Jahresrückblick

Der Weihnachtstrubel hatte mich fest im Griff, der Donnerstag strich unbemerkt an mir vorrüber. Also bekommt Ihr jetzt einen Artikel, der passt ja ganz gut zur Jahreszeit.

2024 hatte einiges in petto für uns, vor allem einen todkranken Diego. Aber der ist nun wieder fit und fidel und nachdem ich nochmals an der Fütterung herumgeschraubt habe, sieht er nicht nur wieder viel besser aus sondern fühlt sich auch sichtlich wieder wohl in seiner Haut. Auf die nächsten 10 Jahre! Dann wird er so alt sein wie Merlin jetzt, möge er dann auch noch mindestens genauso fit sein. Arnulf und Diego haben Großes vor, aber davon später mehr.

Duncan und ich hatten insgesamt ein ganz gutes Jahr. Aber wenn ich auf letzten Januar zurückschaue muss ich zugeben: auf dem Reitplatz haben wir eher Rück- statt Fortschritte gemacht. Ich glaube, dass das alles damit anfing, dass ich die Fütterung verändert habe. Ich hatte ausnahmsweise auf Rat von außen gehört und das ging gründlich in die Hose. Nicht nur, dass Duncan wahnsinnig schreckhaft war, er hatte auch einen extrem langsamen Fellwechsel und war insgesamt einfach nicht so fit. Das schreibe ich mir jetzt hinter die Ohren und kehre zurück zur alten Methode: Das Auge des Herrn füttert das Pferd. Ich übernehme die volle Verantwortung und glaube nicht mehr unbesehen, was mir ein Experte sagt.

Dann kam uns wohl noch ein amtlicher Wachstumsschub in die Quere, zumindest wirkte es auf mich so. Mein Pony war überbaut und schief und krumm und es machte zwischendurch wieder laut „plopp plopp“ in seiner Hüfte. Ganz durch scheinen wir damit auch immer noch nicht zu sein, was natürlich in Anbetracht seiner 6 Jahre auch überhaupt nicht überraschend ist. All das hat uns das Arbeiten auf dem Platz sehr erschwert und im Nachhinein verstehe ich, dass ich wohl viel mehr Handarbeit hätte machen sollen. Aber gleichzeitig war Duncan auch oft voller Bewegungsdrang, so dass ich mich (zu sehr) auf das Ausdauertraining konzentriert habe.

Rückblickend wird mir klar: Lernen kann ich diese Dinge nur im Jahreszyklus. Denn da ist schon ganz schön viel Veränderung, die einfach den Jahreszeiten geschuldet ist und dem Wetter. Das einzuschätzen erfordert aber Erfahrung mit dem eigenen Pony und die sammle ich ja nun gerade noch. Nächstes Jahr möchte ich also einiges anders machen.

Trotzdem: wir haben, vor allem was die Ausdauer angeht, sehr gute Fortschritte erzielt. Duncan ist jetzt (im Moment eher zu meinem Leidwesen) vom Herz-Kreislauf-System verdammt fit, das beweisen einige Anekdoten, bei denen er dieses Kribbeln spürte. Die Pulswerte die der junge Mann im Anschluss hat und die kaum erhöhte Atemfrequenz sprechen Bände.

Und dann waren da auch noch ein paar erste Male: ein erster Reitkurs zum Beispiel, inklusive der ersten direkten Rinderbegegnung. Das hat er alles ganz toll gemeistert, obwohl ich wieder mal froh war um Diegos kompetente Begleitung. Da wir aber nicht ein Leben lang von Diego abhängig sein wollen (und können), haben wir auch einen schönen Ausflug zu Jule Liebelt gemacht und geübt, wie das ganz alleine klappt. Und wir waren ohne Diego zum Ausreiten verabredet, zum Beispiel mit Herrn Fjord. Man, war ich da beim ersten Mal nervös! Aber mein Pony hat alles ganz fantastisch gemacht und sich nach kurzer anfänglicher Irritation benommen wie immer. Auch mit Ritter Willibald waren wir schön unterwegs und auch da war ich sehr zufrieden. Der erste Ausritt in Begleitung einer Stute zeigte, dass Duncan wirklich Wallach ist und sich nicht mehr an sein Hengst-sein zu erinnern scheint. Auch eine zweite Stute hat er souverän als Ausreit-Begleitung akzeptiert. Beides war für ihn im Kopf anstrengend, aber sein Körper scheint über schier unendliche Reserven zu verfügen. Nur einmal war ich unsicher, ob ich seine körperliche Grenze überschritten habe oder es nur ein Kopf-Problem war. Jetzt habe ich mich weiter fortgebildet und kann das vielleicht demnächst besser objektiv überprüfen, aber letztlich gilt es wohl, ein Gefühl fürs eigene Pony zu entwickeln um Situationen besser einschätzen zu können.

Den Distanzritt, den ich noch nicht mitreiten wollte, weil ich dachte, er schafft das noch nicht, hätte er jedenfalls ziemlich sicher gut geschafft. Aber so war es auch fein, ich bin nicht das Risiko eingegangen, ihn zu überfordern – weder geistig noch körperlich – und ich weiß, dass wir nächstes Jahr unsere Chancen nutzen werden.

Vielleicht habe ich dieses Jahr mehr darüber gelernt, wie ich es nächstes Jahr NICHT machen möchte, aber was ich auf jeden Fall auf unserer Haben-Seite verbuche ist die Tatsache, dass Duncan jede Herausforderung gemeistert hat und sich immer wieder als zuverlässiger Partner herausstellt. Die Dinge, die er kann, die kann er dann auch wirklich abrufen und auch wenn er aufgeregt ist, bleibt er noch ansprechbar.

Den größten Fortschritt haben wir dieses Jahr im Freedom Based Training gemacht. Mir scheint, dass ich da endlich ein paar Dinge besser verstanden habe und jetzt besser weiß, wie ich die Theorien für uns passend in die Praxis umsetze. Gleichzeitig bin ich wieder völlig fasziniert, wie diese laut Elsa Sinclair „langsamste Trainingsmethode der Welt“ schnelle Fortschritte bringen kann auf der Beziehungsebene. Wie gut ich lerne mein Pony zu lesen und wie gut mein Pony lernt, sich für mich verständlich auszudrücken. Und manchmal waren es diese innigen Momente, die mich darüber hinweggetröstet haben, wenn ich vor Problemen im Rest der Ausbildung stand.

Seit ein paar Wochen geht es mit der Reiterei auf dem Reitplatz steil bergauf. Ob das jetzt ein Trainings-, ein Fütterungs- oder ein Wachstumserfolg ist, vermag ich nicht zu sagen. Aber es bleibt sich gleich, denn das Wachstum ist irgendwann abgeschlossen und wenn meine Fütterung und mein Training jetzt besser passen als zuvor, dann kann ich das ja so beibehalten und vom jetzigen Punkt aus versuchen, weiter zu verbessern. Die Ausbildung eines Pferdes ist eben keine Sache von 6 Wochen – und auch keine von 6 Jahren. It takes 10years to make a good 10 year old horse.

Wir sehen uns dann nächstes Jahr mit neuen Plänen!

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 571

Fröhliche Weihnachten liebe Menschen!

