger für den guten alten Merlin. Der wäre bestimmt sehr stolz auf meine Leistung gewesen!

Dann war der erste Tag zu Ende und wir sind wieder nach hause gefahren. Die Nacht konnte ich auf der Weide nutzen um Energie zu tanken und mich abzukühlen.

Wenn Ihr wissen wollt, wie es weiterging, schaut morgen wieder vorbei! Dann könnt ihr den Rest nachlesen.

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