Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 364

Gestern war ja wieder Sonntagsausflug. Und nach dem Höllentrip letzte Woche hatten wir alle dringenden Romantik-Bedarf. Also hat mein Mädchen die allerromantischste-Lieblingsstrecke raus gesucht und um ein Stück erweitert, so dass wir 13 km allerfeinste Idylle vor uns hatten. Diesmal hatte sie auch Zeit und Ruhe um euch davon ein kleines Filmchen zu machen. Das stellt ich euch jetzt so knapp 3 Stunden lang vor, das passt dann schon.

Für euch ein kleiner Ausschnitt vom Genuss.

Die Wälder hier bei uns sind immer wie leer gefegt, da ist man oft 3 Stunden unterwegs ohne einen einzigen Menschen zu treffen. Oder vielleicht mal einen mit Hund. Gestern waren es 2 Radfahrer, einer mit zwei Hunden und dann etwas ganz kurioses: zwei Reiter die in einiger Entfernung vor uns her ritten! Hui, Reiter treffen wir sonst nie (und verstehen nicht warum)! Jetzt war ich aber aufgeregt, da wollte ich doch hin! Mein Mädchen meinte, da können wir direkt das mit den Gangarten üben. Die will sie ja bestimmen (weswegen ich am Dienstag nicht galoppieren durfte). Also ich durfte Schritt gehen so schnell ich wollte, aber nicht antraben. Mein Mädchen und der Mann haben gelacht und gestaunt wie schnell ich Schritt gehen kann, wenn es drauf ankommt! (Eine Gemeinheit: egal wie schnell ich Schritt gehe, Diego kann es NOCH SCHNELLER und sieht dabei völlig lässig und entspannt aus, während ich mich abmühe). Und wirklich waren wir so schnell, dass wir den Reitern immer näher kamen. Als klar wurde, dass die da abbiegen, wo wir auch abbiegen wollen, haben wir Plan B gewählt und eine schöne Graspause gemacht. Da konnte ich die fremden Pferde dann auch schnell vergessen und habe mich ganz der Betankung gewidmet. Die war nach dem Turbo-Schritt auch wirklich nötig!

Als es weiter ging, waren die anderen Pferde weg und wir haben sie auch nicht wieder gesehen. Wir sind einfach weiter schön durch den Wald getingelt, die Sonne schien, die Temperatur war nett – noch nicht zu warm – wir Ponys waren gut drauf und mein Mädchen hat sich die ganze Zeit gefreut, wie fit ich geworden bin.

Sooo glücklich ist mein Mädchen mit mir! (An der Sache mit der Satteltasche arbeiten wir noch)

Wir sind dann auch noch ein Stück getrabt – Diego vorne weg – und da haben wir wieder Gangarten-Trennung geübt: kein Galopp erlaubt! Oha, da musste ich aber wirklich lange Füße machen um mitzukommen. Mein Mädchen hat die Feinregulierung eingestellt: Gas geben, aber nur so, dass ich im Trab bleibe. Wenn ich Galopp andeute, sofort leicht bremsen, aber dann auch wieder Gas geben. Nach einer Weile wurde es besser, da hatten wir es beide raus und mein Mädchen war zufrieden. Ich persönlich hätte Galopp ja gemütlicher gefunden aber sie meint, es wird im Trab so sein wie im Schritt: wenn ich es übe, kann ich es nachher auch schneller und das ist praktisch. Na, wenn sie meint. Hauptsache laufen!

Zwischendurch ist sie dann noch ein Stück zu Fuß gegangen wo der Weg sehr steinig war. Aber diesmal war das nicht so lang, weil wir den Weg schlauer eingeteilt hatten als letztes Mal.

Am Ende haben wir noch den Grabstein vom Waldgespenst fotografiert, damit ihr das auch mal seht. Ihr Menschen glaubt uns Ponys ja nie, wenn wir Gespenster sehen, aber es gibt sie überall! So auch hier. Dieses ist aber ein nettes, vor dem fürchten wir uns nicht. Aus irgendeinem Grund wurde der freundliche Herr Schulz anscheinend im Wald begraben, das finden unsere Menschen sehr kurios. Ich finde das einleuchtend, er wollte eben Waldgespenst werden und er macht das verdammt gut. Sein Wald ist wunderschön!

Hier liegt das freundliche Waldgespenst.

Als wir dann zurück an der Wackelkiste waren und schon am absatteln, kam plötzlich NOCH ein Pferd vorbei! Das war ja schon Hochbetrieb, 3 Pferde an einem Tag zu treffen! Ich war völlig fasziniert. Aber seit ich kein ganzer Mann mehr bin, regt mich das nicht mehr so schlimm auf. Ich möchte nur gern Freunde werden mit allen, was ich leider nicht darf. Schade! Aber so ist es, wenn man als Pony in der Menschenwelt wohnt. Dafür haben wir hier anderen Luxus, zum Beispiel unsere grandiose Wackelkiste, in der sich dann wieder eine ordentliche Portion Heu fand zum einverleiben nach dem Ritt, während wir nach hause gewackelt wurden.

Ach, schön wars.

Euer romantischer Sir Duncan Dhu of Nakel

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