Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 557

Jetzt ist die schönste Zeit zum ausreiten, findet mein Mädchen. Nur dass wir leider nicht ausreiten gehen. Erst hat sie keine Zeit, dann keinen Ausreitkumpel. Aber es gibt doch welche, die auch finden, dass eine schöne Zeit zum reiten ist: die Feen! Die knoten wieder fleißig meine Mähne, damit sie Halt darin finden und dann flitzen wir heimlich gemeinsam durch die Gegend wenn keiner guckt. Mein Mädchen weiß, dass man die Knoten nicht gleich raus machen soll, weil die Feen sonst sauer werden, aber als es immer doller wurde mit meiner Mähne, hat sie sie doch raus gemacht. Die Feen hat das nicht beeindruckt, die haben einfach gleich wieder geknotet. Mein Mädchen hat das wieder raus gemacht, die Feen wieder geknotet. Dann wurde es meinem Mädchen zu bunt und sie hat mir einen Zopf geflochten. Sie findet, da können die Feen sich doch auch guten Halt finden. Ich habe dann rausgefunden, wofür so ein Zopf noch gut ist: Isolation! Und zwar gegen den Stromzaun. Das habe ich dann in der Nacht auch gleich mal ausgenutzt. Wir dürfen ja immer noch nachts auf die Weide, aber uns wird immer nur ein kleines Stück neu zugesteckt. Das war mir jetzt echt zu wenig und ich habe mir überlegt, dass ich das mal etwas erweitern könnte. Habe den Zaun kurzerhand beiseite geräumt und meine Kumpel auf ein Festmal eingeladen. Als der Mann morgens im Dunkeln kam um uns rein zu holen, musste er uns erst mal suchen gehen…. Mein Mädchen hat sich natürlich gleich wieder Sorgen gemacht, dass ich jetzt Bauchweh kriegen könnte von so viel Futter. Klar, Gras bin ich ja den ganzen Sommer gewöhnt, aber sie meinte, es könnte einfach von der Menge her zu viel gewesen sein. Da sie arbeiten musste, hat sie den Mann beauftragt, mich stramm im Auge zu behalten und das hat der dann auch getan.

Der Mann bekommt immer eine To-Do-Liste an diesen Samstagen, weil er uns dann versorgen muss, während mein Mädchen Geld verdient. Ich habe ja auch immer meine eigene To-Do-Liste. Beim Mann steht dann „Ponys füttern“, bei mir entsprechend „zweites Frühstück einnehmen“.

2. Frühstück

Beim Mann stand „Eicheln harken“ bei mir stand „nach übersehenen Eicheln suchen“.

Auf zur Eichelsuche

Beim Mann stand „Äppel sammeln“ bei mir stand „Aufsicht über die Reinigungsarbeiten“. Und ich habe mir dann gleich noch ein paar Kekse geben lassen, damit ich ihn nicht wegen Schludrigkeit verpfeife (er macht das wirklich ordentlich, aber so eine schöne Möglichkeit kann ich mir doch nicht entgehen lassen!).

Keks! Sonst behaupte ich, du hättest geschludert!

Ich habe dann auch noch nach runtergefallenen Äpfeln gesucht und ein Nickerchen in der Sonne eingelegt. Ratzfatz ist so ein Tag dann auch schon wieder rum!

Abends hat mein Mädchen dann den Weidezaun inspiziert und festgestellt, dass es gar nicht an meinem Zopf lag, sondern am Zaun. Der ist nämlich ein einer Stelle schon ziemlich alt und leitet da einfach gar nicht mehr, so dass gar kein Strom drauf war. Leider konnte sie das Problem beheben, so dass jetzt wieder Schluss ist mit Weide selbst weiterstecken. Schade aber auch!

Euer Sir Duncan Dhu mit der vollen To-Do-Liste

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