Am Donnerstag war einer der letzten richtig heißen Tage – hoffentlich, wir haben nämlich die Faxen dicke von der Hitze! Und Donnerstags ja kommt immer meine winzige Freundin. Weil es aber soooo heiß war, wollten wir gern im Schatten bleiben. Sie hat mich also geputzt – das kann sie jetzt schon voll gut! – und mir die Hufe ausgekratzt. Wenn mein Mädchen dafür meine Hufe hochhält, kann meine winzige Freundin das auch schon sehr gut. Nachdem sie irgendwie verstanden hat, dass ich ihr Freund sein möchte, traut sie sich das alles auch endlich. Dann streichelt sie zwischendurch mein Fell und fühlt, wie weich das ist.
Als ich dann sauber war, ging die Gaudi los: ich wurde angemalt! Gut, dass mein Mädchen mir eine große Portion Heu vor die Nase gestellt hatte zwecks Steigerung meiner Geduld. Denn so ein Kunstwerk ist ja nicht in 5 Minuten fertig! Mit Fingerfarben hat meine winzige Freundin mich dekoriert und mein Mädchen hat sich nicht lumpen lassen und selbst auch mit gemalt. Es gab Handabdrücke von beiden, eine schöne Sonne, ein Herz und Richtungsangaben. Auf der anderen Seite wollte meine winzige Freundin mir die Deutschlandfahne aufmalen. Mein Mädchen hat dann darauf hingewiesen, dass ich ja ein multinationales Pony bin, und so kamen die schottische Fahne als Sinnbild für meine genetische Herkunft und die dänische für mein Geburtsland auch gleich noch mit auf meinen Pelz. Gut, dass ich schon fast weiß bin, denn es gab keine weiße Fingerfarbe und so musste mein Hintergrundpelz dafür ausreichen. Ins Wallehaar bekam ich hintenrum ein paar schöne bunte Strähnen und vorne in die Mähne zwei dekorativ eingesteckte Federn.
Anschließend noch das Highlight: 2 Fußabdrücke von meiner winzigen Freundin! Als sie mir ihren Fuß an den Hintern gedrückt hat, bin ich brav zur Seite gegangen – so hab ich das gelernt, wenn da jemand drückt, soll ich rumgehen! Diesmal war es wohl doch irgendwie falsch, aber niemand hat mir das übel genommen und der Fußabdruck ist trotzdem schön geworden.
Die beiden Mädchen haben ihr Werk gebührend bewundert und ich habe darauf hingewiesen, dass mein Heu weggefuttert ist. Also gab es noch zwei Möhren von meiner winzigen Freundin und dann wurde ich – bunt wie ich war – in den Stall entlassen. Meine winzige Freundin hat darüber spekuliert, wie die anderen Pferde meine Bemalung finden werden. Aber das bleibt unser Geheimnis!




Abends, als es abkühlte und der Reitplatz im Schatten lag, kam mein Mädchen dann zum Reiten. Und wie sie mich da so bunt gesehen hat, wurde ihr gleich ganz lustig zumute und sie ist auf meinem Rücken herumgeturnt wie so ein Clown. Ich hab gut auf sie aufgepasst und bin immer sofort stehengeblieben, wenn sie auch nur im Geringsten das Gleichgewicht verloren hat. Das ist mein Job! Fand mein Mädchen auch wieder sehr süß. Als sie genug geturnt hatte, sind wir dann noch normal geritten und sie war mal wieder stolz darauf, wie schön ich mich inzwischen bewegen kann.

Danach war ich schwitzig und mein Mädchen hat mich abgeduscht – da ging es hin, das schöne Kunstwerk! Nur die schönen bunten Strähnen im Schweif, die hab ich noch behalten, weil sie mir so gut gefallen. Mein Mädchen überlegt jetzt, mir mal den ganzen Schweif mit der Fingerfarbe regenbogenbunt zu machen. Aber das ist vielleicht was für den nächsten richtig heißen Tag und der kommt hoffentlich erst nächstes Jahr! Jetzt geht es erstmal in den Endspurt für die Distanzritt-Vorbereitung, ich soll noch viel Gymnastik machen, damit meine Muskeln schön locker sind und ich schnurgerade bin und nicht etwa schief und verspannt auf die Strecke starte. Außerdem soll ich noch Klebis unter die Hufe kriegen, hat mein Mädchen ganz spontan besclhlossen und alles ganz kurzfristig organisiert – hoffentlich klappt das dann auch! Und sie muss noch einen Paddockzaun vorbereiten und am Sattel zwei, drei Kleinigkeiten erledigen…. Halt dich ran, mein Mädchen! ICH bin fit!
Euer bunter Sir Duncan Dhu of Nakel
P.S.: was meint ihr: bunter Schweif für den Distanzritt? Wäre auch schön, oder? Soll ich meine winzige Freundin fragen, ob sie ihre Farben nochmal mitbringt?