Gestern ist etwas sehr ungewöhnliches passiert: die Sonne schien! Wir Ponys haben erstmal ein ordentliches Sonnenbad genommen. Aaaaaaah das war nötig nach all dem Wind und Regen!

Mittags war der Sonnenschein schon wieder weg, aber die Menschen kamen für einen Ausritt. Na das wurde aber auch Zeit! Los geht´s und ich will LINKS vom Hof! Aber kaum waren wir vom Hof geritten, da wurde schon wieder gestoppt. Der Mann hatte etwas vergessen! Also hat Diego ihn zurückgetragen und mein Mädchen und ich haben gewartet. Mädchen, wo sind die denn? Ich finde wir sollten da auch hin. Ich hab meine Lauscher spitz gespitzt und versucht zu hören, was die da tun auf dem Hof. Hingehen durfte ich aber nicht, mein Mädchen meinte, das sei eine super Übung. Nach einer halben Ewigkeit kamen die beiden dann wieder und wir konnten unseren Ausritt starten. Ich war gut drauf und habe einen Turboschritt angestimmt, das fand mein Mädchen prima. Es bleibt allerdings dabei: egal wie stark ich meinen Turbo strapaziere, Diego zieht lässig an mir vorbei und verschwindet in der Ferne.

Bevor das passiert ist, war allerdings kurz gruseln angesagt. Zwei Jäger hatten sich getroffen und standen an der Straße und schnackten. Das allein fand ich schon beunruhigend, denn der eine trug dieses Outfit in Orange, was sie zur Treibjad tragen. Aber schlimmer war der Hund. Der saß in dem einen Auto, schob seine Nase durch den offenen Fensterspalt und bellte. Nein, das war mir zu viel. Habe auf dem Absatz kehrt gemacht, aber natürlich bin ich ein Guter und habe mich auf 2 Galoppsprünge beschränkt. Umgedreht, wieder hin. Mein Mädchen hat mir gut zugeredet. Hm. Vielleicht… .nein! Das ist mir wirklich zu gruselig! Sogar Diego hat einmal hingeschaut und das will was heißen! Ich wieder auf dem Absatz kehrt. Da ist mein Mädchen abgestiegen und hat mich freundlicherweise vorbei geführt. Ok wenn sie neben mir geht, kann ich das. Puh. Danach sind wir beide ein Stück zu Fuß gegangen. Mein Mädchen fand das auch alles gruselig, weil ich so angespannt war. Schließlich ging es wieder und ich sie ist wieder rauf gehüpft. Weiter im Turboschritt. Flinke Füße! Mein Mädchen fand, ich fühle mich immer noch angespannt an, aber technisch gesehen habe ich alles ganz richtig gemacht und sie hat mich ordentlich angefeuert, dass ich meinen allerschnellsten Schritt gehen soll. Ein paar mal mussten wir trotzdem nachtraben, da hab ich dann mal vorgeschlagen, wir könnte auch…. nein, nicht erlaubt. Schneller Schritt!! An manchen Stellen hatte ich tatsächlich die Chance, etwas aufzuholen. Da, wo es rutschig ist, bin ich nämlich im Vorteil! Mein Schwerpunkt liegt tiefer und meine Beine sind nicht so lang. Ich bin kompakt gebaut, da kann ich schneller über glitschige Matsche laufen als Diego, der mit seinen langen Gräten teilweise doch ganz schön ins Schliddern kam.

Hintenrum ins Dorf, dann hinterm Dorf rum. Und dann sind wir plötzlich in die falsche Richtung gelaufen! Wo wollt ihr denn hin, ihr Menschen? Nach ein paar Metern haben wir angehalten. Was ist das hier? Mein Mädchen sagt, das ist ein Einkaufsladen. Den gibt es seit ein paar Monaten neu im Dorf und dort kann man jederzeit einkaufen gehen. Und das war dran, denn es fehlten noch Plätzchenzutaten. Mein Mädchen ist also da rein gegangen, während der Mann mit uns draußen gewartet hat. Aber ach! Als sie wieder kam, war sie ganz betrübt. Sie wollte uns Möhren mitbringen, aber ausgerechnet bei den Möhren hat es mit dem kassieren nicht geklappt und sie musste sie dort lassen. Mist!

Shoppingtour!

Nun war auch klar, warum der Mann mit Rucksack auf dem Rücken unterwegs war. Diego musste nun auch noch den Einkauf schleppen, der arme Kerl! Es war ihm aber völlig egal, er wollte unbedingt nach hause. Und ob da Eier im Rucksack waren oder nicht, war ihm auch egal, er hat einen flotten Schritt hingelegt und ist über den Grasweg an den Rindern vorbeigerutscht dass es keine Art hatte. Ich war da lieber langsam und vorsichtig unterwegs.

Dann noch etwas Turboschritt – die Menschen waren stolz auf mich, dass ich das auch nach über 7km noch kann! – und eine gruselige Begegnung mit einem sehr hellen Licht, das uns entgegen kam. Was ist das? Der Stern von Bethlehem ist vom Himmel auf die Straße gefallen? Nein, nur der Nachbar mit seinem Rollgefährt. Als er das Licht ausgemacht hat, haben wir ihn dann auch erkannt. Er kann nicht mehr laufen, deswegen rollt er immer, das kennen wir schon.

Es wurde schon dunkel aber wir sind gut beleuchtet.

Als wir wieder zu hause waren, durften wir Ponys noch etwas auf die Weide, während die Menschen Plätzchen gebacken haben. Und was kann schöner sein, als nach einem feinen Ausritt was leckeres zu essen?

Ich wünsche euch frohe Weihnachten, liebe Menschen, und mögen eure Keksdosen stets gut gefüllt sein!

Euer einkaufender Sir Duncan Dhu of Nakel

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 570

Was war das denn für eine Woche? Montag war ja meine kleine Freundin da und am Dienstag war mein Mädchen mit mir auf dem Reitplatz. Aber dann? Nichts. Einzige Beschäftigung war eine kleine Wipp-Einheit am Donnerstag. Ansonsten hab ich Langeweile geschoben. Mein Mädchen hat gearbeitet und wenn sie nicht gearbeitet hat, hat sie über das Wetter gemeckert. Eine Woche Sturm und Regen und sie immer draußen unterwegs, das kann sie nicht. Weil sie eben kein gutes Winterfell hat! Ich sag es immer wieder, ihr Menschen seid bemitleidenswert. Aber ich finde, derzeit bin ich auch ganz schön bemitleidenswert. Gestern dachte ich dann, es passiert mal was Richtung Ausritt, aber nein, das Wetter war schon wieder gegen uns. Ständig kamen Regenschauer von der Seite angeflogen. Und so wetterfest ich auch bin: da war ich dann doch mal im Stall und bin dort auch geblieben. Mein Mädchen hat sich auch nicht viel blicken lassen. Abends kam sie dann mit dem Mann und wir durften wippen. Aber ach! Diego durfte zuerst wippen! Ich stand am Zaun und hab ihm immer reingequatscht. Weil ich das so viel besser kann als er. Ich wurde schon ganz kribbelig. Dann, endlich, nach einer halben Ewigkeit, war ich dran. Und all diese Kribbeligkeit bahnte sich ihren Weg. Ich habe meine wildesten Wipptechniken gezeigt und konnte mich nicht so wahnsinnig gut konzentrieren. Mein Mädchen hat das verstanden, ihr war klar, dass das gerade schwierig ist. Wir haben dann erstmal gemischtes Programm am Steg gemacht (da bewegt man die Füße etwas mehr) und sind dann wieder wippen gegangen. Diesmal ging es besser und ich konnte ihr zeigen, dass ich jetzt voll gut quer wippen kann. Mein Mädchen findet das äußerst faszinierend. Es war ja damals meine eigene Idee, dass ich mit allen 4 Hufen quer auf der Wippe stehen könnte und es war auch meine eigene Idee, dass ich in dieser Position wippen könnte. Und ich sage euch, mit all den Wachstumsschüben zwischendurch bei denen sich mein Radstand verlängert und mein Schwerpunkt verschoben hat, war das keine leichte Übung! Aber jetzt habe ich es ziemlich gut raus und mein Mädchen ist schwer beeindruckt von mir.

