Nach dem Ausritt am Samstag kam mein Mädchen am Sonntagmorgen sogar NOCH früher. Was ist los mit ihr?
Diesmal stand etwas anderes auf dem Programm. Unsere werte Schneidermeisterin kam zu Besuch und die machte die Beifahrerin auf der Kutsche. So konnte Diego die Kutsche ziehen mit dem Mann und der Schneidermeisterin drauf, während ich mein Mädchen tragen durfte. Das war eine schöne Lösung, gemeinsam los zu ziehen!
Aber vorab habe ich meine neu aufgepimpten Hufschuhe anbekommen.
Ich habe ja letztes Jahr neue Sandalen bekommen, das sind die einzigen, die ich bisher nicht abgetreten habe beim Galoppieren. Die werden in Einzelteilen geliefert und dann kann man sich die selbst zusammenbauen, genau passend für das eigene Pferd. So weit, so praktisch! Aber schon beim Zusammenbau hatte mein Mädchen Bedenken, ob das wohl alles so haltbar ist. Und tatsächlich: schon nach 370km, die ich mit den Schuhen zurückgelegt habe, ist das Profil komplett runtergerockt und die Schrauben von den Seitenteilen teilweise abgelaufen. Das findet mein Mädchen richtig blöde! Eigentlich sollten Hufschuhe mindestens 1000km schaffen. Also hat sie überlegt, was zu tun sei und im Internet einen tollen Tipp gefunden. Andere Sohlen drunter bauen! Und so haben der Mann und sie am Wochenende geschraubt, geflucht, wieder auseinandergeschraubt, anders zusammengeschraubt und bei mir anprobiert und am Sonntag durfte ich das neue Konstrukt dann testen. Und bei der Gelegenheit auch die neu erworbenen Hinterhufschuhe (noch mit Originalsohle) ausprobieren.

Da wir mit der Kutsche viel auf Asphalt unterwegs sind, aber auch nicht immer nur Schritt gehen wollen, haben Diego und ich in den vorderen Hufschuhen „Sporteinlagen“, die alles gut dämpfen. Damit können wir wie auf Wolken über den harten Boden schweben.

So, nun war ich also angezogen mit meinen neuen Schuhen, Sattel, Zebradecke, Fliegenmaske. Diego war auch komplett ausstaffiert und die Kutsche an ihm festgetüddelt und also ging es los! Der Mann und mein Mädchen hatten noch etwas anderes Neues auszuprobieren: Headsets! Mein Mädchen hatte nämlich auf dem Kurs mit der Reitmeisterin immer so ein paar Kopfhörer auf, so dass Frau Reitmeisterin entspannt am Rand sitzen und leise sprechen konnte, und mein Mädchen sie gut gehört hat. Das fand mein Mädchen so patent, dass sie das für ihren eigenen Unterricht auch wollte und ist direkt shoppen gegangen. Und der Testlauf war jetzt unser gemeinsamer Ausflug, denn da ist das auch sehr praktisch, wenn man sich nicht immer so anbrüllen muss. So konnten die Menschen sich immer ganz leicht absprechen, auch wenn der Abstand zwischen uns mal größer wurde. Überhaupt: der Abstand! Diego und ich müssen jetzt viel mehr Abstand halten, wegen der Kutsche. Ich darf da nicht so dicht ran, damit wir nicht zusammenstoßen, falls einer von uns doch mal unverhofft einen kleinen Hüpfer machen sollte. Das gilt es dringend zu beachten, sagt mein Mädchen.
Dafür, dass wir das erst das zweite Mal überhaupt so gemacht haben, ging das wirklich sehr, sehr fein in dieser Kombination! Und mit meinen neu besohlten Schuhen lief es sich sehr gut, muss ich sagen, ich war hoch zufrieden, die gehen jetzt in den Langzeittest. Wir sind schöne 10km gefahren/geritten und weil es noch so früh am Tage war, waren die Bremsen noch am schlafen (mein Mädchen war darauf leicht neidisch). Diego und ich haben alles perfekt richtig gemacht und die Schneidermeisterin hat in einer Tour davon geschwärmt, was Diego für ein toller Kerl ist. Mein Mädchen hat mir dann immer zugeflüstert, dass ich auch ein toller Kerl bin! Danke, mein Mädchen, das höre ich stets gern.

Als wir nach Hause kamen, waren leider auch die Bremsen aufgewacht und hatten uns als Frühstück auserkoren, aber zum Glück gab es dann ja nur noch eine schnelle Dusche, bevor wir uns im Stall verstecken konnten, um den Biestern zu entgehen. Schön war das und verlangt nach einer Wiederholung!
Euer Kutschbegleitpferd Sir Duncan Dhu of Nakel