Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 31. Juli 2026

Nach der ganzen Unterichterei war dann mal wieder ein echtes Abenteuer nur für mich angesagt. Am Samstag ging es in die Wackelkiste und ich kam an einen mir unbekannten Ort. Aber ich kenne diese Frau und auch ihr Pferd! Das war der kleine Herr Fjord. Der ist ein Jahr jünger als ich und hat noch nicht so viel Erfahrung. Endlich bin ich mal der Große! Unsere beiden Mädchen haben da so eine Idee: sie wollen „Pas de deux“ reiten. Diese komplizierte Ausdruck bedeutet, dass wir beiden Ponys genau das gleiche machen. Manchmal nebeneinander und manchmal spiegelverkehrt. Und das wollten sie jetzt üben. Begegnen, aneinander vorbeilaufen, dann wieder zusammenfinden, nebeneinander, wieder auseinanderdividieren. Und was soll ich euch sagen: wir haben das perfekt gemacht! Bisschen Schritt, bisschen Trab, ruckzuck war eine halbe Stunde vergangen und unsere Mädchen fanden uns gigantisch großartig. Wir haben uns ordentlich feiern lassen, der kleine Herr Fjord ging auf die Weide und mein Mädchen hat mich abgesattelt. Das einzige was die beiden Mädchen gestört hat: sie hatten das ganze nicht gefilmt. Weil sie nicht erwartet hatten, dass es so gut klappt! Tja. Wer uns Ponys unterschätzt, ist selbst schuld!

Pas de deux

Und jetzt? Jetzt wurde umgebaut. Stangen in den Boden und ach, da hinten steht ja mein Target! Gleich mal die Nase rantackern und auf Kekse hoffen! Während, recht, links und vorne jeweils ein Pony auf der angrenzenden Wiese stand, wurde von mir erwartet, dass ich ohne Strick voll konzentriert mit meinem Mädchen Slalom übe. Kann ich! Keksrate war gut und meine Laune auch. Trabtrab! Lauf, mein Mädchen, lauf! Den Slalom hab ich nicht so recht wiedererkannt, diese kleinen Stängelchen da, die sieht man ja kaum und wir haben es ja bisher nur mit Tonnen geübt. Aber in all dem Gerenne konnte ich dann doch mit etwas gesteigerter Aufmerksamkeit das Gewedel und Geschlenker meines Mädchens korrekt interpretieren und ein paar Mal ist es also gelungen. Links, rechts, links, rechts und touch! Keks! Mein Mädchen war irre stolz auf mich und ich hatte meine helle Freude. Ich durfte dann auch ohne Strick wieder zurück Richtung Wackelkiste laufen und mir dabei noch ein paar Äppelhaufen näher anschauen von den Pferden die dort wohnen. Äppelhaufen schnüffeln ist ja so ein Hobby von mir und mein Mädchen weiß, dass mich das sehr fröhlich macht, wenn ich mal ordentlich „Zeitung lesen“ darf.

Slalom mal anders

Dann noch bisschen den Vorgarten mähen, ab in die Wackelkiste und nach Hause. Man, war sie schon wieder stolz auf mich! Ich war auch stolz und habe mich seeeeehr erwachsen gefühlt. Jetzt wollen wir das öfter mal zusammen üben und die Mädchen diskutieren über Choreografie und Kostüme, weil wir einen ganz offiziellen Auftritt haben werden, aber dazu erzähle ich zu gegebener Zeit mehr!

Am Sonntag wären wir dann zum Ausreiten verabredet gewesen. Aber ach, das Wetter…. Es war soooo viel Regen angesagt, dass mein Mädchen so gar keine Lust hatte auf eine weite Tour. Sie kam dann mit ihrer Regenjacke und hat mich longiert. Und während ich fröhlich meine Runden gelaufen bin, hat sie sich beschwert, dass sie in der Regenjacke so sehr schwitzt, dass sie fast genauso nass ist, als ob sie gar keine Jacke anhätte. Ach Mädchen, wann legst Du Dir denn endlich ein besseres Fell zu? Meins ist wasserdicht und trotzdem atmungsaktiv. Ich glaub ich muss ihr mal zeigen, wie man sich einen guten Pelz wachsen lässt. Mir scheint, da hat sie wirklich noch Nachholbedarf!

Aber als der Regen dann stärker wurde, war ich doch nicht abgeneigt, mich im Stall unterzustellen. Trotzdem: ein Ausritt muss her, mein Mädchen, sonst sinkt meine ritterliche Laune!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

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