Kurzer Eindruck (Ihr wisst ja: Der Speicherplatz…)

Normal wippen haben wir auch geübt, da habe ich jetzt rausgefunden, wie ich den Takt erhöhen kann. Früher war es so ein Denksport, die richtigen Muskeln anzusteuern, so dass mein Mädchen auch zufrieden ist (wild mit dem Kopf schlagen damit es ordentlich wippt ist nämlich nicht erwünscht!). Jetzt komme ich langsam dahinter wie ich das schneller hinkriege und dabei schön im Takt bleibe.

Eine halbe Stunde haben wir mit Wippe und Steg gespielt, dann ging es mir etwas besser und es war Feierabend. Aber mein Mädchen hat meine Botschaft gehört und weiß jetzt, dass ich die nächsten Tage mal ordentlich beschäftigt werden muss.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel mit ordentlich Energieüberschuss

Wut

Eins meiner Lieblings-Profile auf Facebook ist „Follow the Rabbit“. Es ist das Profil einer Distanzreiterin mit einem Highlandpony. Sie berichtet dort sehr regelmäßig von all ihren Ritten aber auch von Training und Alltag. Manchmal macht es mir Angst, das zu lesen, besonders im Winter….. denn „Rabbit“, ihre mittlerweile 18jährige Highlandponystute, ist extrem gut trainiert (bis zu 80km in Eintagesritten und 100km an zwei Tagen finde ich schon sehr, sehr beeindruckend). Und ein trainiertes Highlandpony ist vor allem eins: stark. Und lauffreudig. Und diese Stute ist auch geneigt, mal richtig loszulegen, wenn sie Energieüberschuss hat – und nach der Beschreibung würde ich sagen, sie legt sehr viel mehr los als mein kleiner Duncan, der im Grunde ja doch freundlicherweise davon zu überzeugen ist, nochmal kurz hinzuhören.

Direkt nach meinem Ausritt am Freitag (Duncan berichtete darüber) schrieb diese Reiterin von einem Ritt, der wohl so war wie meiner (oder schlimmer). Ich kommentierte, wie es mir ergangen war und dass meine Wut mir geholfen hat, weiterzureiten ansatt in Angst zu versinken. Und da schreibt mir doch irgendsoeine oberschlaue (hier beliebiges Schimpfwort einfügen) drunter „man sollte mit einem Pferd niemals wütend werden“.

Ah. Danke. Ich hab mich kurz geärgert und dann gedacht: Blog-Artikel! Wie nett von ihr, mir ein Thema zu spendieren. In diesem Fall trifft mich der Kommentar nicht persönlich, denn ich empfinde meine Wut nach wie vor als völlig gerechtfertigt. Duncan hatte einfach keine Lust, mir zuzuhören. Er hatte keine Schmerzen, keine Angst, kein sonstiges Problem und er wusste, was er tun sollte. Er hatte seinen Dickkopf und ja, man hätte das auch ohne Wut so reiten können (und ich hätte ohne Wut technisch gesehen nichts anders gemacht) aber mir hat die Wut geholfen, denn ohne die Wut hätte die Angst mich vielleicht überwältigt. Und dann kommt da eine mir völlig fremde Person auf einem Profil das ihr nicht gehört und meint, mich belehren zu müssen.

Schlimmer finde ich daran den Gedanken, was das mit mir machen würde, wenn ich mich tatsächlich verunsichern ließe. Was, wenn ich ihr das glauben würde? „Man sollte nie wütend werden mit einem Pferd“. Ja, grundsätzlich ist das richtig. Checken, warum das Pferd sich so verhält (oft genug aus einem echten Problem heraus) sollte immer an erster Stelle stehen. Aber wenn ich sicher bin, dass da kein Problem ist, dann darf ich auch mal meckern. Gerade so ein pubertierendes Pony sucht ja auch Grenzen. Und wenn ich dabei wütend bin, dann finde ich das authentisch. Wenn diese Wut dann bewirkt, dass ich mit körperlichen Strafen auf mein Pony losgehe, dann ist das natürlich nicht ok. Wenn mir aber jemand sagt „niemals wütend sein“ dann ist derjenige entweder selbst ein Zen-Mönch oder eine Art Übermensch (herzlichen Glückwunsch). Oder aber – und das kommt mir sehr viel wahrscheinlicher vor – dieser Mensch genügt seinen eigenen Ansprüchen selbst nicht bzw ist nicht ganz ehrlich mit sich selbst. Könnte ja sein…. Vielleicht hat diese Person auch eine andere Definition von „Wut“ und setzt das Gefühl gleich mit aggressivem Verhalten. Dann empfehle ich etwas Fortbildung zum Thema Emotionen.

Ich habe schon das eine oder andere Mal geschrieben, wie blöd ich es finde, dass gefühlt alles in der Pferdewelt von irgendwem verboten wird. Bisher habe ich mich da vor allem auf Reitweisen bezogen aber ich merke gerade, dass das ja auch in allen anderen Bereichen gilt. Zum Beispiel eben hier: niemals wütend werden. Und wenn ich jetzt mit diesem Anspruch zum Pferd gehe, habe ich ein Problem. Denn die Wut, die kommt irgendwann. Jeder Mensch hat seine eigene Schwelle, aber ich kenne niemanden, der noch nie wütend auf das eigene Pferd war. (Klar, auf Instagram sind viele solcher Menschen – haha) Und wenn ich dann nicht wütend sein DARF, was mache ich denn dann mit dieser Wut?

Anstatt nie wütend zu werden, sollten wir uns lieber überlegen, was wir tun, wenn wir wütend sind. Ich kann mein Pony herzhaft anbrüllen (was meinem Pony ziemlich egal ist, manch anderen nicht, das muss man rausfinden), aber ich darf nicht draufhauen wie eine Irre. Ich kann am Zügel ziehen wenn er rennt, aber ich muss auch wieder nachgeben können. Ich kann schimpfen wie ein Rohrspatz, aber ich muss ihn auch wieder loben können wenn er sich dann zusammenreißt und bemüht. Ich lobe ihn und ich gebe nach OBWOHL und WÄHREND ich wütend bin. Das muss ich können, nützt nix, denn mein Pony braucht die Rückmeldung, wann sein Verhalten erwünscht ist, auch wenn mir dabei Qualm aus den Ohren steigt.

Auch wenn ich wütend bin, muss ich die Bedürfnisse meines Ponys im Blick behalten. Heißt aber nicht, dass ich nicht wütend bin!

