Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 400

Wisst ihr noch, als ich mich verzählt habe und schon einmal einen 400. Tagebucheintrag gemacht habe? Es gibt jetzt einfach noch einen, weil es so schön passt. Wo ich euch doch heute von meinem Geburtstag berichte! Das ist ja schließlich auch eine 400 wert.

Gestern bin ich nämlich 5 Jahre alt geworden! Also erwachsen (finde ich). Zumindest fast (findet mein Mädchen). Und so ein Geburtstag muss natürlich gebührend gefeiert werden. Mit Ausflug! Also war ich – ganz und gar außer der Reihe – mit dem Ausreitkumpel verabredet. Und mit ihm zusammen bin ich zu Ritter Willibald gewackelt worden. Mein Mädchen dachte, da ich beide – den Ausreitkumpel und Ritter Willibald – ja schon kenne, wird es keine Probleme geben. Aber ich gestehe, ich fand das doch enorm aufregend mit den beiden zusammen unterwegs zu sein! Ich wollte gern beide im Blick behalten und wenn dann einer vor und einer hinter mir war, oder einer rechts und einer links, das hat mich ganz wuschig gemacht. Naja ich hab mich natürlich trotzdem gut benommen (mein Mädchen sagt „fast gut“).

Dann kamen wir an eine Stelle im Wald, wo plötzlich zwei weiße Rinder direkt am Weg standen. Nun hab ich ja normalerweise nicht so ein Thema mit Rindern und Willibald und mein Spaziergehkumpel auch nicht aber diese Rinder fanden wir alle drei etwas gruselig. Die standen da so und haben uns angestarrt und sich nicht bewegt! Schließlich ist Ritter Willibald dann vorneweg gegangen, so einen kleinen, steilen Waldweg runter. Mein Ausreitkumpel hat sich auch getraut und ich wollte dann hinterher. Aber ich war so auf die Rinder fixiert, dass ich einen Stein übersehen hatte, vor dem hab ich mich dann ordentlich erschreckt. Und weil mein Mädchen gar nicht leiden kann, wenn ich den steilen, schmalen Pfad nicht ruhig und konzentriert runter gehe, ist sie lieber abgestiegen, so wie letztes Mal (da waren die Rinder noch nicht an diesem Weg, aber es war ihr trotzdem zu steil).

Als wir den Berg runter waren, meinte das Mädchen von Ritter Willibald, wir könnten uns die Rinder nochmal ansehen wenn wir wollen. Das wollte mein Mädchen gern, damit ich nochmal feststellen kann, dass die doch wirklich ungefährlich sind. Also über einen anderen schmalen Pfad den Berg wieder rauf, an der Rinderkoppel entlang und da oben standen sie noch und haben uns wieder so angeglotzt! Ritter Willibald – der mutige Gigant – hat sich das von nahem angeschaut. Dann fanden mein Ausreitkumpel und ich das auch ok – letztendlich sind es ja doch eben nur Rinder, wenn sie auch ein bisschen komisch drauf sind. So und dann den Berg wieder runter. Das ist da in diesem Wald irgendwie so….

Ritter Willibald traut sich was!

Etwas weiter ist mein Mädchen dann wieder aufgestiegen und weiter ging die Tour. Weil ich so aufgeregt war, wenn ich meine beiden Begleiter vor oder neben mir hatte, durfte ich vorneweg gehen und hab das auch super gemacht. Nur zwischendurch, wenn nicht so klar war, wo der Weg lang geht (man, das ist vielleicht ein Abenteuerwald! Ich finde das toll. Mein Mädchen macht das immer nervös. Als ob ich sowas nicht könnte!), ist Ritter Willibald vorneweg gegangen. Wir kamen dann auch wieder an den Fluss wo ich letztes Mal so mutig vorweg geschwommen (na gut: gegangen) bin. Willi ist da so durch marschiert und mein Mädchen fand ich sollte warten bis er drüben ist, damit ich sehen kann wo es hin geht. Da hatte ich es einfach eilig und hab das mit zwei großen Sätzen erledigt. Nur, dass dann schon wieder einer meiner hinteren Hufschuhe einfach stehen geblieben ist. (Neue Schuhe sind bestellt aber noch nicht geliefert. Hoffentlich hat das dann ein Ende!). Mein Mädchen ist also abgestiegen, aber das Mädchen vom Ausreitkumpel war auch schon abgestiegen um den Schuh einzusammeln. Mein Ausreitkumpel war von meinem eleganten Sprung über den Fluss inspiriert und hat es mir nachgemacht. Dabei ist er ein bisschen in sein Mädchen rein gesprungen, die dann doch dezent sauer war. Jedenfalls haben die beiden den Fluss dann nochmal geübt, während mein Mädchen mir den Schuh angezogen hat. Mein Mädchen hat gesagt, wir üben den Fluss nicht, weil sie ja weiß, dass ich das besser kann wenn ich nicht so aufgeregt bin.

