Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 29

Ich bin ja Ritter (in Ausbildung). Und Forscher. (Ihr erinnert Euch? https://schotten-pony.com/2020/04/17/aus-dem-tagebuch-des-sir-duncan-dhu-24/ )

Ich habe ein neues Forschungsprojekt begonnen. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich immer zu kurz gedacht habe. Und das kam so: ich habe Merlin und Diego beobachtet wie sie mit den Menschen umgehen. Es stimmt schon, meistens tun sie das, was die Menschen ihnen sagen. Aber manchmal machen sie es auch nicht. Manchmal bekommen sie dann Ärger oder – noch schlimmer – keinen Keks. Aber insgesamt sind die Menschen nie böse. Wenn die Menschen Merlin und Diego anschauen dann haben sie so einen verträumten Blick. Ich glaube, Merlin und Diego haben ihre Menschen hypnotisiert oder so. Manchmal greifen die Menschen auch in die Tasche und geben einen Keks raus ohne es zu merken.

Und das hat mein Interesse geweckt. Durch gutes Beobachten, Nachfragen und Kombinieren bin ich der Sache nun auf den Grund gegangen. Wenn ich als Pony es schaffe, dass mein Mädchen sofort Herzchen in den Augen hat wenn sie mich nur anschaut, dann ist das quasi mein Freifahrschein. Dann ist es echt egal was ich kann und weiß und tue. Dann wird mein Leben unglaublich viel besser. Nun habe ich ja allerhand versucht und durchaus auch Erfolge verzeichnet. Durch artig sein vor allem. Oh was hab ich mich bemüht. Auch schön aussehen – und das kann ich wirklich wunderbar – klappt in einem gewissen Rahmen. Aber den richtigen Durchbruch habe ich ganz woanders erzielt.

Mein Mädchen fand es ja schon soooooo süß dass ich sie beim Abäppeln begleitet habe (Ihr erinnert Euch? https://schotten-pony.com/2020/04/19/aus-dem-tagebuch-des-sir-duncan-dhu-26/ ). Aber gestern, als sie abends zur letzten Fütterung kam, da habe ich geschlafen (mache ich abends gerne mal) und sie war wieder so nett mir etwas Heu zu bringen damit ich nicht aufstehen muss. Meistens stehe ich trotzdem auf aber gestern bin ich erstmal liegen geblieben. Da hat sie sich etwas weiter zum nächsten Heuhaufen gesetzt und mir verträumt beim Kauen zugeschaut. Und ich dachte so: das ist doch zu weit weg. Also bin ich aufgestanden und zu dem Heuhaufen marschiert bei dem sie saß. Dann habe ich da gefressen. Und immer wenn ich gekaut habe, habe ich meinen Kopf so über sie gehalten und sie hat mir in die Augen geschaut und ich habe ihr etwas Heu in den Kragen rieseln lassen und sie war ganz selig. So hab ich sie überhaupt noch nie gesehen – nur wenn sie Merlin anschaut. Ganz verliebt. Nur weil ich Heu gegessen habe.

Ach, Ihr Menschen, Ihr seid schon interessant. Da wollt Ihr immer so vieles von uns und letztendlich machen wir Euch dann am glücklichsten wenn wir gar nichts tun. Komisches Volk. Aber jetzt – jetzt! – habe ich kapiert wie es geht. Und jetzt wird mein Leben hier noch um einiges besser werden, davon bin ich überzeugt.

Bleibt gesund, liebe Menschen, bis bald!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

Wie es in der Realität aussah
Wie es in den Augen meines Mädchens aussah (ungefähr)

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