Außerdem lebe ich von vornherein authentisch mit meinen Ponys. Ich tue nicht so, als hätte ich keine Angst. Ich tue nicht so, als wüsste ich alles. Ich tue nicht so, als wäre ich nie wütend. Die wissen das doch eh. Das Lesen unserer Körpersprache ist doch DIE Fähigkeit unserer Pferde. Warum soll ich also so tun als ob? Das macht mich doch unglaubwürdig. Und Pferde tun das ja auch nicht. Sie kommunzieren: ich hab Angst, aber ich tu das jetzt trotzdem. Ich hab darauf keine Lust, ich tu das nur für einen Keks. Oder Duncan am Freitag: ich will schneller und ich bin nur deinetwegen überhaupt noch im Trab. Und wenn sie mal wütend aufeinander sind, dann streiten sie sich – durchaus auch körperlich. Ein gut sozialisiertes Pferd wird sein Gegenüber dabei aber nicht verletzen. Da wird mal gebissen, das gibt einen blauen Fleck, oder mal getreten, aber eben nicht in Verletzungsabsicht. Hauptsächlich wird gedroht, mit gebleckten Zähnen aufeinander zu gerannt, der Hintern hingedreht oder ähnliches. Auch geschrieen wird da durchaus mal, gerade bei Hengsten und Stuten. Wenn man dann das akute Problem gelöst hat, geht man sich kurz aus dem Weg und nachher geht´s wieder. Das ist doch völlig normal und gar kein Problem.

Unter der Wut braucht es eben eine stabile, gute Beziehung. Wenn wir eine gute Beziehung haben, dann hält die auch mal was aus. Die hält mal aus, dass einer wütend ist, ehrlich. Ein selbstbewusstes Pferd kann das ertragen und gibt im Zweifel auch kontra. Ein weniger selbstbewusstes kann es auch ertragen, wird vielleicht kurz verschreckt sein und einen Moment brauchen um sich zu beruhigen (dann muss ich meine Wut gut genug im Griff haben um in der Zeit ruhig zu sein und zu atmen WÄHREND ich wütend bin). Ausnahmen sind hier die traumatisierten Pferde (von denen es natürlich leider viel zu viele gibt). Ok, bei denen werde ich aber auch selten wütend (denn die haben für blödes Verhalten ja gute Gründe und ich bin da um zu helfen), und wenn dann muss ich meine Wut eben angemessen ausdrücken oder einfach weggehen. Wenn ich weiß, dass ich sonst vielleicht etwas tue, was ich hinterher bereue, ist weggehen die bessere Option. Aber auch umgekehrt kann es sein: Mein Finlay hat – besonders in der Pubertät – sich öfter mal einen Sport daraus gemacht, mich wütend zu machen. Er hat es geliebt, einen Streit vom Zaun zu brechen und war danach ganz zufrieden und glücklich. Das hat sich zum Glück verwachsen…

Wut kann auch etwas gutes sein. In meinem Fall wäre ich ohne Wut vielleicht abgestiegen oder nur Schritt geritten. Durch meinen Ärger war ich wild entschlossen, dass mein Pony jetzt arbeiten und laufen soll. Andererseits hat mir auch geholfen, dass meine Mitreiterinnen angefangen haben, zu singen. Sie hatten auf Tiktok dieses herrliche Video gefunden und so waren wir bald alle am singen und ich hatte Zeit in meinem Kopf einen besseren Reim zu suchen, was mich gut abgelenkt hat von Angst und Wut. Gleichzeitig finde ich singen oder reimen immer so praktisch, weil es einen Rhythmus vorgibt, den man dann reiten kann.

Probier´s mal mit Gemütlichkeit
mit Ruhe und Gemütlichkeit
und schalt doch einfach einen Gang zurück
denn wenn Du einfach weiterrennst
und nichtmal mehr die Hilfen kennst
dann hast du bei den Keksen auch kein Glück

(Und das ist, wie wir alle wissen, für Duncan die Höchststrafe)

Wenn sich 2 Pferde (oder auch Hunde) in einer Gruppe streiten, geht manchmal ein rangniedriges Tier dazwischen und macht ein bisschen Clownerei, um die Situation zu entschärfen. In einem Video habe ich dieses Verhalten neulich sogar bei Katzen gesehen. Finlay hat es öfter mal gezeigt, wenn es in unserer Herde Streit gab und auch bei Caruso habe ich es schon beobachtet. Einen kleinen Clown in der Gruppe zu haben, kann helfen, Wut abzumildern und Situationen zu entschärfen. Dieses Verhalten können wir uns abschauen und auch bei uns selbst anwenden, wenn wir noch genug Humor in uns tragen, um das zu schaffen. Meine Freundin tut mir diesen Gefallen gelegentlich und auch ich habe das schon für sie getan. Jetzt haben wir also ein neues Lied und ich hoffe einfach, dass es nicht so viele Gelegenheiten gibt, es zu singen. Denn ganz ehrlich: Wut ist ok, aber kein schönes Gefühl. Viel schöner ist doch dieses Gefühl, wenn das Pony einen so anplinkert und einfach nur süß und liebenswert ist. Dann fühle ich auch ganz viel – und freue mich, dass ich alle Emotionen in ihrer Fülle erleben kann und keine davon unterdrücken muss. Und übrigens achte ich auch dann darauf, meine Liebe angemessen und pferdegerecht auszudrücken, genau wie meine Wut.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 569

Nachdem mein Mädchen ja meinte, ich hätte mich am Freitag unmöglich benommen (tssss, nur weil sie so doll auf der Bremse stand, sonst wäre alles fein gewesen, ehrlich!), brauchte sie am Samstag erstmal etwas Erholung. Ich nicht, aber ich werde ja nicht gefragt. Am Sonntag kam sie dann bei Wind und waagerechtem Nieselregen mit der Longe angedackelt und meinte, ich könnte mal mein Mütchen kühlen. Was? Ich bin doch das artigste Pony unter der Sonne und kann kein Wässerchen krümmen und kein Härchen trüben oder so ähnlich! Ich habe kurz angemerkt, dass Regen von vorn jetzt nicht mein Lieblingswetter zum longieren ist, aber zum Glück kam der Regen nicht so oft, meistens war nur viel Wind. Und es gab Apfelstückchen, da kann ich ja dann doch nicht nein sagen. Ich hab dann einfach alles perfekt richtig gemacht und mein Mädchen fand, ich hätte auch noch die schönste Unschuldsmiene dabei und garantiert wäre das Absicht. Wirklich, immer diese Unterstellungen!

Am Montag kam dann wieder meine kleine Freundin vorbei. Bürsten konnte sie mich nicht, denn es war so warm, dass wir Ponys uns zur Abkühlung in den Regen gestellt hatten. Ich war also nass. Aber mein Mädchen hatte eine Alternative im Angebot: Wallehaar enttüddeln! Und meine kleine Freundin hatte Lust (ich wurde wieder mal nicht gefragt, habe mich aber bekeksen lassen). Also haben die beiden an meiner Mähne herumgefummelt. Meine kleine Freundin stellte sich als Meisterin der Knotenentwirrung raus, aber trotzdem dauerte es recht lang. Mein Mädchen meinte, dass meine kleine Freundin ja auch noch rauf soll aufs Pferd. Also schlug sie vor, einfach beides zu kombinieren und meine kleine Freundin war einverstanden (die ist noch unerfahren und lässt sich auf komische Vorschläge sehr schnell ein ohne zu ahnen wozu sie da ja sagt….).