Mein Ausreitkumpel übt den Fluss

Nun waren wir wieder auf dem Rückweg und ich bin noch ein bisschen hinten gelaufen – das ging. Wenn Willibald vorne und mein Ausreitkumpel dahinter waren, konnte ich einfach meinem Ausreitkumpel hinterher laufen, das war ok.

Wir kamen wieder an einem tief hängenden Zweig vorbei, den wir noch vom letzten Mal kannten. Aber letztes Mal konnte mein Mädchen da noch fas aufrecht drunter her reiten, jetzt hängt der Zweig noch tiefer, so dass wir uns da ordentlich durchs Gebüsch schlagen mussten. Ich kann das natürlich. Und weil ich es so toll konnte, durfte ich es gleich nochmal machen: fürs Video. Da hatte ich mir nun aber überlegt, dass ich ja mal die gute alte Taktik probieren könnte. Wo kein Weg ist, muss man eben einen machen! Und ich bin schließlich Förster von Beruf! Wollte mir den Weg einfach frei fressen. Mein Mädchen meinte aber, das würde doch wohl zu lange dauern. Trotzdem fand sie, ich hab das super gemacht.

Ich bin Förster von Beruf…

Zum Schluss war dann nochmal ein kleiner Trab den Berg hoch angesagt und da wollte ich wieder weiter nach vorn. Durfte ich auch und wie ich Willibald so überhole, denke ich mir: so ein kleines Wettrennen zum Abschluss vielleicht? Aber mein Mädchen fand diese Idee ganz und gar nicht witzig. Traben sollte ich bitteschön. Und dann wurde dieser Berg auch wahrlich etwas steiler als ich gedacht hatte, so dass ich nochmal ordentlich die Pobacken zusammen kneifen musste, um da rauf zu kommen. Mein Mädchen war überrascht, wie viel Kraft ich nach alle dem auf und ab und der Aufregung noch hatte. Tja, ich hab ja auch trainiert!

Oben angekommen ist sie dann abgestiegen und hat gesagt, sie hatte genug Aufregung für heute und geht den Rest zu Fuß. Und da war sie auch froh drum, denn eine Aufregung kam noch! Da waren zwei klitzekleine Ponys auf einer Weide, die waren kleiner als unser Caruso, und die fanden es toll dass wir da vorbei gekommen sind und haben ein bisschen Party gemacht! Ich konnte das aber noch ganz gut weg stecken, auch wenn ich schon reichlich kopfmüde war.

Willibald ist dann nach hause abgebogen, das fand ich sehr schade, und wir sind zur Wackelkiste weiter gegangen, wo wir noch ein bisschen grasen durften vor dem Einsteigen. Ich war wirklich ganz schön kopfmüde, aber mein Körper hätte noch gut weiter gekonnt. 7,8km fast nur Schritt sind nicht mehr so eine große Herausforderung, auch wenn es viel bergauf und bergab ist. Und so plant mein Mädchen jetzt eine große Sonntagsrunde mit Diego. Der hat ja so einen schnellen Schritt, da muss ich mich ordentlich ins Zeug legen um mitzukommen und sie meint, es wird mir gut tut, mich mal im Schritt auszutoben und nicht immer so viel an Galopp zu denken. Ich werde wieder nicht gefragt, wie immer. Menno. Galopp ist doch viel lustiger als Schritt!

Jedenfalls war das ein toller Ausflug und alle Menschen fanden, dass ich das für meine 5 Jahre doch insgesamt sehr ordentlich mache. Sogar mein Mädchen fand das nachher, als sie sich wieder etwas entspannt hatte.

Abends haben wir dann zu hause noch eine Möhrenparty für alle gemacht. Der Mann hat Musik laufen lassen, weil er nicht selbst ein Ständchen singen wollte. Das fand ich sehr interessant! Bin immer hinter ihm und der Musik her gelaufen. Und mein Mädchen hat Möhren geworfen, die wir Ponys uns dann eingesammelt haben. Leckerleckerlecker!

Möhren- Party!

Jetzt muss ich ein Jahr auf den nächsten Geburtstag warten, das ist ein bisschen schade. Aber mein Mädchen sagt, wir füllen das Jahr mit Abenteuern und das klingt doch sehr vielversprechend! Sie ist ganz gespannt, wo ich in dem Jahr so hin wachse und was wir noch alles feines lernen. Ich bin gespannt, welche neuen Wege sie mir zeigt.

Ich hoffe, ihr bleibt mir gewogen, meine lieben Leser! Und ihr wisst ja, an wen ich an meinem Geburtstag auch immer denke: an die Pferde, die keine Abenteuer erleben, sondern hart arbeiten müssen. Bitte spendet ein paar Möhren an meine armen Kollegen. Danke!

Euer 5 Jahre alter Sir Duncan Dhu of Nakel

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