Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 369

Sonntag = erstmal schön ausschlafen!

Der Steinboden im Stall ist schön kühl, gemütlich bei dem warmen Wetter!

Sonntagsausflug fällt aus. Ich habe mir eine kleine Auszeit genommen, habe am Mittwoch ein bisschen gehumpelt. Ist aber schon wieder weg. Trotzdem: Donnerstag, Freitag und Samstag war mein Mädchen viel auf Achse und hatte keine Zeit, was mit mir zu unternehmen. Und weil sie ja nun nicht genau wusste, ob ich heute wieder fit bin, und weil sie so viel auf Achse war, schieben wir heute eine ruhige Kugel.

Apropos Kugel: angeblich habe ich ja eine Rubens-Figur! Mein Mädchen meint, weil ich jetzt nicht mehr so doll wachse und kein ganzer Mann mehr bin, brauche ich wohl nicht mehr so viel Futter. Das finde ich aber ganz und gar unfair! Und außerdem ist das gar kein Speck, sondern Muskelerwartungsmasse! Wo ich doch immer so viel trainiere! Einziger Trost: auch Gatsby und Diego sind angeblich zu dick. Mein Mädchen meint, im wesentlichen wird sich das von selbst erledigen, wenn das Gras auf der Wiese jetzt aussamt und dann viel weniger Kalorien hat. Trotzdem ist jetzt Schmalhans Küchenmeister. Nachts dürfen wir ja auf die Wiese, aber tagsüber ist Diät angesagt! Nix mehr mit drei Heuportionen über Tag. Heute wurden uns erst mal ein paar Haselnusszweige serviert und dann ein paar Brennesseln. Weil wir die Zweige nicht aufessen wollten, hieß es dann gleich, wir wären wohl nicht hungrig genug. Wir haben da ein bisschen dran rum gekaut und dann fest gestellt, dass es nicht an eine ordentliche Heuportion ran kommt. Aber auf die mussten wir dann ganz schön lange warten!

Diese Zweige sind echt nicht so einfach zu fressen!

Der Mann hat den Sensenmann gespielt und hat die Brennesseln von der Wiese gesenst. (Apropos! Comedy vom Sensenmann! Wärmste Empfehlung vom Mädchen!)

Und weil es ja so gar nicht regnen soll in der nächsten Zeit, meint mein Mädchen, sie macht aus der Not eine Tugend und macht ein bisschen Brennesselheu für uns. Soll ja sehr gesund sein….

Immerhin habe ich mir ein paar extra Grashalme ergattert. Das war so: Jedes mal, wenn sie mich durch das Tor wieder in den Stall bringt, merke ich an, dass da in der Mauerritze schönes Gras wächst. Jedes mal sagt sie, das sei nicht mein Job, ich wäre ja Pony und kein Gärtner. Hä? Ich bin doch Profi-Förster! Wann hat sie das vergessen? Aber heute schlug meine Stunde: Mein Mädchen hatte mich raus geholt und ich sollte im Kreis traben für den Humpelfuß-Check. Den hab ich bestanden: kein Humpelfuß mehr. Also zurück in den Stall. Gerade als wir auf der Höhe vom Tor waren, hat der Mann mein Mädchen was gefragt. Da war sie doch kurz abgelenkt! Und ich hab mich schnell um das Gras da gekümmert. Mein Mädchen hat nur gelacht und gemeint, ich wäre eben sehr aufmerksam und wüsste genau wann sie es nicht ist.

So, jetzt ist dieses Mauerritzengras endlich weggeförstert!

Jetzt warten wir die Hitze des Tages ab und heute abend gehen wir noch schön auf den Reitplatz. Mein Mädchen hatte nämlich am Donnerstag Unterricht (eigentlich mit mir, aber wegen meinem Humpelfuß durfte Diego ran – ich war sooooo eifersüchtig!) und hat da neue Sachen gelernt, die sie jetzt mit mir ausprobieren will. Bin gespannt. Aber erst, wenn der Reitplatz im Schatten liegt.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel mit der ruhigen Kugel

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  1. Avatar von Vorgärtnerin

1 Comment

  1. Also wenn ich ein Pony wäre und unten vorne genauso so praktische Hufe hätte wie hinten, würd ich ja einen der Hufe auf die Zweiglein draufstellen.
    Da ich ein Mensch bin, muss ich meinen sinngemäßen Haselzweigen mit Messer und Gabel beizukommen versuchen…
    Nur kein Mitleid, Pony!!😆

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