Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 17. Mai 2026

Ich bin etwas hinterher mit der Abenteuer-Berichterstattung! Also eines nach dem anderen. Erstmal muss ich euch vom Montag berichten. Nachdem wir ja am Sonntag über den Berg geklettert waren (im Schritt! Laaaaaangweilig!), war Montag schon wieder Wackelkistentag. Wieder ohne Hufschuhe! Das ist immer etwas überraschend. Was steht denn heute an? Ich bin eine Weile gewackelt worden und dann auf einem Hof ausgestiegen auf dem ich noch nie war. Da war ein Reitplatz und eine Frau, die uns unterrichtet hat! Und zwar im Springen. Weil mein Mädchen ja keine Ahnung hat wie das geht und ich angeblich auch nicht. Wieso? Ich kann das doch! Einfach Vollgas geben und dann rüber da, am besten mit viel Schwung in einem großen Satz! Aber ihr kennt ja mein Mädchen: immer hat sie was zu meckern. Irgendwie findet sie meine Taktik nicht ausgereift genug. Tssssss. Also wollte sie jetzt von der Dame lernen, wie wir es besser machen können. Erstmal sind wir eeeeeewig warmgeritten. Ich hab mir derweil den fremden Reitplatz angeschaut. An einer Seite war ein Paddock, da standen zwei Pferde, die gelegentlich zugeschaut haben, was wir da treiben. Auf der anderen Seite war ein Wald – ich bin sicher, da wohnen die Huchmampfs! Mein Mädchen meinte aber, man kann da ruhig vorbeilaufen. In der Mitte standen ein paar kleine Sprünge und es lagen ein paar Stangen herum. Nachdem wir erstmal vorgeführt haben, wie wir Schritt, Trab und Galopp können, ging es dann an die Sprünge. Aber nix mit Vollgas und Hoppsassa! Nein, immer im Trab auf den Sprung zu und dann sollte ich aus dem Trab rüber. Über so kleine Mini-Kreuze. Ach, das lohnt aber nicht so recht. Da bin ich etwas lustlos drüber gestolpert, das war mir nicht spannend genug. Frau Reitlehrerin hat daraufhin einen „Steilsprung“ aus dem Kreuz gemacht (na, das klingt imposant, war aber auch nicht höher als das Knie von meinem Mädchen). Da hab ich mich dann mal bequemt, zu springen. Nachdem ich einmal im Fluss war, dachte ich, wir reiten jetzt Parcours und habe einfach mal jeden Sprung angesteuert, den ich finden konnte. Daraufhin bekam mein Mädchen Schimpfe, weil sie viel zu viel mit den Zügeln gelenkt hat (ich hatte halt so viel Zug in die – angeblich – falsche Richtung!). Ich finde das ganz ok, wenn SIE die Schimpfe bekommt und nicht ich. Ich hab stattdessen Lob bekommen, weil es mir egal war, dass der Sprung plötzlich anders aussah. Hä? Na wenn sie meint…

Dann haben wir noch zwei Sprünge aus dem Galopp probiert, einen hab ich gut hingekriegt, bei dem anderen hat mein Mädchen das Lenken versaut. Hat sie auch direkt eingesehen. Daraufhin folgte eine lange Erklärung von Frau Reitlehrerin, während der ich mir eine schöne Pause gegönnt habe. Und da hat mein Mädchen gemeint, es reicht jetzt auch, denn sie weiß, wenn ich mal so entspannt habe, ist es schwer mich wieder wach zu kriegen und sie wollte mich mental nicht überfordern. Auch recht. Also absatteln und wieder in die Wackelkiste. Mein Mädchen war sehr, sehr stolz auf mich, weil ich so großartig erwachsen und konzentriert auf dem fremden Reitplatz mitgemacht habe. Ach, Lobeshymnen höre ich ja immer gern!

Jetzt haben wir Hausaufgaben auf und in ein paar Wochen will mein Mädchen mit mir da wieder hin, damit Frau Reitlehrerin uns weiter „auf die Sprünge“ hilft. Oder besser: drüber!

Ich bleib aber dabei: meine Methode macht mehr Spaß!

Euer Springpferd in the making Sir Duncan Dhu of Nakel

(P.S. keine Fotos. Peinliche Videos haben einige von euch ja schon auf Instagram gesehen….)

Hinterlasse einen Kommentar