Am Montag waren wir mal wieder mit dem Rennesel unterwegs. Er durfte wieder neben mir in der Wackelkiste stehen (na gut, wenn es denn sein muss…., aber nicht von meinem Heu naschen!) und wir wurden in den Lieblingswald gewackelt.
Dort dann wie immer: satteln und dann geht mein Mädchen erstmal zum warm werden zu Fuß. Wenn sie dann aufsteigt, frage ich gleich mal nach Trab. „Warte auf mich“ sagt sie dann immer und meint damit, dass ich erst dann den nächsten Gang einlegen darf, wenn sie es sagt. Und ich verrate euch was: sie sagt es immer zu spät. Naja. Bin ja ein Guter, also hab ich gewartet und schließlich hat sie mir erlaubt, anzutraben. Ich bin munter getrabt, habe den Rennesel lässig überholt und war dann vorneweg unterwegs auf der langen Geraden. Nach einer ganzen Weile Trab sind wir auch ein bisschen galoppiert, dann wieder getrabt, nochmal den anderen Galopp, bis schließlich das Ende der langen Geraden erreicht war. Da hatten wir 13 Minuten durchgängig Trab und Galopp auf der Uhr und haben ein paar Minuten verschnauft, bevor es dann im Trab weiterging. Alsbald kam der Reitweg, der sich da vom Hauptweg trennt und sich parallel schlängelt. Der Rennesel ist mit dem Mann auf dem Hauptweg geblieben und mein Mädchen und ich haben den Reitweg genommen. Und da seh ich doch, wie die uns in der Kurve überholen?! Mädchen, runter von der Bremse, das lasse ich mir nicht bieten! Aber sie meinte, ich soll mal schön im Trab bleiben, erstens warten die eh gleich auf uns und zweitens sind wir doch schon groß und finden zur Not auch allein zurück. Ach Mädchen, darum geht´s doch gar nicht….
Naja, kurze Zeit später war dann Graspause angesagt. Zu meinem Glück hatte der Mann eine kleine Diskussion mit dem Rennesel, der irgendwie herumzickte mit seinen Hufschuhen (ich glaub bei dem heißt das Reifen). Das hat mir etwas mehr Gras beschert als es sonst geworden wäre, sehr in meinem Sinne. Trotzdem musste ich etwas diskutieren, als mein Mädchen meinte, es ginge jetzt weiter, denn von diesem Frühlingsgras kann ich einfach nicht genug kriegen!
Kaum war sie wieder aufgestiegen, da tauchte ein Reh auf dem Weg auf. Und das freche Ding stand da einfach so herum! Ich fand das nicht so witzig und habe ganz spitze Ohren gekriegt. Mein Mädchen hat erst gemeint, ich könnte es schaffen, auf das Reh zuzugehen, aber dann hat sie selbst etwas Muffensausen gekriegt und ist lieber nochmal abgestiegen, bis wir die Situation geklärt hatten. Der Rennesel hatte sich feige im Hintergrund gehalten und sich geweigert, Verantwortung zu übernehmen. Als das Reh weg war und sich auch nicht mehr blicken ließ, wollte mein Mädchen wieder aufsteigen, aber ich hab vorher nochmal ganz kurz ums Gras gefeilscht (und verloren. Schade.)

Gut, ums Gras feilschen war nicht erfolgreich, dann werde ich jetzt an der anderen Front verhandeln. Denn wir hatten zwar schon 6 schnelle Kilometer auf dem Tacho, aber ich hatte ja nun getankt und war noch voller Energie! Und wer will traben, wenn er doch auch galoppieren könnte? Na ich nicht! Also habe ich mein Mädchen gefragt, ob wir nicht galoppieren wollen. Nein, jetzt nicht. Na gut, aber jetzt? Oder jetzt? Jetzt aber bestimmt, oder? Nach einigen Nachfragen hat sie schließlich ja gesagt. Und ich durfte nochmal zeigen, wie viel Power noch so übrig ist. Mein Mädchen hat zwischendurch immer mal kurz angefragt, ob ich denn zur Not noch bremsen würde und ich hab immer brav zugehört und durfte deswegen dann weiter galoppieren. Sie hat derweil auf ihre schlaue Uhr geschaut. 17 km/h …. 18 km/h…. 19 km/h. Das fand sie dann auch schnell genug. Ich soll ja auch noch anständig galoppieren und nicht ganz flach werden, mich vorne aufs Gebiss packen und einfach Kante geben. Wäre aber irgendwie auch lustig gewesen! (Finde ich. Sie nicht. Und sie hat ja immer das letzte Wort….). Dann meinte sie, ich könnte etwas länger galoppieren, als ich geplant hatte, aber da hat sie ihre Rechnung ohne mich gemacht! Denn der Weg war zu Ende, bevor mir die Puste ausging und so bin ich frisch und munter galoppiert bis zu der Stelle wo es nur noch 1km zur Wackelkiste war – da ist dann Schritt angesagt zum Auspusten und Abkühlen. Auf dem Rückweg durfte ich noch schnell ein paar Grashalme naschen, an der Wackelkiste angekommen wurde ich abgewaschen, mit dem feuchten Handtuch überall abgerubbelt wo es mich gejuckt hat und schon ging es wieder nach hause. Das war toll, aber mir waren die 11km zu kurz, mein Mädchen, hörst du?
Mein Mädchen hat gefragt, warum ich nicht einfach mal müde sein kann, wenn sie müde ist. Aber das ergibt nunmal keinen Sinn! Es ist doch viel schlauer, wenn ich noch Energie für zwei habe, wenn ihre nicht mehr reicht, oder? Jedenfalls hat sie mir Streckenerhöhung bei nächster Gelegenheit versprochen. Juhuuuu!
Euer fröhlich galoppierender Sir Duncan Dhu of Nakel
P.S. einer von uns hat jetzt Muskelkater – ich bin´s nicht! Wo ist nur ihre Kondition wieder geblieben?