Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 292

Im Frühling und im Herbst gibt es immer ein paar Tage an denen mein Mädchen das Wetter einfach perfekt findet. Und dann kriegt sie einen Rappel und rennt hier draußen bei uns rum und schneidet den Zaun frei, baut um, lässt den Mann Pfosten setzen und lauter so Zeug. Neulich hat sie sanft an einem Pfosten gerüttelt um zu sehen ob der noch stabil steht, da machte es laut „krrrrrcks“ und sie hat noch lauter geflucht. Direkt am nächsten Tag kam sie mit dem Mann und hat ihm erklärt, wo sie jetzt die neuen Pfosten hin haben will. Das ist immer lustig, weil die Menschen dann erst drei mal aneinander vorbei reden, der Mann ein Loch an der falschen Stelle buddelt, während mein Mädchen zum 238402. mal zurück geht zum Stall um was zu holen, dann kommt sie wieder und sieht das Loch an der falschen Stelle und erklärt dem Mann nochmal wo sie den Pfosten haben will. Dann buddelt er ein neues Loch an der richtigen Stelle. Diesmal haben sie die Engstelle erweitert. Vorher war da so ein „Nadelöhr“. An sich ja kein Problem, aber wir stehen da sehr gern und äppeln da hin und weil es dann so eng war konnten wir nicht um die Äppel herum navigieren sondern haben sie platt getreten. Und das hasst mein Mädchen! Erstens weil sie dann mühsam alles zusammenkratzen muss und zweitens weil sie es gar nicht mag, wenn wir uns Äppel in die Hufe treten. Also hat sie einen kleinen Streifen Weide geopfert und den Weg verbreitert. Gut für uns, denn wir durften den neuen Streifen erst abgrasen und dann konnte ich im Anschluss noch den neuen Zaun sauber frei schneiden (ist ja auch wichtig!) dafür bin ich nämlich zuständig. Hat mein großer Bruder auch immer gemacht, sagt mein Mädchen.

Da könnt ihr noch erkennen wie schmal es vorher war
Ich bin Förster von Beruf….

Außerdem will sie dieses Jahr den Reitplatz wieder richtig schön kriegen. Wir haben da so wenig gemacht bisher und Merlin hat auch wenig gemacht und also ist da überall das Grünzeug gewachsen wo es gar nicht hin gehört. Jetzt will sie das alles wieder frei buddeln, damit sie über Winter ein Dressurpony aus mir machen kann. Ich bin noch nicht so ganz überzeugt, ob ich das will, aber mein Mädchen hat gesagt, das wird mir auch Spaß machen und sie hat versprochen, dass wir auch so viele Ausflüge wie möglich machen werden. Na gut dann will ich mal nicht so sein. Trotzdem: beim Freiförstern hätte ich auch helfen können, aber das wird mir ja dauernd untersagt! Jetzt muss sie die Arbeit halt allein machen. Pech!

Den Hufschlag wieder frei kämpfen

Mal sehen was ihr noch so einfällt diesen Herbst. Wir Ponys tanken derweil nochmal Kräfte für den Winter: Sonnenschein, Eicheln (zu wenige, mein Mädchen schnappt sich immer der Löwenanteil!), ein paar Äpfel, die den Weg in unseren Paddock finden (siehe Eicheln…) – alles saugen wir in uns auf. Dann machen wir daraus Winterfell und eine kleine Speckschicht, falls doch mal schlechte Zeiten kommen (die kommen! Weil mein Mädchen was von „Diät“ sagt und kalorienarmes Öko-Heu im Schober liegen hat …..).

Euer herbstiger sie Duncan dhu of Nakel

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