Heute waren mein Mädchen und ich wieder alleine ausreiten. Und ich habe euch ja versprochen, euch jedes Mal davon zu erzählen. Also ich bin los gegangen – etwas zögerlich, aber los. Ohne anhalten. Und dann immer etwas munterer, bis es schließlich ein langsamer, aber gleichmäßiger Schritt wurde. Als wir beim Nachbarn waren, kam uns ein Auto entgegen. Wir sind nach rechts gegangen, aber das Auto hat geblinkt und wollte vor uns abbiegen, also sind wir kurz stehengeblieben. Der Autofahrer hat sich nett bedankt, ist beim Nachbarn auf den Hof vor dessen Tür gefahren und hat dann erst mal 3 mal laut gehupt! Mein Mädchen war verdammt stolz auf mich, weil ich noch nicht mal mit einer Wimper gezuckt hab. Und ich hab direkt einen Keks kassiert. Weiter ging die Reise und ich bin tapfer weiter marschiert.
Erst dachte ich, wir grasen wieder nach der Kurve, aber mein Mädchen meinte, wir könnten doch mal ein kleines Stückchen traben, das haben wir dann auch gemacht. An meinem alten Freund, dem Mülleimer vorbei und weiter an des nächsten Nachbarn Koppel entlang. Als wir dort fast rum waren, habe ich angedeutet, dass Umdrehen eine Option sein könnte. Mein Mädchen hat gesagt, sie hat sich einen bestimmten Meilenstein gesetzt und den schaffen wir jetzt auch noch! Wir sind also noch ein Stück weiter geritten und am zweiten Mülleimer ist sie dann abgestiegen und hat mich ausgiebig grasen lassen. Als sie meinte es reicht, habe ich – einer guten Tradition folgend – noch schnell mein Geschäft erledigt (ich warte damit bis die Graspause zu Ende ist, weil ich beim Pieseln nichts essen darf und daher sonst wertvolle Fresszeit verschwenden würde!). Dann ist sie wieder aufgestiegen und wir sind ganz entspannt nach hause geschlendert. Ich hab mich gar nicht aufgeregt und mein Mädchen hat das schöne, stille Herbstwetter genossen. Zu hause sind wir dann noch kurz auf den Reitplatz gegangen. Nachdem wir schon 35min draußen unterwegs gewesen waren, fand ich das zwar übertrieben, aber ich weiß auch, wie ich unliebsame Arbeit am allerschnellsten beenden kann: bescheid sagen, dass ich keine Lust hab, aber dann nicht nölen, sondern mein allerbestes geben. Hab ich gemacht, hab meinen schönsten Trab gezeigt und mich ganz fein über den Sitz lenken lassen. Zack! Mädchen stolz und zufrieden und schon war Feierabend. Hab ich voll raus!
Mein Mädchen sagt, bei nächster Gelegenheit reiten wir dann mal links vom Hof und schauen wie weit wir da kommen und vielleicht reiten wir bald mal die ganze Hausrunde zusammen, so weit sind wir davon nicht mehr entfernt!
Ach das war toll. Wir waren beide nachher sooooo zufrieden mit uns. Mein Mädchen sagt, ich bin wahnsinnig erwachsen geworden und so ein feiner Kerl – das hör ich doch gern!
Euer allein ausreitender Sir Duncan Dhu of Nakel
Schön ist das zu lesen.
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