Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 283

Ich soll ja jetzt nicht nur erwachsen werden, sondern auch schön bemuskelt und ganz toll ausbalanciert. Bin ich ja schon, wenn ich so für mich alleine unterwegs bin. Aber mit meinem Mädchen neben dran oder gar oben drauf ist das doch eine andere Nummer! Deswegen machen wir ja jetzt immer schon so Gymnastik-Kram auf dem Reitplatz. Hauptsächlich irgendwas mit seitwärts. Da gibt es ja sooooo viele Variationen von! Und ich soll die alle können. So herum gucken aber anders herum laufen oder in die gleiche Richtung gucken wie laufen, mehr seitwärts bei weniger vorwärts oder mehr vorwärts bei weniger seitwärts, manchmal soll ich mich doll biegen und manchmal ganz gerade bleiben und alle Varianten sowohl rechtsrum als auch linksrum. Heidewitzka! Da kann einem schon mal alles durcheinander kommen! Bisher haben wir das alles fleißig nebeneinander gehend geübt. Gestern hat mein Mädchen dann gemeint, ich könnte das auch mal mit ihr oben drauf versuchen. Sie hat mir erst vom Boden gezeigt, welches Seitwärts es bitte sein soll (für die Kenner unter euch: Schulterherein links). Dann ist sie auf die Aufsteigehilfe geklettert und ich hab sie – ganz Gentleman – dort abgeholt. Und als sie dann auf mir drauf saß hat sie versucht, mir zu erklären, dass sie genau das gleiche will wie eben. Ich war kurzfristig verwirrt und habe meine Füße durcheinander bekommen. Plötzlich sagt sie „guuuuut“ und schiebt mir einen Keks rein. Was? Das war gut, als ich das Gleichgewicht verloren hab? Nein so meinte sie das nicht, aber der Schritt den ich gemacht hab um es wieder zu finden war gut. Ich hab dann nochmal vorsichtig probiert und – zack!- hatte ich raus wie es geht. Mein Mädchen ist völlig ausgeflippt, weil ich das so schnell kapiert hab. Hat mir die Zügel auf den Hals geworfen (ich weiß, was das heißt! Ich hab alles spitze gemacht und es gibt einen Keks!) und ist abgesprungen. Gestrahlt hat sie über alle Backen! Dann hat sie den Mann gefragt, ob es wohl zu riskant sei, noch die andere Seite zu probieren. Der fand das nicht zu riskant. Also haben wir Schulterherein rechts vom Boden aus gemacht – da hatte ich lange mit zu kämpfen, aber jetzt hab ich kapiert wie das geht. Dann ist sie wieder aufgestiegen, los geritten und hat gesagt ich soll das mit ihr oben drauf machen. Ja klar, kann ich! Hab ich gleich mal los gelegt. Und gar nicht mehr aufgehört. Da war mein Mädchen komplett fertig mit den Nerven, weil ich so ein schlaues Pony bin und schon hatte ich Feierabend! Und hab natürlich ne Menge Kekse kassiert.

Jetzt kann ich also Schulterherein mit Reiter. Und das ist schon voll erwachsen, sagt mein Mädchen.

Euer gut gymnastizierter Sir Duncan Dhu of Nakel

P.S. Filmchen gibt es bestimmt auch irgendwann, aber leider hat gestern abend niemand meine Heldentat gefilmt. Schade!

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