Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 26.4.2026

Morgens um 9 Uhr kamen die Menschen in den Stall. Au fein, mir war ja ein Abenteuer versprochen worden, los geht´s! Aber nein, weit gefehlt. Ich war gar nicht dran! Wer war mal wieder die Hauptperson? Diego! Der durfte schon wieder die Kutsche ziehen. Ich könnte das auch! Wirklich!! Aber sie sind – wieder mal – ohne mich vom Hof gefahren.

Eine Stunde später kam Diego bestens gelaunt zurück und ich hatte noch kein zweites Frühstück. Was soll das für ein Sonntag sein?

Ich hab die ganze Zeit noch hoffnungsvoll am Tor gestanden, aber nein….

Aber mittags wurde es besser. Da hat mein Mädchen mich geholt und zur Wackelkiste gebracht. Warte mal, ich hab gar keine Hufschuhe an! Wie soll es ein ordentliches Abenteuer ohne Hufschuhe geben? Aber mein Mädchen hat gesagt, ich werde ja sehen. Also gut, rein in die Wackelkiste. Ich bin ziemlich lang gewackelt worden und dann an einem mir unbekannten Ort rausge…..

Oh hallo! Wer bist Du denn? Und wer bist Du? Da waren ganz viele fremde Pferde! Wow, das war aufregend, sage ich euch! Wir sind in eine Reithalle gegangen in der allerhand Zeug rumstand (nicht so spannend) und mindestens 6 andere Pferde rumgelaufen sind!

Mein Mädchen hat eine „Spezialübung“ mit mir gemacht. Es ist doch so: sie ist eine Bangbüx. Und deswegen übt sie immer alles seeeeehr gründlich mit mir, bevor wir irgendwas Spannendes machen. Aber heute ist sie aufs Ganze gegangen. Sie hat mir NICHT alles erst vom Boden aus gezeigt wie sonst, sondern ist nach ein paar Minuten Akklimatisierungszeit direkt auf meinen Rücken gehüpft und ich durfte sie durch die Halle tragen. Ein schwieriger Job! Ich musste nämlich hören was sie sagt (und es auch machen!) und nebenbei all die fremden Pferde im Blick behalten und dann noch die Gänse! Ja, da waren Gänse in einem Teich! Naja, es waren keine echten Gänse wie ich später festgestellt habe und in dem „Teich“ war auch gar kein Wasser. Aber am Anfang fand ich das schon ziemlich beunruhigend, wie diese Dinosaurier (ey, das weiß doch jeder, dass Vögel Dinosaurier sind, oder?)  da stocksteif herumstehen.

Aber ich bin ja ein ganz großer, mutiger Ritter und hab mich letztlich auch an diesen fiesen Viechern vorbei getraut. Alles andere war nicht schlimm. Über eine Plane laufen, unter einem Bogen durch, ein Klappersack, eine Klappertüte, ein paar Fahnen und dann ein paar Knobelaufgaben, z.B. ein „Tor“ das mein Mädchen von meinem Rücken aus öffnen, durchreiten und wieder schließen musste (mein Job war das passgenaue Wenden und rückwärtsgehen an den vorgegebenen Stellen) und ein Stangen–L in das ich vorwärts rein und rückwärts wieder rausgehen musste. Null Problemo – nur halt unter erschwerten Bedingungen wegen der anderen Pferde! Slalom um ein paar Stangen, Volten um Tonnen und an einer Stelle musste ich am richtigen Punkt anhalten, damit mein Mädchen einen Becher von einer Stange zur anderen versetzen konnte.

Konzentriert am „Tor“, nicht von dem anderen Pferd ablenken lassen!

50 Minuten waren wir in der Halle und ich wurde mit der Zeit immer entspannter, während wir so eine Aufgabe nach der anderen abgehakt haben. Zur Krönung sind wir den ganzen Parcours einmal am Stück geritten, mit Trab und einem glorreichen Zieleinlauf im Galopp! Mein Mädchen war hoch zufrieden mit mir und schließlich hat sie gesagt, dass ich alles perfekt gemacht habe und wir jetzt Feierabend machen. Ok, ich hätte auch noch weiter gemacht aber draußen war leckeres grünes Gras, da hab ich auch nicht nein gesagt. Anschließend hab ich noch ne Weile allein in der Wackelkiste rumgestanden, während der Mann und mein Mädchen sich ein Stück Kuchen einverleibt haben und dann wurde ich wieder nach Hause gewackelt. Danke an den frisch gegründeten Freizeitreitverein Schleswig-Holstein für die Organisation dieses schotten-tauglichen Abenteuers!

Mein Mädchen wäre fast geplatzt vor Stolz, weil ich nämlich alles – und ich meine ALLES! – perfekt richtig gemacht habe. Das findet sie sooooo toll und großartig und erwachsen von mir! Und sie bewundert das kleine, gut geölte Maschinchen zwischen meinen Ohren, das mit so viel Ablenkung trotzdem so wunderbar funktioniert und auch nicht heißläuft. Das war jetzt unsere erste Begegnung mit „Working Equitation“ und mein Mädchen fand es sehr lustig, also mal sehen ob wir sowas mal weiter verfolgen. Sie findet, meine Körpergröße (oder eher: mein kompaktes Format) kommt uns da zugute, weil es oft um Wendigkeit geht. Klar, ich mache auch das mit, warum auch nicht? Ich bin schließlich Highlandpony („the versatile breed“), ich kann alles!

Euer Working Equitation Pony in the making Sir Duncan Dhu of Nakel

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