Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 427

Gestern war ein ganz besonderer Tag! Ich steh so im Paddock rum, da höre ich mein Mädchen rufen „Duncan Dhuuuuuuu“ und laufe mal los Richtung Stall. Ach, da freut sie sich immer so süß, wenn ich komme, obwohl ich sie nicht sehen konnte. Aber sie war nicht allein! Bei ihr war einer meiner Fans! Ach, dich kenne ich doch? Das bist doch du, die gesagt hat, ich sei ein Influencer! Das ist ne Weile her, dass wir uns gesehen haben. Und prompt sagt sie „man was bist du groß geworden!“ Ah… ich mag dich!

Mein Mädchen hat mir dann das Bosal angezogen und wir sind raus gegangen. Und dann sagt mein Mädchen „ich lass euch mal machen“ und stellt sich zwei Meter weiter weg. Mein Fan-Mädchen hat dann einen Apfel aus der Tasche gezaubert – einen GANZEN Apfel! – und den durfte ich gleich mal wegknuspern. Jetzt bist du meine allerbeste Freundin!

Naja, stellt sich raus, dass meine allerbeste Freundin eine „Wendy“ ist. Was soll das nun wieder sein? Na Norddeutsch würden wir hier eher „Tüddeltante“ sagen. Geputzt hat sie mich, von oben bis unten, weil sie ja kein dreckiges Pony reiten kann! Komisch, mein Mädchen kann das immer voll gut. Und ich sag mal so: bei einem ordentlichen Trab rieselt der Dreck doch ganz von allein aus dem Pelz. Die Putzerei hat mir etwas Geduld abverlangt, aber ich will ja nicht so sein, ein Apfel ist schließlich ein Apfel. Mein Mädchen hat meine neue Freundin gefragt, wie sie eigentlich meine Figur findet (mein Mädchen hat ja immer Angst, ich wäre vielleicht heimlich sehr dick geworden und sie hätte sich nur an den Anblick gewöhnt. Ich sag ja immer: alles nur Fell und Muskeln! Aber auf mich hört sie ja nicht). Das Fan-Mädchen grabbelte so an mir rum und sagte dann „na ich würde sagen er hat eine stabile Pony-Figur“. Hörst du, mein Mädchen? Ich bin einfach nur stabil. Und dass ich ein Pony bin kann ja nun auch keiner leugnen.

Als mein Fan-Mädchen endlich fertig war mit Putzen, hab ich das Reitpad auf den Rücken bekommen und meine neue Freundin und ich sind zum Reitplatz gegangen (mein Mädchen ist natürlich auch mit gegangen). Von da an hat mein Mädchen sich sehr im Hintergrund gehalten und mein Fan-Mädchen und ich haben miteinander erste etwas Handarbeit gemacht und dann ist sie mich geritten. Ich hab mich mega doll konzentriert um alles zu verstehen was sie sagt. Sie hat einen etwas anderen Dialekt in ihrer Körpersprache als mein Mädchen, aber ich hab sie trotzdem gut verstanden. Wenn ich sie nicht verstanden hab, bin ich einfach stehen geblieben. So hat mein Mädchen mir das schließlich beigebracht! Deswegen hat es mit dem Loslaufen manchmal etwas länger gedauert, aber die beiden Mädchen fanden das nicht schlimm. Wenn nichts ging, hat mein Mädchen von unten die passenden Stimmkommandos gegeben, da hatte ich eine bessere Orientierung was zu tun ist. Wir haben lenken geübt und wir sind sogar ein bisschen getrabt! Zwischendurch gab es natürlich auch Kekse, dafür hat mein Mädchen schon gesorgt. Und nachher fanden sie beide, dass ich das wirklich toll gemacht habe, für das erste Mal mit fremder Reiterin (nicht ganz das erste Mal, da war schon mal diese Dame für den Satteltest, aber die ist ja nur ein paar Mal außenrum geritten, um in dem Sattel zu sitzen.)

Zum Schluss hat mein Mädchen noch versucht, ein Foto zu machen, aber es war schon so dunkel und als sie mit Blitz fotografiert hat, kam ein echtes Halloween-Bild raus, auf dem meine Augen so fies glühen, das kann man euch ja nicht zumuten! Das heben wir uns auf für einen Tag an dem wir euch mal erschrecken wollen.

So, nun habe ich also meine erste Fremdreiter-Stunde absolviert! Und mein Mädchen meinte nachher, vielleicht werde ich mal so ein tolles Lehrpferd wie Merlin. Der hatte das Talent, jedem noch so ängstlichen Reiter die Angst zu nehmen, weil der auch bei jeder Unsicherheit einfach stehen geblieben ist. Wer weiß, wo meine Karriere mich noch so hin führt? Ich war jedenfalls sehr zufrieden mit mir und bin noch eine ganze Weile an der Stalltür stehen geblieben, während die Mädchen geschnackt haben. Ich hatte einfach Hoffnung, dass da noch ein Apfel irgendwo aus einer Tasche kommt! Aber das ist leider nicht passiert, so bin ich dann doch irgendwann gegangen und habe lieber Diego erzählt, was ich tolles gemacht habe.

Euer angehendes Lehrpferd Sir Duncan Dhu of Nakel

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