Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 27. Januar 2025

Sonntag ist Ausflugstag – so will es das Gesetz! Leider hat die Erfahrung mich aber gelehrt, dass mein Mädchen sich nicht immer an dieses Pony-Gesetz hält. Und so richtig eine Handhabe hat man ja gegen so ein ungebührliches Verhalten als Pony leider nicht. Ich funkel sie dann immer böse an und dann schämt sie sich wenigsten ein bisschen. Oder ich gucke sehr enttäuscht, dann ist sie traurig.

Na, wie dem auch sei, gestern war ja wieder Sonntag. Diego und ich haben beobachtet, wie die Menschen die Wackelkiste startklar gemacht haben. Aaaaaaah ein feines Abenteuer! Ich kann es fast schon riechen!

Super! Die Menschen bereiten die Wackelkiste vor!

Aber dann passierte etwas ungeheuerliches: sie haben vergessen, uns mitzunehmen! Sind ohne uns vom Hof gefahren! Ich stand fassungslos an der Stalltür und konnte meinen Augen nicht trauen. Mein Mädchen mit der Wackelkiste weg und der Mann mit seinem Auto hinterher. Das darf doch nicht wahr sein!

Es war nichts zu wollen, sie waren weg, also haben wir beschlossen, ein kleines Nickerchen einzulegen. Kaum waren wir fertig mit nickern, da waren die Menschen auch schon wieder da (ohne Wackelkiste). Nun wurden wir angezogen und gesattelt – Gott sei Dank, doch noch ein Abenteuer! – und dann ging es los. Mädchen, ich will links vom Hof! Nein, es ging rechts. Menno. Aber egal, Hauptsache es geht los. Den ersten Teil sind die Menschen zu Fuß gegangen, dann sind sie aufgestiegen. Mein Job war derselbe wie immer: meinen schnellstmöglichen Schritt gehen, damit ich den gemütlich dahinschlendernden Diego nicht ganz am Horizont verliere. Seufz. Aber mein Schritt wird flotter, das finden auch die Menschen. Es ging die altbekannte Strecke nach Kleinvollstedt. Wollen wir nicht mal da abbiegen? Wenn ich sowas vorschlage ist mein Mädchen immer ein bisschen traurig, denn viele von diesen Wegen, die so verlockend aussehen, enden alsbald irgendwo im Nirgendwo. Also ging es weiter auf den alten ausgetretenen Pfaden Straßen. In Kleinvollstedt allerdings sind wir dann an einer Stelle geradeaus gegangen, wo wir eigentlich sonst immer abbiegen. Ganz hintenrum ging es, ich war da schonmal, aber noch nicht oft. Und dann ging es über die große Straße. Da waren wir auch schon, aber wir sind da nicht hin gelaufen, sondern mit der Wackelkiste hin gewackelt worden. Ich weiß: hier links geht es zu der Autobahnbrücke wo wir ein paarmal geübt haben! (Wird auch mal wieder Zeit, findet mein Mädchen, aber Lust hat sie nicht so recht…). Diesmal ging es aber gar nicht links, sondern rechts und dann über den Gruselhof. Ach, an den erinnere ich mich noch. Da waren wir mal im Zuge so eines Autobahntrainings. Das ist 4 Jahre her! Am Gruselhof habe ich meinem Mädchen nach oben gefunkt, dass es mich gruselt. Da ist sooooo viel lautes Zeug und sooooo viele Rinder in einem Pferch und es riecht komisch… also ist mein Mädchen netterweise abgestiegen und der Mann hat es ihr gleichgetan. Diego war derweil etwas langsam geworden. Er hat mir erklärt, dass er diese Strecke mal mit meinem großen Bruder gelaufen ist. Und das man dann einen kleinen Kringel reitet und dann all die vielen Kilometer wieder zurück nach hause laufen muss! Das war ihm zu viel. Er ist ja noch nicht wieder auftrainiert und fand, er sollte seine Kräfte doch lieber so einteilen, dass er es auch wieder zurück schafft. Aber der Mann hat ihm gut zugesprochen und ihm gesagt, dass er NICHT alles wieder nach hause laufen muss. Hat Diego ihm aber nicht wirklich geglaubt. Als wir an dem Gruselhof vorbei waren, sind die Menschen wieder aufgestiegen und wir wollten noch ein kleines Stück durch den Wald traben. Aber da kam ein Auto. Dann antraben. Auto! Schritt. Wieder antraben. Auto! Schritt. Wieder antraben. Auto! Was soll das denn? Und als alle Autos vorbei waren, tauchten vor uns drei Reiter auf, die in unsere Richtung ritten. Das eine Pferd wurde nervös, als es uns bemerkte, also war klar: wir bleiben im Schritt. Wir waren aber schneller als die und hatten sie dann bald eingeholt und auch überholt. Danach noch etwas weiter im Schritt bis wir schließlich weit genug weg waren um schließlich doch noch ein Stück zu traben. Auch schau an, den Hof da hinten, den kenne ich doch! Da waren wir mal als ich noch winzig klein war! Oh das war aufregend, so viele fremde Pferde! Heute bin ich da ja etwas entspannter. Klar, interessant sind die alle immer noch, aber ich kann damit besser umgehen.

Und was war da noch? Unsere Wackelkiste! Diego war ganz erleichtert. Wir haben die Sättel runter bekommen und der Mann hat Diego sogar noch die Hufschuhe ausgezogen. Warum, das stellte sich kurze Zeit später heraus. Auf dem Hof gibt es nämlich jetzt eine Pferdewaage und da sollten wir drauf. Ihr dürft schätzen, was wir beide so wiegen!

Was die Waage wohl anzeigt?

Mein Mädchen meinte, man müsste ja auch die 5 Äppelhaufen noch drauf rechnen, die wir unterwegs haben liegen lassen, aber ich finde das unfair. Was weg ist, ist doch weg! Zu hause hat sie übrigens einen Äppelhaufen abgewogen, weil sie wissen wollte, wie viele Kilos wir wohl unterwegs am Straßenrand drapiert haben (jetzt dreht sie völlig durch). Der Haufen den sie gewogen hat, war 1,2kg schwer.

Nach dem Wiegen ging es dann ab in die Wackelkiste und wir konnten gemütlich schmausend nach hause fahren. 10,2 km in knapp 2 Stunden haben wir gemacht. Für Diego reicht das, mehr schafft er noch nicht. Ich bin dann gut warmgelaufen und mein Mädchen war hoch zufrieden mit meiner Performance. Ich auch. Feines Abenteuer, gerne wieder!

Euer abgewogener Sir Duncan Dhu of Nakel (na, wie viel schätzt ihr?)

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  1. Avatar von Unbekannt

1 Comment

  1. Hmm. Für ein Highland ist der ja sehr schmal und auch nicht riesengroß.
    Aber alles Muskeln statt Fett. Was mag er haben — 430 Kilo?
    Nikola

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