Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 18. Mai 2026

So, nach dieser ausgiebigen Abenteuer-Rate (Montag 11km Ausritt, Mittwoch 11km Ausritt, Sonntag 9km übern Berg, Montag Springen, dazwischen jeweils Reitplatz-Programm) war ab letzten Dienstag plötzlich gar nichts mehr los. Laaaaaangweilig! Mein Mädchen hatte sich einen Virus aufgesackt und lag darnieder. Na toll. Und was soll ich mit so viel Freizeit? Zum Glück ist sie zäh, war Freitag wieder auf den Füßen und kam zum reiten auf dem Reitplatz. Da hab ich ihr erstmal erzählt, wieviel Power ich jetzt übrig habe! Aber ich war total brav und habe mein Power genau so eingesetzt, wie sie es wollte. Sie war begeistert, aber leider noch nicht so ganz körperlich in der Lage, das alles voll zu nutzen. Samstag hat sie mich dann an die Longe genommen, falls ich noch ein Kribbeln fühlen sollte und das loswerden muss. Aber ich war wieder vorbildlich und habe alles ganz wunderbar richtig gemacht. Weil ich so ein Guter bin!

Zur Belohnung gab es dann am Sonntag auch gleich das nächste Abenteuer! Wir haben uns nämlich wieder mit dem schönen Spanier im Wald getroffen. Ach, hallo, dich kenne ich doch! Wir sind erst dieselbe Strecke geritten wie beim letzten Mal – das bedeutete, dass ich den schönen Herrn Spanier wieder durch die Matschlöcher führen musste. Mit denen steht er einfach auf Kriegsfuß! Aber ich kann das ja und er hat mir dann auch vertraut und ist mir gefolgt. Danach sind wir wieder ganz fein getrabt und die Mädchen haben überlegt, ob wir nicht mal einen Galopp probieren wollen. Der schöne Spanier ist ein temperamentvoller Geselle und regt sich gerne mal ne Runde auf, vor allem wenn galoppiert wird, sagt sein Mädchen. Es lief dann so, dass wir mal ein ganz kurzes Stück galoppieren durften und dann wieder durchpariert haben, um uns im Trab wieder abzuregen. Später ist der schöne Spanier noch ein kleines Stückchen galoppiert, während ich geduldig im Trab geblieben bin und dann erst nachgaloppiert kam, als er schon wieder im Trab war. Das ging alles recht gut!

Ziemlich flott kamen wir an die Stelle an der wir letztes Mal links abgebogen sind. Die Mädchen wollten aber die Runde erweitern und so sind wir geradeaus weitergegangen. Der schöne Spanier vorneweg und jetzt ging ihm doch etwas die Düse, weil er ja da noch nie gewesen war. Er ist sehr artig vorneweg marschiert, aber so eine kleine Aufregung hat er schon verspürt, wo er doch so viel Verantwortung zu tragen hatte! Und dann war da plötzlich dieses Geräusch! Da haben wir uns alle 4 ordentlich erschreckt. Ein großer Stapel Brennholz war ins Rutschen geraten und das hörte sich richtig laut und fies an! Wir sind zusammengezuckt, ABER der schöne Spanier und ich sind einfach tapfer stehengeblieben! Da waren unsere Mädchen sehr, sehr stolz auf uns.  

Zusammen…..
….durch Wald
…. und Feld!

Weiter ging es durch den Wald dann raus aufs Feld. TÜTE! Also ehrlich, ich habe keine Angst vor Tüten. Aber diese, die lag da so im freien Feld, wo sie doch gar nicht hingehört! Und die sah sehr, sehr hungrig aus. Mein Mädchen hat mich überzeugt, dass wir das schaffen und wir sind dann auch alle sehr mutig daran vorbei gegangen. Aber kurz danach kam der Gruselhof. Und bei aller Liebe: der ist und bleibt einfach gruselig. Jedes Pferd das ich kenne, findet den gruselig. Auch der schöne Spanier! Nur die Pferde die dort wohnen anscheinend nicht. Weiß nicht, was mit denen los ist…. Vielleicht sind das Geisterpferde? Na jedenfalls ist mein Mädchen abgestiegen und vorneweg marschiert. Sie hat die ganze Verantwortung für uns alle 4 getragen und dafür waren wir sehr dankbar.

Als wir das dann auch geschafft hatten, wurde es entspannter. Wir sind noch schön getrabt und kamen schließlich wieder da raus, wo der rutschende Holzstapel gewesen war. Ach so? Und jetzt hier wieder zurück? Ja und dann auf die Strecke vom letzten Mal. Ah, ok! Mittlerweile zeigte der Tacho 12 km an, aber weder der schöne Spanier noch meine Kleinigkeit verspürten Erschöpfung. Im Gegenteil, wir waren noch munter gelaunt und fröhlich unterwegs und sind einfach nochmal 3km getrabt. Als mein Mädchen dann meinte, es wäre wohl nur noch so 1km, sind die Menschen abgestiegen. Dank der unzureichenden Orientierung meines Mädchens sind wir nochmal kurz falsch abgebogen (ich hab dir doch GESAGT, dass das falsch ist! Aber auf mich hört ja wieder keiner!) aber dann ging es zurück zu den Wackelkisten. Dort warteten unsere geduldigen „Trosser“, die prompt ihres Amtes walteten und mit uns Pferden grasen gingen, während die Mädchen sich frischmachen konnten.

Unsere Trosser walten ihres Amtes

Insgesamt haben wir 16,5km in gut 2,5 Stunden gemacht und das hätte sogar fast als Distanzritt-Tempo gereicht. Wir Pferde waren aber noch frisch wieder junge Frühling und jetzt redet mein Mädchen wieder davon, das Pensum zu erhöhen. Ob es dieses Jahr mal wirklich passiert? Bisher war sie diesbezüglich ja noch eher mäßig erfolgreich…

Euer fröhlich trabender Sir Duncan Dhu of Nakel

Hinterlasse einen Kommentar