Neuigkeiten

Gute Neuigkeiten: Bald wird hier wieder gebloggt! Noch möchte ich meinen Daumen etwas schonen, aber in Kürze wird der Ritter wieder von seinen Abenteuern berichten können und auch ich hatte natürlich viel zu denken und werde davon erzählen.

Derweil gibt es aber noch diese Einladung für Euch:

Weil es so schön war, tun wir es gleich nochmal:
Am Sonntag den 4.5. bieten wir unseren Workshop „Energie und Ausstrahlung“ bei uns in 24802 Groß Vollstedt, Emkendorfer Weg 9 an.
Wir haben uns einige Übungen überlegt, mit denen ihr Eure Körpersprache über innere Bilder verbessern könnt, aber es wird auch um spannende persönliche Fragen gehen, die jede nur für sich selbst beantworten kann.
Start ist um 10 Uhr und wir planen um 14 Uhr fertig zu sein
Die Teilnahme kostet 50 €
Wir werden uns in unserer kleinen Halle aufhalten, sind also vor Wind und Regen geschützt. Bitte tragt stalltaugliche Kleidung, in der ihr euch gut bewegen könnt. Wir arbeiten NICHT am Pferd! (Wer mit Leckerlis belohnen will, sollte also was menschentaugliches mitbringen…)
Zwischendurch machen wir eine kleine Pause und freuen uns, wenn dazu jede einen kleinen Beitrag zum Buffet leistet.
Bitte meldet Euch bis zum 30.4. verbindlich an. Am besten per Whatsapp oder Signal an 0160-8462350 oder per mail an lioba@orbis-alia.de

Und wir planen weitere Workshops, nämlich immer am 1. Sonntag im Monat! Folglich am 1.6., 6.7., 3.8., 7.9., 5.10., 2.11. und 7.12.

Wir sind noch offen für Themenwünsche von Eurer Seite, lasst uns wissen was Euch interessiert!

Neuer Workshop

Am Sonntag den 6.4. bieten wir unseren brandneuen Workshop „Energie und Ausstrahlung“  bei uns in 24802 Groß Vollstedt, Emkendorfer Weg 9  an.

Wir haben uns einige Übungen überlegt, mit denen ihr Eure Körpersprache über innere Bilder verbessern könnt, aber es wird auch um spannende persönliche Fragen gehen, die jede nur für sich selbst beantworten kann.

Start ist um 10 Uhr und wir planen um 14 Uhr fertig zu sein  

Die Teilnahme kostet 50

Wir werden uns in unserer kleinen Halle aufhalten, sind also vor Wind und Regen geschützt. Bitte tragt stalltaugliche Kleidung, in der ihr euch gut bewegen könnt. Wir arbeiten NICHT am Pferd! (Wer mit Leckerlis belohnen will, sollte also was menschentaugliches mitbringen…)
Zwischendurch machen wir eine kleine Pause und freuen uns, wenn dazu jede einen kleinen Beitrag zum Buffet leistet.

Bitte meldet Euch bis zum 2.4.  verbindlich an. Am besten per Whatsapp oder Signal an 0160-8462350 oder per mail an lioba@orbis-alia.de

WORKSHOP

Am Sonntag den 30.3. Bieten wir wieder unseren Workshop „Rhythmus und Timing“  bei uns in 24802 Groß Vollstedt, Emkendorfer Weg 9  an.

Spielerisch werden wir euer Rhythmus-Gefühl schulen und in Mensch-zu-Mensch-Übungen euer Timing verbessern, denn beides ist essentiell in der Arbeit mit Pferden. Allzu ernst wird es dabei nicht zugehen, dann am besten lernt man mit Spaß!

Start ist um 10 Uhr und wir planen um 14 Uhr fertig zu sein  

Die Teilnahme kostet 50

Wir werden uns in unserer kleinen Halle aufhalten, sind also vor Wind und Regen geschützt. Bitte tragt stalltaugliche Kleidung. Wer mag, bringt seine eigene Gerte/Longierpeitsche/Bodenarbeitsseil mit. Wir arbeiten NICHT am Pferd! (Wer mit Leckerlis belohnen will sollte also was menschentaugliches mitbringen…)
Zwischendurch machen wir eine kleine Pause und freuenuns wenn dazu jede einen kleinen Beitrag zum Buffet leistet.

