Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 20.6.2026

Mein Mädchen sagt, was unter anderem gegen Trauer hilft, sind schöne Ausflüge. Und ich muss sagen, da hat sie vollkommen recht! Als wir über unseren ersten Schreck, dass unser Merlin nicht mehr da ist, hinweg waren, hat sie daher die Hufschuhe wieder ausgepackt und die Wackelkiste flottgemacht. Abenteuer! Ich wurde ziemlich lang gewackelt und kam auf einem mir unbekannten Hof raus. Sah aber nett aus und vor allem wuchs da Gras. Mein Mädchen hat mich an der Wackelkiste angebunden und gemeint, ich könnte das Gras unter meinen Füßen ignorieren. Hallo? Auf gar keinen Fall! Und wenn man genug am Anbinder herumzergelt, gibt der irgendwann schon nach. Siehst du? Zack – Karabiner kaputt, Weg zum Gras frei. Kein Problem! Mein Mädchen hat geschimpft wie ein Rohrspatz und der Mann musste als Ponybändiger herhalten. Jetzt war leider Schluss mit lustig, ich durfte nix mehr essen! Verdammt.

Dann tauchte ein kleines Pony auf der Bildfläche auf. So ein Caruso-Verschnitt. Und dem wurden Räder angeschnallt – also ein Sitz auf Rädern. Ich weiß nicht, so richtig nach Kutsche sah das nicht aus, eher wie ein rollender Sessel. Aber gut, mir ja egal. Und schon ging es gemeinsam los! Der Zwerg vorneweg, wir hinterher. Ab in den Wald! Es war kühl und windig und ich war gut drauf. Das kleine Pony hat erstmal gezeigt, dass es trotz halb so langer Beine ungefähr doppelt so schnell traben kann wie ich, wenn es drauf ankommt. Allerdings hatte das Mädchen vom Pony (die auf dem rollenden Sessel Platz genommen hatte) da ein paar Einwände und das kleine Flitzepony durfte nur Gas geben, wenn es bergauf ging (dann braucht man Schwung!). Ich hingegen hatte mich an die Tempo-Vorgaben von vorne zu halten, komme, was wolle. Und immer schön den Abstand einhalten, denn in den rollenden Sessel darf man auf keinen Fall reinlaufen!

Unterwegs mit dem Flitzepony

Insgesamt haben das Flitzepony und ich uns gut vertragen und wir sind fröhlich durch den Wald gegondelt, während der Mann auf dem Rennesel hinter uns her geritten ist. Der Rennesel ist aber nicht ganz so geländegängig wie wir Ponys, weshalb der Mann an einer Stelle eine Ausweichstrecke genommen hat, während wir die eine oder andere abenteuerliche Wegstrecke natürlich wie echte Profis gemeistert haben – Allhufantrieb sag ich da nur! Ich brauchte nachher übrigens eine kleine Unterbodenwäsche…

Die meisten Zeit bin ich hinter dem Flitzepony hergeflitzt, aber gegen Ende sind wir auch mal nebeneinander getrabt. Da fanden wir beide, es sei doch Zeit für ein kleines Wettrennen! Unsere Mädchen haben das aber leider direkt wieder abgeblasen. Schade! Das Flitzepony meint, es hätte mich locker abgehängt. Und ich fürchte fast, das könnte wahr sein, aber ich hätte es zu gern eines Besseren belehrt. Wie macht die das bloß mit den kurzen Beinchen?

Da musste ich mich ranhalten, um mitzukommen!

Nach knapp 19km schönster Waldwege (mit gelegentlichen Sumpf-Einlagen) waren wir schon wieder zurück. Die Mädchen haben vereinbart, dass wir auf dem Distanzritt zusammen losziehen wollen, weil es gut passt mit unserem Tempo. Das wird aber erst Ende August sein, vielleicht schaffen wir ja vorher noch eine gemeinsame Tour. Ich fand es nett und ein Pony mit Rädern ist doch mal ne Abwechslung. Und sie ist eine echte Distanz-Expertin, ist mit ihren kurzen Beinen schon bis zu 60km Distanzen gegangen! Wie viele Schritte sie da wohl so gemacht hat?

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel mit der neuen Distanz-Partnerin

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