Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 379

Gestern hatte mein Mädchen Geburtstag! Und wenn man Geburtstag hat, bekommt man Geschenke. Und mein Mädchen bekommt IMMER Geschenke, die mit uns Ponys zu tun haben. Aber der Reihe nach.

Erst mal ist gratulieren dran. Mein Freund, der schöne Spanier, der uns schon ein paar mal besucht hat, hat sich ganz was lustiges überlegt, um meinem Mädchen zu gratulieren, schaut mal:

Der schöne Spanier hat einen tollen Geburtstags- Gruß geschickt!

Übrigens hat mein Mädchen mir erzählt, dass wir bald mit ihm zum ausreiten verabredet sind! Das ist soooo spannend, da freue ich mich jetzt schon drauf!

Naja, zurück zum Thema. Nachdem der Spanier also so vorgelegt hatte, hab ich schnell überlegt, was ich meinem Mädchen schenken könnte zu ihrem Ehrentag. Und die Gelegenheit kam ganz von selbst! Es war nämlich sehr heiß und deswegen waren wir tagsüber nicht auf dem Reitplatz sondern sind lieber in der Halle ein bisschen wippen gegangen. Und da hab ich mir gedacht: zum Geburtstag schenke ich meinem Mädchen zwei neue Ideen, wie ich die Wippe noch benutzen könnte.

Ich könnte rückwärts auf die Wippe drauf gehen, was hältst du davon, mein Mädchen?

Guck, Mädchen, ich könnte doch mal rückwärts auf die Wippe gehen!

Und ich könnte auf der Wippe mal das machen, was wir auf dem Steg immer üben: Quer drauf gehen, dann die Vorderhufe vorne runter nehmen und dann rückwärts die Vorderhufe wieder drauf! Ich gebe zu: das ist eine echte Herausforderung! Mein Mädchen sagt, sie hätte sich niemals getraut, mir das vorzuschlagen. Deswegen war es ja auch ein Geschenk von mir, dass ich das von selbst versucht – und geschafft! – habe. Sie war seeeeeehr beeindruckt davon, wie gut ich meine vier Füße im Griff habe und wie toll meine Balance ist. Ich bin eben der Beste!

Nachdem ich ihr spontan gezeigt hatte, dass ich das kann, hat mein Mädchen mich gefragt, ob ich es vielleicht für die Kamera wiederholen kann. Klar kann ich!

Vom Mann hat sie ein komisches Geschenk bekommen: eine 3 Meter lange, runde Holzstange! Sieht aus wie ein überdimensionierter Besenstiel, ist aber was ganz anderes! Diego kannte das schon. Das nimmt der Reiter in die Hand und dann können Reiter und Pferd allerhand spektakuläre Dinge damit tun. Garrocha heißt das komische Teil.

Aber wie es immer so ist: vor den spektakulären Dingen (für die man mal wieder jahrelang üben muss, bis man sie kann), kommt die Basis. Und die Basis für mich ist, dass ich mich nicht fürchten soll, vor dem Ding.

Also im Grunde graut´s mir ja vor nix, aber manchmal sind Dinge schon etwas erschreckend. Auffliegende Vögel zum Beispiel. Oder Autobahnbrücken. Jeder hat eben seine Schwächen! Das gute an der Garrocha ist: ich kann sie mir in Ruhe anschauen. Und mein Mädchen ist dann immer so froh, dass wir Diego haben, der macht mir einfach erst mal vor wie das geht, ich schau mir das an und dann hab ich es theoretisch schon voll drauf bevor es an die Praxis geht.

Ich soll still stehen. Ey, du hat mich angestoßen!

Dann hat mein Mädchen mich geführt und die Garrocha neben sich her gezogen. Dabei hat sie gesungen

Ich gehe mit meiner Garrocha
und meine Garrocha mit mir
und auf der anderen Seite
da geht das wi-hi-lde Tier.

Naja, wenn sie so einen Quatsch singt, kann ich mich wirklich nicht mehr fürchten. Also ist sie dann auch gleich aufgestiegen und hat die Garrocha von oben neben sich her gezogen. Ich war einen Hauch verunsichert, aber nur einen Hauch. Sie hat mir gut zugeredet und fand, dass ich ganz toll mit meiner Verunsicherung umgegangen bin und fein mit ihr kommuniziert habe.

Ganz schön laut, diese Garrocha! Später können wir spektakuläre Dinge damit tun, hat mein Mädchen versprochen!

Zack! Mädchen stolz und glücklich. Schnell Feierabend machen und ab geht´s auf die Weide. Geburtstag vorbei! Und wisst ihr, wer als nächstes Geburtstag hat? ICH! Mal sehen was es da schönes gibt. Auf jeden Fall Möhrenparty für mich und meine Freunde!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

P.S. Wenn ihr meinem Mädchen ein Geburtstags-Geschenk machen wollt, seid bitte so lieb und spendet einen kleinen Obulus für meine Freunde weiter im Osten, die noch wirklich hart arbeiten müssen für ihr Futter und nicht so ein Luxus-Leben führen können wie ich. Die guten Menschen von Equiwent helfen dort nicht nur den Pferden, sondern auch den Menschen, ein besseres Leben führen zu können. Danke!

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