Schon wieder hinke ich mit der Berichterstattung hinterher! Es ist zur Zeit aber auch viel los.
Ich erzähle euch mal vom Donnerstag. Erst kam meine winzige Freundin, danach durften wir 45 Minuten aufs leckere Gras. Danach hatte ich eigentlich ein Verdauungsnickerchen eingeplant, aber mein Mädchen hatte was ganz anderes vor: alleine ausreiten! Also Hufschuhe („Sandalen“ sagt meine winzige Freundin sehr treffend dazu) an, rein in die Wackelkiste und ab in den „Sicherheitswald“. Das ist der einzige Wald in dem mein Mädchen sich bisher getraut hat, ganz alleine loszuziehen. Weil da nix los ist. Nix nix. Keine Leute, keine Rinder, keine schwierigen Wege, keine anderen Gemeinheiten. Ruhe und Frieden. Nur wir zwei. Und der Mann kann uns von zu hause am Computer beobachten – fragt mich nicht, wie das geht, ich verstehe das nicht. Aber er weiß auf magische Art und Weise immer genau, wo wir sind und wie schnell wir uns bewegen.
Also wir kommen im Wald an, ich steige aus der Wackelkiste aus, orientiere mich kurz, dann bindet mein Mädchen mich an der Wackelkiste an und sattelt mich. Und als sie fast fertig war…
WAS IST DAS?!?
Rauschen, Knacken, Krachen und es wurde immer lauter! Ich hab kurz Panik geschoben, bin nach hinten gehopst, aber da war es schon vorbei. Mein Mädchen und ich hatten ordentlich Puls, aber mein Mädchen hat gesagt, da ist einfach nur ein Baum oder ein sehr großer Ast umgestürzt. Nachdem wir kurz geatmet hatten, ging es los. Aber Mädchen….. es gibt doch hier zwei Wege. Warum gehen wir denn genau den Weg, wo wir das fiese Geräusch gehört haben? Das hat mich nicht überzeugt. Aber mein Mädchen hat gesagt, das passt schon. Wir schaffen das. Puh! Na wenn Du es sagst….

Nach einer Weile hatte ich mich beruhigt und bin fröhlich voran marschiert. Wie immer ist mein Mädchen dann nach 10 Minuten aufgestiegen und alsbald sind wir dann auch angetrabt. Wenn ich alleine unterwegs bin, bin ich ja immer etwas langsamer unterwegs – ich muss ja alles im Blick behalten! – aber ich laufe schön gleichmäßig, das findet mein Mädchen prima. Hier rechts abbiegen! Und weiter traben. Hier wieder rechts! Ach, geht es denn schon zurück zur Wackelkiste? Dann müssten wir ja jetzt links den Weg zurück den wir gekommen sind! Nein, nochmal rechts! Aber hier waren wir doch eben schon! Mädchen, wir sind im Kreis geritten. Also wirklich Deine Orientierung…. Aber mein Mädchen hat gelacht und gesagt, das war Absicht. Unser Sicherheitswald ist nämlich sehr klein und es ist schwer, da auf eine einigermaßen angemessene Streckenlänge zu kommen, für die sich der Aufwand auch lohnt. Deswegen hat sie einen extra Kringel eingeplant. Also jetzt reiten wir nicht nur auf dem Reitplatz lauter Kringel, sondern auch noch im Wald…. Naja. Wie sie meint! Ich bin weiter gleichmäßig durchgetrabt. Ein kurzer Moment Schritt zum Durchschnaufen – du Mädchen, müssen wir hier nicht rechts zur Wackelkiste? Da hat mein Mädchen gelacht. Es ist so: man kann in diesem Wald von zwei Stellen aus starten. Man kann ganz im Norden die Wackelkiste parken oder ganz im Süden. Und wir haben beides schon gemacht. Mein Mädchen sagt, ich soll mir merken, wo ich an dem Tag ausgestiegen bin, weil die Wackelkiste sich angeblich nicht alleine bewegen kann. Aber das stimmt doch gar nicht! Wenn ich drinstehe, bewegt die sich immer von alleine! Also kann ich doch nicht sicher sein, ob sie nicht jetzt doch im Norden auf mich wartet!
Naja, mein Mädchen meinte, sie steht garantiert noch da, wo wir sie zurückgelassen haben. Ich kann ja dann irgendwie nur hoffen, dass sie recht hat! Denn ratet mal, wer sonst die Extra-Arbeit hat, falls die Wackelkiste doch plötzlich im Norden steht…. Also weiter im Trab. Nachdem wir so 5-6km Trab hinter uns hatten, ging es in den Schritt und ich bekam meine wohlverdiente Graspause. Während ich mir die leckersten Halme ausgesucht habe, hat mein Mädchen ihr schlaues Dings gefragt, was da wohl so schön lila blüht – der stinkende Storchschnabel war´s. Zum Glück hat er aber gar nicht gestunken. Gegessen hab ich ihn trotzdem nicht. Als es dann weiterging – mein Mädchen zu Fuß, weil es gar nicht mehr weit zur Wackelkiste war – hab ich noch eine Leckerei entdeckt. Der ganze Weg lag voller kleiner Flauschbällchen. Und die waren sehr, sehr lecker! Mein Mädchen hat direkt wieder geschaut, was ich mir da so mit Vergnügen einverleibe. Das waren Buchenblüten. Der ganze Weg lag voll davon! Wie so ein Bonbonparadies war das. Ich dachte mir, da müsste mal „gefegt“ werden und ich könnte ja jetzt… nein, war nicht erlaubt. Nach ein bisschen Naschen hat sie gesagt, wir gehen jetzt zurück zur Wackelkiste. Angeblich würden wir da ja nie ankommen, wenn ich all die vielen leckeren Blütchen noch wegnaschen möchte. Tsssss…


Wieder an der Wackelkiste angekommen hat sie mich wieder ausgiebig mit dem nassen Handtuch abgerubbelt. So langsam finde ich das ganz ok, auch so an den Ohren, wo es mich immer so juckt, wenn ich geschwitzt habe. Wenn sie den richtigen Punkt findet, ist das doch nicht so unangenehm, wie ich immer dachte. Und wenn sie sich da genug bemüht, muss ich auch nicht in der Wackelkiste Kopfstand im Heunetz machen, um mich zu kratzen.
Wir waren hoch zufrieden mit uns und sind gut gelaunt nach hause gewackelt. Schön war´s!