Bitte meldet Euch bis zum 25.3.  verbindlich an. Am besten per Whatsapp oder Signal an 0160-8462350 oder per mail an lioba@orbis-alia.de

Der Blog macht Pause

Mein Daumen ist leider doch nicht nur verstaucht, sondern hat ein angerissenes Innenband. Tippen ist mühsam, diktieren noch mühsamer (wegen der Korrekturen). Ihr werdet daher einige Wochen verzichten müssen, tut mir leid.

Die gute Nachricht: vermutlich werden wir am 30.3. und vielleicht auch am 6.4. jeweils einen Workshop anbieten, schreibt mich an, wenn Ihr Interesse habt!

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 7.März 2025

Wenn es mit dem Ausreiten nicht klappt mache ich eben Indoor-Sport. Meine kleine Freundin hat mir ja gezeigt, wie ich den Fußball richtig schieße. Diesmal hat mein Mädchen im Schweiße ihres Angesichts den größeren Ball aufgepumpt, der geht besser, weil ich nicht so schnell mit dem Huf AUF dem Ball lande. Die Menschen waren total begeistert von meinen Fähigkeiten. Ich habe verstanden: wenn der Ball nicht eine gewisse Distanz rollt, war der Schuss nicht gut genug für einen Keks. Dann muss ich nacharbeiten, das mache ich inzwischen selbständig. Außerdem habe ich eine besondere Fähigkeit entwickelt, die mein Mädchen ganz faszinierende findet: ich kann den Ball aus der Ecke rausdribbeln! Mit geschickter Beinarbeit und gelegentlichem Einsatz von Kopf und Nase kriege ich den Ball aus fast jeder Ecke raus bugsiert. Wenn ich gut geschossen habe, bleibe ich stehen und mache mein „Keksgesicht“, dann kommt meine kleine Freundin und bringt mir meine wohlverdiente Belohnung.  Meine kleine Freundin lehrt mich jetzt das passende Stimmkommando „Ball“, denn später gibt es vielleicht mal was zu unterscheiden (im Moment ist ja eh nur der Ball da, also ist klar, was mein Job ist). Mein Mädchen möchte jetzt zusammen mit meiner kleinen Freundin weitere Pläne schmieden, was wir lustiges daraus machen können. Ich sag mal so: solange die Kekstasche voll ist, stehe ich parat!

Mein Mädchen ist irre stolz auf meine kleine Freundin und mich. Ihr müsst nämlich wissen, dass mein Mädchen sich die ganze Zeit hinterm Zaun aufhält und nur Kommentare abgibt und mal Hinweise, wie es besser gehen könnte. Aber meine kleine Freundin hat mir das alles selbst beigebracht!

Ich wurde schon gefragt, ob ich jetzt Profi-Fußballer werde, aber ich sehe mich eher als Jugendtrainer, ist die Stelle beim HSV noch frei? Die Nachwuchs-Spieler könnten einiges von mir lernen. Zum Beispiel warum Fußballshorts unbedingt groooooooße Taschen brauchen, dass der Rasen essbar ist, wie man das Publikum auf seine Seite bringt und wie man den Ball mit der Nase spielt.  

Naja, wenn ich es recht bedenke bleibe ich doch lieber meiner angestrebten Karriere als Distanz-Pony treu. Denn so schön Fußballspielen auch ist, es geht doch nichts über ein echtes Outdoor-Abenteuer.

Euer Fußballer Sir Duncan Dhu of Nakel

Nachsitzen

Nach dem Unfall wieder aufs Pony zu steigen ist mit Unwohlsein verbunden. Die Angst ist wieder da. Aber sie ist nicht übermächtig, ich komme zurecht. Und bei diesem Maß an Angst weiß ich: ich kann reiten.

