Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 534

So, im dritten Anlauf hat es dann endlich geklappt mit der geplanten großen Tour. Ich hab ja jetzt Erfahrung und weiß: das wichtigste ist die Vorbereitung. Das heißt, erst noch ein schönes Nickerchen halten, dann ab in die Wackelkiste und dort Tieftauchen ins Heu – Druckbetankung für den Heuverbrenner! Und dafür war genug Zeit, eine Stunde waren wir in der Wackelkiste unterwegs.

Gute Vorbereitung ist das A und O!

Dann satteln und los. Erstmal direkt über die Bahnschienen, kein Problem. Aber kaum waren wir drüber machte es hinter uns sehr, sehr laut „tschuuuu tschuuuuu!“ – da wurde mir doch etwas blümerant! Habe meinem Mädchen das nach oben gefunkt und sie hat gesagt, ich hab die Wahl. Keks essen oder bisschen schneller laufen. Sie wäre für Keks essen aber wenn ich laufen müsste wäre das auch ok. Warte, hast du Keks gesagt? Na dann nehme ich doch den Keks. Als das geschafft war ging es los mit dem Wege suchen. Mein Mädchen hatte wieder diese Stimme in der Hosentasche. Aber die lässt sich immer viel Zeit bevor sie mal Bescheid sagt, also hat mein Mädchen doch dauernd das Handy in der Hand. Aber inzwischen können wir das alles auch so ganz gut. Diesmal hat sie auch nicht nur nach der Karte geschaut, sondern auch noch nach etwas anderem – wir waren nämlich verabredet! Aber davon wusste ich noch nichts. Der Start war etwas holprig, denn immer wenn wir antraben wollten, kamen irgendwelche Spaziergänger mit oder ohne Hund und wir mussten gleich wieder durchparieren. Als wir dann die ersten 4km hinter uns hatten, hab ich von weitem ein Pferd gesehen, das stand da so herum. Das war unsere Verabredung! Eine hübsche Schimmel-Zebra-Stute. Also natürlich nur mit der Decke, kein echtes Zebra. Aber ein echter Schimmel.

Oh hallo! 

Die ist dann gemeinsam mit uns losgezogen. Ich hab ja jetzt schon voll die Übung mit fremden Pferden und hab mich ziemlich gut benommen (sagt mein Mädchen). Erst sind wir Schritt gegangen, aber dann sind wir getrabt. Diego vorne weg, dann ich, dann hinter mir die Stute. Das ging so ganz gut. Nach einer Weile ist die Stute dann vorgegangen. Ui, die hatte aber einen schnellen Zahn drauf da vorn! Die beiden Großen sind mir einfach so davongelaufen. Mädchen, ich glaube wir müssen mal den dritten Gang einlegen um aufzuholen! Ja, ok. Jetzt aber schnell! Nein, nicht so schnell. Doch! Und wenn wir schon im Galopp sind, könnten wir doch auch gleich…. nein, nicht reinrennen, überholen oder sowas. Menno. Nach einer Weile war dann Schritt und die beiden anderen Reiter sind abgestiegen. Mein Mädchen ist sitzen geblieben, weil sie fand, ich hätte wirklich noch genug Energie um sie zu tragen. Nur weil man mal bisschen flitzen möchte, heißt es ja gleich, man sein pubertär! Menno. Kurze Zeit später sind die beiden dann wieder auf ihre Riesen-Rösser gehüpft und weiter ging es im Trab. Schnell, schnell, mein Mädchen, die sind schon um die Kurve! Aber ich war anständig, habe auf das Galopp-Kommando gewartet (wenn auch etwas …. angespannt) und durfte dann immer mal nachgaloppieren. Immer munter weiter, nach einer Weile ist wieder Diego vorneweg gegangen. An einer Kreuzung gab es etwas Konfusion ob es rechts oder links geht, da haben mein Mädchen und ich schnell die Chance genutzt und sind an den beiden vorbei, so dass wir jetzt vorne waren. Aber vorne war mir gar nicht so recht. Fremdes Gelände und jetzt war die Stute ja hinter mir, da kann ich die ja gar nicht mehr sehen! Nein, das wollte ich nicht so gern. Mein Mädchen hat mich angetrieben, aber nach kurzer Zeit hat der Mann gesagt, dass Diego auch nicht mehr so recht traben möchte und wir sind Schritt gegangen.

Die Menschen haben geschnackt, wir sind munter marschiert und mein Mädchen hat sich gefreut, dass mein Schritt noch so flott war. Und dann – dann ist die Stute plötzlich einfach rechts abgebogen und davon getrabt, während wir geradeaus gegangen sind! Na sowas! Da war ich kurzzeitig verwirrt, habe mich aber schnell gefangen. Wir haben noch einen kleinen Galopp versucht, aber Diego mochte nicht mehr so recht. Deswegen haben wir – obwohl wir nur noch gute 3km vor uns hatten, eine schöne Graspause gemacht.

Gemein, wenn man immer sie kürzesten Beine hat!

Danach dachte mein Mädchen, dass wir vielleicht noch etwas traben können, aber leider stellte sich heraus, dass Diego einen leichten Humpelfuß hat! So ein Mist! Also ist der Mann abgestiegen und den Rest des Weges zu Fuß gegangen, während ich mein Mädchen noch getragen habe. Wir waren alle rechtschaffen müde, so viel Wind und Sonne, fremde Wege und ein fremdes Pferd! Aber ich hab trotzdem noch gut zugehört und alles richtig gemacht.

Schließlich sind wir dann wieder an der Wackelkiste angekommen und haben frisches Heu nachgelegt bekommen für die Rückreise. Trotz Diegos leichter Humpelei, von der wir noch nicht wissen, woher sie kommt, sind wir sehr zufrieden mit unserem Ausflug. Meine Fitness ist gut, sagt mein Mädchen, und mein Kopf hat auch gut durchgehalten. Das war ein feiner Ausflug! 17 km haben wir geschafft, in 3 Stunden.

Morgen fällt der Montagsausflug aus, aber mein Mädchen meint, das sei eine gute Gelegenheit, um mal wieder allein loszuziehen. Hoffentlich klappt das endlich mal wieder!

Euer fröhlich ausgetobter Sir Duncan Dhu of Nakel

Gib mal einen Keks!

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