Ausflug außer der Reihe, juhuuu! Ab und zu nehmen der Mann und mein Mädchen sich ja frei und wir gehen einfach so unter der Woche zusammen ausreiten. Und jetzt war es endlich mal wieder so weit! Die Touren sind noch nicht so lang, wegen Diegos Fitness, aber diesmal waren wir wieder auf wichtiger Mission. Es ist ja so, dass wir eigentlich eine Strecke für einen Distanzritt probereiten. Damit hätten wir längst fertig sein sollen, aber mein Ausreitkumpel laboriert ja nun schon eine halbe Ewigkeit mit seinem Humpelfuß herum und also ging an der Front nix voran. Deswegen sind wir heute mit Diego mal da hin gefahren und haben uns die gute Hälfte vom dritten Drittel des Distanzrittes angesehen.
Diego ist gleich mal wieder munter losmarschiert und ich musste erstmal meinen Dieselmotor vorglühen. „Was?“ sagt der Mann zum Mädchen „ein DIESEL? Ich reite ja einen Hü-Brid“ (Oder „Hü-Breed“) und damit ist das endlich mal klar, warum Diego sooooo schnell ist: der hat anscheinend zwei Motoren wo ich nur einen habe! Unverschämtheit! Er ist ja ein Friese-Tinker-Mix und wahrscheinlich hat er einen Friesen-Motor und einen Tinker-Motor, während ich armes, reinrassiges Highlandpony eben nur einen einzigen Motor habe. Aber als der mal warmgelaufen war, habe ich den schnellsten aller Schritte hingelegt, den ich so schaffe. (Leider deutlich langsamer als Diegos entspannter Normalschritt).
Ihr seht schon, die Menschen waren gut gelaunt und wir Ponys auch. Leider stellte sich heraus, dass die Wege gar nicht ganz so schön sind, wie erhofft, da war doch viel Asphalt zu treten. An jeder Kreuzung haben wir angehalten und die Menschen haben Fotos gemacht – seufz. Können wir nicht einfach weiterlaufen, bitte? Das Anhalten nervt immer so. Dann zwischendurch immer mal ein Stück Trab, aber Diego trabt einfach nicht ganz so lange durch wie mein Ausreitkumpel, so dass ich die Vorteile meines Dieselmotors gar nicht so recht ins Spiel bringen kann. Kaum habe ich mich warmgelaufen, schon wird wieder durchpariert. Trotzdem war es schön, zusammen unterwegs zu sein. Ich hab nachtraben geübt, weil ich ja sowieso nie bei Diegos Schritt mithalten kann. Nachtraben ist fies für mich, weil ich da ja erst antraben und dann gleich wieder durchparieren muss. Das finde ich anstrengend und meckere dann immer etwas rum, aber Diego hat gesagt, für ihn ist das ja auch anstrengend, wenn er immer auf mich warten muss. Irgendwas ist ja immer!
Diego ist dann zwischendurch immer ein paar Seitengänge gegangen, damit das Tempo besser passt. Aber nach jedem Seitengang wurde er dann gefühlt noch flotter! Aber wir sind ja beste Freunde und kriegen das alles hin. Mein Mädchen meint ja immer, es sei sehr gut für mich, wenn ich mich im Schritt richtig anstrengen muss.
Diego hat das mit dem Distanzritt sehr ernst genommen und sich bemüht, die Strecke schon mal ordnungsgemäß zu markieren. An jeder Kreuzung ein Äppelhaufen! Mein Mädchen hat ihn dafür doll gelobt. Nur an einer Stelle hat er es verkackt (wenn ihr das Wortspiel gestattet). Da haben wir Graspause gemacht und mein Mädchen wollte kurz auskundschaften, welcher von den beiden möglichen Wegen wohl der schönere wäre. Und da hat Diego so mitten auf die Kreuzung geäppelt, aber zu weit rechts, wir wollten nämlich dann links abbiegen. Mein Mädchen meinte, das wäre ja wohl nix.

Der Mann hat dann schnell einen Stock genommen und etwas nachgebessert, damit jeder die Markierung verstehen kann. Ob Diego demnächst gleich Pfeile äppelt? Wir sind gespannt!

Nach guten 9km waren wir dann auch schon wieder an der Wackelkiste. Man, hatte ich einen Hunger! Dieser flotte Schritt ist ganz schön anstrengend, sage ich euch. Schnell schon mal etwas Heu naschen, während mein Mädchen mich absattelt. Sie meinte dann aber, dass ich doch lieber von hinten durch die große Tür in die Wackelkiste einsteigen soll. Ok, Hauptsache ich komme ans Buffet!

Das war ein schöner Sonntags-Ausflug am Donnerstag. Und das schönste ist: das machen wir jetzt wieder öfter. Diego ist diesmal nicht gestolpert und war auch nicht so müde, also es geht gut voran mit der Fitness. Nur eins hat uns nicht so gefallen: der viele Asphalt. Da müssen wir jetzt mal sehen, ob sich das für einen Distanzritt wirklich so gut eignet, aber das besprechen die Menschen untereinander, da haben wir Ponys nix mit zu tun. Wir gehen lieber auf die Weide und gewöhnen unsere Bäuche an Gras.
Euer Distanzrittstreckentester Sir Duncan Dhu of Nakel