Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 268

Mit Ausreiten sieht es immer noch mau aus. Es ist uns zu warm, die Fliegviecher fallen über uns her wo wir gehen und stehen und also haben wir keine rechte Lust. Deswegen versuchen wir jetzt was neues: kleine Reiteinheiten auf dem Platz. Zweimal hatte mein Mädchen das schon probiert und wir haben fest gestellt, dass es doch noch ganz schön an der Lenkung hapert. Draußen geht man ja immer einen Weg lang, da ist klar wo es lang geht. Aber so ein Reitplatz bietet doch sehr viel weniger Orientierung! Da war ich leicht verwirrt. Also hat mein Mädchen gesagt wir fangen das nochmal ganz von vorn mit Konzept an, damit wir das klar kriegen wer wann was zu tun und zu lassen hat. Sie hat also erst nochmal von unten angefangen, im Stehen. Beim Reiten auf dem Platz soll ich ja das Bosal tragen (das mag ich auch wirklich lieber als das Gebiss) und also üben wir jetzt mit dem Bosal, dass ich im Stehen den Kopf nach links nehme und nach rechts wenn sie es sagt und ihn so lange da lasse bis sie was anderes sagt. Das klingt leicht, aber es erfordert ja auch eine gewisse Geschmeidigkeit in der Muskulatur und ich muss ihre Signale gut verstehen. Das haben wir also – unter Aufsicht des Mannes – ein paar mal geübt. Dann hat sie ihren Helm aufgesetzt und ihre Weste angezogen. Mich hat sie stehen lassen und ist zu ihrer Aufsteighilfe gegangen. Einfach so wortlos ist sie da rauf geklettert. Ich hab sie angeschaut und kurz nachgedacht, dann wusste ich, was zu tun ist. Bin zu ihr gegangen und hab mich so positioniert, dass sie aufsteigen kann. Oh da war sie baff! Wieso? Ist doch logisch, es gab ja drei gute Hinweise! (Helm, Weste und Aufsteighilfe) das war jetzt nicht so schwer raus zu finden was sie will. Na sie hat sich doll gefreut. Dann haben wir im Stehen genau die selben Sachen versucht wie von unten. Und als ich es gut gemacht hatte, war auch schon wieder Feierabend.

Wieso ist sie so überrascht? Ich weiß doch was zu tun ist!

Zwei Tage später haben wir das wiederholt, diesmal nicht mit Bosal, sondern mit Gebiss. Und wir haben noch ein neues Kommando geübt: wenn sie beide Zügel auf eine bestimmte Art annimmt, soll ich im Genick „nachgeben“. Weil mein Hals so stark ist (und so gut trainiert vom Spielen) habe ich manchmal die Idee gehabt, einfach meine Halsmuskeln anzuspannen und ihre Zügelhilfen zu ignorieren. Das soll ich aber nicht, sondern meinen Hals ganz weich machen, damit ich später so tolle Sachen machen kann wie Merlin. Und damit ich z.B vor der Kutsche leicht zu lenken bin, ist auch wichtig. Und deswegen soll ich mein Genick locker machen. Außerdem fühlt sich ein lockeres Genick auch schöner für mich an, wenn ich ganz ehrlich bin. Ich hab aber schon ein bisschen knobeln müssen bis ich kapiert habe was sie will. Dann hatte ich es plötzlich raus und sie war schon wieder hellauf begeistert und – zack! – war Feierabend. Für warme Tage sind das tolle Übungen, man muss sich kaum bewegen und es dauert nicht länger als das Fliegenspray wirkt. Aber jetzt mal unter uns: es wird wieder Zeit für einen schönen Ausflug! Hoffentlich wird das Wetter bald wieder besser (und damit meine ich kühl und windig!).

Euer lernender Sir Duncan Dhu of Nakel

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3 Kommentare

    1. Oh ein neuer Name! Schätze, an so was kann ich mich in meinem Alter nicht mehr gewöhnen. Merlin kann irgendwie alles. Voll viele Seitengänge, Piaffe und fliegende Galoppwechsel. Also jetzt kann er das nicht mehr, weil er zu alt ist, deswegen soll ich das lernen, sagt mein Mädchen. Dauert aber ein paar Jahre.

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