Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 520

Also der Montagsausflug ist leider ausgefallen, das war schade. Ich hatte dann den Montag frei, mein Mädchen ist nur vorbeigekommen und hat „Rumstehtraining“ mit mir gemacht. Ansonsten habe ich den Kurs nachwirken lassen und mich sehr groß und stolz gefühlt.

Dienstag und Mittwoch haben wir dann reiten geübt. Und zwar mit Gebiss auf dem Reitplatz, was wir sonst nie tun. Aber mein Mädchen hat festgestellt, dass ich die Gebisshilfen noch nicht ganz verstanden habe und da möchte sie jetzt nachjustieren. Wir haben ein bisschen was von den Sachen geübt die wir auf dem Kurs gemacht haben (nur Rinder waren keine da) und wir finden, das klappt schon ganz fein.

Gestern vormittag war dann mal wieder Doppellonge dran. Mein neu gewachsener Körper hat sich wieder zurechtgeruckelt (naja, der Mann hat da auch einiges zurechtgeruckelt) so dass ich jetzt wieder ganz fein laufen kann und das hab ich dann direkt auch mal demonstriert. Mit galoppieren und springen und mein Mädchen hat mich in einer Tour gefeiert, weil ich das soooooo toll gemacht habe!

Nachmittags ging es dann gleich weiter mit Programm, da kam nämlich meine kleine Freundin! Und wisst ihr was? Bisher war ich immer recht aufgeregt, wenn sie kam. Weil ich nie so ganz sicher war, was zu tun ist. Aber diesmal dachte ich, ich habe 6 Rindern ins Auge gesehen, habe eine Reihe Zuschauer begeistert und Dinge getan die mein Mädchen gar nicht für möglich hielt, da brauche ich mir keine Sorgen machen wegen einer kleinen Reitschülerin. Und dann war ich ganz entspannt. Als sie mich gebürstet hat, hab ich erstmal ein kleines Nickerchen gemacht. Mein Mädchen war baff, das ist ja noch nie passiert! Bevor es mit dem Reiten los ging, musste ich noch kurz am Anbinder warten, weil mein Mädchen meiner kleinen Freundin noch was erklären wollte. Da sind sie doch mit zwei Besenstielen über den Hof gelaufen und haben so getan als hätten sie vier Beine! Das sah sehr, sehr lustig aus, kann ich euch sagen.

Dann war ich dran und ich bin tiefenentspannt mit meiner kleinen Freundin zum Reitplatz gegangen, ohne schubsen oder drängeln (ja, natürlich habe ich trotzdem nach dem ein oder anderen Grashalm gehascht!). Dort haben wir wieder Lenken geübt. Mein Mädchen hat die Longe dran, aber nur falls es ganz durcheinander gerät, eigentlich soll meine kleine Freundin lenken und sie tut das auch. Manchmal verstehen wir uns noch nicht so ganz, dann geht es irgendwie in eine falsche Richtung, aber nachher hatten wir es gut raus. Immer schön im Kreis rundherum um mein Mädchen. Anhalten wenn ich von oben „hooooo“ höre, Keks nehmen. Meine kleine Freundin hat auch gemerkt, dass ich entspannter bin als sonst, weil ich nicht mehr so doll nach den Keksen gehascht habe. Das war eine rundum gelungene Einheit und beim zurückführen war ich auch sehr, sehr artig (da hatte ich sonst immer so einen Zug Richtung Gras den meine kleine Freundin nicht lustig fand).

Mein Mädchen meint, dieser Kurs hätte mich ja wohl total erwachsen gemacht und ich würde so schön in mir ruhen. Diese Ruhe wurde dann auch prompt ausgenutzt um mir noch hinten die Hufe zu bekleben (so wie vorne). Der Mann hat auch gemerkt, dass ich ruhiger bin. So waren wir alle sehr zufrieden mit uns und jetzt hoffen wir, dass die Klebeschalen hinten genauso gut halten wie vorne und wir im Gelände mal ordentlich galoppieren können ohne was zu verlieren!

Euer in sich ruhender Sir Duncan Dhu of Nakel

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