Weil es ja jetzt so heiß ist, müssen wir die Trainingsbedingungen anpassen. Wenn wir später auf Distanzritt wollen, müssen wir dann auch mal in der Wärme trainieren, aber dieses Jahr noch nicht (und mein Mädchen überlegt an den warmen Tagen auch immer, ob das mit dem Distanzreiten wirklich so wichtig ist. Ihre ohnehin sehr spärlichen sportlichen Ambitionen verlassen sie endgültig, wenn das Thermometer über 22° steigt.)
Sie hatte sich jetzt überlegt, dass es bei uns eigentlich optimal zusammen kommt: da wo die meisten Blutsauger herum fliegen, ist nämlich auch einer unserer „Hausberge“. Den sind wir ja sonst immer im Schritt hoch gekraxelt. Aber heute meinte mein Mädchen, da ist Schatten und wir wollen den Blutsaugern keine Gelegenheit geben, also im Trab. Der Berg ist allerdings heimtückisch! Der fängt ganz flach an, da habe ich noch munter einen Galopp vorschlagen (war aber nicht erlaubt). Dann wird der Berg steiler. Und steiler. Und noch steiler. Puh! Als wir schließlich oben waren, habe ich ordentlich geschnauft! Aber ich habe es im Trab geschafft, mit etwas anfeuern von oben.
Dann im Schatten eines Baumes die traditionelle Graspause. Danach ist mein Mädchen ein gutes Stück zu Fuß gegangen an der Landstraße. Da mag sie noch nicht wieder reiten, weil sie nach unserem Höllentrip noch nicht wieder so entspannt ist. Ich bin da nicht so, aber so manche Fahrzeuge sind dann doch etwas lauter und gruseliger. Da habe ich sie lieber neben mir und lasse mir einen Keks geben anstatt dass ich die ganze Verantwortung trage.
Wenn sie zu Fuß geht und das Handy in der Tasche hat, weiß die App immer nicht, welche Gangart das sein soll. Dabei kann mein Mädchen doch gar nicht schneller als Schritt! So eine dumme App.
Auf dem Heimweg sind wir dann nochmal rechts abgebogen um den schönen Grasweg zu reiten. Den sind wir noch fein durchgetrabt und mein Mädchen war wieder ganz entzückt. Da geht es nämlich auch immer bergauf und bergab und die eine oder andere Wurzel liegt da auch herum, aber ich passe immer gut auf meine Füße auf und stolpere nicht, das findet sie toll. Am Ende des Grasweges hat Diego dann durchpariert und mein Mädchen und ich sind noch weiter getrabt, so dass wir wieder allein vorne weg waren. Ich bin mir da immer noch nicht so sicher und gehe etwas langsamer voran als normal. Aber mein Mädchen sagt, Übung macht den Meister und ich werde mich da schon noch dran gewöhnen und das hinkriegen. Sie hat schon davon geträumt, dass wir einmal als erste auf dem Hof ankommen, da hörten wir von hinten „padadamm, padadamm“! Kam Diego angaloppiert! Der Mann sagte, er hatte so Lust mal zu galoppieren. Hat bei uns kurz durchpariert und ist dann einfach nochmal angaloppiert. Ich bin weiter Schritt gegangen (zack! Mädchen stolz, weil ich nicht hinterher rasen wollte). Tja, Ende vom Lied: Diego war WIEDER als erster zu hause! Ist mir aber egal. Ich wäre auch gern noch den schönen Weg gegenüber rein gegangen, wo lecker Gras wächst.

Die Menschen haben uns schön mit dem Schwamm abgewaschen und dann haben wir uns erst mal ein ordentliches Staubbad gegönnt, das ist immer ein Genuss.
Nächsten Sonntag soll es kühler sein, vielleicht ziehen wir dann mal wieder mit der Wackelkiste los, sagt mein Mädchen. Das wäre toll!
Euer – wie sagt man? Nicht Bergsteiger sondern Bergtraber! – Sir Duncan Dhu of Nakel