Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 7. Juni 2025

Montag langer Ausritt, Dienstag hatte ich frei, Mittwoch war reiten angesagt. Und da hat mein Mädchen ernst gemacht, das sage ich euch! Weil sie im Gelände gemerkt hat, dass ich im Galopp noch ganz schief werde. Also brauche ich noch mehr Geraderichtung und das üben wir dann jetzt auf dem Platz. Anstatt also auf dem Zirkel zu galoppieren, galoppieren wir die lange Seite runter und ich soll mich schnurgerade ausrichten. Ich schiebe da nämlich immer ein bisschen den Po nach innen, das macht das galoppieren leichter mit so einem Reitergewicht im Rücken. Aber mein Mädchen findet, das soll ich jetzt mal lassen. Uff! Das war richtig, richtig anstrengend.

Am Donnerstag haben wir Doppellonge gemacht und da hatte sie auch so ein Thema am Wickel: Galopp (diesmal auf kleinem Kreis) und dann vom Galopp in den Trab aber im Trab nicht irgendwie, sondern gleich wieder korrekt gebogen und mit freier Schulter. Da kam ich ordentlich in Schwung und hatte dann zwischendurch kein Verständnis mehr für Stillstehen. Man kann es ihr ja wieder nicht recht machen: stehe ich nach dem Keks still, soll ich losgehen. Gehe ich direkt wieder los, soll ich stillstehen. Kann sie sich mal entscheiden? Zum Schluss haben wir wieder fahren vom Boden gemacht und ich sollte Schulterherein gehen. Das klappt schon einigermaßen anständig. Und was macht mein Mädchen, wenn etwas einigermaßen anständig klappt? Richtig, sie erhöht den Schwierigkeitsgrad. Also fragte sie mich dann von hinten nach Kruppeherein. Herrje, was für ein Chaos! Das war ein Geeier, Geschwanke und sie wurde auch ganz tüddelig. Aber sie meinte, ich hab mich da gut durchgebissen. Mir rauchte der Kopf!

Apropos rauchender Kopf: die richtige Anstrengung kam dann gestern. Meine kleine Freundin war da und weil so viel Wetter war, sind wir in die Halle gegangen. Mein Mädchen hatte sich eine neue Aufgabe überlegt: ich soll jetzt unterscheiden! Es gibt „Ball“ und „Matte“. Wenn meine kleine Freundin „Ball“ sagt, soll ich den Ball schießen – das haben wir hinreichend geübt, das kann ich. Aber danach, wenn ich den Keks verspeist hatte, sagte meine kleine Freundin immer „Matte“ und dann sollte ich mich – mit allen 4 Hufen – auf die Matratze stellen. Nun kann ich ja gut auf der Matratze stehen, hatte aber bisher kein Wort dafür. Und jetzt wird ja auch noch erwartet, dass ich das mehr oder weniger alleine auf Distanz mache (ok, das klappt noch nicht so gut). Und kein Bein vergessen! Mein linkes Hinterbein war manchmal nicht mit drauf und dann gibt es leider keinen Keks, bis ich das korrigiert habe.

Nach 15 Minuten schwirrte mir schon der Kopf. Ball, Keks, Matte, Keks, Ball …. Was? Hä? Ich war fix und fertig. Da meinte mein Mädchen, ich könnte jetzt noch was Neues lernen, nämlich Pause machen. Dafür gibt es kein Wort, sondern meine kleine Freundin hat sich hingehockt (mein Mädchen war sehr stolz auf sie, dass sie keine Angst hatte, das zu tun! Ich war auch stolz, schließlich habe ich mir dieses Vertrauen hart erarbeitet!) und dann haben wir einfach zusammen rumgestanden und unsere Köpfe etwas ausrauchen lassen.

Gemeinsam Pause machen

Danach ging es noch ein bisschen, aber ich sage euch: das war echter Denksport! Am Ende hatte ich mir den obligatorischen Möhrentupper echt verdient. Meine kleine Freundin war nachher allerdings auch sehr müde vom vielen denken, die fand das auch anstrengend, das hat mich ein bisschen beruhigt.

Eins muss ich meinem Mädchen lassen: Langeweile kommt hier keine auf im Moment!

Euer hart trainierender Sir Duncan Dhu of Nakel

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