Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 14. Oktober 2026

Nach dem vielen Regen am Wochenende kam dann am Montag die Sonne raus. Ich hatte eigentlich geplant, den Vormittag mit Wärme-Tanken im Halbschlaf zu verbummeln, aber wie mein Mädchen immer sagt: sie hat halt nur Zeit, wenn sie Zeit hat. Also kam sie mit dem Halfter. Auch gut! Vor allem, weil die Wackelkiste mit einer schönen Heu-Portion bereitstand. Leckerleckerlecker!

Wir sind an einen mir wohlbekannten Ort gefahren. Hier kenne ich mich aus! Da geht’s den schönen Reitweg lang rüber ins nächste Dorf. Mein Mädchen war bestens gelaunt und ich hab vorm Satteln schon alles nötige erledigt (Feststoff- und Flüssigkeits-Entsorgung).

Dann ging es los, mein Mädchen zu Fuß, weil sie den Eindruck hatte, dass ich nach dem verregneten, kalten Wochenende doch ein bisschen steif sein könnte. Ich war vor allem halt eher auf ein Nickerchen in der Sonne eingestellt… sie meinte aber, der Spaß kommt schon, wenn wir einfach losgehen und wir könnten ja langsam machen. Und das haben wir dann auch getan und tatsächlich hatte ich dann doch Lust. Ganz gemächlich, bisschen ruhiger Trab, viel Schritt und gelegentlich haben wir mal ausprobiert, ob ich den Rechtsgalopp finde (ja, aber ich kann ihn nicht lang halten).

Feinstes Herbstwetter

Den schönen Reitweg entlang, dann hinterm Dorf rum (mein Mädchen fand, wir müssen noch nicht unbedingt allein durchs Dorf) und von dort kommt man in den Sicherheitswald, der leider immer weiter geschottert wurde. Aber so lange man im Schritt unterwegs ist stört das ja auch nicht so groß. Wir waren also entspannt am Bummeln als wir plötzlich – mitten im Wald! – Mopeds hörten! Da kamen drei Männer auf so kleinen Brumm-Maschinen um die Ecke. Wir waren gerade am Überlegen, wie wir vorgehen, da machen die plötzlich alle ihre Motoren aus und stellen sich in einer Reihe hintereinander auf! Jetzt war mein Mädchen aber baff. „Geht das so?“ hat der eine ihr zugerufen und sie meinte, „ja klar, locker!“. Ich bin dann hingegangen und wurde fröhlich mit „Hallo, Fury!“ begrüßt, was ich überaus charmant fand. Habe gefragt, ob wohl einer der netten Herren einen Keks für mich hätte, aber irgendwie nicht. Naja, nette Worte und ein Nasenstreichler waren aber doch drin, bevor es weiterging. Mein Mädchen hat sich doll bedankt und riesig gefreut über so viel Nettigkeit.

Überhaupt waren alle Menschen sehr nett, vielleicht weil die Sonne so schön schien – wer weiß? Ich durfte ein paar mal den Weg aussuchen (warte mal, hier stand doch sonst die Wackelkiste? Ach nein, die parkt ja woanders und kann sich – zumindest in den allermeisten Fällen – nicht alleine bewegen). Mein Mädchen hat sich sooooo doll gefreut, dass wir jetzt schon so selbstverständlich gemeinsam unterwegs sind und ich kein Problem mehr habe mit mangelnder Pferdegesellschaft.

Der Wald war aber wirklich kühl und dunkel!

Schließlich kamen wir aus dem kalten Wald wieder raus in die Sonne und mein Mädchen hat mir eine Graspause gegönnt. Ach, das war schön, in der Sonne stehen und schmausen! Da wollte ich eigentlich gar nicht so recht weitergehen, aber das musste leider sein, weil mein Mädchen abends noch einen Termin hatte und genug Zeit einplanen wollte. Also ein Stück zu Fuß die Straße lang (da war aber nix los), dann wieder aufsteigen und zurück zur Wackelkiste. Ganz nostalgisch wurde uns an der einen Stelle, als mein Mädchen mich daran erinnert hat, dass ich sowas mal gruselig fand, wenn die Straße über fließendes Wasser führt. Ja, da war ich noch viel kleiner, viel dunkler und viel unerfahrener!

Graspause in der Sonne

Schließlich waren wir zurück an der Wackelkiste und es ging wieder nach hause. Fast 3 Stunden waren wir unterwegs und haben 16,4 km Strecke gemacht. Mein Mädchen meinte, die Zeit sei ihr wie im Flug vergangen und sie könnte gar nicht genug davon bekommen, mit mir alleine loszuziehen. Ohne sich mit irgendwem absprechen zu müssen, ohne Zeitdruck und in unserem eigenen Tempo – je nach Tagesform und Laune. Sie und ich hoffen beide sehr, dass wir das auch im Winter gut hinkriegen, damit wir nicht so aus der Übung kommen. Das hängt halt vor allem vom Wetter ab, wir werden sehen!

Zu hause angekommen hab ich mir ne schöne Panade gegönnt und am Dienstag hab ich dann das mit der Sonne und dem Schläfchen nachgeholt, da hatte mein Mädchen eh keine Zeit.

Die nächsten 3 Ausritte sind mit Begleitung schon gebucht, mal sehen was mir da an Abenteuer geboten wird, ich werde berichten!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel im Herbst-Genießer-Modus

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