Feenknoten!

Wir sind also in die Halle gegangen, meine kleine Freundin ist aufgestiegen und mein Mädchen hat mich im Schritt geführt, während meine kleine Reiterin sich weit nach vorn gelehnt und meine Haare entknotet hat. Und das hat tatsächlich geklappt! Sie fand das komisch und ich auch aber mein Mädchen hat uns beiden erklärt, dass das genau das ist, wovon man ja im Pferdetraining nie genug machen kann: komisches Zeug. Weil das das Gleichgewicht des Reiters verbessert und die Toleranz von uns Ponys. Und weil wir schon so schön dabei waren, haben wir dann noch Absteigen geübt. Meine kleine Freundin hat nämlich leider viele, viele schlechte Erfahrungen gemacht bei anderem Reitunterricht – mein Mädchen gruselt sich immer, wenn die Kleine anfängt zu erzählen. Einmal hat sie erlebt, dass ihre Freundin beim Absteigen mit dem Bein hinterm Sattel hängen blieb und das arme, nicht gut genug ausgebildete Pony deswegen durchgegangen ist! Also wirklich, mit dem Pony haben sie eben nicht genug komisches Zeug geübt und dann passiert sowas! Ich habe das in der Grundausbildung ja schon gelernt: stehenbleiben ist das Mittel der Wahl. Und wenn meine Reiterin komisch an meiner Seite hängt: Beine etwas auseinanderstellen, alles anspannen, weiter atmen, die kommt da schon wieder runter. Ich kann das! Aber meine kleine Freundin hat seit diesem Erlebnis Angst vorm Absteigen (wer will es ihr verübeln?). Deswegen üben wir das jedesmal in möglichst verschiedenen Varianten. Diesmal mit umarmen. Dazu hat sie sich nach vorn gelehnt, mich mit beiden Armen um meinen Hals gegriffen und sich dann laaaaaaaaaaaaangsam seitlich runter rutschen lassen. Dann hat sie mich am Strick genommen und wir sind zum Aufsteigehocker gegangen, ich hab eingeparkt, sie ist aufgestiegen und alles von vorn! Mein Mädchen fand mich sooooo lieb und geduldig, weil ich die Kleine jedes mal wieder am Hocker abgeholt habe. Ach Mädchen, ich weiß doch wie es am Ende aussieht: meine kleine (beste) Freundin hat einen Tupper voller leckerer Möhrenstücke dabei und die gibt sie mir nachher alle eins nach dem anderen. Aaaaaaah das ist einfach jede Geduld wert, das sage ich euch!

Euer super artiger Sir Duncan Dhu of Nakel (der natürlich niemals etwas gegen die Regeln tun würde!)

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 568

Oh da steht ja die Wackelkiste, schnell rein! Nein, erst noch anbinden und putzen. Laaaaaangweilig! Dann durfte ich endlich einsteigen. Wo geht´s denn hin? Ach sieh an, zum Ausreitkumpel! Und wenn da mal nicht das schnellste Pony der Welt neben ihm steht! Das riecht nach Abenteuer und Austoben! Mein Mädchen hat mir nicht nur das Bosal, sondern auch das Gebiss angezogen mit den Worten „ich hab so ein Gefühl…“. Ach was. Ich bin doch soooooo ein Guter.

Los ging es mit Führen bis zum Wald. Das schnellste Pony der Welt war aber hinter mir und das geht nicht, dann kann ich den ja nicht beobachten. Bin ich also stehengeblieben und habe darauf bestanden dass der vorneweg geht, damit ich ihn sehe. Ja, so geht´s. Dann aufsteigen und los im Trab. Das schnellste Pony der Welt vorneweg. Und ich …. ICH WILL JETZT LOS! MÄDCHEN, GEH VON DER BREMSE ICH HAB EINE MISSION! Oooooh da wurde meine Holde aber sauer. Hat mir den Kopf rumgezogen und mich fast komplett gewendet. Egal, weiter! LASS MICH LAUFEN ICH MUSS LOS! Aber sie hatte einfach kein Verständnis dafür! Sie war sauer, ich war sauer. Das schnellste Pony der Welt musste nach hinten, ich musste vorneweg. FREIE BAHN! Da stand sie schon wieder auf der Bremse. Wer bremst verliert! Nu lass mich doch endlich! Nein.

Als das schlimmste Kribbeln aus mir raus war, hat sie mich ordentlich getrieben. Schnellster Ritter-Trab war gefragt. Los, los! Aber galoppieren war bei Todesstrafe verboten. Einige Kilometer später ging es mir dann besser. Aber gerade als es mir besser ging, kam von hinten wieder dieses kleine, verdammt schnelle Pony angezischt und der blinzelt mir dann so zu, flüstert „friss meinen Sternenstaub, du Langweiler“ und zieht – im Trab! – derart lässig an mir vorbei, dass mir das Blut in den Adern kocht! MÄDCHEN! RUNTER VON DER BREMSE!

Mein Mädchen war sauer und sie war sogar froh, dass sie sauer war, sagt sie, weil sie sich sonst nämlich fürchterlich gefürchtet hätte. So war sie wütend genug um weiter zu reiten. Es wurde dunkel und wir haben uns alle gut beleuchtet. Ich könnte mich darüber aufregen dass es leuchtet und das als Anlass nehmen, nochmal etwas Gas zu geben, oder? Nein, da wurde sie da oben schon wieder fuchtig.

Dann waren wir fast wieder zu hause. Schritt! Mein Mädchen hat betrübt festgestellt, dass ich kein einziges bisschen müde bin. Eigentlich, sagt sie, hätten wir noch ein paar Kilometer dranhängen sollen. Aber sie war fertig mit den Nerven und hat sich das nicht mehr getraut. Trotzdem hat sie sich geärgert, denn das hätte sie mir jetzt gegönnt (und ich mir auch), dass ich mich so richtig austobe. Wobei sie meinte, wir wären dann länger unterwegs gewesen als ICH gewollt hätte. Ha! Von uns beiden ist doch eh nur einer fit und das ist nicht sie, also soll sie sich mal nix einbilden. Den Kampf hätte ich doch eh gewonnen! Nunja, es war wie es war, der Ausritt war zu Ende (11,5km, davon ungefähr 9km im Trab – Galopp wäre aber schöner gewesen!). Ich gerade schön warmgelaufen und bereit für die nächsten 11km, mein Mädchen nervlich am Ende und stinksauer. Nicht mein Problem!

Ich hatte ein anderes Problem: das juckt so doll wenn man schwitzt! Nicht nur mein Kopf hat gejuckt, sondern auch meine Brust! Zum Glück ist in der Wackelkiste ja vorne so eine Stange, da habe ich mich ordentlich gescheuert. Bis mein Mädchen schon wieder angefangen hat zu schimpfen, weil ich die Trennwand vom Hänger raus gehebelt hatte (Stange hinten war noch nicht zu). Ach menno, nichts darf man.

