Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 242

Der Sonntag ist erst halb rum und es sind schon so viele Dinge passiert! Es ging damit los, dass mein Mädchen und der Mann spazieren gegangen sind – ohne uns! Wo wollt Ihr denn hin? Ach es war mal wieder Zeit für einen demokratischen Spaziergang! Aber weil wir in letzter Zeit ein paar unangenehme Dorf-Erlebnisse hatten und die Menschen lieber ganz entspannt wählen wollten, sind sie allein los gegangen. Und ich? Ich hab doch voll Langeweile!

Aber als die beiden wieder da waren, da wurde es richtig spannend! Mysteriöse Dinge haben sie getan – warum hantieren sie mit dem Weidezaun auf dem Hof? Rätselhaft.

Was treiben die da bloß?

Dann haben sie uns Heu gegeben und sind auf die Weide marschiert. Und wir haben das beste aller Geräusche gehört! Nämlich das Einschlagen eines Metallpfostens. Das ist immer das Geräusch das bedeutet, dass unser Weidestück etwas vergrößert wird. Nur im Moment dürfen wir ja noch gar nicht auf die Weide! Heißt das etwa…..

JA! Heute ist der beste Tag des Jahres: wir dürfen zum ersten Mal aufs Gras!! Juhuuuuu! Es lief genau wie immer: wir mussten ganz artig still stehen, der Mann hat auf uns aufgepasst, während mein Mädchen das Weidetor aufgemacht hat (später kann sie das allein aber am Anfang der Weidesaison sind wir immer soooo aufgeregt da hat sie lieber Hilfe). Dann hat der Mann gesagt dass wir los dürfen. Alle haben Gas gegeben, Merlin ist gleich bis zum Ende der Weide durch geschossen. Ich mach das ja anders: Blitzstart und dann am ersten leckeren Grashalm Full-Stopp. So habe ich schon zwei Happen gegessen wenn die anderen noch am Rennen sind. Schlau, oder?

Nun ist es ja so, dass wir am Anfang der Weidesaison nie einfach so essen dürfen. Nein, es wird gleichzeitig das Rufen geübt. Ich bin ja jetzt schon das dritte Frühjahr hier (ist das zu glauben?) und deswegen weiß ich wie das geht. Egal wer wen ruft: ich laufe immer zu meinem Mädchen. Die lacht dann immer fröhlich. Aber heute war es nach ein paar Mal plötzlich falsch! Da war ich ganz verwirrt. Dann hab ich das kapiert: Der Mann hatte mich gerufen und das heißt ich soll zum Mann laufen! Ach sooooo. Der holt uns ja im Sommer – wenn wir die ganze Nacht grasen dürfen – immer morgens rein (während mein Mädchen noch schläft). Deswegen muss ich auch wissen wie er mich ruft und was dann zu tun ist. Zum Glück bin ich ein schlauer Ritter und hab das ganz schnell kapiert.

Der Mann hat gerufen, also muss ich zu ihm, nicht zu meinem Mädchen.

Alsbald (nach 30min) war das Weide-Vergnügen dann leider auch schon wieder rum und wir mussten wieder runter vom Gras. Zum Trost haben wir noch unsere Schüsseln bekommen, das ist ja auch was.

Mein Mädchen hat mir versprochen, dass wir nachher noch einen Ausflug machen. Und weil sie heute schon einmal spazieren war, will sie ganz viel reiten. Juhuuuu! Ich freu mich schon! Vielleicht kann ich sie endlich zu einem kleinen Trab überreden, daran arbeite ich ja jetzt schon länger.

Ach übrigens, liebe Schleswig-Holsteiner: geht wählen, weil Ihr es könnt!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel mit Gras im Bauch

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