Beim reiten auf dem Platz suche ich jetzt nach jenen Lücken in Duncans Ausbildung, die ein solches Durchgehen zugelassen haben. Klar, er ist 6,5 Jahre alt (also in der Pubertät) und viele Pferde spinnen gerade etwas – es ist dieser Übergang vom Winter zum Frühling. Aber ich finde auch Lücken, die ich schließen kann. Dazu gehört zuallererst, dass ich ihn jetzt mit Gebiss reite, auch auf dem Platz, um dort das zu üben, was im Gelände solche Ausbrüche verhindern soll. Kleine Dinge. Zum Beispiel das Gefühl, wenn ich nach einer Stehpause die Zügel in die Hand nehme und Duncan mir als allererstes Gegendruck gibt. Ich habe ihm anscheinend noch nicht gut genug erklärt, was ich von ihm möchte, wenn ich Kontakt am Gebiss aufnehme.

Ich bin Duncan die meiste Zeit seines Lebens gebisslos geritten. So auch am Tag unseres Sturzes. Mir war klar, dass ich am Bosal keine Chance habe, eine Notbremse zu ziehen, ich hatte mich darauf verlassen, dass ich die nicht brauche (ich Dummerchen). Bei viele Ausritten hatte ich das Bosal UND das Gebiss mit und schon öfter das Gefühl, dass ich ihn nur durch das Gebiss noch „im Zaum“ halten konnte. Ich dachte, ich könnte ohne Gebiss los, ich habe mich auf Diegos Anwesenheit verlassen. Die Möglichkeit, dass Duncan AN Diego VORBEI durchgehen könnte, gab es in meinem Kopf einfach nicht.

Das Gebiss bekommt jetzt Scheiben und einen Kinnriemen, der das Durchrutschen durchs Maul verhindert, so dass ich auch einen herzhaften one-rein-stop durchführen kann, den wir auf dem Platz fleißig üben werden und demnächst auch im Gelände mal erproben. Ich bin gespannt, ob ich genug Kraft und Mut aufbringe, wenn mein kleiner Teenager-Rüpel es wirklich ernst meint und seinen Hals wieder so gerade und steif macht.

Auch beim Führen über den Hof gibt es noch Kleinigkeiten zu verbessern. Ich hasse es, so ein Korinthenkacker zu sein, aber wenn mein Pony blödes Verhalten zeigt, bin ich lieber ein Korinthenkacker, als dann ungerecht hart hinzulangen wenn es gefährlich wird. Mir ist es lieber, all die kleinen Details zu diskutieren und ich hoffe, dass damit ein großer Kampf ausbleibt. Eine Garantie gibt es dafür nicht.

An der Longe ist Duncan mir auch noch zweimal schön abgebrettert, als meine Freundin mich unterrichtet hat. Ihr Plan war, mit ihm Frustrationstoleranz zu üben und zumindest der Plan, den Frust auszulösen, hat schonmal sehr gut funktioniert. Immerhin konnte ich einige Tage später die gleiche Situation noch einmal herstellen und eleganter lösen.

Auf der anderen Seite – und das ist wieder mal sehr faszinierend – ist mein Pony motivierter denn je. Er kommt aus der letzten Ecke angeflitzt wenn ich ihn rufe und dackelt auch mal beim Absammeln hinter mir her um nach Beschäftigung zu fragen. Er gibt sich an vielen Stellen große Mühe, seine Artigkeit unter Beweis zu stellen, manchmal fast ein bisschen demonstrativ, als würde er mir etwas beweisen wollen, während er an anderen Enden Diskussionen startet. Seine Laune ist prima, ER findet es gar nicht schlimm, dass ich plötzlich so kleinlich und etwas streitsüchtig geworden bin. Er sucht nach Grenzen und Reibung und mir geht das alles gewaltig auf die Nerven, weil ich doch gerade eigentlich das Gefühl hatte, dass wir schon so schön weit sind.