Zu hause hat der Mann uns an der Wackelkiste abgeholt und meinte, ich sähe ja müde aus. Mein Mädchen hat nur gefaucht, ich wäre kein bisschen müde und sie hätte beinahe ein Highlandpony zu verschenken gehabt. Ich hab schnell meine unschuldigste Unschuldsmiene aufgesetzt und nach einem Keks gefragt. Ach Mädchen, schau doch wie süß ich bin und so ein lieber Kerl (zumindest im Grunde meines Herzens). Aber sie war doch noch ein bisschen muksch. Na irgendwie auch ihr Problem, schließlich hat SIE ja die ganze Zeit gebremst. Hätte sie mich gelassen, hätten wir einen super Ausritt haben können – und die Strecke in der Hälfte der Zeit geschafft! Spielverderberin.

Euer unschuldiger Sir Duncan Dhu of Nakel

Ehrgeiz

Derzeit schlagen die Wellen in Social media wieder hoch. Auf der Messe, die neuerdings „Passion Pferd“ heißt, gab es eine Podiumsdiskussion, die anscheinend etwas …. sagen wir „merkwürdig“ war.

Die Profi-Sportreiterfraktion scheint sich dort (mal wieder) nicht mit Ruhm bekleckert zu haben, was die Ansichten über das Pferdewohl angeht. Hier soll es aber nicht um diese Podiumsdiskussion gehen (die wir anscheinend eh alle nicht mehr zu Gesicht bekommen werden, weil sie von clipmyhorse gelöscht wurde. Mein Eindruck ist, man bekommt doch langsam Angst vor den „bösen“ Freizeitreitern und das ist in meinen Augen auch gut so…..)

Worum geht es mir wenn ich das höre? Um den Ehrgeiz. Ich bin eine recht ehrgeizlose Person und kann mir nicht vorstellen, mein ganzes Leben danach zu richten, eine Weltmeisterschaft zu gewinnen oder zu Olympia zu fahren. Lass mal. Und trotzdem: als ich an Diegos Bein im Sommer eine leichte Schwellung fühlte, habe ich den geplanten Ausritt NICHT abgesagt. Warum? Weil niemand außer mir diese Schwellung gefühlt hat (bilde ich mir bestimmt nur ein) und weil er keinerlei Schmerzen angezeigt hat. Ich dachte also, dass dieser schon lange geplante und schon zweimal verschobene Ausritt jetzt endlich stattfinden kann. Am Ende des Rittes hat Diego dann gelahmt und wenn ich gekonnt hätte, hätte ich mich selbst in den Allerwertesten gebissen.

Und das war noch nicht mal Ehrgeiz, denn zu gewinnen gab es ja nix. Es war eigentlich so eine Art Bequemlichkeit: nicht nochmal umplanen. Nicht nochmal unserer Mitreiterin absagen. Den extra freigenommenen Tag jetzt auch wirklich dafür nutzen. Tja, schade wenn man doof ist.

Aber ich möchte sagen, ich habe daraus etwas gelernt und das bezieht sich auf diese Podiumsdiskussion. Da sitzen die ehrgeizigen Sportreiter. Die wollen gewinnen (wogegen zunächst nichts einzuwenden ist). Die arbeiten hart und diszipliniert dafür. Die haben Sponsoren im Nacken, die natürlich wollen, dass das Pferd startet und möglichst gewinnt. Viel, viel Geld ist im Spiel. Und so sehr ich es verabscheue, kann ich verstehen, dass der eine oder andere denkt „ich hab so viel geopfert, jetzt kann dieses Pferd sich doch kurz zusammenreißen und das machen“. Und das Pferd macht, weil (diese) Pferde nunmal so sind (die, die das nicht machen, kommen nicht in den großen Sport). Alle anderen Reiter in dieser Riege tun das gleiche. So normalisieren sich Dinge einfach, Menschen sind so. Wir glauben, wenn alles das machen ist es ok. Und dann den Schritt zurück zu treten und anzuerkennen, dass es wissenschaftliche Untersuchungen gibt, die ganz klar belegen, dass das NICHT ok ist, das ist schwer, wenn so viel daran hängt. Da gibt es psychologisch sehr interessante Phänomene, mein „Liebling“ ist die „sunken cost fallacy“. Wenn man schon viel investiert hat (Zeit, Geld, Arbeit), möchte man das nicht alles wegwerfen. Man ist dann bereit, so weiterzumachen und es sich schönzureden. Wie viel hat ein Spitzensportler bereits für sein Ziel geopfert? Im Zweifel sein ganzes Leben. Und jetzt soll man das einfach wegwerfen, „nur“ wegen eines Pferdes? Nein, das möchte so ein menschliches Gehirn nicht. So wie ich bei dem geplanten Ausritt, den ich nicht noch einmal absagen und verschieben wollte. Ich denke, fast niemand von uns ist frei davon.

Darum ist es in meinen Augen sinnlos, im großen Sport einzig und allein an das Gewissen der Reiter zu appellieren. Was wir ALLE brauchen, sind Regeln, denen wir uns unterwerfen, sobald es um Wettkampf geht (z.B. im Distanzssport die einfache Regel wie hoch der Puls sein darf und im FN-Turniersport die einfache Regel wie fest der Nasenriemen sein darf). Und im privaten Bereich denke ich, wir brauchen ALLE Kontrollinstanzen in Form von kompetenten Personen, denen wir das Recht einräumen, uns zu stoppen, wenn wir übertreiben.

Eine Teilnehmerin der Transgermania (ich hatte hier etwas darüber geschrieben) schreibt auf ihrem Blog „Distanzfahren mit Dara“ folgendes dazu: Also- was macht ethisch korrektes fahren/reiten aus? Für mich- rückblickend vom Sofa zu Hause- das Pferd/Pony extrem gut beobachten und minimalste Veränderungen sehen und interpretieren. Meiner Meinung nach, wenn die Tierärzte etwas entdecken dann habe ich als Verantwortliche meist vorher schon etwas übersehen (ausser bei einer akuten Lahmheit wegen auf den Stein getreten oder akuter Unfall oder so). Das ist das Eine. Das andere aber ist denke ich der Faktor Mensch und Wettkampf. Wie schaffe ich es, nicht ins „Wettkampffieber“ zu kommen und damit Warnzeichen evt zu übersehen? Mir hat meine Trosserin und meine Mitreiter/Fahrer geholfen, immer wieder zu überlegen ob alles gut ist oder doch besser für den Tag beendet werden sollte. Niemals meinen persönlichen Ehrgeiz vor das Pferdewohl stellen. An Grenzen- aber nicht drüber gehen. Ich zumindest werde da sicherlich noch sehr lange und sehr viel weiter drüber nachdenken.

Die Rücksprache mit Gleichgesinnten – und zwar nicht solchen, die um jeden Preis gewinnen wollen, sondern denen, die sich ebenfalls um das Wohl ihrer Pferde Gedanken machen und die genauso hinschauen wie man selbst – kann uns helfen, unseren eigenen moralischen Kompass nicht im Eifer des Gefechts zu verlieren.

