Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 512

Ausreitkumpel! DER Ausreitkumpel! Mein liebster, bester, tollster äh… manchmal nervigster Ausreitkumpel. Der mir immer das Schweifhaar richten möchte während er hinter mir her trabt und nur allzu gern die komplette Verantwortung an mich abgibt. Ich lieb den Typen, der ist einfach mein bester Kindheitsfreund, daran ist nix zu rütteln. Trotzdem: geh nicht so nah neben mir!

Also er stieg zu mir in die Wackelkiste – wie gut wir das jetzt können! Früher haben wir dann immer noch versucht, in der Wackelkiste zu spielen und zu rangeln. Deswegen gibt es eine „Quietsch-Kreisch-Sicherung“ für jeden von uns, das heißt wir werden seitlich so angebunden dass wir die Nasen nicht zusammenkriegen. Außerdem haben wir ein extra Heunetz zwischen unseren Köpfen. Dann können wir uns aufs Mampfen konzentrieren.

Aussteigen wollten wir jetzt nicht so dringend, das Heu war dann doch sehr lecker… aber die Mädchen haben uns nett überredet. Na gut.

Erstmal bisschen zu Fuß, dann haben wir eine schöne Aufsteigehilfe gefunden und die Mädchen sind aufgestiegen. Auf geht´s im Trab! Mir war gruselig zumute, da waren Baumstümpfe und Reste von altem Heu am Wegesrand…. mein Mädchen meinte, ich würde ja spinnen. Später fiel ihr auf, dass wir viel von dem leckeren Zuckerheu hatten und sie vermutet, dass ich deswegen so merkwürdig drauf bin. Zucker macht mich ja immer schreckhaft, meint sie. Ich glaube ja eher es liegt am mangelnden Speckpolster, aber da geht mein Mädchen irgendwie nicht mit.

Als der Weg zu Ende war, hat sie mich durchpariert und das war auch gut so, denn plötzlich tauchte von links ein Fahrrad auf! Ein komisches Ding, gar kein normales Rad, sondern eins mit Anhänger und Fähnchen! HUCH! Ein kleiner Satz musste da schon sein. Dann über den gruseligen Hof, aber den fand ich diesmal nicht gruselig. Bis plötzlich…. HUCH! kam da plötzlich ein Mensch aus der Tür! Nächster Satz zur Seite. Mein Mädchen trägt das ja inzwischen mit viel Fassung, ich nehme sie ja immer mit und so weit springe ich ja auch nicht.

Weiter ging es im Trab an den Bahnschienen längs. Da kam ein Zug von vorn! Mein Mädchen hat mir gut zugeredet und gesagt wir schaffen das jetzt im Trab, er kommt schließlich von vorn. Aber der nahm und nahm kein Ende, das war schon ganz schön beängstigend! Hab ich aber geschafft. Und weiter im Trab, bis wir dann vor uns den Radler sahen, der an einer Kreuzung stand und aussah als wüsste er nicht so es lang geht. Aber er hat nur freundlich gelächelt als wir vorbei gegangen sind, also alles gut. Noch ein bisschen Trab, aber dann kam ein Hund von vorne und wir mussten anhalten, damit das Mädchen vom Ausreitkumpel ihre Hunde an der Seite ablegen kann. Der andere Hund fand uns etwas angsteinflößend, aber schließlich ist er doch an uns vorbei gegangen. Bis das alles erledigt war, hatte der Radfahrer und schon wieder eingeholt und fuhr dann an uns vorbei mit einem Lob, wie artig wir alle wären. Nach dem ganzen Getüddel brauchte ich erstmal einen Drink und habe die Pfützen abgeschmeckt, die da so waren, bis mein Mädchen meinte, wir wollen dann auch mal weiter und nicht jede Pfütze einzeln verkosten. Schade!

Den schönen Grasweg rechts rein und immer weiter im Trab bis zum nächsten Hund. Es war ganz schön viel los so am Freitag nachmittag mit schönem Wetter und das Mädchen vom Ausreitkumpel war dezent genervt. Ich wäre auch lieber einfach durchgetrabt aber es nützt ja nix. Mein Mädchen plant jetzt schon die nächste Tour in ein weniger touristisches Gebiet, damit wir mal durchtraben können.

Nachdem wir noch ein paar Hunde und Spaziergänger erledigt hatten, war die Bahn vor uns schön frei. Mädchen, wie wäre es mit einem Galopp? Sie hatte etwas Sorge, weil ich ja so guckig bin und wir so lange nicht galoppiert sind im Gelände. Da höre ich von hinten vom Mädchen vom Ausreikumpel: „ein kleiner Galopp vielleicht?“. Ach, ich mag die, die ist einfach super. Die schiebt mein Mädchen immer an, damit die Abenteuer besser, länger und schneller werden. Mein Mädchen hat gesagt, sie muss mal schauen, sie erinnert sich noch allzu gut, wie ich auf dieser Strecke immer von rechts nach links gehopst bin wegen der Vögel. Das Mädchen vom Ausreitkumpel hat gelacht und gesagt „Du und Dein Kopf“. Also hat mein Mädchen sich doch getraut. Ich durfte angaloppieren und wollte gerade so richtig loslegen, da hat sie mich wieder durchpariert. Dann wieder angaloppieren, wieder durchparieren. Mein Mädchen meint, nach meinem letzen Wachstumsschub hänge ich jetzt wieder so auf der Vorhand und das fühlt sich immer so an als könnte man mich nicht bremsen. So ein Quatsch! Aber sie und ihr Kopf sind eben so und ich bin ja ein Gentleman und nehme darauf natürlich Rücksicht. Alsbald war es eh vorbei, weil schon wieder Spaziergänger kamen. Trotzdem: Galopp ist jetzt auch wieder auf dem Plan. Und meine Klebeschuhe haben gut gehalten!

Aus Rücksicht auf den Ausreitkumpel, der ja jetzt erst wieder so richtig laufen kann, sind wir den etwas kürzeren Weg geritten und so waren wir alsbald am Absteigepunkt. Sobald mein Mädchen unten ist weiß ich ja: da passiert nix mehr. Dann dödel ich so neben ihr her und versuche, etwas zu Essen zu erhaschen. Und mein Mädchen ist genervt, aber das ist mir wurst.

An der Wackelkiste haben wir uns dann alles ausziehen lassen, haben noch einen kleinen Flirt eingelegt und dann ging es wieder nach hause. Schön war das! Und das schönste ist, dass das jetzt wieder richtig losgeht. Juhuuuu!

DER Ausreitkumpel

Euer Sir Duncan Dhu mit dem besten aller Ausreitkumpel

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