Bis ich dieses Gefühl wieder habe, wird sicher noch viel Zeit ins Land gehen. Die Panne hat mich gewaltig zurückgeworfen. Gleichzeitig ist da dieses Ziel: 44km am 18.5. Aufgeben ist keine Option. Und zwischen diesen beiden Polen darf ich jetzt den richtigen Weg für uns beide finden. Soll halt nochmal einer daherkommen und sagen, Pferdeausbildung sei doch ganz einfach…

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 2. März 2025

Schon wieder kein Sonntagsausflug! Und da soll man nicht komisch werden! Der Mann war wieder weg um das Kutsche fahren zu lernen. Ihr Menschen lernt ja leider so furchtbar langsam, das zieht sich….

Am Freitag war der Zahnarzt da und hat meine Beißerchen schön in Form gebracht. Ich war total artig und habe mein Mädchen die ganze Zeit angeschielt, damit sie auch ja mitkriegt, was für ein tolles, erwachsenes Pony ich doch bin. Weil sie mir ja unterstellt, ich hätte Pubertät. So ein Quatsch! Es war doch IHRE Idee, dass wir im Mai 44km Distanzritt mitmachen! Und ich meine, es geht da doch um Tempo und Fitness! Da hilft doch so ein Schritt-Ausritt und ein bisschen Longe auf dem Platz nicht weiter. Da müssen Kilometer auf den Tacho kommen und zwar flott! Und weil sie das nicht begreifen will, habe ich halt bei der letzten Longeneinheit auch mal an der Beschleunigung gearbeitet. Ui da wurde sie schon wieder ganz muksch! Das Mädchen vom Ausreitkumpel war dabei und hat gesagt, ich müsste mal meine Frustrationstoleranz üben. Papperlapapp, ich bin doch nicht frustriert, so lange ich nur schnell und lange genug laufen darf! Aber wenn man mich ständig bremst, dann wird das halt nix. Naja, es ging nicht so gut für mich aus, letztendlich bestand man darauf, dass ich mich benehmen muss. Pah!

Heute hat mein Mädchen dann eben diese Longeneinheit wiederholt. Ich war 20 Minuten artig, dann war der Motor warm und ich habe eine kleine Diskussion gestartet. Im Galopp aus der Ecke raus und dann an der langen Seite durchparieren, das war mir doch zu dumm. Da hab ich doch noch Meter vor mir! Da muss ich doch nicht gleich – oh. Jetzt wurde sie aber wirklich sauer. Ach egal, neue Runde, neues Glück! Nach einigen Wiederholungen habe ich es mir überlegt und doch gleich durchpariert. Keks! Aber sie war noch nicht fertig mit mir. Jetzt ging es daran das Ganze mit Trab-Schritt-Übergängen zu wiederholen. Ich trabe munter vor mich hin, mein Mädchen sagt „Scheeeeeeritt“ und ich überlege mir das. Ja, vielleicht könnte ich gleich – oh. Wieder sauer. Aber hier muss doch irgendwo Diskussionsspielraum bestehen! Es kann doch nicht angehen, dass SIE immer alles bestimmt, oder? Leider lief es dann doch darauf hinaus. Nach einigen Versuchen fiel mir wieder ein, wie lange ich keinen Keks hatte und ich habe beschlossen, doch lieber sofort durchzuparieren wenn sie es sagt. Da war sie dann auch sehr lieb mit mir und wir haben gleich Feierabend gemacht.

Und ehrlich gesagt, war das genau das richtige heute, so eine herzhafte Diskussion. Danach war mir etwas entspannter zumute und ich war ganz fröhlich mit meinem Mädchen. Die war allerdings schweißgebadet und musste dringend unter die Dusche (ihre Fitness!! Wie soll sie bloß 44km schaffen, selbst wenn ich sie trage?). Sie meinte aber, sie wäre „Sieger nach Punkten“. Solange ich „Sieger nach Keksen“ bin ist es mir egal. Ich hoffe nur, dass sie bald zur Vernunft kommt und einsieht, dass man keinen Blumentopf gewinnt, wenn man ständig auf der Bremse steht! Und natürlich hoffe ich noch mehr, dass es bald mal wieder einen richtigen Ausritt gibt.