Was im großen Sport passieren muss, damit das Pferdewohl beachtet wird, weiß ich nicht. Ich persönlich finde, mit Tieren und Kindern darf es niemals um so viel Geld gehen. Aber das ist nur meine Meinung und nur ein kleiner Teil der Lösung. Es bräuchte sicher dringend ein ganz klares Regelwerk, das dann auch ganz klar eingehalten wird. Menschen, die die Macht bekommen, Reiter abzuklingeln und rauszuwinken und die nicht befürchten müssen, dafür in irgendeiner Form bestraft zu werden. Das wäre sicher das Mindestmaß und noch nicht mal das ist im großen Sport derzeit gegeben. Daher bleibt in meinen Augen für mich zweierlei zu tun: weiterhin den großen Sport komplett boykottieren, der FN so wenig Geld zu geben wie möglich (an ein, zwei Stellen kann ich es nicht ganz vermeiden) und gleichzeitig bei mir selbst vor der Haustür zu fegen, immer wieder und immer wieder. Meine Freunde, Lehrer und auch meine Schüler zu ermuntern, mir zu sagen wenn etwas nicht ok ist. Mich selbst zu hinterfragen und zu beobachten wo ich mein Pferd fordern darf und es ihm gut tut und wo es zu viel war. Das wird passieren (und ist auch schon passiert) und es ist nicht schlimm, wenn das ab und zu so ist. Wenn wir eine gute Beziehung haben, mein Pferd und ich, dann wird es mir so etwas verzeihen können. Mein Job ist, es zu merken und anzuerkennen und beim nächsten Mal besser zu reagieren.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 567

Der Winter hat uns fest im Griff mit Dunkelheit, kaltem Wind und immer wieder Regen. Eigentlich wollte mein Mädchen unsere Fütterung jetzt umstellen, so dass wir nachts immer Heu kriegen und nur tagsüber noch ein bisschen Gras fressen dürfen für ein paar Stunden (wir haben nämlich IMMER NOCH Gras, das ist sooooo cool!). Aber unser Simsalabim-Sesam-öffne-Dich-Nacht-Heu-Tor ist kaputt. Der Riegel geht nicht mehr hoch, warum, wissen die Menschen auch nicht. Mein Mädchen hat also einen neuen Simsalabim-Sesam-öffne-Dich-Nacht-Heu-Toröffner bestellt und bis der da ist gehen wir jetzt einfach weiterhin nachts auf die Weide. Mitte Dezember! Das gab es ja noch nie. Mein Mädchen wollte uns ja immer nicht mehr so raus lassen wenn es so nass ist, weil die Grasnarbe davon kaputtgehen könnte. Aber sie hat rausgefunden, dass die gar nicht mehr kaputt geht als im Sommer. Weil wir nicht rennen und toben, sondern höchstens einen kleinen Galopp auf die Weide machen und dann ganz zivilisiert im Schritt von einem Halm zum nächsten wandern. Das was die Grasnarbe wirklich kaputt macht (und zwar auch im Sommer) sind unsere „Betten“ die wir uns bauen. Da scharren wir dann schonmal ordentlich im Boden rum damit das alles auch richtig gemütlich ist. Aber mein Mädchen sagt, das ist dann ja auch im Sommer so, also egal. Und dadurch das wir immer noch 1. Aufwuchs haben, ist das Gras auch so lang, dass es sich schon schützend über den Boden gelegt hat, so dass wir es eh nicht ganz runterfressen. Mein Mädchen ist sehr zufrieden dass das so gut klappt und wir Ponys sind auch zufrieden.

Naja, langer Rede kurzer Sinn: bis der Simsalabim-Sesam-öffne-Dich-Nacht-Heu-Toröffner da ist also noch Weidenächte, dann wird auf „Winterbetrieb“ umgestellt.

Was nicht so gut läuft ist das mit dem Ausreiten. Diesen Sonntag war WIEDER kein Sonntagsausflug, es ist doch zum Mäuse melken! Mein Mädchen meinte, wir könnten vielleicht heute mit Diego und dem Mann die Hausrunde drehen, aber als sie heute morgen vor die Tür kam musste sie feststellen, dass es eiskalt und windig ist und dazu noch nieselt. Und das, findet sie, ist kein Wetter zum ausreiten. Deswegen hat sie entschieden, dass wir heute Doppellonge machen, da muss sie ja immer bisschen mitlaufen und dann wird ihr warm. Ach, ihr Menschen seid bedauernswert, so ganz ohne Fell. Mein Fell ist sogar mit Teilentpelzung noch kuschlig warm und wenn es ausnahmsweise ein bisschen kühler ist, stelle ich einfach die Haare auf und habe ein schickes Luftpolster um mich rum, das ist kuschlig sage ich euch.

Gestern war sie ausnahmsweise arbeiten (deswegen ja kein Ausritt), aber als sie nachmittags nach hause kam, wollte sie unbedingt noch was mit mir machen. Wir sind dann im Dunkeln auf den Reitplatz gegangen und sie hat Weihnachtsmusik in ihrer Tasche angemacht, das war ganz romantisch. Dann haben wir beide reiten geübt, das klappt jetzt wirklich richtig gut, seit sie meine Fütterung nochmal verbessert hat. Seitdem bin ich auch immer so gut gelaunt und motiviert und es fällt mir viel leichter, mich zu bewegen. Zwischendurch hat mein Mädchen sogar im Trab immer kurz die Augen zugemacht, um besser fühlen zu können, was da so passiert. Solche Sachen kann man mit mir jetzt machen, wo ich doch so erwachsen, vernünftig und zuverlässig geworden bin. Mein Mädchen war ganz selig und hat mir in einer Tour erzählt wie toll ich bin und wie gut es für sie ist, dass sie mich hat, weil sie sich dann auch bei anstrengendem Winterwetter noch motiviert, rauszugehen und das tut ihr gut.

Jetzt hoffe ich natürlich, dass es demnächst auch mal wieder einen kleinen Ausritt gibt. An mir soll´s nicht liegen!

Euer winterfester Sir Duncan Dhu of Nakel

Ein sicheres Gefühl

Ich bin schon immer eher eine ängstliche Reiterin gewesen. Seit Finlays Tod hat sich das potenziert, mein Kopf ist allzu gut darin, Horror-Szenarien zu erdenken. Dabei habe ich nie Angst um mich selbst, immer nur um mein Pony. Gräben, Stacheldraht, Straßen…. die Auswahl ist groß und in meinen Gedanken ist mein Pony immer gleich tot. Das ist nicht rational, das weiß ich auch. Und zum Glück wird es auch besser, nach und nach. Neulich, als wir im Wald über den rutschigen, blätterbedeckten Boden geschlittert sind, ich vorneweg auf dem schmalen Weg und Duncan hinter mir her, habe ich gemerkt, wie viel weniger Angst ich hatte als noch vor zwei Jahren. Ich habe mich sogar ziemlich sicher gefühlt. Früher hätte ich das so hingenommen und mich gefreut. Von Elsa habe ich aber gelernt, dass es sich lohnt, näher hinzuschauen und zu versuchen, mehr Einzelheiten zu identifizieren. Was war anders als früher, warum habe ich mich sicherer gefühlt? Ist das nur meine eigene Entwicklung, fühle ich mich selbst in der gleichen Situation besser oder hat sich Duncans Verhalten geändert? Und ich stelle fest: beides ist wahr. Duncans Verhalten hat sich geändert, er selbst ist ruhiger geworden und souveräner in so einer Situation. Früher hätte er gedrängelt und ständig versucht, etwas zu essen, denn das ist seine Strategie, mit Aufregung umzugehen. Diesmal war er einfach mit genügend Abstand hinter mir und hat sich auf den Weg und auf seine eigenen Füße konzentriert. Später, als ich wieder aufgestiegen war und ihn bat, mich den Berg runter zu tragen, konnte er sogar in Ruhe kommunizieren, dass er das schwer findet (er ist einmal stehen geblieben, ich habe ihm Mut zugesprochen und versprochen, sofort abzusteigen wenn er noch einmal stehen bleibt. Er hat es dann geschafft, mich den Berg runter getragen und unten kräftig abgeschnaubt. Eine tolle Leistung in jeder Hinsicht!)

