Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 24. Juli 2026

Nachdem also am Sonntag meine Hüfte wieder weich geknetet worden war, ging es am Montag mit dem Ausreitkumpel los. Diesmal waren auch mal wieder zwei Hunde mit, das hatten wir lange nicht.

Parken am Ponyhof und dann auf die vertraute 10km- Runde. Mein Mädchen hatte Kopfschmerzen und war daher nicht so ganz gut drauf, aber sie meinte, ich bin ja wohl voll erwachsen und kann mal die Verantwortung übernehmen. Klar kann ich das! Damit ich mich nicht wieder mit meiner Hüfte verklemme, hatte sie diesmal gleich eine Gerte mit und hat mit mir geübt, seitwärts zu gehen und schön den Rücken schwingen zu lassen. Ging gut! Wir sind munter getrabt und ich hab sogar einen Rechtsgalopp spendiert, einfach so, worüber mein Mädchen sich sehr gefreut hat. Als wir die Hälfte der Strecke geschafft hatten, brauchte mein Mädchen eine Schrittpause und die Hunde waren dafür auch ganz dankbar, denen war schon ganz schön warm geworden. Mein Mädchen hatte schon wieder Lust auf ein Eis und hat einfach ihren Standort und ein Foto von uns allen an die „Eisdiele“ geschickt, in der Hoffnung, dass diese Botschaft verstanden wird. Und sie wurde verstanden!

Noch ein kleiner Trab und ein kleiner Galopp, aber dann waren die Hunde doch am Ende. Es war wärmer als gedacht und diese merkwürdigen Geschöpfe können ja gar nicht schwitzen! Eine völlige Fehlkonstruktion, wenn ihr mich fragt. So hechelten sie vor sich hin und wir sind Schritt gegangen, bis die kleinen Vierbeiner wieder zu Atem gekommen waren.

Mein Mädchen meinte, sie hätte gern nochmal einen Rechtsgalopp, der Ausreitkumpel ist also im ruhigen Trab geblieben und wir haben den Rechtsgalopp gesucht. Haben ihn aber nicht gefunden. Also musste ich wieder durchparieren und neu angaloppieren. Wieder links! Durchparieren, angaloppieren. Linksgalopp! Jetzt wurde es mir aber zu blöd. Ich will galoppieren, und ob das rechts oder links ist, ist mir wumpe! Mein Mädchen wurde sauer, ich soll durchparieren, wenn sie das sagt. Menno. Hab dann durchpariert, durfte neu angaloppieren und dann eben im Linksgalopp weiter, weil sie eingesehen hat, dass das so nichts wird.  Geht doch! Also noch ein schönes Stück Galopp mit leicht verunsichertem Mädchen, die sich wieder mal fragte, ob ich einfach nur ganz schnell zurück zur Wackelkiste will und deswegen vergesse, zu bremsen. Aber diese Frage klärte sich kurze Zeit später, genau genommen an der nächsten Kreuzung:

Sag mal, mein Mädchen, hier könnte man doch eigentlich auch mal links abbiegen, oder? Da waren wir doch noch nie? Mein Mädchen hat schon wieder gelacht, weil ich – trotz klarer Heimwärts-Richtung und obwohl der Ausreitkumpel an mir vorbei schon geradeaus gegangen war, einfach links abgebogen bin. Sie hat mich gewendet und gesagt, es sei dringend Zeit, dass wir mal einen Ausritt machen, bei dem ICH den Weg bestimmen darf. Ja, das möchte ich so gern mal machen! Also hat sie mir versprochen, dass wir das demnächst angehen werden. Jedenfalls war sie nun sicher, dass ich NICHT einfach nur schnell zurück will, auch wenn ich mal die Bremse etwas ignoriere.

Kurze Zeit später kamen wir dann an unserer privaten Eisdiele an. Das kenne ich ja nun schon! Da steht die Kundin von meinem Mädchen mit ihrer kleinen Tochter, zwei Stühle und dann dieser leckere Vorgarten! Während die Mädchen Eis geschlemmt haben, durften wir Ponys mähen. Ich habe mir mit großer Sorgfalt die leckersten Halme rausgesucht, während mein Ausreitkumpel sich mehr für den Regenschirm interessiert hat, den das kleine Mädchen hatte.

Als schließlich das Eis weggeschleckt war, hieß es, dass wir nach Hause gehen. Aber ich bin doch gar nicht fertig mit mähen! Keine Lust!

Ich will aber noch gar nicht weg!

Schließlich habe ich mich doch überreden lassen und wir wurden sogar noch von dem kleinen Mädchen und ihrer Mama Richtung Wackelkiste begleitet. Wie nett!

Insgesamt ein gelungener Ausritt, aber ich finde, es wird Zeit für ein paar neue Wege und hoffe, dass mein Mädchen ihr Versprechen bald einlöst.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel auf der Suche nach spannenden neuen Wegen

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