Euer angeblich pubertärer Sir Duncan Dhu of Nakel

Gestürzt

In all den Jahren, die Duncan und ich zusammen sind, hat er mich nie verletzt. Bis er neulich im vollen Galopp durchgegangen ist und selbst in der Kurve den Halt verlor, so dass wir uns beide am Boden wieder fanden. Er war sofort wieder hoch und kam mit einer Schürfwunde davon, während ich mit Kopf und Daumen gebremst habe. Eine Beule (danke an meinen Helm, sonst hätte mein Kopf wohl anders ausgesehen!) und einen verstauchten Daumen später wird es Zeit, nochmal nachzudenken, was da passiert ist und warum.

Unfälle passieren, das ist ja oft die Ausrede derer, die nicht so viel von Sicherheitsmaßnahmen halten. Ein Restrisiko bleibt, egal wie sehr wir uns absichern. Und ein Pferd bleibt eben immer ein Pferd. Als ich angefangen habe, Duncan zu reiten, habe ich nicht nur meinen Helm, sondern auch meine Schutzweste im Gelände immer an. Wo ziehe ich die Grenze? Zum Beispiel bei einer Airbag-Weste. Aus praktischen Gründen möchte ich mit so einer Weste nicht reiten, denn ich würde garantiert beim ständigen Auf- und Absteigen im Gelände auch ständig vergessen, die Sicherung dran oder abzumachen. Während der Helm bei unserem Sturz meinen Kopf gerettet hat, hätte es für meinen Daumen keine Schutzkleidung gegeben. Irgendwo ist man immer verletzlich.

Eine andere Sicherheitsmaßnahme wird jetzt aber wieder Einzug halten bei uns: ich werde vorerst mit Duncan nur noch mit Gebiss ins Gelände gehen. Der allergrößte Sicherheitsfaktor im Umgang mit dem Pferd ist aber immer die Ausbildung von Pferd und Mensch. Meine Pferde sollen bitte fit genug sein, um viele meiner Fehler ausbügeln zu können, aber ich muss auch fit genug sein um möglichst wenige Fehler zu machen und um meinen Pferden im Zweifel helfen zu können. So dass ein Unfall erst dann passiert, wenn mehrere Fehler auf beiden Seiten passiert sind und somit sehr unwahrscheinlich wird.

Der Unfall, den wir hatten, war eigentlich ein Klassiker mit einer kleinen Besonderheit.  Der Klassiker war: ich habe viele Voranzeichen nicht beachtet. Die Besonderheit war, dass ich mal wieder ein neues Pony habe. Der Duncan, den ich letzten Winter hatte, ist einem neuen Duncan gewichen und das hätte ich zwar vorher schon merken können, aber ich habe es nicht realisiert. Der „neue“ Duncan ist kräftiger und geht mit überschüssiger Energie anders um als der „alte“. Es so wie Elsa zu mir sagte: lern dein Pferd kennen, und wenn du ein junges Pferd hast, dann lernst du es 17 mal neu kennen…..

Der „neue“ Duncan hat plötzlich die Angewohnheit, sich vor Dingen angeblich zu fürchten, die er kennt und die harmlos sind. Was mir nicht klar war: dem „neuen“ Duncan hilft es nicht, zwei Stunden flotten Schritt zu gehen, um seinen Übermut los zu werden. Letztes Jahr war das die beste Methode um wieder Ruhe ins Pony zu bringen. Diesen Winter scheint es eine sehr geeignete Methode zu sein, um ihn wütend zu machen. Ich hätte es ahnen können, aber ich hab es halt nicht geschnallt. Ich hab auch nicht geschnallt, dass da was anders ist als sonst, als er plötzlich auf dem Heimweg beschleunigt hat. Für viele Pferde ist das ja normal, aber für Duncan so gar nicht. Als der dann, als wir zu Fuß unterwegs waren, neben mir einen kleinen Hüpfer machte, hätte ich eine neue Chance gehabt, zu ahnen, dass etwas anders ist als sonst. Und das Gefühl, dass er mir an der Rinderkoppel gab, hat mich zwar absteigen lassen, aber ich war mir sicher, danach wieder aufsteigen zu können.

Außerdem war ich mir ja immer sicher, dass er niemals durchgehen wird, wenn Diego vor ihm herläuft. Ihr seht: da habe ich mich in vielen Punkten getäuscht. Ich habe Annahmen getroffen, anstatt hinzuschauen und die Realität zu sehen.

Dann kam noch ein weiterer Faktor dazu: die Angst. Ich habe immer geglaubt, ich reite besser OHNE Angst. Stellt sich raus, dass das so nicht ganz stimmt. Ein bisschen Sorge hätte dazu geführt, dass ich nicht wieder aufgestiegen wäre. Und obwohl ich nicht sicher weiß, ob ich Duncan vom Boden aus hätte halten können, wäre er doch dann zumindest ohne mich gestürzt, was mir einiges erspart hätte. Ein bisschen MEHR Angst hätte mir also ganz gut getan! Anscheinend werde ich ohne Angst sofort unvorsichtig, das wusste ich auch nicht.

Viele Faktoren haben also dazu geführt, dass es so gekommen ist, wie es dann gekommen ist. Interessant finde ich die Reaktionen um mich herum. Die einen meinen, dass ein 6,5 jähriges Pferd mal durchgeht ist ganz normal. Die anderen finden es sehr beunruhigend, dass sogar ein so entspanntes Modell wie mein Duncan durchgeht, schließlich ist er kein Araber! Was viele aus eigener Erfahrung kennen ist das Kopfkino, das man danach oft hat.

Auch Lösungsansätze sind unterschiedlich. Eine Freundin meinte nur ganz trocken „viele Distanzreiter stellen ihre Pferde über Winter ja einfach auf die Koppel und machen gar nichts mit ihnen, die wissen wohl schon, warum….“. Aber von der Highlandpony-Reiterin aus England weiß ich, dass sie regelmäßig reiten muss, weil ihre Angst sonst so überhandnimmt, dass sie auf ihr (noch deutlich energischeres) Pony nicht mehr aufsteigen würde.  Meine Freundin verspricht mir, mich an sein Verhalten zu erinnern, wenn ich auf einem längeren Ritt meine, er wäre müde. Wenn es nach ihr ginge, würden wir jetzt einfach jeden Tag 15 km reiten, dann wäre mein Ritter auch zufrieden. Leider hat man ja im Leben auch noch andere Dinge zu tun als auszureiten….

Ich hingegen denke vom Verstand her, dass ich jetzt ebenso gut allein ausreiten gehen könnte, da sich ja gezeigt hat, dass die Anwesenheit eines anderen Pferdes ihn nicht am durchgehen hindert. Aber das ist natürlich nur eine Schlussfolgerung, die der Verstand zieht, das Gefühl geht da nicht mit. Und jetzt überlege ich, wie ich das Kribbeln aus meinem Pony kriege ohne Gefahr für Leib und Leben.

Andererseits denke ich an die 44km Distanzritt, die ich reiten möchte. Und ich weiß: Finlay hätte das nicht so einfach gekonnt. Duncan kann das ziemlich sicher einfach so abliefern. Er hat eben diese Energie und den Willen ins Weite. Er möchte laufen, laufen, laufen und hat Freude daran, Kilometer zu machen. Das eine kann man vielleicht nicht ohne das andere kriegen. Trotzdem hoffe ich, dass der ganz große Übermut sich verwächst und ich eine passende Strategie finde. Denn noch ist der Winter nicht vorbei, bis die Pferde von selbst wieder ruhiger werden, geht noch Zeit ins Land. Und nach dem Sommer kommt ja auch wieder ein Winter, der überstanden werden will.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 24. Februar 2025

Gestern war wieder kein Sonntagsausflug. Der Mann lernt ja Kutsche fahren und war daher nicht da. Mein Mädchen ist zum ersten Mal seit unserem Sturz wieder auf meinen Rücken geklettert (nachdem wir uns eine Woche mit Bodenarbeit und Freilaufen beschäftigt haben), ihr Daumen ist fast wieder heile. Sie hat mir gesagt, wenn ich so einen Mist nochmal mache, haben wir ein echtes Problem, weil dann ihr Vertrauen in mich doch sehr erschüttert wäre, ich möge also auf solche Stunts verzichten. Wenn es aber doch so kribbelt? Sie hat auch gesagt, sie versucht mir zu helfen, das Kribbeln loszuwerden.

Also ran an die Arbeit. Ich hab mir Mühe gegeben und mein Mädchen war sehr begeistert, wie schön ich gelaufen bin. Allerdings hat sie auch den Ton etwas angezogen. Früher, wenn ich mal so etwas aus dem Gleichgewicht geraten bin und in eine Richtung gedriftet bin, hat sie immer ganz sachte versucht, mir wieder in mein Gleichgewicht zu helfen. Jetzt findet sie, ich könnte das auch einfach mal lassen, meine Körperspannung beisammenhalten, mir mehr Mühe geben und dann könnte ich das ja wohl auch. Ich soll ja im Mai 44km laufen, das muss es mit der Rumpfstabilität auch klappen, sagt mein Mädchen. Außerdem haben wir die Bremse fürs Gelände geübt. Es ist ja so: auf dem Platz höre ich immer gut zu und bremse auf leise Signale, so dass mein Mädchen nie an den Zügeln zieht (soll man ja auch eigentlich nicht, ist ja voll unprofessionell). Aber wenn ich mal wieder dieses Kribbeln fühlen sollte und es auf eine Kurve zu geht, dann möchte mein Mädchen sicher sein, dass ich weiß, was es heißt, wenn sie einfach mal herzhaft unprofessionell am Zügel zieht und dass ich weiß, dass ich mich dann wirklich zusammenreißen und bremsen muss. Also üben wir das jetzt. Sicherheit geht schließlich vor!

Als wir fertig waren, waren wir so weit ganz zufrieden, aber der Tag war noch nicht zu Ende! Eine kleine Heumahlzeit später tauchte sie schon wieder auf und holte mich ab. Sieh an, da war ein fremdes Pferd in unserer Halle! Das ist ein Freund von Herrn Fjord. Er ist auch ein Norweger, aber ein ganz heller! Und er ist ein Jahr jünger als ich.

Außer dem fremden Pferd waren auch allerhand Dinge in der Halle aufgebaut. Da hing Zeug von der Decke, Matratzen lagen auf dem Boden, der Ball lag herum, die Plane lag im Weg und in der Ecke stand eine große norwegische Fahne (die hatte der Norweger mitgebracht).

Die anderen Sachen kannte ich alle schon, aber diese Fahne haben wir uns mal näher angesehen. Wenn mein Mädchen die doll über meinen Rücken geschwungen hat, war das schon ein bisschen gruselig, muss ich gestehen! Aber mein Mädchen fand, ich habe mich toll damit auseinandergesetzt und es gab Möhren, also konnte ich das nach einer Weile dann auch gut aushalten. Dann sind wir ein bisschen durch die Halle gewandert und haben uns alles angeschaut und immer, wenn wir am Ball vorbeigekommen sind, habe ich einen kleinen, eleganten Schuss gemacht. Meine kleine Freundin wäre stolz auf mich gewesen, wenn sie das gesehen hätte!

Zum Schluss hab ich mich noch in die Plane hüllen lassen und dann meinte mein Mädchen, dass es reicht und hat mich rausgebracht. Gatsby hat auch noch ein bisschen Sachen geübt und ich stand noch am Tor und habe zugeschaut bis ich gemerkt habe, dass es jetzt keine Beachtung mehr gibt.

War ganz nett, aber ein schöner Sonntagsausflug wäre mich doch lieber gewesen, so einer mit ganz viel Trab und Galopp…..

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel (der sich dringend einen richtig vernünftigen Ausflug wünscht!)

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 21. Februar 2025

Hier kommt mein Sonntags-Eintrag für euch, auf den ihr bestimmt schon wartet…

Ah, ein Sonntagsausritt! Das tut aber auch Not! Erstmal alles anziehen. Ich stand ganz entspannt am Anbinder und habe unschuldig geguckt. Daraufhin hat mein Mädchen entschieden, sie könnte heute ohne Gebiss mit mir los. Erst ging sie zu Fuß, da habe ich noch getrödelt und gebummelt, bis von hinten eine Radlerin mit Hund kam. Die rief von weitem „nicht erschrecken!“, das hab ich dann mal zum Anlass genommen, mich zu erschrecken. Mein Mädchen hat mich ausgelacht, ich hätte wohl nicht alle Tassen im Schrank. Etwas weiter ist sie dann aufgestiegen und es ging los mit Turbo-Schritt. Ich fand alles gruselig: Baumstümpfe, Schneereste am Wegesrand und allerhand unsichtbare Dinge. Wissen die Menschen denn nicht, dass um diese Jahreszeit die jungen Huchmampfs schlüpfen? Und die sind so hungrig, die fressen so ein Pony mit einem Happs! Aber mein Mädchen hat nur gesagt, ich soll mal lieber vorwärts marschieren. Na gut. Nach einer Weile hatte ich mich abgeregt. Durchs Nachbardorf zu Fuß, einmal kurz bei der Autobahnbrücke vorbeischauen (aber rauf getraut haben wir uns nicht, wir sind völlig aus der Übung und müssen von vorn anfangen).

Wieder aufsteigen, weiter reiten durch den Wald. Schön war das da mit dem Schnee und dem Sonnenschein. Mein Mädchen und der Mann waren ganz entzückt, dass ich immer noch so flott Schritt gehen konnte. Als wir wieder Richtung Heimat kamen, habe ich es gefühlt: da war noch Kribbeln in mir drin! Habe meinen Schritt nochmal beschleunigt, mein Mädchen war ganz überrascht dass ich immer noch so viel Energie habe. Ich war ein bisschen sauer – wir waren wirklich die ganze Zeit nur im Schritt unterwegs gewesen, es gab keine Graspause und überhaupt war das kein Ausritt nach meinem Geschmack. Habe noch einen kleinen Streit angezettelt wegen grasen beim Aufsteigen, dann gleich noch einen, weil ich auf dem rutschigen Weg gern traben wollte, weil Diego schon wieder so unverschämt weit vorne war. Und dann kamen wir an die Rinderkoppel und da haben die komische Dinge getan. Mein Mädchen ist prompt wieder abgestiegen, weil sie gemerkt hat, wie sich das Kribbeln in mir immer mehr aufgebaut hat. Nach der Rinderkoppel, wir waren schon fast zu hause, ist sie dann wieder aufgestiegen und meinte, es geht jetzt wieder. Da hat sie sich aber getäuscht! Als der Trecker von hinten kam, hat es mich verlassen. Bin losgaloppiert und habe nicht mehr zugehört. Mir war alles egal, ich wollte jetzt rennen! Auch als ich in der Kurve hingefallen bin und mein Mädchen dabei verloren habe war mir das egal. Aufstehen und weiterrennen! Bis zum Nachbarn. Da bin ich dann stehengeblieben.

Naja, ok, das war wohl keine so tolle Aktion. Mein Mädchen hat sich den Daumen verstaucht und meint, ich wäre jetzt selbst schuld, dass sie erstmal nicht reiten kann. Genauer: dass sie MICH nicht reiten kann. Diego ist ja immer so artig und zuverlässig, den reitet sie trotzdem, mit einer Hand. Mir traut sie da im Moment nicht.

Aber ich kann auch nix dafür, wenn sie mir nicht zuhört! Ganz ehrlich, ich habe es ihr so oft gesagt! Da bucht sie ein feines Abenteuer und macht mir Vorfreude und dann will sie 2 Stunden Schritt auf derselben, abgelatschten Runde reiten? Das passt halt nicht zusammen!

Schön war das – nur halt zu langsam!

Die Menschen meinen, ich hätte mal wieder Pubertät. Aber eigentlich habe ich Burgkoller und üble Langeweile. Und ein Mädchen das das nicht richtig versteht! Menno

Euer kribbeliger Sir Duncan Dhu of Nakel