Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 252

Diesen Dienstag war wieder Ausflug mit dem Spaziergehkumpel angesagt. Ich hatte da noch ein Missverständnis mit meinem Mädchen auszuräumen, die nämlich Sorge hatte, dass mir das am Sonntag zu viel gewesen wäre. Aber nicht doch! Das hat mich nur angespornt, ich liebe es mich auszupowern!

Am Dienstag waren wir endlich mal wieder im Moor. Mein Mädchen liebt es da, es ist wunderschön. Allerdings auch manchmal etwas gruselig, weil es direkt neben dem Weg einfach sehr schnell sehr sumpfig wird. Als Schotte habe ich eine angeborene Angst vor Moorleichen und ich hatte das Moor lange nicht gesehen – es sah sehr anders aus und überall gluckste es sehr laut! Mein Mädchen saß auf meinem Rücken und ich bin vorne weg marschiert weil mein Spaziergehkumpel anfangs nur so mittel motiviert war, schnellen Schritt zu gehen. Ich glaube sogar, er kann mit meinem neu entdeckten Turboschritt gar nicht wirklich mithalten. Also war ich vorne und wer vorne geht, trägt die Verantwortung. Auch für Moorleichen! Das war mir dann doch etwas viel. Mein Mädchen ist dann nach einer Viertelstunde abgestiegen, weil meine Ohren immer spitzer und mein Schritt immer schneller wurden. Am Boden kann sie mehr Verantwortung übernehmen. Allerdings ist sie ja dann auch wieder so langsam wie eine Schnecke! Mach hinne, Mädchen!

Naja als ich mich etwas beruhigt hatte, ist sie wieder aufgestiegen. Dann kamen wir an einer Rinderkoppel vorbei. Mein Mädchen sagt zu mir „schau die liegen alle und schlafen, das schaffst du“. Aber was soll ich sagen: just als ich an der einen Kuh vorbei gehen will, steht die auf und grunzt dabei so komisch – direkt neben dem Zaun! Da habe ich doch mal einen schnellen Schritt zur Seite gemacht und mein Mädchen ist fix abgesprungen um mir von unten zu helfen, diese gruselige Situation zu überleben. Könnte ja eben doch eine Moorleiche sein oder? Das Mädchen vom Spaziergehkumpel hat sich amüsiert, wir Schotten wären doch etwas abergläubisch und ich sollte nicht so viele Krimis lesen meint sie. Aber ich geh lieber auf Nummer sicher! Mein Mädchen hat mich verstanden. Die meinte, es könnte da auch Hinkepanks geben und man kann gar nicht vorsichtig genug sein.

Naja als wir dann an den Gruselkühen vorbei waren, ist sie wieder aufgestiegen und ich bin munter und entspannt weiter voran gestiefelt. Mein Spaziergehkumpel musste immer mal ein Stückchen nachtraben, weil ich so flott geworden bin.

An den nächsten Rinderkoppeln sind unsere beiden Mädchen abgestiegen und zu Fuß gegangen und als da so eine freundliche Kuh mit einem ganz krummen Horn nah am Zaun stand durften wir dort grasen. Weil essen ja immer gegen gruseln hilft.

Hallo Kuh! Du bist ja gar nicht gefährlich!

Nachher ist mein Mädchen wieder rauf gehüpft und weiter geritten. Wir waren so lange nicht im Moor dass sie vergessen hatte wo wir abbiegen wollten und sie musste kurz das Handy fragen. Das kann ich jetzt schon, mein Job ist so lange still stehen und mich langweilen. Sie schaut auf die Karte und sagt „ja, wir müssen hier abbiegen“. Da wollte ich los – wo sie es jetzt doch weiß! Aber nein, das war nicht erlaubt. Stehen bleiben bis das Handy wieder eingepackt ist war angesagt. Dann Keks kassieren, dann wieder los. Ehrlich, Mädchen, du verschwendest zu viel Zeit! So gewinnt man keinen Distanzritt! Nein, hat sie ja auch nicht vor. Na sie nicht, aber ich vielleicht!

Bist du endlich fertig? Ich will los!

Später sind wir auch noch ein paar Meter getrabt. Diesmal hat mein Mädchen ganz still gesessen und mich einfach machen lassen, wie ich meine. Nur als ich im Trab ein paar Zweige wegförstern wollte fand sie es blöd – irgendwas hat sie ja immer zu meckern!

Und dann waren wir auch schon wieder an der Wackelkiste. Mein Mädchen hat die Zügel lang gelassen und gesagt „mal sehen was passiert“. Dann hat sie laut gelacht, weil ich sie fast haargenau da hin gebracht habe, wo sie aufgestiegen war. „Diese Zugfahrt endet hier“ hat sie gesagt (was immer das heißen mag).

Es war jedenfalls ein großartiger Ausflug! Wir waren alle 4 sehr glücklich und zufrieden.

Euer zufriedener Sir Duncan Dhu of Nakel

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