Auch in anderen Situationen habe ich weniger Angst. Und ich habe mir angewöhnt, Duncans Verhalten genauer zu beobachten, um dann, wenn wir allein ausreiten gehen, besser einschätzen zu können, ob sein Verhalten normal ist. Denn ganz oft beurteilen wir Verhalten unterschiedlich, ohne es zu merken. Zum Beispiel ist es vollkommen normal, dass Duncan anfangs langsam geht. Es gibt da Abstufungen – vielleicht je nach Tagesform, das weiß ich (noch) nicht – aber er startet nicht mehr direkt durch (das war früher so. Hat sich geändert, wie sich fast alles mal ändert während so ein Pony erwachsen wird). Ich merke aber auch, wie oft ich unbewusst noch auf der Bremse stehe. Wie sehr ich ihm vielleicht BEIGEBRACHT habe, so langsam unterwegs zu sein. Denn „auf der Bremse stehen“ ist nicht so aktiv gemeint wie es sich anhört. Ich meine damit, dass ich mich doch oft etwas wohler fühle, wenn ich ein bisschen treiben muss als wenn ich das Gefühl habe, er trabt mir gleich an. Das versuche ich jetzt bewusst zu ändern und zu genießen, wenn er fröhlich voran schreitet.

Ich nehme aber auch wahr, was mir ein unsicheres Gefühl macht und ich bin gewillt, mein Pony auf eine Art auszubilden, die mich nachher sicher macht. Z.B. hat Duncan die Angewohnheit, irgendwo hin zu schauen und dann auch dort hin zu laufen. Wie ein kleines Kind. Aber in unserer Gegend muss man natürlich auf den Wegen bleiben, man kann leider nicht einfach da hinlaufen wo man gerade hin schaut. Und oft genug ist zwischen dem wo man gerade ist und dem wo man hinschaut auch noch das eine oder andere Hindernis – ein Knick, ein Zaun, eine Straße. Also möchte ich, dass er lernt, zu gucken und trotzdem auf dem Weg zu bleiben. Wie genau ich anstelle, dass er das langfristig selbstständig kann – keine Ahnung, Tipps sind mir willkommen. Was mir auch noch fehlt ist das eindeutige Gefühl, zur Not einen One-Rein-Stop zu haben, denn Duncan kann seinen Hals derart stabil machen, dass ich keine Chance habe, mit einer Zügelhilfe durchzukommen. Das ist ein fieses Gefühl, auch wenn er noch nie wirklich etwas blödes gemacht hat. Dazu können wir allerdings noch einiges auf dem Reitplatz üben, da können wir uns im Winter drum kümmern und sehen ob es sich dann besser anfühlt.

So ein Pferd weiß nicht von selbst, was wir brauchen um uns gut zu fühlen. Selbst in der Herde müssen die Pferde immer wieder untereinander kommunizieren, welches Verhalten ihnen gefällt und welches nicht. Und reiten ist so eine unnatürliche Situation für ein Pferd, dass es keine „Vorlage“ dafür hat, sondern einfach das tun wird, womit es bisher „Erfolg“ hatte (was auch immer das ist: Harmonie, Kekse, Feierabend aber vielleicht auch ein kleiner Galopp oder die Wahl des Weges, es gibt viele Möglichkeiten). Je besser wir also wissen, welches Verhalten unser Sicherheitsgefühl stärkt, desto besser können wir unser Pferd passend dazu ausbilden und in der Regel wird ein Pferd sich gerne in diese Richtung ausbilden lassen, weil es dazu führt, dass der Mensch ein angenehmerer Zeitgenosse wird. Man muss es ihnen halt nur mal sagen, dann tun sie vieles sehr gern für uns.

Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 566

Letztes Wochenende war der Mann krank – also kein Sonntagsausflug. Mein Mädchen war am Sonntag ein bisschen mit mir auf dem Reitplatz aber da war sie auch schon ganz schön matt und hat mir schon gesagt, dass es sein kann, dass sie jetzt auch krank wird. Tja, so war es dann auch. Die beiden sind nur in den Stall geschlichen gekommen um uns Futter zu bringen, Bespaßung ist komplett flachgefallen. Laaaaaaaangweilig! Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag….

Am Freitag hat mein Mädchen es dann geschafft, mit mir ein bisschen auf den Platz zu gehen, nur im Schritt. Die war ganz schön wackelig, aber ich bin ja so ein Guter und passe so fein auf sie auf, das fand sie toll. Am Samstag abend war dann alles ganz anders: sie hat mich allein in die Halle geholt aber wir haben kein übliches Programm gemacht, sondern Freedom Based Training. Unter Anleitung! Mein Mädchen hatte nämlich Unterricht bei der netten Frau die wir im Sommer mal besucht haben. Die kam bei uns vorbei und hat uns unterstützt. Wir haben mit Gerüchen experimentiert, das fand ich ganz interessant. Manches hat gut gerochen, manches nicht so gut und manches fand ich eher als essbar einzustufen und habe es meinem Mädchen von den Händen geleckt.

Dann hatte mein Mädchen noch eine andere Idee und wir haben noch was geclickert. Irgendwie geht es darum, dass ich meine Vorderbein hebe, aber ich bin mir noch nicht schlüssig was der genaue Plan ist. Zwischendurch war ich etwas motzig, weil ich das alles nicht verstanden habe, da war dann wieder Freedom Based Training dran bis meine Laune besser war. Mein Mädchen war sehr glücklich, dass ich so motzig war – weil sie eine Menge gute Tipps bekommen hat, wie sie sich dann verhalten kann wenn ich motzig bin. Und am Ende war ich gut gelaunt und hatte die Grundidee verstanden. Feierabend!

Heute war dann wenigstens mal die Hausrunde angesagt. Bisschen Beine vertreten. Mein Mädchen ist noch nicht wieder so ganz auf der Höhe, aber ich bin ja wie gesagt ein Guter und passe auf sie auf. Habe sie – ganz Gentleman – durch die sonnige Landschaft getragen. Da waren wir bei weitem heute nicht die einzigen die draußen unterwegs waren – jede Menge Spaziergänger und zwei Pferde waren auch auf der Strecke unterwegs, aber alle sehr nett. Diego hat den Mann auch getragen und war quietschfidel dabei. Das hat die Menschen sehr gefreut, anscheinend ist Diegos Fitness auf dem aufsteigenden Ast. Jetzt hoffe ich, dass die Menschen auch bald wieder so richtig in Fahrt kommen, das ist ja einfach nix wenn man hier so herumsteht. Klar, unser Paddock ist schön und nachts dürfen wir immer noch auf die Weide aber so ein ritterliches Hirn will ja auch beschäftigt bleiben und dann ist da ja noch die Sache mit der Keksrate! Also drückt mir die Daumen dass der Alltag bald wieder normal rund läuft!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel