Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 4

Neulich bin ich wieder in der Wackelkiste gewesen.

Ein komisches Ding. Man geht rein, dann wird man ordentlich durchgeschüttelt und wenn man wieder aussteigt ist man ganz woanders! Manchmal wird man auch nicht geschüttelt. Wenn man dann aussteigt ist man da wo man vorher war. Wahrscheinlich hat es dann einfach nicht funktioniert.

Ich habe mit Diego dem Großen gesprochen, während wir geschüttelt wurden und derweil Heu gegessen haben. Er hat eine erstaunliche Beobachtung gemacht: manchmal kommt man an Orten raus, die man auch zu Fuß hätte erreichen können – allerdings hätte es zu Fuß (ich meine: zu Huf) deutlich länger gedauert dorthin zu kommen.

Daher sind wir zu der Schlussfolgerung gekommen, dass es sich um eine Art Zeitmaschine handeln muss. Vielleicht ist das mit dem Durchschütteln so als würde man ganz schnell laufen, also im Zeitraffer? Ich bin nicht sicher.

Aber ich habe einiges über die Wackelkiste herausfinden können. Zum einen ist sie nicht gefährlich (auch wenn einige Pferde das wohl glauben. Mein Schottenkollege Gatsby ist immer noch nicht hunderprozentig überzeugt von der Ungefährlichkeit). Man muss aber schon gut aufpassen, nicht umzufallen. Ich zumindest. Diego der Große sagt, ich soll mich einfach vorne, hinten und an der Seite abstützen. Aber ich fürchte, dafür bin ich zu klein! Ihr glaubt ja gar nicht wie das nervt, immer „zu klein“ zu sein! Mann!!! Stütze ich mich vorne ab, komme ich hinten nicht ran, stütze ich mich hinten ab, komme ich vorne nicht ran und wenn ich mich an der Seite abstütze und es dann doll wackelt fliege ich zur anderen Seite! Ich versuche jetzt immer diagonal zu stehen, das scheint mir die beste Taktik zu sein.

Weiter habe ich herausgefunden, dass man sich in der Kiste nicht umdrehen soll, auch nicht zum Aussteigen. Hat mein Mädchen mir erklärt. Ich weiß zwar nicht warum, aber wenn sie das so sagt, mache ich das so. Da hättet ihr mal sehen sollen wie großartig sie mich fand als ich zum ersten Mal ganz von alleine rückwärts da raus gegangen bin!

Ich habe inzwischen auch kapiert, dass ich ganz gut aufpassen muss beim Rückwärtsgehen, damit ich nicht plötzlich ins Leere trete. Ist zwar auch nicht schlimm, weil der Boden doch nie so ganz weit weg ist, aber ich mag es nicht so gern (und mein Mädchen auch nicht). Ich mache das jetzt ganz langsam mit viel Bedacht und höre genau zu was mein Mädchen mir sagt. Sie schaut für mich und sagt mir wo es langgeht. Eigentlich ein lustiges Spiel, so eine Art „blindes Pony“.

In der Wackelkiste gibt es auch immer was zu essen. Manchmal muss man länger drin stehen (als ich von meinen Eltern hierher gezogen bin, da war ich seeeeehr lange da drin) und manchmal nur ganz kurz.

Und jetzt habe ich auch noch herausgefunden, dass die Wackelkiste was mit Abenteuer zu tun hat. Tolles Ding! Eigentlich ist immer was spannendes passiert, wenn ich da rein gegangen bin.

Mein Mädchen sagt, sie hat jetzt ziemlich viel Zeit für mich und sie will noch lustigere Sachen mit der Wackelkiste machen. Rückwärts einsteigen zum Beispiel. Das ist nicht so einfach, glaube ich… Und sie will mir nochmal irgendwelche Details zeigen, wie das Einsteigen noch viel besser klappt. So ist sie eben: kaum kann ich etwas, findet sie, es geht doch auch NOCH besser. Ist sie denn nie zufrieden?

Liebe Menschen, ich wünsche Euch einen schönen Tag, genießt den Frühling!

Bleibt gesund!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

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2 Kommentare

  1. Liebe Lioba, wie gerne würde ich mit und Amadeus „Wackelkiste“ üben 🥰. Aber – ganz wie in einem Deiner letzten Artikel beschrieben – einfach nicht nachlassen! Dranbleiben! Ritter DD beschreibt es wunderbar 😍. Liebe Grüße Angelika 😘

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